Ausgabe 
13.8.1872
 
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N 2

1872.

Dienstag den 13. August.

2 94.

Oberhessischer Anzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Amtlicher Theil.

Friedberg am 9. August 1872.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Buͤrgermeistereien des Kreises.

Zur Besprechung mehrerer dienstlichen Angelegenheiten wollen Sich die Herren Bürgermeister Montag den 19. Au gust d. J, Vormittags prͤäcis 10 Uhr,

un dem Rathhaussaale zu Friedberg einfinden.

zu erfolgen.

Im Falle der Verhinderung hat Vertretung Trapp.

Einladung.

durch die betr. Großherzoglichen Beigeordneten

Eingetretener Hindernisse wegen kann die euf Donnerstag den 15. d. Mis., Mittags 2 Uhr, auberaumte Generalversammlung des Mathildenstists nicht an diesem Tage abgehalten werden; sie ist vielmehr auf Montag den 19. August d. J. Mittags 2 Uhr,

derlegt worden. recht zahlreich einfinden zu wollen, bringe ich Friedberg am 12. August 1872.

dies zur öffentlichen Kenntniß. Der Präsident des

Unter Wiederholung des Ersuchens an die Mitglieder des Vereins, die Herren Bürgermeister, Geistlichen und Lehrer sich

Mathildenstifts des Kreises Friedberg. Trapp.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Postpersonalnachrichten. Dem Ober-Post- Commissarius Hensolt bier ist der Sharakter alsRechnungsrath verliehen worden. Zu Postagenten sind ernaant worden: Die Post kpediteure Winter in Kelsterbach und Schaffner n Lengfeld, sowie der Post⸗Gehülfe Schilling in Indenheim. Der Post-Secretär Frische ist von Zraunschweig nach Mainz versetzt worden.

Nach einer Mittheilung derHess. V. ll der Abg. Kraft von dem Finanzausschuß zer zweiten Kammer mit der Erstattung des Be ichtes über die Vorlage der Regierung in Betreff er Erhöhung der Minimalgehalte der Geistlichen kauftragt worden sein.

Man schreibt derDarmst. Zeitung aus detersburg: Die Vereinigung der Monarchen in gerlin hat nicht die Bedeutung einer Coalition ur Bedrohung anderer Staaten und zur Herauf⸗ seschwörung von Verwickelungen. Sie gilt dem krmeinsamen Zweck, Europa vor Erschütterungen n bewahren.

0 Der Großherzog hat dem Prinzen Alexander ie oberste Leitung des Hoftheaters übertragen. lle dieses Kunstinstitut berührenden Eingaben und Berichte sind von nun an dem Prinzen zu iberreichen. Minister von Bechtold hat dem Pernehmen nach einen leichten Schlaganfall er- litten. Derselbe soll bei voller Besinnung sein ad nur wegen großer Schwäche das Bett hüten.

Berlin. Die Ersparnisse im Eisenbahn⸗Etat dus dem vorigen Jahre sollen nach Anordnung

tes Handelsministers theilweise zu Neubauten und

Geleise. Erweiterungen verwendet, und weitere Er⸗

barnisse durch thunlichste Verringerung der Be⸗ amtenzahl erzielt werden. ö Nach einem zwischen dem preußischen und dem serbischen Kriegsministerium gen offenen Ab⸗ semmen werden mihrere serbische Offiziere zu preu⸗ hsschen Bildungs- Anstalten, Truppentheilen und Le ministrationsbehörden commandirt werden. Die Lienstleistung der genannten Offiziere, welche am 1 October beginnen soll, ist dem Vernehmen nach uf die Dauer eines Jahres festgesetzt. Den be nuffenden Offizieren soll die Beiwohnung zu den Jruppenübungen auch schon vorher gestattet sein. die designirten serbischen Offiziere, welche dem Gentralstabe, dem Ingenieur Corps, der Artillerie,

Favalerie und Infanterie angehören, sind zur

ienstleistung für die Kriegsakademie, Artillerie. ꝛc. Schule, bei den Intendanturen und für den prac⸗ chen Truppendienst nach Art ihrer Waffe bestimmt.

Nach Otto Hübner's neuester Auflage der statistischen Tafeln beziffert sich der Präsenzstand der europäischen Heere auf Friedensfuß folgender maßen: Belgien 39,979, Dänemark 17,000, Deutsches Reich 402,000, Frankreich 400,000, Griechenland 9000, a) England 133,649, b) dazu Marine 65,500, c) europäische Besitzungen 12,760, Italien 183,431, Niederlande 61,318, Oesterreich 343,619, Portugal 26,800, Rumänien 23,770, Rußland 575,000, Schweden 35,000, Norwegen 12,000, Serbien 25,000, Spanien 106,000, Türkei 93,000. Macht Summa Summarum bloß 2,584,826 Mann, welche also im tiefsten Frieden in der Caserne stecken. Abgesehen von dem ganz immensen Verluste an Arbeitskraft und den daraus folgenden Nachtheilen, verschlingen diese 2,584,826 Mann ein ungeheures Geldspiel. Rechnet man, daß der Mann durchschnittlich im Jahre auf 225 Thlr. steht, so ergibt sich folgendes Exempel: 2,584,826* 225= 577,085,850 Thaler oder das nette Sümmchen von 1,009,990,237½ Gulden, sage und schreibe mit Worten: Eine Milliarde, neun Millionen, neunhundertfausend, zweihundert sieben und dreißig und ein halber Gulden in Einem Jahre!!!

DieSpen. Zig. hört, daß im Unter- richtsministerium die Ausarbeitung eines allge- meinen Unterrichtsgesetzes in Angriff genommen sei, in der Voraussetzung, daß über die Kreis- oronungsreform nach Ablauf der Landtagsvertagung eine Verständigung erzielt werden wird.

Nach jetzigen Bestimmungen wird im rus⸗ sischen Gesandtschafts- Palais Quartier gemacht für den Kaiser Alexander, den Großfürst⸗Thronfolger, den Großfürsten Wladimir und den Bruder des Kaisers, Großfürsten Nikolaus.

Zur Feier der Enthüllung des Jahn- Denkmals am 9. August sind 1500 fremde Fest⸗ gäsle und Deputationen aus Wien, Pest und Süd und West Deutschland angemeldet. Die Begrüßung fand Abends im Coneerthause statt.

10. Aug. Der Festzug der Turnerschaft nach der Hasenhaide zur Enthüllung des Jahn Denkmals verlief unter allseitiger Theilnahme der dichtgedrängten Bevölkerung durch die mit Flaggen geschmückten Straßen mit größter Ordnung. Es nahmen gegen 5000 Personen, ausschließlich der Zöglinge der Schulen, an dem Zuge Theil, darunter Deputationen aus England, Amerika, Oesterreich, Ungarn und allen deutschen Staaten, sowie Einer

der ersten zehn Schüler Jahn's aus Königeberg. An dem Denkmal waren der Minister des Innern,

der ganze Magistrat, die Stadtverordneten in Amtstracht, die Bezirksvorsteher, Oberschulrath Wiese, Geheimerath Wetzold und Hauptmann Habelmann Seitens der Militär⸗Turnanstalt ver⸗ sammelt. Der Geh. Regierungsrath Kerst hielt nach gemeinschaftlichem Gesange die Festrede, welche er mit einemGut Heil! auf den Kaiser Wil⸗ helm schloß, das enthusiastischen Anklang fand. Auf ein Zeichen des Ministers des Innern siel die Hülle des Denkmals, welches von der zahl⸗ losen Menge mit jubelndem Zurufe begrüßt wurde. Nach der Rückkehr des Zugs in das Concerthaus wurde folgendes Telegramm an den Kaiser ge richtet:Ew. Majestät rufen heute die in Berlin zur Jahnfeier versammelten Vertreter des Staats, der städtischen Behörden und der deutschen Turner⸗ schaft ehrfurchtsvoll und aus vollem Herzen ein laut schallendesGut Heil zu! Darauf stimmte die ganze Versammlung in ein auf den Kaiser ausgebrachtes Lebehoch mit Begeisterung ein. Das Festmahl der Turner wurde durch viele, den jubelndsten Beifall findende Toaste gewürzt. Cabi⸗ netsschreiben des Kaisers, des Kronprinzen, der Prinzen Karl und Friedrich Karl, sowie Tele- gramme aus Saarburg, Leipzig, Weinheim und andern Orten wurden verlesen. Das Mahl schloß mit einem sehr beifällig aufgenommenen Eljen eines Ungarn auf die Gastfreundschaft Berlins.

Köln. Wie an andern Orten der Monarchle ist vom k. Polizeipräsidium dem Superior des Ordens der Gesellschaft Jesu mitgetheilt worden, daß auch in hiesiger Stadt den Angebörigen des Ordens der Gesellschaft Jesu von jetzt ab die Ausübung einer Ordensthätigkeit nicht ferner zu gestatten sei.

Bonn. Auch den dahier ansässigen Jesuiten wurde durch die zuständige Behörde eröffnet, daß ihre segensreiche Wirksamkeit auf kirchlichen und andern Gebieten künftig nicht mehr geduldet werden könne.

Münster. Wie vor einigen Tagen den Jesuiten auf der Schützenstraße, so wurde, nach Mittheilung desWestf. M. nun auch dem vor dem St. Aegidii⸗ Thore belegenen Scholasticat derselben das Verbot jeder seelsorglichen Thätigkeit zugestellt.

Baden. In diesen Tagen werden derK. Z. zufolge die Vermessungen für das vom badischen Gebiet in den Straßburger Festungsrapon fallende Gelände vorgenommen. Es werden diesseits drei Forts erbaut werden, nämlich: 1) zwischen Sund heim und Eckartsweier, 2) unterhalb Neumühle an der Kinzig in der Richtung gegen Kork,