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a Ausland.
1 Oesterreich. Linz. Die Preßklagen Pater Gabriel's gegen ein Wiener und ein Prager Blatt, wie die Ehrenbeleidigungsklage gegen die Mutter
Dunzinger wurden zurückgezogen.
Schweiz. Bern. Laut Meldung des eid⸗ jenössischen Finanzdepartements an den Bundesrath zahlte Frankreich in Basel die auf die Inter— irungskosten der Bourbaki'schen Armee restirenden wei Millionen Francs.
Frankreich. Paris. Das„Journal des Debats“ kommt nicht ohne Bitterkeit auf die Er zichterungen zurück, welche man den Anlehens- Subscriptionen im Auslande gewährt hat; ja, es indet, daß man auch in Frankreich mit den Ver— zünstigungen viel zu weit gegangen sei.
Großbritannien. London. Die leiten- en Blätter besprechen die Drei-Kaiser⸗Zusammen— kunft. Die„Times“ kommt dabei zu dem Schluß, saß die Zusammenkunft die Freiheit und die frei— zeitlichen Institutionen nicht schmälern, sondern ärken werde, und dazu führen könne, die frei— leitlichen Institutionen auch in Rußland Boden gewinnen zu lassen.„Daily News“ kann in der zusammenkunft keine Wiedergeburt der heiligen Allianz erblicken, welche Anlaß zu Besorgniß und Mißtrauen geben könnte. Der europäische Frieden Inne durch diese freundschaftliche, von gegenseitigem Wohlwollen zeugende Zusammenkunft der drei
Saiser nur gefördert werden.
— Die„Times“ hört, daß außer 500,000 If. St., welche am 3. d. nach Deutschland ab— zeschickt wurden, am 10. d. wieder 500,000 Pf. St. dorthin abgehen. Man glaubt, daß der Zeldmaͤrkt genügend versorgt sei.— Ein Tele— amm der„Times“ aus San Sebastian vom . d. meldet: Es fanden zwei Attentatsversuche
uf König Amadeus statt. Zwei verdächtige Per—
nen wurden verhaftet. Der König, um dem Bolk einen Beweis des Vertrauens zu geben,
e mit Hochrufen begrüßt wurde. Amerika. Newyork. Die amerikanischen
Blätter zeigen einen sehr gereizten Ton über den
V om General Sherman am Berliner Hofe er—
I ehrenen Empfang.
den gane zeltich tt partei.
dutctn Jan
Sie glauben nicht, daß des Henerals Unbekanntschaft mit der Hofetiquette lein Ursache der kühlen Aufnahme gewesen sein unn. Sie schreiben dieselbe vielmehr der vom Beneral Sherman im letzten Kriege gezeigten Sympathie mit den Franzosen zu.
»Friedberg. Der s. Z. wegen Ermordung und bLeraubung der Gräfin Görlitz in Darmstadt, verbunden pit Brandstiftung, sowie wegen Versuchs der Vergiftung bes Grafen Görlitz zu lebenslänglicher Zuchthausstrase u rurtheilte Joh. Stauff von Ober-Ohmen ist unter ber Bedingung der Auswanderung nach Amerika begnadig! trorden.
Gießen. Seit einigen Tagen haben sämmlliche Schuhmacher-Gehülsen die Arbeit eingestellt. Die Unter⸗ handlungen der Meister oder Arbeitgeber mit den Gehülfen haben noch zu keinem Resultate geführt. Die Gesellen fordern für Schuhwerk, für dessen Arbeit sie bisher 1 Thlr. erhielten, 2 fl. 36 kr., also geuau 50 pCt. mehr. Büdingen. Die Arbeiten an unserer Salzquelle mußten wegen der plötzlich überreich aus verschiedenen Poren dringenden Wassermenge vorläufig eingestellt werden; doch hofft man durch Anwendung größerer Pumpen des Wassers Herr zu werden und so eine Fassung der am meisten salzhaltigen Quelle ermöglichen zu können. Wir werden dann doch bis zum Winter, wenn auch nicht einen Heilbrunnen ersten Ranges, so doch ein ganz vorzügliches zu Mund- und Handgebrauch gleich geeignetes Wasser zu besitzen uns rühmen dürfen.
Frankfurt. Am 21. d. M. wird dahier ein Con⸗ greß deulscher Thierärzte abgehalten werden. Es werden folgende Punkte zur Besprechung gelangen: 1) Vorbildung deutscher Tierärzte, 2) Ausbildung derselben, 3) Prüfungs- ordnung, 4) Organisation des deutschen Civil- Velerinär⸗ wesens, 5) des deulschen Militär⸗Veterinäcwesens. Frankfurt. Der wegen Ermordung des Viehhändlecs Hamburger zum Tode verurtheilte Wölcker ist durch Cabinetsordre zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt worden.
Darmstadt. Mittwoch den 21. d. findet dahier eine
großartige Lehrerversammlung statt, zu welcher alle Lehrer des Großherzogthums eingeladen werden. Ebenso erhalten die Oberstudien Directoren, die Mimister und einige hervor— ragende Personen Einladungen zu dieser Versammlung. Gegenstand der Berathung ist die projectirte Gehaltsauf— besserung der Lehrer, wie sie nächstens den Ständen vor- geleyt werden soll. Bekanntlich sind sämmiliche Lehrer mit der Art und Weise der Gehallsaufbessecung nicht einverstanden. In Darmstadt erbängte sich ein Gymnasiast, aus Kummer über eine ihm wegen Versäumniß zuerkannte Carcerstrafe.— Unter den Nähterinnen, deren Be— zahlung eine äußerst armselige ist, bereitet sich eine Agi— tation vor, deren Zweck ein sehr berechtigter, nämlich eine den Zeitverhällnissen enisprechende Aufbesserung ist.
Mainz. Vor einigen Tagen wurde ein Weichen— wärter auf der Bahnstrecke zwischen Mainz und Gonsen— heim von einem Materialzuge überfahren. Der Wärter blieb auf der Stelle todt.
Bebra. Am Sonntag Abend glitt kurz nach der Abfahrt des Leipzig-Kasseler Personenzugs ein Schaffner von der defecien Laufbohle und wurde von den Rädern der folgenden Wagen überfahren. Der Leichnam des Ver- unglückten ist bis ins Unkenntliche verstümmelt.
Würzburg Die Ernteberichte aus dem oberen Maingau lauten überraschend günstig; Roggen und Weizen sollen ausgezeichnet gerathen sein. Eine eigenthümliche Erscheinung beim Obst hingegen wird der neulichen großen Hitze zugeschrieben. Die Aepfel und Birnen waren viellach auf der einen Seile wie angebraten und fielen massenhaft von den Bäumen. Am schwersten haben darunter die feineren Birnsorten gelitten.
Bonn. Das hier abgehaltene 4. deutsche Turnfest war außerordentlich zahlreich besucht. Aus Oesterreich, Ungarn, Schweiz, Belgien, Rußland, England und Amerika waren gegen 4000 Turner eingetroffen. Die bis jetzt be⸗ kannt gewordenen Berichte über den Verlauf des Festes klingen indessen nicht sehr erbaulich, es wird dasselbe geradezu ein zunächst durch die Schuld der Bonner und des dortigen Localcomité's und dann durch die Ungunst des Himmels verunglücktles genannt. Trotz des unler den Turnern selbst herrschenden herzlichen Verkehrs soll eine sichtbare Mißstimmung nicht zu beseitigen gewesen sein, zumal der Himmel aufs Bereitwilligste seine Schleußen öffnete, sobald ein Festzug sich in Bewegung setzen wollte, ober das F stturnen begennen sollle.
Aus der Pfalz. Fortwährend wird geklagt, daß das Schwarzwild zu sehr überhand nimmt; von seiner Zahl kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man hört, daß in der bayerischen Pfalz allein im vergangenen Jagd-⸗Jahr(Juli 1871 bis dahin 1872) 295 Wildschweine erlegt wurden.
Straßburg. Um dem Mangel an Arbeitskräften
bei Emheimsung der Ernte einigermaßen zu steuern, hat das Garnisonscommando in Mülhausen bewilligt, daß die daselbst garnisonirenden Truppen auf Verlangen der Guts⸗ besitzer zur Hülfeleistung bei den Erntearbeiten auf 8 bis 14 Tage in Anspruch genommen werden dürfen. Die Landwirthe wurden von dieser Vergünstigung durch eine im„Sundgauer Boten“ erschienene Bekanntmachung der Kreisdirection in Kenntniß gesetzt und säumten nicht, davon Gebrauch zu machen. In den Feldern von Illzach wimmelte es in den letzten Tagen von Soldaten, welche das friedliche Geschäft der Ernte besorgten. Prag. Die Furcht vor dem Cometen, welcher sich in diesem Monale der Erde nähern soll, greift unter der abergläubigen Bevölkerung Prags derart um sich, daß viele Familien bereits Anstalten treffen, um auf einen Zusammenstoß dieses Gestirnes mit der Erde gefaßt zu sein. Einige glauben an eine Ueberschwemmung, Andere an eine Berstung der Erde und die Vernichtung derselben durch Feuer. Die„Bohemia“ versichert, sie könnte Bei⸗ spiele anführen, wie weit diese Furcht im Familien- und selbst im öffentlichen Leben schon hemmend gewirkt hat. So kommt seit einigen Tagen ein Bysterzer Bauer, der nicht mehr in den besten Vermögensverhältnissen steht, täglich nach Brünn, macht Schulden auf seine Realität und verschleudert das Geld auf eine sehr leichisinnige Art. Als ihn ein Wucherer, welcher iem kein Geld mehr geben wollte, fragte, was er machen werde, wenn Alles vergeudet sein werde, antwortete er, der Comet komme am 12. August und bis dahin sei er versorgt.
D. Frankfurt a. M., 8. August. Die Stimmung der Börse bleibt unverändert fest und wenn auch auf einzelnen Verkehrsgebieten eine gewisse Zurückhaltung berrscht, so ist die allgemeine Ansicht doch constant der Hausse zugeneigt. Der einzige Feind, welcher der Specu⸗ lation gegenübersteht, heißt Ueberstürzung, und vor dieser sucht sich die Börse zu hüten, wobei freilich nicht ausge— schlossen bleibt, daß die Heißsporne sich mitunter doch zu weit vorwagen, wie dies heute z. B. bei Staatsbahnactien der Fall war, welche auf die Kunde, daß die dieswöchent⸗ liche Mindereinnahme nur 48,000 fl. betrage, bis 358/ getrieben und in colossalen Summen gehandelt wurden. Da jedoch ein großer Theil unserer Jobbers nur von einem Tag zum andern speculiren können, so ist voraus⸗ zusehen, daß alsbaldige Realisalionen diesen Cours wieder herunterdrücken werden. Creditactien verkehrten gleichfalls sehr umfangreich und 1 fl. besser als gestern. Lombarden dagegen gaben bei schwachem Geschäft wieder etwas nach. Oesterr. Nationalbank fest. Banken fast aller Herkunft und Namen wurden wieder in großen Beträgen bei theil⸗ weise abermaligem Steigen gehandelt. Darmstädter, alte Meininger, Frankfurter Bankverein, Effectenbank, Ant⸗ werpener und Pfälzer am beliebtesten. Für Eisenbahnen hat das Animo wieder nachgelassen und machten selbe nicht viel von sich reden, auch die Preise dafür reagirten theilweise. Ebenso war relativ wenig Verkehr in Priori— täten. Auf dem Markt für Staatspapiere hat der Sturm auf oͤsterr. Renten nachgelassen und einem ruhigen Verkehr Platz gemacht, Preise bekunden andauernd große Festigkeit. Neueste franz. Anleihe wie vorguszusehen bei schwachem Ver— kehr 9%. Türken wurden mit ½0,0 Agio gehandelt. Bayer. 4½% gesucht ohne Abgeber. Braunschweiger und Raab⸗ Grazer Loose offererirt. Sonst war in dieser Effectengattung wenig Geschäft. Amerik. Staaten⸗Bonds beliebt. Union⸗ Pacific, Pacifie⸗Missouri und Oregon etwas besser.
94 u lch.
1.81 Montag den 12. August 1872 außerordentliche bitzung zur Feier des Untergangs der Welt. Anfang 9% Uhr Abends.
Einladung.
7 ämmiliche dahier wohnende Leute, welche im . 1810 1. den Waffen gestanden haben,
Jahre 1870/1 erden zu einer nenkunft am 18. Au gust d.
Besprechung wegen geselltger Zusam⸗ J. auf Samstag den
10. Au gu, Abends 8 Ubr, in das obere Local
C. F. Walz hiermit eingeladen. den 7. Augufl 1872. Reservisten und Landwehrmänner.
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