Ausgabe 
10.12.1872
 
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Dienstag den 10. Dezember.

145.

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uzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Stirdberger Iutelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Statistik der Bewegung der Bevölkerung im Jahr 1872. f f Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg

an die Pfarrämter, Großherzoglichen Bürgermeistereien und den Großherzoglichen Polizei-Commissär zu Wickstadt.

Wir machen Sie auf die pünktliche Einsendung der vorgeschriebenen Uebecsichten

4 Wochen nach Jahtesschluß,

8 9 Ja Instruftion vom 31. Oktober 1872 5. 6 Vorschriften pünktlich befolgt und die seither nothwendigen Ausstellungen bei

Friedberg am 6. Dezember 1872.

in obigem Betreffe innerhalb der ersten

schon jetzt aufmerksam und müssen erwarten, daß die gegebenen den nächsten Uebersichten vermieden werden.

T r a p p.

Bt kan nt ma ch un. Betreffend: Die Generalversammlung des landwirlhschaftlichen Bezirks Vereins Friedberg.

Die Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirks⸗Ver⸗

eins Friedberg fur 1872 findet

Mittwoch den 11. Il. M., Nachmittags 1 Uhr, auf dem Rathbause zu Friedberg statt und werden hierzu die Mit⸗ glieder des Bezirks Vereins und sonstige Freunde der Landwirthschaft mit der Bifte eingeladen, wegen der Kürze der Tage sich recht

vräcis einzufinden.

Zur Verhandlung kommen: 1) Mittheilung über die Thätigkeit des Ausschusses des Bezirks⸗

Vereins in 1872.

Friedberg den

2) Vorlage der Vereins⸗Rechnung für 1871.

3) Berathung über die Verwendung der Vereinsmittel in 1873.

4) Ergänzungswahl des Aus schusses des Bezirks, Vereins.

5) Exsatzwahl der Commission für Besichtigung des Faselviehes. Sodann wird Herr Rückert, Lehrer an der Ackerbauschule dahier,

einen Vortrag überdie Mäuseplage und die Mittel zu deren Beseiti⸗

gung halten, worauf ich der Wichtigkeit des Gegenstandes gerade

in dermaliger Zeit wegen noch ganz besonders gufmerksam mache.

6. Dezember 1872.

Der Director des landw. Bezirks⸗Vereins Friedberg.

Ter g p p.

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.

Heinrich Mai von Nieder⸗ Mörlen wurde als Todtenbeschauer für diese Gemeinde ernannt und vorschriftsmäßig in Pflichten

genommen.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Wie dasFr. J. nunmehr mit Bestimmtheit mitibeilt, werden vom 1. Januar un versuchsweise die directen Steuern nur alle wei Monate für je zwei Monate zusammen er⸗ oben werden. Sollte die neue Einrichtung sich ewähren, d. h. sollte sie ohne erhebliche Nach- heile für die Steuer pflichtigen durchzuführen sein, würde die Zahl»der Distriets Einnehmereien in dem den Ständen zunächst vorzulegenden neuen Dersonal- und Besoldungs⸗Etat um 23 vermindert derdeg.,Dasselbe Blatt ist in der Lage, seine neuliche Notiz wegen beabsichtigter Aufhebung der Obermedicinal⸗ Direction nur zu wiederholen. Durch die Ausscheidung derjenigen seitherigen Wahlberechtigten, welche durch Nichtzahlung ihrer Steuer im letzten Halbjahre ihre Wahlberechtigung serloren haben, sind die Wahlen derart verzögert orden, daß der Landtag selbst am 15. Dez. noch licht zusammentreten kann, sondern wahrscheinlich irst in den letzten Tagen desselben.

Berlin, 6. Dez. Sitzung des Herrenhauses. Nach der Vereidigung der Generäle, Steinmetz, Peucker und Stosch(Herwarth v. Bittenfeld war abwesend) wurde die Vorberathung über die Heisordnungs-Vorlage eröffnet. Münster sprach sur die Vorlage und erklärte, er werde gegen jede Imendirung stimmen; er wünschte eine vollständige Nesorm des Herrenhauses auch deshalb, weil die zeuen Provinzen nicht genügend vertreten seien, tan dürfe dem übrigen Deutschland kein Beispiel inerten Zwiespalts geben. Nachdem Kröcher gegen de Vorlage gesprochen, erklärte der Minister des Innern: Es sei Phrase, wenn die rechte Seite des Hauses aus dem Gesetze, welches pie große Wajorität des Volkes hinter sich habe, den Um surz präjudictre. Die Regierung sti fest ent⸗ wlossen, die Vorlage, von deren Nothwendigkeit und Nützlichkeit sie überzeugt ist, unverändert durchzusetzen und mußte die Annahme durch Neu- rusung ven Herrenbausmitgliedern sichern. Wenn ran Dankbarkeit für die Haltung des Herren-

hauses in der Conflictszeit verlange, sei zu er⸗ widern: der einzelne Mensch müsse dankbar sein, der Staat könne es nicht. Der König könne den Minister, der ihm einst guten Rath ertheilt habe, darum nicht immer conserviren. Man könne ebeuso die einstige correcte Haltung eines parlamenta rischen Factors nicht immer berücksichtigen. Die Vorlage sei nicht, wie der Vorredner meine, der Todeskampf des Conservatismus, sondern der erste neubildende Schritt zur inneren Reform.

7. Dez. Herrenhaus. Specialdiscussion der Kreisordnungs-Vorlage. Die§§. 1 bis 7 wurden unverändert angenommen. Das erste Amendement der Fraction Stahl zu F. 8, welches der Minister des Innern für unannehmbar er⸗ klärte, wurde in namentlicher Abstimmung mit 114 gegen 87 Stimmen verworfen, die folgenden Amendements zu§. 23 und 26 wurden gleichfalls abgelehnt. Die Fraction Stahl zog alle weiteren Amendements zurück und verzichtete auf jede weitere Discussion(lebhafter Beifall), worauf alle Para graphen der Vorlage ohne Debatte unverändert angenommen wurden. Das Herrenhaus beschloß, daß die Schlußabstimmung über das ganze Kreis- ordnungsgesetz Montag stattfinden solle, nachdem ein Antrag, die Abstimmung nach einer halb stündigen Pause oder in einer Abends abzuhalten den Sitzung vorzunehmen, abgelehnt worden war.

Im Abgeordnetenhause eirculixt die Ana- lyse eines acht Seiten langen eigenhändigen Briefes des Königs an Hrn. v. Frankenberg-Ludwigsdorf. Dieses älteste Mitglied des Herrenhauses wandte sich nämlich schriftlich an den Monarchen mit der Bitte, den verderblichen Kreisordnungs-Entwurf nicht zum Gesetze werden zu lassen. Man ent nimmt der Analpse des königlichen Briefes Fol- gendes: Er(der König) danke ihm für seine wohlgemeinte offene Aeußerung, sei aber nach reif licher Ueberlegung von der Nothwendigkeit der Kreis- ordnunges⸗Reform überzeugt. Er müsse ihn daran erinnern, daß zur Zeit der Stein-Hardenberg'schen

Reformen auch nicht zwei Menschen am Hofe ge

wesen seien, die daraus nicht den Untergang des Grundbesitzes und des preußischen Staats vorher- gesagt. Er selbst habe damals etwas Aehnliches geglaubt und sei jetzt auch davon überzeugt, daß auf jenen Reformen die heutige Größe Preußens beruhe. Auch bei der Grundsteuer seien ähnliche Befürchtungen laut geworden, die sich doch nicht erfüllt hätten. In Preußen seien jetzt, wenn er nicht irre, 62,000 Beamte(zwei mobile Armee⸗ corps). Alle seien schlecht besoldet und verlangten Erhöhung ihrer Einnahmen. Mit jedem Jahr würde die Anstellung von noch mehr Beamten nöthig. Auch in dieser Beziehung erwarte er Abhülfe durch die Kreisordnung und bäte Herrn v. Frankenberg, sich selbst wie seine Freunde für deren Zustandekommen zu interessiren.

Wie den Behörden bereits mitgetheilt ist, steht der Erlaß eines Reichs⸗Kriegsleistungsgesetzes in Aussicht. Das vor 22 Jahren erlassene diese Materie behandelnde preußische Gesetz entspricht allerdings den Anforderungen, welche man gllseitig an ein solches Gesetz machen muß, nicht mehr, beruht auch keineswegs auf solchen Erfahrungen, wie sie die Kriege von 1866 und 1870, nament- lich der Letztere, an die Hand gegeben daben. Bei diesem Anlasse werden auch gesetzliche Rege- lungen über die Gestellung der Landwehrpferde im Kriege zu erwarten sein, über welche jetzt der Mobilmachungsplan von 1867 verfügt.

Nach derVoss. Ztg. beabsichtigt die Regierung, falls die Verhältnisse in Versailles einen bedrohlichen Character annehmen, die Truppen in den noch besetzten vier Departements auf volle Kriegsstärke zu bringen, wozu Vertrags- Bestim⸗ mungen sie berechtigen.

Gegenüber den Gerüchten, daß der Kriegs- minister und der Minister für die Landwirthschaft ihre Entlassung nachgesucht hätten, vermag die Kreuzzeitung mit größter Bestimmtheit mitzu⸗ theilen, daß der Kriegswinister einen längeren Urlaub nachgesucht und bis zum März erhalten habe.

Im Abgeordnetenhause besteht die Frartion