Ausgabe 
12.11.1872
 
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gefunden worden.

nus Holzplanken errichtet, das Dach besteht aus breiten Ziegeln, wie sie in Lothringen üblich sind. Jede besteht aus acht Sälen, einem Zimmer für die Unterofficiere und einem Magazine. Jeder Saal faßt 19 Betten, welche zur Dälste aus Holz, zur Hälfte aus Eisen gebaut sind, einen, Strohsack, eine Matratze, zwei Leintücher und drei Decken enthalten. Ueber jedem Bette befindet sich ein kleiner werschließvarer Schrank. Jeder Soldat hat zudem einen Schemel, Teller, Löffel und Gabel. Die Officiersbaracken westehen aus Häuschen von zwei Zimmern; in jedem steht zin Ofen, ein comfortables Bett, Tisch, Stuhl und Sessel. Die Söle für die Soldaten werden mit einem gewaltigen Dien erwärmt; in der Mitte sieht ein langer Tisch. Für die Küche ist ein besonderes Gebäude hergerichtet. Hinter dem Barackenlager befinden sich Schuppen zur Trocken⸗ legung des Kriegs materials.

Stade. Vor dem hiesigen Schwurgerichte haben am 31. October die Verhandlungen gegen Wolimann, geb. Mehlandt, begonnen, welche des sechsfachen Gift⸗ mor des beschuldigt ist. Nach der Anklageschrift hat die Woltmann ihre beiden ersten Ehemänner, Vater und Mutter des zweiten Ehemannes und Sohn und Tochter ihres noch lebenden dritten Ehemannes mit Arsenik vergiftet. Diese sämmtlichen 6 Leichname sind nach und nach wieder ausgegraben, untersucht, und in ihnen allen die unverkenn⸗ Harsten Spuren der stattgehabten Atsenkvergiftung auf⸗ Die Untersuchung hal ferner constatirt, daß die Krankheitserscheinungen bei allen dieselben und solche waren, wie Arsenikvergiftung sie im Gefolge zu haben pflegt. Am 4. Nov. wurde die Verhandlung be⸗ endet. Die Geschworenen bejahten die 6 in Ueberein⸗ stimmung mit den Anklagen an sie gerichteten Fragen, worauf der Gerichtshof über die Woltmann das Todes urtbeil aussprach. 5

Berlin. In der Ausstellung der Adelsdiplome foll künftighin insofern eine Aenderung eintreten, als ein⸗ zelne der veralteten Wendungen, welche bisher in den⸗ felben noch üblich waren, in Wegfall kommen. Es machte sich allerdings höchst komisch, wenn die Herren Bleichröder und Hansemann jüugst aufgefordert wurden, dem Kaiser in allen Turnieren beizustehen und dergl. a

Berlin. Ein ehemaliger hiesiger Apotheker macht sich das sonderbare Vergnügen Sperlinge zu kaufen und zu fangen, sie chemisch zu färben und wieder fliegen zu lassen. Man trifft nun auf den Straßen der Kaiserstadt Sperlinge in rothem, blauem und grünem Costüm an.

Preßburg. Ein Bäckergehülfe dahier, det barfuß im Hofe des Hauses, wo derselbe in Arbeit stand, umher⸗ ging, trat von ungefähr auf ein dort hingeworfenes Zünd⸗

bbölzchen, dessen Phosphorkopf durch die Reibung beim Darauftreten sich entzündete und ihm eine scheinbar nur

leichte Brandwunde beibrachte. Anfangs achtete der Bäcker gebülfe nur wenig auf die ihm durch diese Verletzung be⸗ Aciteten Schmerzen, da jedoch dieselben immer ärger wurden und der Fuß bedenklich anschwoll, so suchte er am andern Tage ärztlichen Beistand. Leider aber war das Phospyor⸗ gift bereits in das Blut übergegangen und der Aermste muß sich nun der Amputation seines Fußes unterziehen.

Verloos ungen.

Braunschweig, 1. Nov. Bei der heute statige⸗ habten Serienziehung der Braunschweiger 20⸗Thbaler⸗Loose wurden die folgenden Serien gezogen: 364 438 620 638 767 1027 1046 1212 1311 1394 1404 1512 1529 1631 1938 2189 2321 2389 2465 2527 2544 2699 2709 2836 3168 3261 3975 3772 3912 4042 4221 4263 4361 4369 4464 4492 4544 4622 4689 4693 5008 5062 5112 5186 5355 6244 6325 6341 6589 6712 7012 7020 7112 7125 7257 7418 7592 7763 7785 8189 8279 8795 9027 9254 9341 9730 9787 9227 (9827 7). b.

Finnländische 10 ⸗Thlr Loose. Ziehung am 1 November. Serie 5026 Nr. 4 25,000 Thlr. Serie 1321 Nr. 20 2500 Thlr.

Gotha, 1. Nov. Bel der heutigen Ziehung der Loose der Prämienanleihe der Stadt Bukarest vom Jahre 1869 wurden folgende Serien gezogen: Nr. 574 849 1443 1822 2256 2313 2758 3561 4110 4153 4423 5161 5862 6639. Bei der darauf folgenden Prämienziehung fiel der Haupttreffer von 100,000 Francs auf Serie 1822 Nr. 513; ein Gewinn von 25,000 Francs fiel auf Serie 4153 Nr. 52, ein dergleichen von 5000 Francs auf Serie 849 Nr,. 79.

Meininger 7⸗fl.⸗Loose. Ziehung am 1. Nov. Serien: 1327 2080 2645 2992 2994 3321 3467 4347 4591 5364 5516 5936 6280 6733 6750 7284 7298 8580 9770 9870.

Münchener Anlehen von 1865. Es wurde Serie Nr. 81 gezogen, so daß also 181 281 381 481 581681 781 881 981 108111181 1281 1381 1481 1581 1681 1781 1881 und 1981 zur Heimzahlung ge langten.

Oldenburger Eisenbahn⸗Prämien⸗ Anleihe von 18711. Haugtgewinne: Nr. 24496 10,000 Thlr. Nr. 37958 1000 Tylr., Nr. 41174 76883 und 113861 je 250 Tolr.

Wien, I. Nov. Bei der heuligen Gewinn⸗Ziehung der österreichischen 500-fl.⸗Loose von 1860 fielen 300,000 fl. auf Serie 10662 Nr. 10; 50,000 fl. auf Serie 7450 Nr. 8; 25,000 fl. auf Serie 588 Nr. 17; je 10,000 fl.

auf Serie 8812 Nr. 12 und Serie 10108 Nr. 19; 5000 fl. auf Serie 10108 Nr. 13. Lütticher Loose. Ziehung am 2. Nov. Haupt⸗

preise: Nr. 66515 25,000 Frs., Nr. 73733 89303 und 91810 je 1000, Frs.

D. Frankfurt a. M., 7. Nov.(Börsenwoche vom 3. 9. November.) Die Börse unlerlag bei nicht sehr belebtem Geschäft im Laufe der Woche manchen Schwankungen, deren Ursachen aus der noch nicht einge tretenen Klärung der Geldverhältnisse herzulelten sind Bald sandte Wien, bald Berlin matte Course, je dachdem Geld an den beiden Plätzen knapper wurde und kam die Börse aus dem Gefühl der Unsicherheit nicht heraus. Die erwartete November-Hausse will nicht in Fluß kommen, da es der überladenen Speculalion zu riskant erscheint dies Unternehmen auf Basis der unsicheren Geldverhältnisse zu wagen und der nahende Medio bereits schon eine heil same Reserve auferlegt. Gegen Wochenschluß gewann die Börse eine festere Haltung, haupisächlich auf Grund eines momentan flüssigen Geldstandes und der Wahrnehmung, daß die englische Bank ihren Disconto nicht erhöhte, was als ein günstiges Zeichen gedeutet wird. Course hielten sich im Allgemeinen sest und ist man hier, wie an den andern deutschen Hauptplätzen unverändert à la Hausse disponirt. Von den drei Hauptspeculationseffecten traten Creditactien am meisten in den Vordergrund des Geschäfts und schlossen 365 gegen 365½ der Vorwoche. In regem Verkehr war auch Staatsbahn, deren Wocheneinnahme befriedigte. Sie schlossen nach 363, heute 362. Lombarden blieben ziemlich vernachlässigt und stagnirten zu 219½ bis 21½. Von österreich. Bahnen waren Nordwest diese Woche über etwas matter, ebenso Elisabeth, während Galizier sich behauplet zeigten. Die übrigen österreich. Bahnen blieben stationär. Nach den Haupispeculations effecten waren österreich. Nationalbank, welche, wie ver lautet, eine Jahres-Dividende von 65 fl. zahlbar wird, am lebhaftesten gefragt. Vorigen Samstag mit 1090 schliecßend, eröffneten sie Montag mii 1087 und wurden heute zu 1081 gehandelt. Einer bedeutenden Avance er freuten sich Darmstädter Bankactien, die am Schluß der Vorwoche noch 517, sprungweise bis auf 549 hinaufgingen, womit sie heute schließen. Andere deutsche Banken fest

und behauptet; Brüsseler und Württemberg. Vereinsbank höher. Die vereinigten Kohlencomplexe der bekannten

Wiener Firma Joh. Liebig& Co. sind von einer Anzahl renommirter Wiener, Berliner und Frankfurter Firmen käuflich erworben worden, welche dieselben als Gesellschaft

unter dem Namen Duxer Kohlenverein weiterführen werden. Die Kaufsumme incl. Betriebskapital von 313,360 Thlr. beträgt 1,666,700 Tylr. welche in 16,667 volleingezahlten Actien zu 100 Thlr. zum Pari⸗Couts nächsten Montag und Dienstag(11. und 12. Nov.) bei der Rheinischen Effectenbank hier zur Subseriptton aufgelegt werden. Deulsche Staatsfonds ohne Veränderung. In österreich. Staatsfonds einiges Geschäst bei unveränderten Coursen. Loospapiere in geringem Verkehr. Amerikanische Papiere fest. Devisen und Sorten sest und theilweis höher.

Literarisches.

Das November⸗Heft derMusikalischen Welt(viertel⸗ jäbrlich 54 kr.) enthält: Ausgabe A. Clavierstücke. F. X. Chwatal, Marina. Mazurka de Salon. Friedrich Baumfelder, Abendständchen. D. Krug, La petite Co⸗ quete. Valse. Richard Metzdorff, Im Walde. Carl Hause, Nocturno. Musikallsche Rundschau. Ausgabe B und C. Lieber für hohe resp. tiese Stimme. Franz Abt, Dich suchen meines Geist's Gedanken. Anton Deprosse. Neuer Frühling. Louis Schlösser, Wär' ich die Welle am Meere. Wilhelm Heiser, Es stand eine rothe Rose, Duett für zwei Sopranstimmen. A. Biebl, Ihr Bild. D. Keug, Serenade. F. Gustav Jansen. Meer⸗ leuchten. Moritz Scharf, Wehmuth. Musikalische Rundschau.

(Heller'sche Spielwerke.) Das Mannigfachste und Vollendetste in diesem Industriezweige leistet die welt⸗ bekannte Heller'sche Fabrik in Bern(Schweiz), aus der alljährlich Tausende solcher Werke, riesengroße und kleine, in alle Weltgegenden versandt werden. Es finden sich dieselben beinahe an alle Höfen und in fürstlichen Familien.

Wir haben sie gesehen, diese Erzeugnisse, haben sie be⸗ wundert und angestaunt, was menschliche Kunst bervor⸗ bringen kann. Die ausgezeichnetsten Tonwerke weltberühmter Componisten älterer und neuerer Zeit, das gemütbliche Tyrolerliedchen, das hervorsprudelt aus dem Gemüthsleben des biedern Völkleins, wie eine murmelnde Quelle am schattigen Berg der fröhliche Jodler des Gaisbuben auf steiler Alp alle die Individualitäten der Völker und des Einzelnen, sie sind darniedergelegt, unverwüstlich, rein und klar in den Heller'schen Werken.

Diese Werke sollten in keiner Familie sehlen, sei es zur Erheiterung in fröhlichen Kreisen, oder sei es zur Aufmunterung in trüben Stunden. Auch in Phantasie⸗ Gezenständen haben wir die wnunderlieblichsten Sachen gesehen, alle mit Musik und wir sind überzeugt, daß zur Zierde des Weihnachtstisches und zu Geschenken überhaupt sich nichts Passenderes und Geeigneteres finden läßt, als eben solche Heller'sche Werke.

Marktberichte.

Grünberg, 9. Nobember. Die Preise auf unserem heutigen Fruchtmarkte betragen: Waizen(100 Kilo) 14 fl. 48 kr.; Korn(90 K.) 8 fl. 59 kr.; Gerste(80 K.) 7 fl. 48 kr.; Hafer(60 K.) 4 fl. 22 kr. Molter(90 K.) fl ke.; Erbsen(110 K.) 9 fl. 43 kr.; Linsen (100 K.) 10 fl. 45 kr.; Saamen(90 K.) 15 fl. 9 kr.; Kartoffeln(100 K.) 3 fl. kr.

Mainz, 8. Nov. Der beutige Markt war auch in schwachem Umsatze. Zu notiren ist: Waizen effectiv 15½ bis 15½ fl., per März 14% 8/8 fl., per Mai 15 fl., Korn effectiv 10 fl., per März 10½ fl., per Mai 10½ fl., Gerste, Pfälzer, 108/8611 fl., Franken 11½ bis 11½½ fl., Hafer effectiv 4% fl., per März 5 fl. Rüböl in schwachem Verkehr, effectiv 22½¼23 fl., ohne Faß, per Mai 229¾ fl. mil Faß. Leinöl 23¼ bis 24 fl., Mohnöl 35 35 ½ fl., Koblsamen 19½ vis 19½ fl., Hülsenfrüchte ohne erhebliche Frage im Preise 8 Deutscher Kleesamen 2627 fl. Repskuchen

Güter⸗Versteigerung. 3129 Mittwoch den 13. Nodember d. J., Vormittags 10 Ubr, sollen in hiesigem Rathbause auf freiwilligen Antrag die zum Nachlasse des Pein rich Wilhelm und Christeyph Weckerling dahier gehörenden Güterstücke in Friedberger und Fauerbacher Gemarkung

nochmals öffentlich meistblesend versteigert werden. Das Güterverzeichniß kann auf dem Bureau des nterzeichneten eingesehen werden.

Friedberg den 7. November 1872.

Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. F o uc ar.

Proc lea m.

3135 Nach eingegangener glaub hafter Anzeige üst das Vermögen dee Johannes Heßler, Heinrichs Sohn, von Mittelbuchen überschuldet. Behufs Abwendung des förmlichen Concucses wird zum Versuch der Güte und zur summarischen Anmeldung der Forderungen

Termin auf den 3. Dezember d. J., Vormittags

9 bis 10 Uhr,

in das Local des unlerzeichneten Gerichts, Schloßsfrahe Nr. 26, anberaumt in welchem sich die Gläubiger beim Rechtsnachthell, daß die Ausbleibenden als dem Be⸗ schluß der Mehrheit beltretend angeseben werden, einzu⸗ sinden haben. Ein etwalger Vergleichsbescheid wird durch Anschlag im Gerichtslokal eröffnet.

Hanau am 5. November 1872.

Königliches Amtsgericht Abtheilung II. ste r. dt. Strohmaper.

Versteigerung von Obstbäumen.

3141 Freitag den 15. d. M., Nachmittags 1 Übr, werden in der Gemeindebaumschule zu Assenheim 200 bis 300 flarke Aepfelstämmchen öffentlich verkauft. Assenhelm den 7. November 1872. Großherzogliche ine ee Assenheim. Be st.

Versteigerungs-Anzeige. 3102 Donnerstag den 14. November, Vormittags 9 Übr, sollen in der Behausung des verfforbenen Martin Klein dahier(Usagasse) nachfolgende, zu dessen Nach- laß gehörige Gegenstände, als; Weißzeug, Bettwerk, Kleidungsffücke, Waarenvorräthe(Dalstücher, Garn ꝛc.), sowie verschledene Küchengeräthschaften öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Friedberg. In Auftrag: M. Schwarz, Hoftaxator.

Hausserkauf.

3123 Unterzeichneter beabsichtigt, wegen sehr baldigen Wegzugs von bier, sein in der Hauptstraße gelegenes Wohnhaus nebf Garten aus freier Hand zu verkaufen. Kaufliebhaber wollen sich gefälligst bei dem Unter⸗ zeichneten melden

Bad⸗ Nauheim den 9. November 1872. 1 Karl Moncombre.

Nische Repakuchen

2914 bei M. D. Loeb. Obne Mediein. E 5

Brust- und Lungen-

kranke finden guf naturgemäßem Wege selbst

8 in verzweifelten und von den Aerzten für 8 2 unbeilbar erklärten Fällen radicale Hei- lung ihres veidens N 8 8 ohne Mediein. 4 8 Nach spezieller Beschreibung der Krank 2

heit Näheres brieflich durch 5

Dir. J. H. Fickert, Berlin, Wallstraße Nr. 23.

2013

Obne Mediein.

Dibige Limburger Kase

2684 bei

Friedberg. A Stahl Wittwe. 310 Ein Dranntweinbrenner

wird gesucht. Naͤberes bet Martin Mondigler 11

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