des diesmaligen Einladungscomites, constituirt. Demselben sleht das Recht der Cooptation zu. Zum Sitz des Ausschusses wurde Berlin bestimmt. Straßburg. Die officiöse„Elsässische Corre⸗ spondenz“ meldet: Bei den elsaß ⸗lothringischen Behörden erfolgten Optionserklärungen für die französische Nationalität für 164,633 Personen. Nach unsicherer Schätzung ist dieselbe wirksam durch Auswanderung für 38,800 Personen. Es wanderten ferner aus von am 2. März 1871 in Elsaß⸗ Lothringen domizilirten Franzosen ungefähr 12,000. Von obigen Zahlen kommen auf Ober- Elsaß 92.662 Optanten, aber nur 7450 Auswanderer; für den Unter Elsaß 42,394 Optanten und 10,200 Auswanderer. Die Behörden stellen noch die Zahl der wirklichen Auswanderer fest. Es sind Anzeichen vorhanden, daß Viele zurückzu⸗ kebren wünschen, was ihnen als deutsche Staats- bürger mit allen Verpflichtungen möglich ist.
Ausland
Oesterreich. Wie der„Karlsr. Ztg.“ von Wien geschrieben wird, hat der Kaiser Franz Josef die sämmtlichen deutschen Fürsten, welche in Berlin anwesend waren, persönlich zu der Wiener Welt⸗Ausstellung eingeladen und sie ersucht, als seine Gäste zu erscheinen.
Frankreich. Paris. Das„Journal offi⸗ ciel“ schreibt:„Fünf Infanterie Offtzirte von der Garnison von Grenoble haben die Zurückhaltung, welche ihnen ihr militärischer Character zur Pflicht macht, außer Acht gelassen und an einer poli⸗ tischen Kundgebung Theil genommen, die in dieser Stadt kürzlich stattgefunden hat. Die Rolle der Armee besteht im Innern darin, das Gesetz zu vertheidigen und die Ordnung aufrecht zu erhalten, was jede pokitische Parteinahme ausschließt; es ist von Wichtigkeit, daß Alle, welche die Ehre haben, eine Uniform zu tragen, dies nie vergessen. So⸗ bald daher der schwere Fehler, welchen diese fünf Offiziere begangen hatten, zur Kenntniß des Kriegs- ministers gelangte, verfügte er, daß sie sofort ihr Regiment verändern und nach ihrem Eintreffen bei ihren neuen Corps je eine Strafe von 60 Tagen Arrest abbüßen sollten. Es verdient übrigens be⸗ merkt zu werden, daß das Offiziercorps ihres Regiments durch dae Organ der ältesten Offiziere jedes Grades gegen das von ihren fünf Kameraden am Abend des 26. September beobachtete Ver⸗ fahren Verwahrung eingelegt haben.“
— Ueber den Prozeß Bazaine theilt der
„Rappel“ Einiges mit. Die Zeugen sind sämmt⸗ ich vernommen. Der Marschall steht unter einer doppelten Anklage, der, ohne Nothwendigkeit capi- tulirt, und der, verrathen zu haben. Es scheint, daß man, was den ersten Punkt anbelangt, die Schuld des Marschalls vollständig erwiesen hält, die gerichtliche Instruction soll zu dem nämlichen Resultat gelangt sein, wie der von dem Marschall Baraguay d'Hilliers praͤsidirte Kriegsrath. Der Marschall selbst soll überführt worden sein, daß er capitulirt hat, während er anders hätte handeln können. Die Untersuchung wegen Verraths dauert noch fort. r. — Wie der„Bien public“ meldet, ist General Faidherbe, von dessen Ernennung zum Corps- tommandanten Nichts mehr verlautet, zum Mit⸗ glied der Centralcommission der Eisenbahnen ernannt. Das Blatt erwähnt, daß der General überhaupt den activen Militärdienst zu quittiren gedenke.
— Ein Gesuch von Freunden Rocheforts, welche die Umwandlung der Strafe desselben durch Thiers bei der Gnaden Commisston befürwortet wissen wollten, wurde abschlägig beschieden. Herr St. Hillaire bemerkte den Petenten, der Präsident könne ihr Gesuch nicht unterstützen, zumal Rochefort bereits mit außergewöhnlicher Milde behandelt werde.
— Der„Messager de Paris“ sagt: In Folge der anticipirten Einzahlungen auf die Anleihe hat der Baarbestand des Staatsschatzes die Höhe von 1425 Millionen Francs erreicht.
— Gambetta ist nach Paris zurückgekehrt. Graf Wesdehlen ist in Paris eingetroffen. Graf Aruim reiste nach Baden-Baden ab.
— Der„Temps“ veröffentlicht eine erste Liste von Supscriptionen für die ausgewanderten Elsaß⸗
öffentlichen
berger, Direktor der Banque des Paris et des
Pays-Bas und Bruder des deutschen Reichstags ⸗
Abgeordneten dieses Namens mit einer Zeichnung von 5000 Fres. und der Banquier Leopold Goldschmidt mit dem nämlichen Betrage.
Großbritannien. Der Pariser Corre⸗ spondent der„Times“ bestätigt die Richtigkeit der
Nachricht betreffs der Aeußerungen Timaschesf's
gegenüber Thiers bezüglich des ungünstigen Ein⸗ drucks, den die aggressive Haltung der franzö⸗ sischen radikalen Partei in Rußland hervorgerufen habe. Der Correspondent fügt hinzu: Zwei Ver⸗ treter fremder Mächte führten in Paris eine ähn⸗ liche Sprache. Ein daselbst eingetroffener Vertreter Frankreichs im Ausland habe berichtet, daß in
anderen Ländern derselbe Eindruck vorherrsche.
Spanien. In Madrid fand am 6. Oct. eine öffentliche Kundgebung von Hausbesitzern gegen die Seitens der Stadt auf Thüren und Fenster gelegte Steuer statt. Es entbehrte diese Kundgebung jedes politischen Characters, doch ließen die daran Theilnehmenden mehrmals die Freiheit und die Regierung leben. Im Augenblick indessen, in welchem die Versammlung sich aufzu⸗ lösen im Begriffe stand, versuchten die Feinde der Ruhe Unordnungen hervorzurufen. Die Behörden unterdrückten den Versuch sofort ohne Schwierigkeit. b Amerika. In Cincinnati hat ein Zusammen⸗ stoß zwischen einem Negermeeting und einer von der demokratischen Partei veranstalteten Prozession stattgefunden, wobei die Schußwaffen gebraucht wurden. Mehrere Personen wurden verwundet.
* Friedberg. Unsere Ausstellung von Obst und anderen landwirthschaftlichen Produkten wird viel besucht und findel allgemeinen Beifall. Nur einzelne Stimmen sprech en sich dahin aus, als hätte die hiesig⸗ Ausstellung in Rückficht auf die gleichzeitig in Gießen stallfindende Obstausstellung unterbleiben sollen; allein es bürsie diese Ansicht leicht zu widerlegen sein. Die lokalen Ausstellungen siehen offenbat ihrem Zwecke viel näher als die größeren; denn jene(die lokalen Ausstellungen) gewähren mehr Anregung da, wo es Noth thut und beabsichligt wird.— Ob nach Wien einige Weiterauer Landwirthe gehen werden, ist sehr fraglich, da selbst die, welche in Mainz waren, leicht zu zählen. Aehnlich ist es mit der Ausstellung in Gießen. Wir geben indessen zu, daß dort m Folge der von uns gemachten Concurrenz vielleicht drei Aussteller und vielleicht sechs Besucher weniger eischienen sind. Aber was will das heißen für Gießen und was will dieses heißen für die Werterau? Diejenigen Landwirthe, welche im Interesse ihtes Berufes Reisen unternehmen und Geldopfer ohne directen Nutzen vringen, können den in der Ausstellung gebotenen Au⸗ schauungsunterricht leichter enibehren, als die indolent zu Hause bleibenden. Diesen muß man nachgehen und gerade für diese, die immense Mehrzahl der Landwirihe, sind lokale Aussiellungen zu empfehlen. Wir wünschen darum dringend, daß, wie versprochen, in Friedberg jedes Jabr eine landwirihschaftliche Ausstellung stalifinde. Die größeren Zwecke der Landes- und Weltausstellungen werden durch die lokalen Ausstellungen keineswegs beeinttächtigt; im Gegeniheil, sie werden durch dieselben gefördert.
S. Friedberg. Der in hiesiger Siadt bestehende Verein für V Generalversammlung beschlossen, in dem kommenden Winter alle 14 Tage(Dienstag Abends) eine öffentliche Ver⸗ sammlung zu halten, worin Fragen der freien Volks⸗ bildung behandelt werden sollen. Die Einrichtung dieser Versammlungen soll folgendermaßen sein. Ein Miiglied des Vereins wird zuerst einen kurzen Vortrag über einen angemessenen, vorher angekündigten Gegenstand halten. Alsdann wird der Vortragende einige kurz gefaßte Sätze über seinen Gegenstand geben, die der Diseussion ausgesetzt werden. An dieser Diecussion kann sich jeder der An⸗ wesenden betheiligen, auch diejenigen, die nicht Mitglieder des Vereins sind. Zu diesen Versammlungen, die ganz freie und ungezwungene Vereinigungen bei einem Glase Bier sein werden, laden wir schon jetzl alle Bewohner Friedbergs ein, die Trieb zur eignen geistigen Förderung und Interesse an Fragen, die unsere Zeit bewegen, haben. — Der erste Gegenstand der Besprechungen wird die
Einwohner Friedvergs zu empfehlen.
Errichtung einer Fortbildungsschule zu machen.
es angemess
Eothringer. Auf derselben sigurirte Henty Bam⸗
tem Charakter gegründet werden solle.
olksbildung hat in seiner letzten
Fortbildungsschule sein. Diese erste Besprechung soll zugleich dazu dienen, ein anderes Unernehmen, das der Bildungsverein in Angriff zu nehmen gedenkt, zu allge⸗ meiner Verständniß zu bringen und der Unterstütung der Der Verein beab⸗ sichtigt nämlich ferner in dissem Winter einen Veisuch mit der i Da aber hier schon eine Schule ähnlicher Art, die s. g. Gewerbe; schule(haupisächlich für Bauhandwerker), besteht, so erschien anf n, die neu zu errichtende Fortbildungsschule mit dieser Gewerbeschule zu verschmelzen, weil 2 Schulen so verwandter Art in unserer Stadt vorgussichtlich nicht lebensfähig wären. Es wurden deshalb Verhandlungen mit dem Vorstande des hiesigen Gewerbvereins eingeleitet, die zu dem Resultal führten, daß eine Schule mit doppel⸗
Bildung zu vertiefen und zu erweitern suchen. Ferner
wird sie Fachschule für das Bauhandweik sein. Als Fächer der neuen Schule sind in Aussicht genommen; schh (Aussatz und Lesen), Rechnen, Geomel rie, Nafurkunde, Geographie und Geschichte. Hieran schließen sich die eigent- lichen Fachnunden: Darsiellende Geometrie, Zeichnen (Freihaud⸗ und technisches Zeichnen), Materialkunde(Bau⸗ material), Buchführung und Voranschläge. Die Schüler werden natürlich nicht gezwungen sein, sämmtliche Stunden zu besuchen, sondern es wird verstattel sein, nur die all⸗ gemein bildenden Fächer, oder nur die Fachstunden zu besuchen, jedoch muß sich jeder Eintretende zu regel⸗ mäßigem Besuch der einmal erwählten Stunden verpflichten. Die Stunden werden sämmtlich Abends von 7½ bis 9½ oder 9 gehalten werden, mit Ausnahme der Zeichenstunden, die wie seither Sonntags am Tage abgehalten werden sollen,
Aus Grosßkarben wird berichtet, daß vergangene Woche daselbst unmittelbar neben der Eisenbahnstation anf dem Grundbesitze des Herrn Müller-Marchand eine neue Quelle von kohlensaurem Wasser durch Herrn Dr. Volger von Frankfurt erbohrt worden sei. 2
R. Giesen. Der im Jahre 1869 gegründete miltel⸗ rheinische Gartenbau-Verein hat vom 5. bis 7. d. M. seine erste Aussiellung in den Räumen der Turnhalle dahier veranstaltet und war dieselbe über Erwarten reich⸗ haltig beschickt mit Sammlungen der schönsten Obstserten und Gemüse, sowie Blumen. Von den Hauptaussiellern verdienen Erwähnung: die Gartenbaugesellschaft zu Frank⸗ furt, die Herren Touchon aus Hohenheim bei Mainz, Garteninspector Fischer in Homburg v. d. H., Hofgärtner Junker in Lich. Die Gruppe des Herrn Lehrer Rückert aus Rodheim, des Herrn Hofgörtner Welle zu Assenbeim. des Herrn Kammertath Fresenius daselbst, der Gräflich Leiningen'schen Hofgärmnerei in Ilbenstadt, sowie des Herrn Büchsler in Groß⸗Buseck bolen an Früchten auch des Sehenswerihen viel und erregten namentlich die Kartoffel⸗ sorten des Herrn Rückert und Büchsler die Ausmerksamkeit der Beschauer.
Frankfurt. Auf die Wiederergreisung des hier aus dem Gefängni ausgebrochenen Raubmörders Völker ist nun ein Preis von 100 Thalern ausgesetzt.
Frankfurt. Am Montag fand im Landsberg eine zahl⸗ reiche, aus den drei Provinzen des Großherzogthums Hessen besuchte Landesversammlung in Sachen des zum Andenken der im letzten Kriege gefallenen Hessen zu er⸗ richtenden Denkmals statt. Zum Präsidenten der Ver⸗ sammlung wurde durch Acel mation Fürst von Isenburg und Büdingen berufen. Man einigte sich über die zur Einleitung der Sammlungen für das Denkmal nöthige Organisalion, deren Spitze ein Central⸗Comile von 45 Mutliedern(15 aus jeder Provinz) bilden wird.
Zur Büldung von Localcomites in allen Tbeilen des Landes
werden Einleitungen getroffen werden, und die demnüchst erfolgenden offiziellen Veröffemtlichungen werden die Details des deschlossenen Programms geben. Wenn nicht sehr beachtenswerihe Gegenvorschläge(z. B. für Aufrichtung des Monuments an der Bergstraße) auftauchen, dürfte dasselbe voraussichtlich in Darmstadi seine Stelle finden.
Darmstadt. Ein, hiesiges Blatt bringt solgende Berechnung: In Berlin sind im 2. Quartal d. J. von einer Bevölkerung von ca. 800,000 Seelen consumirt worden: 1386 Ochsen, 8347 Kühe, 28103 Kälber, 26930 Schafe und 88231 Schweine. In Darmstadt dagegen mit einer Bevölkerung von ca. 32,000 Seelen in demselben Quartal: 637 Ochsen, 147 Kühe, 2763 Schweine, 1572 Kälber und 469 Hämmel. Die beiderseitige Bert kerung in Betracht gezogen, war also in dem genannten Zeit⸗ raume verhältnißmäßig in Darmstadt der Fleisch⸗Consum ganz außerordentich viel höher gewesen, und zwar stellt sich heraus, daß nach dem gewöhnlichen Durchschnitige⸗ wicht obiger Schlachtviehgattungen auf 1 Berliner circa 26 Pfund Fleisch pro Quartal ireffen, wovon 2 in Schweinefleisch und der Rest größten theils in Kuhfl⸗isch besteht, während der Darmstädter durchschnittlich 34 Pfund, und zwar zur Hälste in krästigem Ochseufleisch verzehrt.
Mainz. Am Sonntag Abend fand auf dem Graben ein Milnäl⸗Exceß statt, bei welchem einem Soldaten der Kopf gespalten wurde.
Alzey. Die hiesigen Bewohner wurden vorigen Miliwoch Abend, wie die„Alz. Z.“ berichtet, durch Alarm⸗ signale der dortigen Feuerwehr erschreckt. Auf die Frage; „wo brennt's!“ wurde die Anlworl, daß der neugewählte Commandant seine Mannschaft zu einem Faß Bier zu⸗ sammenrufen lasse. Hier galt's gewiß einen tüchtigen Brand, oder doch einen grimmigen Durst zu löschen! (Wenn Aehnliches in Friedberg einmal passtren sollte, allwo zu der bereits längere Zeit vorliegenden gleichen Veranlassung nur noch der gute Wille zu kommen hälle, wud man nach dieser Mittheilung wohl nicht mehr allzusebr erschrecken dürfen. Der Setzer.)
Köln. Am Morgen des 6. Ocl. fließ der von Frank- surt kommende Schnellzug auf einen in demselben Geleise stehenden Vieh⸗Transpoxl. Eine Reihe von Personenwagen wurden theils in und ausein ander geschoben, andere ent⸗ gleiten oder stützten um. Der Packmeister erlitt einen Armbruch und wurde ins Hospital gebracht; desgleichen eine andere Person. Man bebauptet allgemein, die Passa⸗ giere seien mit dem bloßen Schreck davon gekommen, was inbeß kaum glaublich, ovschon dieser Zug in der Regel nur schwach besetzt isl. Einen böchst traurigen Anblick ge⸗ währte der Vieh⸗Transport: mehrere Ochsen waren sofor todt geblieben; zwei N umgebenden Trümmern und auf beiden stand ein, noch lebender. Im Ganzen dürften 12 Ochsen umgekommen ein.
Dieselbe wird
Det Gesammischaden soll sich auf 50,000 Tpaler beziffern.
55 N 5 5* einmal allgemeine Fortbildungsschule sein, d. h. sie wird an die Elementarschule anknüpfen und die n deen 1
lagen aufeinander zwischen den ste 1


