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der Conservativen aus 69, die der Neuconserva⸗ tiven aus 44, die Fraction der Freiconservativen aus 39, die des Centrums aus 58, die der Nationalliberalen aus 116, die der Fortschritts⸗ partei aus 48, die des liberalen Centrums aus 11, die der Polen aus 19; keiner Fraction an- gehörigen 16, erledigter Mandate sind es 12, zu- sammen 432 Sitze.. b
— ueber die Cholera in der Provinz Preußen meldet die„Danz. Ztg.“:„Neuerdings sind in zwei Ortschaften des Berenter Kreises, Gr. Klinisch und Dohrzin, drei Fälle mit tödtlichem Ausgange vorgekommen. Auch in Zeisgendorf und in der Ortsckaft Baldau des Pr. Stargardter Kreises sind vier Cholerafälle und in Zuckau, Karthauser Kreises, ein Fall neu aufgetreten.
— In Tilsit hat sich die Cholera, welche einige Tage hindurch schon zu erlöschen schien, plötzlich wieder in höherem Grade gezeigt, Die Zahl der hier vorgekommenen Fälle beläuft sich nun bereits auf 19, von den Kranken sind 3 ge⸗ nesen, 12 gestorben und 4 noch in Behandlung.
Karlsruhe Die Wendung zum Guten in dem Befinden des deutschen Kronprinzen schreitet gleichmäßig und rasch fort. Derselbe wird, sobald die Reise ohne zu befürchtende Nachtheile statthaft ist, sich zum Zwecke einer ärztlich für nothwendig erachteten Nachkur nach Wiesbaden begeben.
Straßburg. Ueber das Aushebungsgeschäft schreibt vie„Elsässische Correspondenz“:„Vor den Kreis ⸗Ersatz-Commisstonen in Elsaß⸗Lothringen haben sich 7454 Militärpflichtige gestellt, von welchen 3392 als gleich tauglich befunden wurden. Von diesen sind 553 wegen häuslicher Verhält⸗ nisse zurückgestellt. Nach seiner Bevölkerung würde Elsaß Lothringen jährlich 5296 Mann zu stellen haben. Daß diese Zabl jetzt nicht erreicht werden würde, nachdem die Regierung gerade mit Rück⸗ sicht auf die Vermeidung des Militärdienstes Aus- wanderungefreiheit gegeben, nachdem sie alle vor 1851 Geborenen und alle, welche in der franzö sischen Armee im Kriege gedient baben, für nicht dienstpflichtig erklärt hatte, war von voraherkin klar. Die erreichte Ziffer hat vielmehr die Er- warlungen übertroffen, zumal darunter die vielen Freiwilligen nicht begriffen sind. Ueberdies wird vielfach erwartet, daß sich vor den Departements Ersatz- Commissionen noch Mancher stellen wird, der die Muslerung vor der Kreiscommission ver säumt hat.“
— Auf die Tabaksmanufactur sind die nach- stehenden Offerten von folgenden Bankhäasern, resp. Consortien abgegeben worden: a) J. Gold⸗ mann und E. Treibel in Berlin 1,507,000 Fre.; p) die Bank von Elsaß Lothringen im Namen mehrerer Betbeiligten in Straßburg Frankfurt a. M., Mannheim ꝛc. 2,780,000 Frs.; c) Joseph Jaques in Berlin 4,237,500 Frs.; d) Disconto⸗Gesell⸗ schaft in Berlin für sich und Namens der Pro- vinzial-Disconto-Gesellschaft in Berlin, Bank für Handel und Industrie in Beclin und Darmstadt, S. Bleichröder, W. A. v. Rothschild u. Söhne, Sal. Oppendeim jun u. Comp. ir Köln 5,500 000 Frs.; e) Breslauer Wechslerbank 6,826,500 Frs.; 1) Schottländer in Breslau 7,050,000 Frs.
Ausland
Schweiz. Der Vertrag dee Professor Reinkens hat unter großer Betheiligurg in der protestan- tischen Kirche zu Luzern stattgefunden. Die Ruhe blieb ungestört.
Frankreich. Das officibse„Bien public“ gibt eine Reihe von Dementis und sonstigen offt ciösen Erklärungen. Als ganz unbegründet bezeich— net es die Angaben, 1) daß der General Ducrot nach Versailles berufen worden sei, 2) daß Herr Calmon zum Gouverneur der Bauk von Frank reich ernannt werden solle, 3) daß die pireußische Regierung an den französischen Grenzen Truppen
ammenziehe. ars 1775„Journal des Débats“ ist der An- nchen daß in, Folge der Wahlabstimmung der Wilteaux 6165 not wieder auf demselben Punkt eee agf agch Her Wahl, den Com- Paten Kepgret„ eh, l
N f ene reh . Auftosung der National-
versammlung ist. Das Blatt ergreift sofort die Initiative zu einem Petitionssturm in diesem Sinne.
— Die Rechte rechnet mit Sicherheit auf eine Umbildung des Cabinets in ihrem Sinne. Unter den Minister-Candidaten für ein solches Cabinet werden genannt: Dufaure für das Innere, Martel für die Justiz, Fourton für die Arbeiten, Vitet für den Unterricht. Gerüchtweise verlautet, daß Thiers mit dem früheren kaiserlichen Finanzminister Magne wegen Uebernahme des Finanzministeriums verhandelt habe.
— Die Fraction der Linken beschloß um⸗ fassendste Agitation für in weitestem Rahmen vor zunehmende Neuwahlen zur Ration alversammlung ins Werk zu setzen, sowie Massen- Petitionen in diesem„inne zu organistren.
— ueber die Ermordung eines deutschen Sol- daten in Nancy werden folgende Details bekannt: Am letzten Sonntage, gegen 7 Uhr Abends, fand man in der großen Straße der Altstadt vor der Thür der Ställe des Gasthofes zur Stadt Luxem- burg einen preußischen Soldaten, der auf dem Boden lag und in seinem Blute schwamm. Der Mann, der bewußtlos nach dem Spitale gebracht wurde, war ein Kanonier von der 1. Batterie des 10. Artillerie-Regiments, welches in Nancy liegt. Er hatte am Kopfe eine tiefe Wunde, welche man ihm mit einer eisernen Stange beigebracht hatte, die neben ihm gefunden wurde. Aus den Aus- sagen mehrerer Zeugen geht hervor, daß dieser Soldat, der sich ohne Zweifel im trunkenen Zu- stande befand, in die Ställe des Wirthshauses eindringen wollte, weil er sie für die seines Regi- ments hielt. Im Innern des Stalles befand sich ein Individuum, das man wegen der Dunkelheit nicht erkennen konnte und das sich bemühte, dem Soldaten klar zu machen, daß er sich irre. Dieses Individuum verlor zuletzt die Geduld und ergriff die eiserne Stange mit der es dem deutschen Sol— daten über den Kopf schlug, worauf dieser todt zu Boden stürzte. Die deutschen Behörden ließen zuerst den Stallknecht des Wirthshauses(er heißt Vallée) verhaften, welchen die Zeugen als den Thäter zu bezeichnen schienen. Vallce betheuerte seine Unschuld, ohne aber weitere Aussagen machen zu wollen. Als man ihm drohte, ihn bis zur Entdeckung des wahren Schuldigen im Gefängnisse zu lassen, gab er an, daß der Mörder der Sohn des Wirthes Hutin sei. Derselbe wurde sofort verbaflet. Ueber dessen Schicksal ist noch nichts bestimmt worden.
— Thiere hatte eine längere Unterredung mit dem Herzog von Audiffret-⸗Pasquier, Vicepräst⸗ denten der Commission Dufaure. Die Unterhaltung soll einen sehr ve.söhnlichen Character getragen haben.— Wie die„Agence Havas“ mittheilt, so erschtint die Situation weniger gespannt, als An- fangs. Einem glaubwürdigen Gerüchte zufolge würden Goulard zum Minister des Innern, Léon Say zum Handelsminister und Fourton zum Mi⸗ nister der öffentlichen Arbeiten ernannt werden.
— Thiers empfing zahlreiche Mitglieder der Linken, welche ihn baten, trotz des Sieges der Rechten keinerlei Zugeständnisse zu machen. Es verlautet, daß sämmtliche Minister ihr Entlassungs · gesuch wiederholt hätten.
— Eine Commission berieth den Antrag Boyer's auf Absteckung besonderer Friedhöfe für die Per- sonen, welche keinem von dem Staate anerkannten Bekenntnisse angehören. Giraud unterstützte diesen Antrag nit dem Vorbehalt, daß man den Per— sonen, welche absolut nichts glauben, den Soli⸗ tariera, überhaupt keine Grabstätte anweisen selle.(I) Der protestantische Abgeordnete Pressensé bekämpfte den Antrag. Seiner Ansicht nach soll der Friedhof eln Gemeinde- und kein kirchliches Inst tut sein; der Priester möge die Gräber der Angehörigen seines Glaubens segnen, aber sich kein Eigenthums recht über ein eommunales Grund- stuckanmaßen In Frankreich gebe es keine Staats- religion Mit der Einführung besonderer Friedhöfe für Bekenntnisse, welche man verpönen wolle, würde man den Scandal, statt ihm ein Ziel zu setzen, nur vermehren und der Sache der positiven Reli— gionen einen schlechten Dienst leisten. Die Com-
miiston ernannte schließlich mit großer Majorität
in der Person Vital's einen Gegner der zelotischen Vorlage zum Berichterstatter.
Belgien. Die erfolgte Zahlungs-⸗Einstellung der katholischen Bank„Union“ in Brüssel macht ungebeueres Aufsehen. Fürst Orloff verliert allein eine Million; der Peterspfennig 1,100,000 Fres., welche vom päpstlichen Nuntius deponirt waren. Der gesammte katholische Adel Belgiens ist betroffen.
Italien In der Deputirtenkammer theilte Minister Sella auf eine Interpellation mit, daß er gemäß des Garantiegesetzes die Auszahlung der vorgeschriebenen Renten an den päpstlichen Stuhl angeordnet und Antonelli hiervon verständigt habe, welcher indetz dankend erklärt hätte, daß er es nicht annehmen könne.
Donaufürstenthümer. Die Regierung hat der Kammer ein Project wegen des Anschlusses der rumänischen an die austro- ungarischen und russischen Bahnen vorgelegt.
—1— Friedberg.(Durch Zufall verspätet.) Die Reihe der Winterconcerte in unserer Stadt wurde am 17. v. Mts. durch den Männergesangverein Liederkranz unter Leitung seines Directors Herrn Semmarlehrer Schmidt eröffnet. Das Concert brachte eine Reihe von
Chören und Soloquartetten, eine Cantate mit Orchester⸗
begleitung und Inst unentalsolovorträge für Violine und Horn. Die Leistung des Vereins ließ in Bezug auf Präci⸗ sion und Reinheit des Vortrages in der Tha; kaum etwas zu wünschen übrig und verdiente die vom Publicum ge⸗ zollie warme Anerkennung im vollsten Maaße. Dem Programm, gediegenen und ausschließlich ernsten Inhaltes, hätte man im Interesse größerer Abwechslung vielleicht den Zusatz einer Nummer von mehr lyrischem oder auch heilefem volksthümlichem Character wünschen mögen. Neu war für unsere Stadt dte durch Miwickung der hiesigen Dilettanten Capelle ermöglichte Vorführung eines dem Oratorienstyle angehörigen Werkes mit Orchesterbegleitung. Dasselbe, eine Cantate von Heinrich Neeb, gehört nicht zu den ganz leichten Tonstücken. Die Ausführung, sowohl von Seiten bes Chores als des Orchesters, muß als recht gelungen bezeichnet werden und darf zu weiteren Schritten auf dieser Bahn ermuthigen. Als Solisien hörten wir Herrn Hänseroth von Nauheim und Herrn Henri Joyau aus Paris, dermalen zu Frankfurt wohnhaft. Eisterer, unserer Stadt schon lange als sehr gediegener Künstier bekannt, erwies sich durch den Vortrag eines Conceristückes für Horn als wahren Virtuosen auf diesem ebenso schwierigen als schönen Instrumente. Letzterer, ein Schüler des Herrn F. Fritsch, erfreute die Herzen durch sein Violinspiel, dessen Reinheit und anmuthige Sicherheit in überraschendem Contraste mit seinem jugendlichen Alter stand. Hoffen wir, daß Herr Joyau uns Gelegenheit geben möge, die weitere Entfaltung seines schönen Talentes durch eigene Wahrnehmung zu versolgen.
Aus Kirtovf bei Homburg wird gemeldet, daß in dortiger Gemarkung ein reichballiges Eisensteinlager ent⸗ deckt, welches von der Roßbacher Vergwerks⸗Gesellschaft erworben wurde.
Gießen. Die Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen vom 1. Quartal 1873 werden Montag den 6. Januar, Vormittags 9 Uhr, unter dem Vorsitze des zum Präsidenten bestimmien Großherzoglichen Hof⸗ gerichisraths Herrn Muth, beziehungsweise des zu dessen Stellvertreter ernannten Großherzoglichen Hofgerichtsraihs Herrn Dr. Klein eröffnet werden und sind demzufolge in der statigehabten öffentlichen Sitzung Großherzoglichen Hofgerichis dieser Provinz die Haupt ⸗Geschworenen in folgender Reihenfolge aus der Urne gezogen worden: 1) Johann Peter Bickel, Occonom in Heldenbergen; 2) Johannes Serth II., Müller in Münster; 3) Ferdi⸗ nand Burk, Müller in Gießen; 4) Ludwig Bücking Reniner daselbst; 5) Georg Fendt, Eisenhändler in Hungen 6) Jalius Wallach, Leinwandbändler in Gießen; 7) Con⸗ rad Nispel, Landwirth in Gedernz 8) Emil Pistor, Kauf⸗ mann in Gießen; 9) Heinrich Schneider II., Landwirth in Birklar; 10) Simon Reis, Branntweinhändler in Gießen; 11) Ludwig Schütz, Gastwirth in Lauterbach; 13 Karl Emil Scriba, Buchhändler in Friedberg; 13) Wilhelm Jacobi II, Landwirth in Rodheim, Kr. Vilbel; 14) Philipp Heinrich Roth, Schildwirth in Langsdorf; 15) Georg Wilhelm Wenzel, Fabrikant in Laulerbach; 16) Kaspar Hofmann II., Landwirth in Fleschenbach; 17) Adam Simon, Oeconom in Vilbel; 18) Conrad Schultheiß, Landwirth in Bernsseldz 19) Bernhard Schwarz, Fabitkant in Reichelsheim; 20) Theodor Kübel, Packtuchhändler in Herbstein; 21) Friedrich Habicht, Branniweinhändler in Lauterbach; 22) Georg Ludwig Schudt, Müller in St insurth) 23) Emanuel Reis 1, Fruchthändler in Echzell; 24) Philipp Slumpf, Landwirth in Ossenheim; 25) Georg Ewald IV., Landwirth in Ockstadt; 26) Friedrich Uhl, Bierbrauer in Nidda; 27) Wilhelm Wetz I., Schildwirth in Griedel; 28) Pbinipp Reinhard Fischer I., Rothgerber in Lich; 29) Dr. Wilbelm Stabl, Professor in Gießen; 30) Georg Keller I., Landwirth in Melbach.
Groß⸗Umstadt. Wie das Gerücht verbreitet, hat ein hiesiges Mädchen vor etwa 4 Wochen ein Kind, männlichen Geschlechts geboren und ermordet. Am 1. d. M. erfolgte darüber bei Großb. Landgericht Groß⸗ Umstadt eine anonyme Anzeige. Die Thäterin wurde augenblicklich verhaftet. Ihr anfängliches Leugnen hatte aber alsbald andere Folgen; schon am dritten Tag stellie
wartend Kurzem ihr nu Hündin Blut; fi leckte sie
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Stene u Zelt bei Bauchleil
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