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nennung dem Papste angenehm sei. Es erfolgte darauf die Ablehnung. Der Wortlaut derselben ist bier noch nicht zur Kenntniß gelangt.“ Die „Nordd. Allg. Ztg.“ schließt sich den Ausführungen der„Provinzial⸗Correspondenz“ über die Ablehnung des von dem Kaiser gewählten Botschafters an und bemerkt, welchen peinlichen Eindruck bei der Seltenheit solcher Ablehnungen und bei diesem unverkennbaren Entgegenkommen des Kaisers diese Zurückweisung der Wahl des Monarchen, dessen großmüthige Absicht vereitelt worden, hervorbringe.
— Den Truppentheilen des elften Armeecorps werden, nach Angabe der„Weim. Ztg“, elsässisch⸗ lothringische Rekruten nach der im Herbst d. stattfindenden Aushebung zugewiesen werden und zwar 150 Mann pro Regiment. Es erscheint jedoch fraglich, ob die Zahl der militärpflichtigen und diensttauglichen Mannschaft die veranschlagte Höhe erreichen wird, da die Aus bebung sich nur auf die jungen Männer des Jahrgangs 1851, welche nicht in französischen Diensten gestanden, er- streckt, viele sich auch der Dienstpflicht durch Ueber- siedelung nach Frankreich entzogen haben dürften.
— Hiesige Blätter melden in Bezug auf die in
einigen Wochen bevorstebende Ankunft des Prinzen Humbert von Italien am hiesigen Hofe, daß der italienische Kronprinz dem Tauffest der jüngst⸗ gebornen Tochter des Kronprinzen von Preußen als Patbe beiwohnen wird. — die Abgeordneten Lasker, Miquel, Frhr. Schenk d. Stauffenberg, Dr. Friedenthal, Herz, v. Bernuth, Fürst Hohenlohe⸗Schillingsfürst haben folgenden Antrag nebst Gesetzentwurf eingebracht. „Der Reichstag wolle beschließen: dem nachfol- genden Gesetzeatwurse die verfassungsmäßige Zu- stimmung zu ertheilen: Gesetz, betreffend die Ab⸗ änderung der Nr. 13 des Art. 4 der Verfassung des Deutschen Reiches“. Wir Wilhelm ꝛc. ic. Einziger Paragraph. An die Stelle der Nr. 13 des Artikels 4 der Verfassung des Deutschen Reiches tritt die nachfolgende Bestimmung: Die gemeinsame Gesetzgebung über das gesammte bürger— liche Recht, das Strafrecht und das gerichtliche Verfahren. Gegeben u. s. w.“ Der Antrag ist durch 126 Abgeordnete aller Fractionen, das katholische Centrum und die Conservativen ausge— nommen, unterstützt.
— Die bevorstehende Einführung eines Ge— wehres neueren Modells erfordert auch eine neue Munition, deren Anfertigung für den Kriegs bedarf mit der Gewehr⸗Anfertigung Hand in Hand gehen muß. In Folge dessen ist die Umwandlung der bisherigen Zündspiegelfabrik in Erfurt in eine neue Munitionsfabrik angeordnet worden und die⸗ selbe soll nach Vernehmen der„Voss. Zeitung“ spätestens zu Anfang des Jahres 1873 in vollen Betrieb gesetzt werden.
— Nach der letzten Notiz über die Aus prä- gung von Reichs- Goldmünzen waren bis zum 20. April in Zwanzigmarkstücken 100. 102,700 Mark ausgeprägt worden. In der Zeit vom 21. bis 27. April sind ferner in solchen Stücken geprägt, in Berlin 3,991,060 Mark, in Hannover 955,440 Mark, in Frankfurt a. M. 1,096,620 Mark, in München 919,180 Mark, in Stuttgart 445,660 Mark, in Karlsruhe 351,000 Mark und in Darm⸗ stadt 200,000 Mark. zusammen 8,568,960 Mark. Die Gesammtausprägung stellt sich daher auf 108,671,660 Mark.
München. Nunmehr hat der Fürstbischof von Breslau gegen die Herren Prof. Reinkens, Weber und Erzpriester Lic. Buchmann, sowie gegen seine beiden von München aus für die alt⸗ katholische Sache thätigen Diöcesanpriester Haßler und Hirschwälder die„größere Excommunication“ ausgesprochen. Der letztere beabsichtigt demnächst in einer eigenen Schrift dem Bischof von Breslau entgegenzutreten, und hat inzwischen die Excom⸗ munication vom kirchenrechtlich formellen Stand- punkt aus durch eine Reichsverwahrung als un wirksam hingestellt.
Karlscube. Nach dem„Schw. M.“ macht gegenwärtig eine an das Ministerium gerichtete Beschwerdeschrift hiesiger Aerzte— es sind weit ⸗ aus die meisten derselben unterzeichnet— wegen Ueberbürdung der Schüler an unseren Gelehrten⸗
schulen(Oymnasien) viel Aussehen. Es wird darin behauptet, daß durch die vermehrten An⸗ sprücht, namentlich an den häuslichen Fleiß der Schüler, deren Gesundheit bedroht sei, und wird besonders auf eine Ermäßigung der Anforderungen
im Griechischen gedrungen. Eine ähnliche Be⸗ schwerde soll an anderern Orten(man nennt Heidelberg) vorbereitet werden.
Straßburg. Bis zum 6. d. haben sich gegen 200 Studenten immatriculiren lassen, zu denen noch etwa 50 Theologen des frühern Seminars zu zählen ind; außerdem kommt(äglich neuen Zuwachs. Das Comite für Studentenwohnungen
J. und Mittagstisch wird dafür sorgen, daß man es
hier nicht tbeurer findet, als auf andern Hoch- schulen.— Der Bischof von Straßburg hatte auf das Verlauten, Döllinger werde als Münchens Abgeordneter erscheinen, sein Versprechen, beim Fest zu erscheinen, zurückgenommen. Er blieb tretz Widerruf dieser Nachricht vom Feste fern.
— Als ein wenig bekanntes Detail der Uni- versitätsfeier erwähnt die„Darmst. Ztg.“, daß Kaiser Wilhelm alle Festkosten— etwa 30,000 Thlr. — auf seine Casse übernommen habe.
Ausland.
Frankreich Paris. Der„Courrier de France“ will wissen, der Beschluß der Unter⸗ suchungs⸗Commission über die Capitulationen be⸗ züglich Metz laute folgendermaßen: In Betracht, daß Marschall Bazaine durch seine Schuld eine Armee von 150,000 Mann, in Betracht, daß er gleichfalls durch seine Schuld die Stadt Metz verloren habe; in Betracht, daß er alle Gesetze der Pflicht und Ehre außer Acht gelassen, ist die Commission der Meinung, daß er vot ein Kriegs gericht zu verweisen sei.
— Bazaine hat in einem Privathause in Ver⸗ sailles seine strenge Haft angetreten, welche dem Gesetze nach einer Wache unter Befehl eines Obersten anpertraut werden soll.
— Das„Journal officiel“ fährt fort in der Veröffentlichung der motivirten Gutachten der militärischen Untersuchungs Commission über die Capitulationen. Der Major Reinach von Fousse— magne, Platzeommandant von Schleitstadt wird getadelt, weil er vor Uebergabe des Platzes die Kanonen nicht vernageln, die Laffetten nicht zer— brechen, Pulver und Munition nicht vernichten ließ. Dagegen wird er gelobt, weil es ihm ge⸗ lungen, den Abzug der Garnison mit kriege⸗ rischen Ehren zu erlangen und weil er in die Capitulation die Klausel nicht aufnehmen ließ, welche denjenigen Offizieren gestatlete, in ihre Heimatb zurückzukehren, die sich durch schriftliches Ebrenwort verpflichteten, während der Dauer dieses Krieges nicht mehr gegen Deutschland zu dienen. Der General Guérin de Waldersbach, Comman- dant von Verdun, wird gelobt wegen der muthigen, entschlossenen und geschickten Vertheidigung, die er zu organisiren verstanden, aber getadelt, weil er, obwohl noch mit Lebensmitteln versehen, ohne von den Einwohnern irgendwie gedrängt zu werden, mit dem Feinde Capitulatlonsverhandlungen ein- geleitet, ohne daß die hierfür nothwendigen Be— dingungen erfüllt gewesen seien. Der Commandant der Festung Neubreisach und des Forts Mortier, Oberstlieutenant v. Kerbor, wird gelobt, weil er in den schwierigsten Verhältnissen die größte Festig— keit an den Tag gelegt und weil er vor der Ueber gabe Pulver und Waffenvorräthe zerstört hat. Der Commandant der Festung Pfalzburg, Oberst- lieutenant Taillant, dessen treffliche Führung der Feind selbst durch die guten Bedingungen aner⸗ kannte, welche er der Garnison bewilligte, wird besonders gelobt der Festigkeit und Energie wegen, mit welcher er die Disciplin in der Garnison handhabte und weil er durch eine gute und vorbe— dachte Organisirung dem Mangel eines zureichen- den Artilleriepersongle abzuhelfen wußte. Schließ- lich solgt das Gutachten über die Capitulation von Sedan mit dem bekannten gegen den General Wimpffen ausgesprochenen Tadel.
— Der Commissionsbericht über den deutsch⸗ französischen Postvertrag ist der Nationalversamm⸗
lung vorgelegt worden.
Derselbe spricht sich in
Voraussicht der am nächsten Montag stattfindenden Berathung für Genehmigung des Vertrags aus,
— Mittheilungen in Privatbriefen aus Spanien schwächen die Bedeutung der Niederlage der Cor- listen bei Orosquicta ab. Die Carlisten hatten an Todten, Verwundeten und Gefangenen zusammen nur 200 Mann verloren und wären in Biscapa, mit Ausnahme von Bilbao, Meistec. f
Großbritannien. London. Eine De⸗ pesche des„Daily Telegraph“ aus Washington vom 8. d. M. meldet: Die Unterbandlungen mit England, welche lebhaft fortgesetzt werden, gestalten sich günstiger, als vermuthet wird, und lassen eine baldige befriedigende Lösung erwarten.
— Die„Morning Post“ glaubt Grund zu der Annahme zu haben, daß England aus der seitherigen Weigerung Amerika's, die indiretten Ansprüche auch formell zurückzuziehen, für die An nahme der sonstigen, bei den jüngsten Verband⸗ lungen proponirten Bedingungen nicht ohne jede Besorgniß sei. Die Regierung habe deßhalb in Washington telegraphisch angedeutet, daß England sich veranlaßt finden könnte, von der weiteren Verhandlung vor dem Schiedsgericht abzusehen.
Spanien Madrid. Nach offiziellen Be. richten vom 8. d. ist die Provinz Guipuzeda von den Insurgenten geräumt. Der Carlistenführer Recondo wurde bei Segara geschlagen und ist mit 300 Mann nach Navarra, der Rest der Bande noch Aladoa übergetreten. Eine kleine Bande er— schien in der Provinz Saragossa, desgleichen in Tarragana. Letztere wurde ebenfalls geschlagen. In Navarra ergaben sich 429 Insurgenten, der Rest zerstreute sich. Der Gouverneur von Pampe: luna meldet das Entkommen des Prätendenten Don Carlos nach Frankreich. Derselbe sei nur bon einem Priester begleitet gewesen.— In der Sitzung der Cortes erklärte der Kriegsminister, daß der Plan Serrano's den Sieg bei Oros⸗ quieta, die Zerstreuung der Banden und die Unter- werfung von mehr als 3000 Insurgenten in der Navarra herbeigeführt habe. Die Nachrichten aus den andern Provinzen seien gleichfalls zufrieden- slellend. Ein bei Orosquieta gefangener Deserteur wurde füsilirt, das Leben der übrigen Gefangenen geschont.
— Offizielle Nachrichten melden die Ergebung von weiteren 500 Insurgenten in Navarra. Die amtliche Zeitung bestätigt den Uebertritt der Banden nach Navarra.
Amerika. Newyork. Washingtoner Corre⸗ spondenzen bhiesiger Blätter lassen es wahrscheinlich erscheinen, daß die Unionsregierung zunächst keine weiteren Versuche in Betreff der Erledigung der indirecten Schadenansprüche in der Alabama-An— gelegenheit machen werde.
Asien. In Folge Durchbruches von 40 Schleußen ist die Gegend von Vallore überschwemm worden. 1000 Menschen sind umgekommen, 12,000 obdachlos und 3000 aller Mittel entblößt.
t. Aus der Wetterau. Um einen rationeslet Obstbau allmäblig anzubahnen und denselben zu fördern, war mit Rücksicht auf die hohe Bedeutung desselben vol Seilen des Curaioriums der Ackerbauschule zu Friedberg ein Obstbaumwärtercurs für 1872 in Aussicht genommen worden. Leider konnle derselbe aber wegen vorgerückter Zeit und wegen der beschränkten Mittel des landwuth⸗ schuftlichen Vereins sür Oberhessen nicht zur Ausfübrung gelangen. Man glaubt jedoch denselben nach der defini⸗ liven Organisation der Ackerbauschule in 1878 ius Leben rufen zu können, worauf wir die Freunde des Obstbaues einstweilen aufmerksam machen wollen. 5
Karlsruhe. Am Himmelfahrttage, kurz vor Beginn. des Morgen- Gottesdienstes, als sich die Gemeinde det! hiesigen evangelischen Stadtkirche bereits ver sammelt hatle, bestieg eine Schwester des biesigen(katho“ lischen) Vincenliushauses die Kanzel und begann gegen! die Ketzer zu predigen. Es bedurfte sehr energischen Ein⸗ schreilens, um die streitbaxe Dame, welche sich nicht nüt auf Worts, sondern auch auf Faustkampf einließ, zu en fernen und nach ihrer Austalt zu verbringen. Wie mani hört, soll diese Schwester schon einige Zeit an Geistes⸗ störung leiden.
Baden⸗Baden. Die hiesige Fremdenliste zählt bez reits 2701 Namen, wenngleich die Franzosen, wie bels schiedene Blätter melden, über diesen Badeort eine Aru Anathema ausgesprochen haben sollen. In ihrer bekanntem groß sein sollenden, aber in der That kleinlichen Weise er⸗ klären sie Den, der eiwa dahin gehen wollte oder sollte, in Acht.— Unter der Einwohnerschaft von Baden⸗Badem citculirt eine Petilion an den Reichstag, welche um Ver⸗
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