in gleichem Maße wie die festangestellten Beamten aufgebessert werden sollen.
Mainz. Dem„Fr. J.“ schreibt man: Wie es scheint, soll demnächst eine von dem ständischen Ausschuß schon früher angeregte Einrichtung im Finanzwesen des Staates nunmehr Platz finden, indem dem Vernehmen nach schon in der nächsten Finanzperiode die Verpachtung der Zölle an sämmt⸗ lichen Flußbrücken, Ueberfahrtsnähen, und Fähren in's Werk gesetzt werden soll. Die Einrichtung besteht in Preußen schon sehr lange und scheint bei uns der Uebergang zu der gänzlichen Befrei⸗— ung des Verkehrs von jenen Abgaben sein zu sollen, da sich diese, nachdem das Chausseegeld längst abgeschafft ist, nicht mehr ganz rechtfertigen lassen.— Wie man hört, ist für die bei Frank- furt projectirt gewesene Staats-Pulverfabrik nun— mehr die Gegend zwischen Höchst und Okriftel in Aussicht genommen. Hier, wo Massen von Mu- nition und Pulver lagern, beurtheilt man eine solche Anlage weniger ängstlich.
— Der„Mainz. Anzeiger“ theilt mit,„daß unser in allen Schichten der menschlichen Gesell— schaft so hochgeachteter Mitbürger, Dr. Müller- Melchiors, in Wien gestorben ist.“
Berlin, 8. Jan. Abgeordnetenhaus. Der Cultusminister bringt Gesetzentwürfe ein, betreffend die Errichtung eines Gesammteonsistoriums für die evangelische Kirche des Regierungsbezirks Kassel, sowie betreffend die Aufbringung der Synodal— kosten für die evangelischen Kirchen der Monarchie. Ueber die geschäftliche Behandlung wird das Haus nach erfolgtem Druck der Vorlagen beschließen. Der Finanzminister bringt ein Rachtragsgesetz zu dem Etat pro 1872 ein, betreffend die nachträg— liche Genehmigung der vor der Feststellung des Budgets gemachten Ausgaben. Die Vorlage geht an die Budgetcommission. Richter begründet seine Interpellation, betreffend die aus dem letzten Kriege vermißten Angehörigen der preußischen Armee. Der Kriegs minister v. Roon erklärt, die Zahl der Vermißten der norddeutschen Bundesarmee, ein— schließlich Badens, jedoch ohne das sächsische Corps, betrage gegenwärtig 3241 Mann. Hierin seien inbegriffen die nach Verlust der Requisitionsmarke Gefallenen, sowie ein großer Theil der in der Gefangenschaft Verstorbenen. Der Kriegsminister erkennt an, daß unsere Gefangenen und Verwun— deten theilweise mit schöner Humanität behandelt wurden und spricht gleichzeitig seinen Abschen über die nachweisbare bestialische Ermordung Einiger derselben aus. Nachforschungen hätten ergeben, daß in den Pyrenäen und auf der Insel Olécon und in Algier keine Gefangenen existiren. In Algier dären überhaupt außer einigen Matrosen keine deutschen Gefangenen gewesen. In Frank— reich befinden sich nicht ganz einhundert untrans- portable deutsche Verwundete, die wohl verpflegt und versorgt werden. Es sei wenig Aussicht vor— handen, daß ein verloren Geglaubter wieder zurück— kehre. Bezüglich der Todeserktärungen werde dat Nöthige geschehen. Die Interpellation ist hiermit erledigt.
— Der„Reichsanzeiger“ publicirt einen kaiser— lichen Erlaß, betreffend die oberste Marinebehörde, sowie die Ernennung des Rath Mebts zum Gene- raldirector der Eisenbahnen in Elsaß Lothringen.
— Sämmtlichen preußischen Militär-Ober— ärzten ist durch Ministerialreskript die Auflage geworden, den Inhalt ihrer während des deutsch⸗ franzöfischen Krieges geführten Tagebücher, selbst⸗ verständlich so weit sich derselbe auf dienstliche Angelegenbeiten bezieht, in der kürzesten Zeit zu amtlichen Vorlagen zu gestalten und dieselben an der dazu bezeichneten Stelle alsbald einzureichen. Das sich hierdurch ergebende schätzbare Material wird höheren Ortes in sorgfältige Erwägung ge— zogen werben.
— Nachdem sich die gesammte Ta gespresse Frankreichs in erbittertster Weise über die Bis- marck'sche Depesche vom 7. Dez. v. J. geäußert hat, bemächtigen sich jetzt auch die monatlich er— scheinenden Zeitschriften desselben Themas. Hierbei ist beachtenswerth, daß bie neueste Nummer der „Revue des deux Mondes“, wenn sie auch in
gemeinen Stimmung Frankreichs Rechnung trägt, doch das Geständniß ablegt, daß in dem Erlaß
werthe Lectionen für Frankreich enthalten seien. Die Depesche sei äußerst beredt, und es würde nicht unnütz sein, wenn man sie in Frankreich täglich einmal durchlesen wollte, ehe man sich den Parteileidenschaften und den eitlen Besprechungen hingebe.
— Wie es heißt, hat Herr Thiers auf den vom„Journal officiel“ veröffentlichten Neujahrs⸗ brief des Grafen Arnim in einem für den Diplo⸗ maten sehr schmeichelhaften Schreiben geantwortet. Wie schnell jetzt die Wiederherstellung des regel- mäßigen diplomatischen Verkehrs zwischen Frank— reich und Deutschland erfolgt, hängt nun von Herr Thiers ab, da nach Entgegennahme der Botschaster⸗Kreditive des Grafen Arnim Marquis de Gontaut⸗Biron hier die gewünschte Audienz behufs Uebergabe der Kreditive erhalten wird.
— Marquis de Gontaut-Biron hat am 10. d. dem Kaiser seine Kreditive als französischer Bot⸗ schafter überreicht. Graf Arnim wird sofort in Versailles dieselbe Formalität erfüllen— damit wäre dann die Wiederherstellung der regelmäßigen diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland vollendete Thatsache.
— Nach Art. Frankfurter Frieden hatte die deutsche Regierung 2 Millionen Franken für die Rechte und das Eigenthum angeboten, welche die Ostbahngesell— schaft auf dem Theile ihres Netzes besitzt, der auf schweizerischen Gebiete, an der Grenze von Basel, liegt(St. Louis bis Basel), wenn die franzö— sische Regierung Deutschland die Zustimmung dazu binnen einem Monat verschaffe. Die Ostbabhn— gesellschaft hat nicht darein willigen wollen. Wie man hört, läßt sie jetzt Studien für eine Linie nach Porrentruy oder Pruntrut hin machen, wegen Herstellung einer directen Verbindung mit Paris durch die Schweiz.
München. Die Anwesenheit des Cardinals Hohenlohe in Deutschland wird in Verbindung gebracht mit dem Wunsche der kaiserlichen Regie— rung in Berlin, daß die katholische Kirche in Deutschland einen Primas erhalte wie in Ungarn.
— Laut königlicher Ordre ist, vom 1. Jan. 1872 angefangen, der Fahneneid für die bayerische Armee dahin erweitert worden, daß demselben der Zusatz angehängt wird:„Auch schwört Ihr, im Kriege den Befehlen Sr. Majestät des deutschen Kaisers als Bundesfeldherrn unbedingt Folge zu leisten.“
— In Straubing hat sich unter dem ex— communicirten Gymnasial-Professor P. Hort eine altketholische Gemeinde von nahezu 300 Seelen gebildet. Dieselbe well jetzt um Ueberlassung der dem Staate gehörigen Karmeliterkirche nachsuchen. Karlsruhe. Eine landesherrliche Verord— nung verfügt eine namhafte Reduction in der Justiz- und Verwaltungs-Organisation. Es wer— den 4 Kreisgerichte, 13 Amtsgerichte und 7 Be- zirksämter aufgehoben.
Ausland.
Oesterteich. Wien. Die Blätter melden, daß der Präsident des Actionscomites der Alt— katholiken eine Audienz bei dem Cultusminister Stremayr hatte, welcher versprochen habe, der kirchlichen Reformbewegung seine volle Aufmerk— samkeit zuzuwenden.
Schweiz Bern. Der Papst hat an die schweizerischen Bischöfe ein Breve erlassen, welches ihren Hirtenbrief zu Gunsten der päpstlichen Un— fehlbarkeit anerkennt, sie zum weiteren Kampfe gegen die Feinde der Kirche ermuthigt und die Hoffnung ausspricht, daß auch die schweizerische katholische Presse für deren heilige Sache einstehen werde. Letzteres hat hauptsächlich Bezug auf die Bundesrevision, g Frankreich. Paris. Es ist stark die Rede davon, trotz der letzten biplomatischen Note,
hinausgeschoben, ohne daß darum die Besetzung des französischen Gebietes verlängert würde. Es
einzelnen Wendungen ihrer Kundgebung der all
des deutschen Reichskanzlers große und beherzigens⸗
2 des Zusatzartikels zum
daß die Zahlungsfrist der bleibenden 3 Milliarden“
Arnirden, sobald er officiell seinen Posten ange haben wird. as neu erscheinende Blatt„Mémorial dipluue“ bringt in seiner ersten Nummer eineisehr düsteren Farben gehaltenen Leitar-⸗ tikel Preußen und Deutschland die gewisser⸗ maß meiner höheren Macht auferlegte Mission zuwrankreich endgültig zu zertrümmern und schlie behauptet,„daß die furchtbare Drei— einigon Berlin, der Fürst Bismarck, der Feldall Moltke und der General Werder“(1) diesekeinen Augenblick aus den Augen verliert. asselbe Blatt will ferner erfahren haben, daß ere Agenten der italienischen revolu— tionchartei, welche nicht aufhöre, Propaganda gegemkreich zu machen, sich in Deutschland, name in Berlin befänden. Dieselben ver— suchtt deutsche radikale Partei für ihre Sache zu gen, indem sie ihr für den Fall eines neueiges, der zwischen Frankreich und Deutsch⸗ land rechen sollte, die Hilfe ihrer Landsleute unter Bedingung versprechen, daß Deutschland an J die durch den Vertrag von 1860 an Franlabgetretenen Provinzen zurückgeben ließe. -ei der am 7. d. dahier stattgehabten Depuwahl wurde Vautrain mit 121,158 Stim— men git. Victor Hugo erhielt 93,423 Stimmen. —gemeines Resultat der Ersatzwahlen zur Natiorsammlung. Es wurden gewählt: in Paris ezieres, Nimes, Lille, Besangon und Oran t Republikaner; in Limoges, Chambery, Amtiend Pau: vier Conservative; in Arras: ein Bartist; in Draguignan, Marseille und vermu Grenoble: vier Radicale. —er das Resultat der Ergänzungswahlen wirder berichtet: Im Departement Gard wurder, Candidat der republikanischen Partei, gewähm Departement Somme siegte Dauphin und irpartement Pas de Calais Levert, beide der coativen Partei angehörend. —x„National“ bringt folgende Einzel- heiten den Verhaftungsbefebl, welcher gegen den beten Ex-General Cremer erlassen wor- den istWährend des Krieges hatte Gambetta in To einen Herrn 9. Serre im Kriegs- ministel angestellt. Dieser gab dem General Cremerehl, einen ehrsamen Gewürzkrämer von Dijon nens Arbinet unter der Anklage des Hochveis und der Spionage sowie des Ein- verstänes mit den Preußen zu verhaften. Der arme El wurde auch sofort durch General Cremeridrechtlich erschossen. Die Familie des Unglückn hat sich dabei nicht beruhigt und eine Umchung über die Ursachen dieser Hin- richtungranlaßt. Herr de Serre ist flüchtig und beft sich in der Schweiz, von der man wahrschich seine Auslieferung verlangen wird, und dereneral Cremer soll seinerseits den Ge— richten nöthigen Aufklärungen über diesen Vorfall en.“ — den Vorschlag Thiers' beschloß die Nationasammlung, dit Discussion über die neuen Sern mit der Steuer auf Mobiliar— werthe zeginnen, hierauf, darüber zu berathen, ob es llich sei, die bestehenden Steuern zu erhöhen, d schließlich, die Steuer auf Rohstoffe zu discun. Thiers sprach sich von Neuem gegen eiiSteuer auf alle Einkommen aus. Er erklärte eür unmöglich, die bestehenden Steuern durch Zuäge zu erhöhen, und sprach es als seine Uebtugung aus, daß der Staat die Steuern auf Rohse nicht entbehren kann. Groritannien. London. Die Ge— nesung deyrinzen von Wales macht befridigende Fortschritl Tür. Die türkische Regierung hat jetzt ihr viertechristliches Mitglied erhalten. Es ist Vahen Esbi, der zum Unter-Staatssecretär im Unterrichtänisterium ernannt worden ist. Grieenland. Bulgaris kündigte in der Kammern, daß unter seinem Präsidium die Bildung ees neuen Cabinets erfolgt sei.
Melba, Am 6. d. M. bielt das landwirtbschaft⸗ liche Kränzck der Orte Melbach, Södel und Wölfers⸗ heim eine Geralversammlung in dem Saale des Gast—
soll dieß eine der Hauptaufgaben des Grafen
wirths Karlzchneider zu Södel aß, welche recht zahlreich
.
hellen.. die Ausich Auwesendel
sundenen sihglen. werde aud lichen For wünscht e wärte bein Vol Reichstag auf den in einem Anstalt d ganzen K „Berliner Zeitung“ Reichsctal standekem Inseresse Unserer E zu berich Foͤrderun des Mor zu Ulti des nord füt All⸗ Welwerk sein, dab srauenom meistern, techt zublt Darn Theil der; Kulegsdern


