Küchenherd. Mit einem gewaltigen Schlage fuhren Mauer⸗ werk und schwere Eisenplatten an die Wände der Küche, und ein dicker Qualm erfüllte das ganze Haus. Die Ur⸗ sache dieser eigenthümlichen Erscheinung ist bis jetzt unbe⸗ kannt; man vermutbet, daß sich eine Quantität Spreng⸗ pulver in den Koblen defunden habe.
Aus Winkel wird dem„Rh. K.“ über einen in der Nacht vom 9. auf 10. d. daselbst verübten Raubmord geschrieben: Eine mit ihrem Dienstmädchen allein lebende vermögende ältere Person fand man heute Morgen im Blute schwimmend und mit einer Axt ermordet. Die Geldschubladen standen offen ohne ihres Inhaltes entleert zu sein. Vermuthlich war die Hausbesitzerin bei der An⸗ wesenbeit der Diebe erwacht und haite dieselben erkannt und diese baben ihr dann mit einem Mordinstrument den Mund verschlossen. Die Untersuchung ist bereits im Gange. Die Ermordete heißt Leyendecker. Man glaubt in dem Tbäter den in Frankfurt entsprungeuen, dieser Tage in Wiesbaden gesehenen Raubmörder Völker vermuthen zu müssen.
Böden Böden Vor einigen Abenden entdeckte ein englischer Advocat, der Praxis im Veriheidigen von Spitz⸗ buben hat, nicht weniger als„14 englische Taschendiebe“, die Cigarren rauchend und Tabak kauend bei einander vor der Ristauration saßen. Darum ist es auch nicht zu
verwundern, wenn jeden Abend in den Spielsälen Porte⸗
seuilles mit Geld abhanden kommen, und auf dem ersten Renntage stiegen die auf diese Art verlorenen Summen zu einem hohen Betrage. Zwei von diesen Gesellen wurden auch am Abend in den Spielsälen bei neuen Versuchen ertappt und soll dem Vernehmen nach über ihre Stellung in den Kreisen der Escamoteurs kein Zweifel existiren.
Berlin. In der Concurrenz für Entwürse zu einem Nationaldenkmal auf dem Niederwald sind eingegangen: 12 Modelle, und zwar S architectonische und 4 ins Bereich der Sculpiur gehörige; sowie 17 Entwürfe in Z ichnungen, welche ausschließlich architectonisch gehallen sind. Die Austellung der Entwürfe im Locale der kal. Academie der Künste beginnt wahrscheinlich am 8. September und dauert vier Wochen. 8
Aus der Schweiz. Wie der„Landschaftler“ erzählt ist letzter Tage der Gemeinde Ziesen(in Baß lland) von Frankfurt aus eine Kiste zugekommen, in welcher sich unter Kleidern der Leichnam eines etwa 6 Monate alien Kindes befand. Als Thäterin ist eine übelbeleumundete, wegen Kindsmord bereiis bestrafte Bürgerin der Gemeinde verdächtig. Die Untersuchung ist sowohl in Frankfurt wie n Baselland im Gange.
D. Frankfurt a. M., 12. S piember. Die heutige Börse zeigte wieder eine elwas freundlichere Physiognomie, indem der Geldstand wieder besser und die Aus sichten für den Medio minder schwierig geworden sind. Da auch Berlin mehr Zuversicht an den Tag legt und die befürchtete
* Discontoerhöhung in London nicht statt fand, stellte sich auch bier wieder mebr Kauflust ein, die sich zunächst für Creditactien und Staatsbahn documenkirte, so daß erstere ca. 2½ fl. anzogen. Bei Staatsbahn konnte man wieder Börsenlogik studiren, auf eine Mindereinnahme von 130 000 fl. für die letzte Woche zahlte man 2—3 fl. mehr! „Erklärt mir Graf Oerindur diesen Zwiespalt der Natur.“ Lombarden anhaltend beliebt und sest bei 230, Auch für Banken machte sich heute mehr Animo bemerklich als gestern, ohne daß jedoch die Course wesentlichere Avancen zu erringen vermochten. Am beliebtesten sind immer noch hiesige Instiiute von denen Bankverein, Deutsche Effecten⸗ bank, Baubank und Deuische Handelsgesellschaft in erster Linie stehen und für süddeutsche Private aus dem Markl genommen werden. Indeß bat heute nur Effectenbank eine Preisaufbesserung von 1% aufzuweisen, während die übeigen das gestrige Coursniveau sesthielten. Ockerr. Nationalbank und Provinzialdisconto, ebenso Darmstädter und Maininger beliebt. Schlesißßhe Vereinsbank war heute ½0% über Emissionscours offerirt. Von Bahnactien waren beute ungarische Sorten, wie Ungarisch-Galizische und Donau-Drau recht gut gefragt. Elisabeth anhaltend
fest. Oberhessen nicht unbeliebt und alte bayr. Ostbahn 3
beachtet. Auch bei Prioritäten, in welchen das ungarische Element die Vorhand hatte, war heute wieder mehr Ge— schäft. Oesterr. Renten, Loose und Amerskaner unverändert.
Productenbörse zu Friedberg
daher ging das Geschäft recht lebhaft und stellten sich folgende Preise: loco Waizen gute Qualität fl. 14. 25.
geringere 95 fl. 14.— Korn, fl. 9. 20. Gerste, fl. 10. 15.
Hafer, fl. 7. 5. Mohnsamen, fl. 24. Alles 200 Pfund= 100 Kilo. Nächste Börse Donnerstag den 19. September.
Theater.
Die hier noch verweilenden Schauspieler Herr Jung
Theatervorstellungen zu arrangiren.— Indem dadurch vielfach laut gewordenen Wünschen entsprochen wird, und das Programm unter Verwendung dieser besten Kräfte mit Zuziehung von Damenpersonal gut durchführbar und vielversprechend ist, so dürfte es den uns Liebgewordenen
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am 12. September* Die Productenbörse war stark besucht, auch Producenten 85 hatten sich zahlreich eingefunden mit Fuhren und Proben,
und Herr Köckert erhielten die Genehmigung, noch zwei 5
Die Verloosung
zum Besten der katbolischen Kirche in Bad⸗ Nauheim wird Donnerstag, 19. Sep: tember, Nachmittags 2 Uhr, im alten Kursaal in Bad⸗Nauheim unter polizeilicher Auf⸗
sicht stattfinden. Friedberg am 13. September 1872. Gabel, Pfarrer.
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Der Wahrheit die Ehre!
Vor einigen Wocben übersandten Sie die Pa- raischen Klostermittel für die Frau Sperling von hier gegen tief eingewurzeltes Leiden ihrer Tochter, die Mittel haben mit Gottes Hilfe wunderbar geholfen, Auf Grund dessen hoffe auch ich Abhilfe meines alten Leidens durch dieselben zu erhalten u. s. W
Nr. 1540. Pelplin.
SzotowWSs k y, Pfarrer.
Was den Erfolg anbetrifft, so spüre ich eine merkliche Erleichterung. lech schliesse hieran die Bitte um weitere Zusendung, um das eingewurzelte Uebel jetzt auch gründlich zu be- seitigen.
Nr. 1540. Pelplin.
Szotowsky, Pfarrer.
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Zunächst meinen herzlichen Dank mit der er- gebensten Meldung, dass ich eine bedeutende Besserung verspüre. Der Flechtenaus- schlag hat sich schon ziemlich ver- loren. Während ich früher an Schlaflosigkeit und Appetitmangel litt, habe ich jetzt ziemlich guten Schlaf und normalen Appetit u. s. w.
Jezewo bei Leskowitz. Steinig ke, Pfarrer.
Die Paraischen Klostermittel bei Epilepsie, Frauenkrankheiten, Flechten, Hämorrhoiden, Im- potenz Rheumatismus, Verdauungsschwäche, Syphylis und Wassersucht sicher und dauernd wirkend, sind zu beziehen durch den General- Correspondenten Herrn Dr. Kietz in Duis- burg am Rhein. 2558
ECC ⁰ 3 ²˙—w- ę]q ́‚..... 2575 Wir suchen einen angehenden Commis für unser
vor ihrem Scheiden an Zuspruch nicht fehlen.
Lager und Comptoir. 5 Friedberg. Gebrüder Groedel.
O bst⸗Versteigerung. 2489 Dienstag den 17. September l. J., Vormittags 10 Uhr anfangend, soll das der Gemeinde Schwalheim zufsehende Obst, bestehend in a. circa 325 Malter Aepfeln, 8% 10% Birnen, 9 38. Nüssen, in mehreren Abtheilungen öffentlich meistbietend ver— steigert werden. Schwalheim den 6. September 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Schwalheim. Hen sei
Pferde⸗Verstergerung. 2519 Montag den 16. September er., Vormittags 10 Übr, werden in der Dragonercaserne zu Butz bach circa 25 zum Cavalleriedienstie unbrauchbare Reiipferde gegen Baarzohlung verstelgert werden. C. QO. Langen den 9. September 1872. von Stockhausen, Rittmeister und Escadronschef.
O bst⸗Versteigerung. 2520 Montag den 16. d. Mis. Mutags 1 Uhr, soll das der hüsigen Geweinde zustehende Obst, Aepfel und Birnen, in Abtheilungen verstelgert werden, die feineren Sorten werden baumweise ausgebolen. Rödgen im Kr. Fr. den 9. September 1872. Pi meide n bereie Rödgen. 0.
Versteigerung von Maurermaterialien. 2563 Die zur Erbauung eines neuen Haftlokals zu Butz⸗ bach erforderlichen Maurermaterialen(weiche im Herbste und im Laufe des Winters anzufahren sind) sollen Donners tag den 19. J. Mis, Nachmittags 1 Uhr, in dem Wirth⸗ schaftsgebäude des Herrin Melchtor zu Batzbach unter den vor der Verfleigerung vorgelesenen Bedingungen an den Wenigstnehmenden öffentlich versteigert werden:
1) 680 Cubikmeter R ckenderger Sand⸗ steine(oder Pohl und Kirch Gönser 3 21
Kaiksteine] veranschlagt zu 6 fl.— kr.
2) 27000 Stück Russensteine 324„— 3) 270 Bütten Faik 540„—„ 4) 156 Cubikmeter Rockenberger Sand 260„—„
Ote Bedingungen und Voranschlag können auch bis zur Versteigerung täglich auf unlerzeichnetem Bureau eingesehen werden.
Frtedbergß am 10. September 1872.
Großherzoaliches Kretsbauamt Friedberg. In Ve a hinderung des reisbaumeisters. Schnitzel, Bauacceffiß.
Immobiliar⸗Versteigerung. 2579 Montag den 30. September d. J., Vormittags 10 Uhr, sollen in hiesigem Rathbause auf freiwilligen Antrag die den Erben des verstorbenen Heinrich Wilhelm und Christoph Weckerling dahter ge⸗ hörenden Güterstücke, in Friedberger und Fauerbacher Gemarkung gelegen, nochmals öffentlich meistbietend verstefgert werden..
Friedberg den 13. September 1872. Großherzogliches Ortsgerichts Friedberg. Fo uca'r
Immobiliar⸗Versteigerung. 2580 Dienstag den 24. September l. J., Vormittags 10 Uhr, sollen in biefigem Rathbause auf freiwilligen Antrag die nachverzeichneten Gülerstücke, dein Gr. Land⸗ gerichtsassessor Fritz gehörend, in Friedberger und Fauerbacher Gemarkung gelegen, nämlich:
Gemarkung Frledberg.
Flur. Nr. Kiftr. 9. 105. 949. Acker auf der Sauweide. 10. 18. 271.„ im Lachenfeld. 10. 287. 348.„ Krummgewann. 11. 127. 469.„ Lachenfeld. Gemarkung Fauerbach b. Fr. Nr. Rth. 19. 121. Acker an der Wingertsgasse.
11. 169½.„ an der Sauerbornshöhle öffentlich meisbietend versteigert werden, mit dem An⸗ fügen, daßnureine Versteigerungstattfindet.
Friedberg den 13. September 1872. Großberzegliche Bürgermeisterei Frsedberg. Foucar.
O bst-Versteigerung.
2568 Dten gag den 17. d. Mis., des Mittags um 12 Uhr, soll das Gemeindeobst, bestehend in Aepfeln und Birnen, abtheilungsweis an die Meistbietenden auf Ort und Stelle versteigert werden. Die Zusammenkunft ist in der Zweschendorfgasse. Ockstadt den 11. September 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Ockstadt. Gröninger.
Aepfel⸗Versteigerung.
2547 Freitag den 20. September d. J. Vormittags
10 Uhr, sollen die der biesigen Gemeinde gebörigen Aepfel,
circa 150 bis 200 Malter, stammweise versteigert werden. Berstadt den 9. September 1872.
Großberzogliche Bürgermeisterei Berstadt.
Güter ⸗ Verpachtung.
2546 um 9 Uhr anfangend, sollen in hiesigem Rathhause die
Gemarkungen, Fauerbach, Ockstadt und Friedberg, welche unmittelbar nach der Erndte leihfällig werden, ander⸗ weitig auf 9 Jahre öffentlich parzellenweise verpachtet werden. Friedberg den 10. September 1872. Der Großherzogliche Beigeordnete Stein bhäußer.
O bst⸗-Versteigerung. 2548 Mittwoch den 18. d. M., des Morgens 10 Uhr, soll das hiesige Gemeinde ⸗Obfl, beftehend in Aepfeln und Birnen, darunter sich gute Sorten befinden, öffent⸗ lich an Ort und Stelle versteigert werden. Dorheim den 10. September 1872. Großherzogliche N Dorheim. e u 5.
Bekannt machung. 2549 Dienstag den 17. d. M., des Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Rathhaus ein zum Schlachten geeigneter Gemeinde⸗Faselochs öffentlich versteigert werden.
Dorheim den 10. September 1872. Großherzogliche e Dorheim. e u 5.
Aepfel⸗Versteigerung. 2551 Nächfikommenden Montag den 16. J. M., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, sollen die der hiesigen Gemeinde gehörigen Aepfel in Abtheilungen an Ort und Stelle meifibietend versteigert werden. Zusammenkunft in loco Ober⸗Wöllstadt.
Ober⸗Wöllstadt den 10. September 1872. Groß berzogliche Burgermeisterei Ober⸗Wöllstadt. Feuerbach.
O bst⸗Versteigerung. 2366 Frettag den 20. d. Mis. von Morgens 9 Uhr ab, wird das gemeiabeitliche Obst bestehend in: ca. 50 Malter Aepfel, 1„ Birnen und 32„ Zwetschen in passenden Abiheilungen an Ott und Stelle meist⸗ bietend verstelgert und der Anfang an der Steingasse gemacht. Bad ⸗Nanheim am 12. September 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Bad⸗Nauheim.
Well.
Schutt.
Dienstag den 24. September d. J., Vormittags zur ersten Pfarret dabier gebörenden Güterstücke in den
lich men Wo
2585 anfang siehend Birne d0


