Ausgabe 
9.5.1872
 
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pforte in den mit Fabnen in den deutschen,

hessischen und psenburgischen Farben und Laub- gewinden geschmückten Festort geleitet worden und die alte Zeit war wieder mit dem vollen Zauber ihrer Poeste in den Herzen aufgestiegen. Hat doch der Festgruß eines alten Gymnasiasten so wahr aus ihnen allen gesprochen, wenn er sagte:

Wo ich auch mochte weilen,

Es zog mich allzumal,

Dachl' ich der Jugendzeiten.

Zu dir, du schönes Thal!

Doch nun zur gedrängten Beschreibung der Festlichkeiten! Das Jubiläumsprogramm be stimmte zur Eröffnung derselben eine theatra⸗ lische Aufführung von Schülern des Gymna siums und fand dieselbe am Abende des 30 April, als dem Vorabende des eigentlichen Festes, im überfüllten Rathhaussaale mit vielem Beifalle statt. Nach dem Vortrage der Weber'schen Jubelouvertüre, sowie eines von Gymnasiallehrer Dr. Frommann gedichteten Prologes, kam zu nächst ein sehr ansprechendes, von dem dahier in gutem Andenken stehenden jetzigen Lehrer der An stalt Dr. F. Bender verfaßtes Festspiel und hierauf SchillersWallensteins Lager zur Dar stellung. An dem auf die Walpurgisnacht fol genden Morgen gegen 10 Uhr versammelten sich die Festgenossen vor dem altehrwürdigen Gymna sialgebäude, derPflanzstätte des Schönen, Wahren und Guten, zum Festzuge; die Eisen⸗ bahn hatte inzwischen wiederum reiche Ladungen an auswärtigen Theilnehmern gebracht und erneuerten sich die Begrüßunge- und Wieder-

erkennuags⸗Scenen des vorigen Tages in den

menschenwogenden Straßen des Städtleins. Eine

schwungvolle Festrede des derzeitigen Direktors Dr. Krämer, welche den Charakter des Festes als eines Dank- und Freudenfestes passend her vorhob, statistische Notizen gab und warme Worte des Dankes an alle Förderer der Anstalt und der Begrüßung an die Gäste enthielt, einige ange messene Gesänge der Gymnastasten, sowie die Ver lesung des Verzeichnisses der eingelaufenen Glück wunschschreiben und Gaben, bildeten die später in dem Saale des Rathhauses statlfindende offi cielle Festfeier. Um 1 Uhr Nachmittags folgte auf dieselbe in der geräumigen, im Garten derPost eigens erbauten, geschmackvoll dekorir⸗ ten Festhalle das von circa 300 Personen besuchte Festessen und wenn auch dessen materieller Theil vielleicht Manches zu wünschen übrig ließ, so wurde dieser Mangel doch reichlich, durch die Würze der zahlreichen, mit allgemeiner Begeiste rung aufgenommenen Reden, Tyaste und dichteri schen Vorträge ersetzt, deren Cyklus ein Toast des Fürsten Bruno zu Jsen burg und dingen, als des hohen Protektors des Anstalt, auf den deutschen Kaiser würdig eröffnete und an den sich Trinksprüche auf Se. Königl. Hoheit

den Großherzog, den Firsten, die einschläglichen

Großherzoglichen Staatsbehörden, das Gymnasium, den Stadtvorstand und die Bewohner Büdingens, die Festgäste, den allverehrten früheren Direktor Dr. Thudichum, der zum Feste gekommen war, die Universität Straßburg u. a. reihten. Ein wohlgelungenes Concert des Büdinger Musikvereins in der Gymnasial-Aula beschloß die programmmäßigen Festlichkeiten des ersten Tages, in deren Pausen und zwar zumeist in der Festhalle oder auf der allen ehemaligen Schülern

bestens im Gedächtnisse gebliebenenKlippe, dem bekannten§. 11 von Jung und Alt mit lebenswerthem Fleiße nachgelebt wurde.

(Schluß folgt.)

D. Frankfurt a. M., 7. Mat 1872. Die heutige Börse unterschied sich von der gestrigen in nichts: die aleiche Mattigkeit, gleiche Geschäftslosigkeit und dieselbe Tendenz zum Sinken! Es stellt sich mit jedem Tage mehr heraus, daß die Börse in sich selbst der Kraft zu einer Initiative entbehrt, auf welche sie bis jetzt von außen he⸗ vergeblich gewarset. Das blinde Draufgehen der Vollblut, Speculanten hat einer gewissen Aengsilichleit Platz gemacht die sich dann auch auf das Privatpublikum erstteckt, welches bekanntlich verkehrterweise immer erst dann kiuft, wenn die Preise steigen. Sämmtliche Speculasionseffecten geben heute wieder im Course nach, trotzdem es heißt, daß bei der Staatsbahn die französischen Elemente des Verwaltungs- Naibs gesprengt und dadurch eine bessere Leitung ange bahnt werden soll,, nur Nationalbauk hielt sich relativ fest. Oesterreich. Bahnen größtentheils augeboten. Nur in jungen Staatsbahnen wurden bei erniedrigtem Course einige kleinere Abschlüsse gemacht. Fünfkirchen⸗Baros, Nudolph, Donau-Drau theilweise begehrt. Von deutschen Linien wurden beute wieder etliche Pöstchen alte bayr. Ost gekauft. Bexgacher und Pfälzer fen. Von Prio⸗ riläten waren Siebenbürger offerirt, 50% lombardische dagegen in Frage. Recht aut balten sich beide österreich. Renten, wie auch deulsche Slaatenfonds. Oesterreich. 60r Loose mehrfach gehandelt, ohne daß es jedoch zu festen Schlüssen kam.

VBerloosungen. Neuenburger Frs. 10⸗Locose. Ziebung am 1. Mai. Nr. 49950 20,000 Frs., Nr. 77105 und 78309 je 500 Frs. Nr. 12146 43905 5808t und 100140 je 100 Fre., Nr. 2697 18007 25073 40972 57611 72893 78547 83216 19409 und 105982 je 50 Frs. Nr. 183 33670 41210 47472 52929 73031 79958 95830 96725 und 11563 je 25 Frs.

Oesfentliche Aufforderung. 1013 Christian Cafimir Walz, geboten am 4. Januar 1800, Sobn des verstorbenen Metzgers Johann Henrich Walz und dessen ebenfalls verstorbenen Ehefrau Elisa betha Katbarina, geb. Kitzel, von Friedberg, hat im Jabre 1861 seine Heimath verlassen und ist seudem ver⸗ schollen, wahrscheinlich verunglückt.

Sein Vermögen wurde selther curatorisch verwaltet. Da Chriftian Casimir Walz nunmehr sein 70 Lebens fahr vollendet haben würde, so ergeht an ihn resp. eine Leibes⸗ oder Testamentserben hiermit die Aufforde rung, sich binnen 90 Tagen, von beute an gerechnet,

zur Empfangnahme des Vermögens bei dem unterzeich⸗

neten Gericht zu melden, als sonst Christian Casimir Walz für todt erklärt und sein Vermögen den sich meldenden nächsten Verwandten, vorerft gegen Caution, ausgeliefert werden wird. Friedberg den 3. April 1872. Groß berzogliches Landgericht Friedberg. Reitz, Langermann, Landrichter. Landgerichts Assessor.

Versteigerungs Anzeige. 1261 Freitag den 10. Mai d. J., Vormittags 9 Ubr anfangend, sollen in der Behausung des Herrn Wilbelm Wökus in der Burg 15 Stückfaß, sowie 19 Stück kleinere Fässer, welche zur Concursmasse des Gaft: wirths Carl Friedrich Walz gehören, öffentlich meist⸗ bietend gegen baare Zahlung versteigert werden.

Friedberg den 3. Mat 1872.

In Auftrag: Großberzoglichen Landgerichts Friedberg Gtoßherzogliches Ortsgericht Frtedberg.

Fouc ar.

Bekanntmachung. 1290 Montag den 13. Mai d. J., Mittags 1 Uhr, wird die diesjährige Gras- und Kleenutzung um den Burgberg öffentlich verpachtet. Anfang am dicken Thurm.

Friedberg den 7. Mal 1872. Groß herzogliches Rentamt Friedberg. Lin deck.

Arbeits- Versteigerung.

1280 Montag den 13. Mai, Vormittags 10 Ubr, sollen auf dem Ratbhause zu Wölfershelm nachstebende

Arbeiten elner öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden: Maurerarbeit, It. Kostenüberschlag für 25 fl. Zimmerarbeit 39 Liesern von Cement 20 Llesern von Russenslesnen 390

Gambach am 6. Mas 1872. Schneider, Bezirks Bauausseher.

Ein geraͤumiges möblirtes Zimmer 1258(am ltebsten an der breiten Straße) wird für einen einzelnen Derrn zu miethen gesucht. Adressen zu richten an die Expeditlon d. Bl.

8 0g ich*

Benachrichtigung. (281 Otejenigen Steigerer, welche am 21. Marz l. J. in dem Gräflichen Ossenheimer Wäldchen Holz erstetgert und noch im Walde fitzen haben, werden hiermit ersucht, dasselbe binnen 10 Tagen um so gewisser abzufahren, als man sich gegenfalls genöibigt feben würde nach den Versteigerungs⸗Bedingungen 11 und 12 zu verfahren.

Wickstadt den 4. Mat 1872 Geäfliche Oberförsterei Assenheim. Schal las.

Versteigerung eines Wohnhauses auf den Abbruch. 1282 Montag den 13. d. M., Vormittags 11 Ubr, soll auf biesigem Rathhause ein der Gemeinde zuflehen, des Wobnbaus von Meter Länge und Meter Breite, zweiftöckig, von Holz erbaut und mit Stroh gedeckt, auf den Abbruch versteigert werden. Wohnbach den 6. Mai 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Wohnbach. höhlt p i.

Holz-⸗Versteigerung. 123 Mitwoch den 15. Mat l. J., Vormittags 9 Ubr anfangend, soll in dem Bodenröder Gemeindewald, Distrikten Elterheck, Eselsberg und Thterderg, folgendes Holz meistbtetend versteigert werden:

1 2 Raummeter Buchen⸗Scheitholz, 2 17 5 4 Prüge holz, 3) 42 15 Stioedbolz,

4) 4 Nadel⸗ 7

5) 3600 Buchen-Reisholzwellen, 6) 1700 Nadel⸗ N Nadel- Baustämme, 91 Cubikmeter

7) 2 Stück haltend,

8 1 Stück Bliken⸗Baustamm, 15 Cubikmeter haltend,

9) 455 Stück Nadel Stangen, zu Leiterbaͤumen ge eignet,

10) 150 Stück Bohnenstangen.

Die Zusammenkunft it in Jago Bodenrod. Bodenrod den 6. Mal 1872. Großherzogliche ürgermelflerei Bodenrod. Schäfer.

Arbeits- Versteigerung. 1292 Samßag den 11. d. M., Vormittags 9 Uhr, sollen auf biesigem Ralbhause nachstehende, zur Her⸗ flellung der Pfarr- und Schulhostalthe erforderliche Arbeilen an die Wenigsinebmenden veraccordirt werden:

Schlosserarbeiten, veranschlatt zu. Weißbinderarbetten 144 36 Schreinerarbeiten ls

Assenheim den 7. Mal 1872. Der Bezirks⸗Bauaufseber

und Manschetten ꝛc. bel K. Friedrich

Hetrenktagen

neben der Post.

Holz-Versteigerung. 1291 1. Montag den 13. Mai d. J., von Vormittags 9 Ubr an, kommen aus Domantalwalddistrict Burgwald Schlag II und XII 50 Buche Wellen, 12409 Eiche⸗ 195 Nadel- 9 1500 Aspen⸗ 2 200 Docn⸗

2. Dienstag den 14. Mai d. J. von Vormittags 9 Ubr an, aus den an das Oder⸗Rosbacher Feld grenzen den Schlägen XVIII und XIX des Distrieis Kellerberg

11744 Eiche⸗Wellen

225 Nadel⸗ zur Vetsteigerung.

Die Zusammenkuaft ist am ersten Tage in dem in der Nähe der Kaisergrube gelegenen Schlag XII bei Nr. 1, am 2. Tage auf dem Fichtweg am Eingang des Waldes.

Ober⸗Rosbach den 6. Mai 1872.

Großberzogliche Oberfötsterei Ober⸗Rosdach. Strack.

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Wilb. Fertsch.