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Donnerstag den 13. Juni.
M 68.
berhessischer Anzeiger.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblalt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag
Für den Monat Juni kann auf den„Obeihessischen Anzeiger“ bei der Verlags-Expedition mit 10 kr., bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden.
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2*„ Alle Annoncen-Aufträge bitten wir eh r 1 F t 1 ch an die Expedition zu richten mit Beifügung
der auf die Veröffentlichung bezüglichen Bemerkungen. Mündliche Bestellungen können nicht angenommen werden, da durch dieselben
zu leicht Irrthümer und Mißverständnisse entstehen, welche für den Besteller und für die Expedition gleich unangenehm sind.
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Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben in Friedberg wieder Aufenthalt genommen, es sind daher Eingaben an Allerhöchst⸗ dense lben bis auf Weiteres hierher zu richten. In Allerhöchstem Auftrage bringen wir dies zur Kenntniß der Angehörigen des Kreises.
Friedberg den 12. Juni 1872.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. nn
Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.
Johann Peter Mörschel von Albenstadt ist als Mitglied des dasigen Wiesenvorstandes bestellt worden.
Deutsches Reich. Friedberg, 11. Juni. Heute Morgen 9 ½ Uhr traf S. K. H. der Großherzog zu einem längeren Aufenthalt dahier ein.
Darmstadt. Das Großherzogliche Regie- cungsblatt Nr. 28 emthält:
I. Bekanntmachung Großh. Minißeriums des Groß⸗ zerzoglichen Hauses und des Aeußern, die Errichtung ines Generalconsulats der Französischen Republik für das Broßherzogthum betreffend.
II. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern, Abänderungen der Statuten der Bank für Handel und Industrie betreffend.
III. Uebersicht der für das Jahr 1872 genehmigten Imlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse in den israeli⸗ ischen Religionsgemeinden des Kreises Nidda.
IV. Zusammenstellung der Ergebnisse der Staats- chulden⸗Tügungskasse⸗Rechnung für 1869.
V. Bekanntmachung Großb. Commission für Post⸗ Angelegenhetten, die Ertichtung Kaiserlicher Postagenturen vetteffend. Kaiserliche Postagenturen sind in folgenden Orten errichtet werden: I. in Eich, Kreis Worms; II. in erheilgen, Kreis Darmstadt, unter Zutheilung der früher zum Bestellbezirk des Kaiserlichen Postamts Darmstadt ge⸗ hörigen Orte und Gehöfte: Wixhausen, Sensselder-Hof, Ottilien⸗Mühle, Schneider⸗Mühle, Gräfenhausen, Fleisch⸗ Mühle, Schneppenhausen, Braunshard und Weiterstadt; III. in Nieder- Flörsheim, Kreis Worms, unter Zu⸗ heilung der seither zum Bessellbezirk der Kaiserlichen Postexpebitionen Monsheim, beziehungsweise Westhofen gehörigen Orte: Dalsheim, Mörstabl und Gundheim.
VI. Uebersicht der für das Jahr 1872 von Großher⸗ soglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal⸗Bedürfnissen in den Ge⸗ meinden des Kreises Gießen.
VII. Uebersicht der für das Jahr 1872 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communal⸗ Bedürfnisse in ven istaelitischen Religtonsgemeinden des Kr. Frtedberg. VIII. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Offenbach, den Steuerausschlag zur Bezahlung des Gehalies des Rabbinen zu Offenbach für das Jahr 1872 betreffend.
IX. Erhebung in den Adelstand. Seine Königliche Hohen der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 7. Nov. 1871 die in morganatische Ehe mit dem Herrn Brafen Ernst zu Erbach⸗Erbach tretende Marie Kredell nus Erbach mu dem Tage ihrer vollzogenen Vermählung, sowie die aus dieser Ebe entstehende Nachkommenschaft beiderlei Geschlechts, unter Beilegung des Titels und Namens„Frau, Herr und Fräulein von Wildenstetn“ in den Adelftand des Großberzogthums zu erheben.
X. Erthellung eines Erfindungspatents. Seine König⸗ iche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 18. Mai dem Georg Jacob Mürle zu Pforzheim im Hroßherzogthum Baden auf dessen Nachsuchen ein Er⸗ findungspatent auf die burch Zeichnung und Beschreibung
Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten drei Jahre für den Umfang des Großberzogthums zu er⸗ theilen.(Schluß folgt.) Darmstadt. Am 9. Juni wurde dem Maler Friedrich Kröh dahier der Titel als Hof⸗ gemälde-Inspector verliehen und der Maler Heinrich Kröh daselbst zum Hofmaler ernannt.*
Friedberg, 10. Juni. Der gestrige Ge⸗ burtstag S. K. H. des Großherzogs wurde in Darmstadt und in der Umgegend festlich be⸗ gangen. Ein Monstreconcert sämmtlicher Regi- mentsmusiken unter Direction des Herrn Adam auf dem Paradeplatz hatte die halbe Stadt herbei⸗ gelockt. Auch hier fand im Simon'schen Saale ein Festessen zu Ehren S. K. H. statt, das zahl; reich besucht war.
Berlin, 10. Juni. Reichstag. Nachdem der Bericht der Jury über die Entwürfe für den Bau des Reichstagsgebäudes mitgetheilt worden war, folgte die erste und zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Verlängerung des Termins für die Wirksamkeit der Reichs verfassung in Elsaß-Lothringen. Im Verlaufe der Debatte erklärte der Bundescommissär gegenüber Reichen sperger, welcher an die den Elsässern gemachten Versprechungen erinnerte, daß nur bezüglich der Eommunalwahlen und Generalräthe Versprechungen gemacht worden seien. Die Communalwahlen seien vollzogen, die Regierung habe in Communal— fragen nur eingegriffen, speciell was Schulange- legenheiten anbetreffe, soweit ihr das Recht zuge⸗ standen. Was die Generalräthe angehe, so würden noch in diesem Jahre die Wahlen zu denselben vollzogen und die Generalräthe in die gesetzlichen Functionen eingesetzt werden. Nach längerer Debatte wurde der Antrag Reichensperger auf Ver— weisung des Gesetzentwurfs an eine Commission abgelehnt und der Gesetzentwurf in zweiter Be⸗ rathung mit 165 gegen 78 Stimmen unverändert angenommen. Dagegen stimmten das Centrum und die Fortschrittepartei. Der Gesetzentwurf, betreffend die Banknotenemisston, wurde in erster und zweiter Berathung debattelos angenommen. Das Gesetz über den Geldbedarf für die Reichs- eisenbahnen in Elsaß-Lothringen wurde in defini⸗ tiver Schlußabstimmung genehmigt.
— Nach einem Telegramm der„Hamb. N.“
näher erläuterte Construction eines Most-Erwärmungs⸗
hat der Justizausschuß des Bundesrathes am
Apparates, unter dem ausdrücklichen Vorbehalte jedoch, 8 d. in vertraulicher Sitzung eine Vorlage über
vaß durch bas verliehene Patent Niemand in der An⸗ wendung berests früher schon bekannt gewesener Theile der
die Jesuitenfrage erhalten. Die Vorlage ist
weniger absolut, als der ursprüngliche Entwurf bezüglich des unbedingten Verlustes des Indigenats, behufs Erzielung einer größeren Majorität im Reichstag. Zum Referenten ist Präsident Friedberg ernannt worden.— Eine Berliner Correspondenz des„Hannov. Kur.“ führt das Gerücht von einer Zusammenkunft der drei Kaiser in Nassau darauf zurück, daß das Comite für das Stein- Denkmal die Absicht hege, die drei Monarchen zu den Ent⸗ hüllungsfeierlichkeiten einzuladen.
Breslau. Professor Reinkens hatte bisher die bischöflichen Briefe, in welchen er die officielle Mittheilung seiner Excommunication vermuthete, beharrlich anzunehmen verweigert und es dadurch dem Fürstbischof Förster unmöglich gemacht, ihm die über ihn verhäugte Excommunication officiell mitzutheilen. Der Fürstbischof rief deshalb ge⸗ richtliche Hülfe an, um dem von ihm excommuni⸗ cirten die betreffende Mittheilung, ohne welche die Excommunication kirchenrechtlich nicht gültig ist, durch den Gerichtsboten insinuiren zu lassen. Vom königl. Stadtgericht abgewiesen, wandte sich jetzt der Fürstbischof an das lönigl. Appellationsge⸗ richt, welch letzteres nun den Beschluß gefaßt hat, die ganze Angelegenheit bei der zweifelhaften Fassung der Bestimmungen des Ministerial-Reseripts in Betreff der eivilrechtlichen Folgen der Excom⸗ munication der Entscheidung des Justizministers zu unterbreiten.
Magdeburg. Bei einer zu Ende vorigen Monats arrangirten theilweisen Arbeitereinstellung der Maurer und Zimmerleute war es zwischen den Strikern und den Fortarbeitenden zu Thät⸗ lichkeiten gekommen, welche das Einschreiten der militärischen Macht nöthig machten. Zwei Rädels- führer wurden verhaftet und bereits drei Tage später zu je einem Jahr Gefängniß verurtheilt.
Essen. Ein Massenstricke der Bergarbeiter ist ausgebrochen. Bereits am 2. d. M. hatte nach vorgängigen Besprechungen eine große Ver⸗ sammlung von Bergleuten des hiesigen Reviers stattgefunden, aus welcher ein Schreiben an die Vorstände von nicht weniger als 20 Kohlenzechen hervorging, worin u. A. eine Lohnerhöhung von 25 Procent für Kohlen- resp. Stein-Gedinge, wie sie jetzt stehen, sowie der bis jetzt bestandenen Schichtlohnsätze, Festsetzung eines Normal-Schicht⸗ lohnsatzes don 1 Thlr. 10 Sgr. für Arbeiten,
wo sich kein Gedinge vereinbaren läßt, z. B. nasse


