Ausgabe 
9.5.1872
 
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Donnerstag den 9. Mai.

N 54.

berhessischer Anzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Für die Monate Mai und Juni kann auf denOberhessischen Anzeiger bei der Verlags-Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abonnirt werden.

Amtlicher Theil.

Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte ist zu publieiren:

Nr. 21. sub 3. Bekanntmachung, die Organisation der Hauptsteuerämter und die amtliche Bezeichnung der Nebenzollämter und Steuerausseher betreffend.

sub 4. Bekanntmachung, die Organisation der Obereinnehmereien in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen betreffend. Nr. 22. sub 1.

Edikt, die Verfassung der

evangelischen Kirche des Großberzogthums Hessen, ins besondere die Bildung der Dekanatssynoden betreffend. sub 2. Bekanntmachung, die Eintheilung der evangelischen Dekanate betreffend. sub 3. Bekanntmachung, das Eichen von Weinfässern betreffend. Nr. 23. Nichts.

Friedberg am 7. Mai 1872.

N Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Haas, Keeieassessor

Betreffend: Die Frankitung portopflichtiger Correspondenz zwischen den Behörden verschiedener Bundesstaaten. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzogliche Polizeiverwaltung Bad-Nauheim, die Großherzoglichen Bürgermeistereien und den Großherzoglichen Polizei-

Mit Bezug auf unser in obigem Betreff Ihnen zu bemerken wir Ihnen, daß die Wirlsamkeit der fraglichen,

ehemaligen Norddeutschen Bundes,

Commissär zu Wickstadt.

Südhessen und Bade

Friedberg am 4. Mai 1872.

gegangenes Ausschreiben vom 4. November v. J., Oberh. Anzeiger Nr. 131, Ihnen mitgetheilten Bundesrathsbeschlüsse sich nur auf die Staaten des n nicht auch auf Bayern und Württemberg erstreckt und daß es hinsichtlich des Verkehrs mit Bayern und Württemberg bis auf Weiteres lediglich bei den

Bestimmungen des deßfallsigen Vertrags vom

23. November 1867 Großherzogliches Regierungsblatt von 1868 Nr. 4 S. 61 sein Bewenden behalt.

Sie wollen sich hiernach bemessen.

J. B, d. K.: Haas, Kressassessor.

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.

Heinrich Groß von Rockenberg wurde als Feldschütze für diese Gemarkung ernaunt.

Deutsches Reich.

Berlin, 6. Mai. Reichstag. Die Postver träge mit Frankreich und Spanien wurden in erster und zweiter Lesung ohne erbebliche Debatte ge- nehmigt. Staatsminister Delbrück erklärte, daß der deutsch- französische Postvertrag nach Ueber einkunft beider Regierungen am 15. Mai in Kraft treten solle. Das Haus erledigte ferner in erster Lesung den Gesetzentwurf, betreffend die Einführung der Portofreiheit in Bayern und Würtemberg ohne Debatte und beschloß die zweite Lesung im Plenum. Schließlich beschäftigte sich das Haus mit Petitionen.

Der kürzlich in Berlin verstorbene Graf Schwerin ⸗Putzar war 1804 geboren, stu⸗ dirte in Heidelberg und Berlin Jurisprudenz und widmete sich nach Beendigung seiner Studien und nach seiner Verheirathung mit einer Tochter Schleicher nacher's der Verwaltung einiger väter- lichen Güter. Im Jahre 1833 wurde er zum Landrath des Anklamer Kreises gewählt und war von 1840 an Mitglied des pommer'schen Provin- zial-Landtages, 1846 Mitglied det evangelischen General- Synode in Berlin, 1847 Mitglied des vereinigten Landtages, vom 19. März bis 13. Juni 1848 preußischer Cultusminister, darauf Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, aus welcher er am 3. Mai 1849 ausschied. Seit dem Sommer 1849 hat er ununterbrochen dem preußischen Ab- geordnetenhause angehört, dessen Präsident er in den Jahren 18491855 und dann wieder 1859 war. In demselben Jahre trat er in das Mini- sterium der neuen Aera als Nachfolger Flottwell's ein und blieb Minister des Innern bis zum 17. März 1862. Nach seinem Rücktritt vom Amte hat der Verstorbene dem Abgrordnetenhause und später dem Reichstage angebört.

Kaiser Wilhelm ist jetzt von dem Fuß- übel, welches ihn längere Zeit hindurch am Gehen hinderte, vollständig wieder hergestellt.

Gutem Vernehmen nach wird der Kaiser der Straßburger Bibliothek die vielen kostbaren Doubletten seiner Bibliotbek, sowie derjenigen Friedrich Wilhelms IV., überweisen.

Die Feststellung der Form der Reichsco⸗ carde ist nunmehr ebenfalls erfolgt. Die unteren Beamten des Reichstages sind die ersten, welche mit ihr an die Oeffentlichkeit treten und sie tragen; sie ist von runder Form, der äußere Rand schwarz, das mittlere Feld roth und der Zwischenraum zwischen beiden wird durch einen weißen(silbernen) Reif ausgefüllt; sie ähnelt der preußischen Cocarde, nur daß das Centrum ia rother Farbe ausgeführt ist.

Zum Militärstrafgesetz sind zwei Petitionen von Dr. Riecke, vormals preußischem Regiments- arzt, eingegangen. Derselbe bittet: 1) dahin zu wirken, daß in das neue Militärstrafgesetzbuch auch eine Strafe für diejenigen Truppen-Comman- deure gesetzt werde, welche in der Absicht, die Soldaten an das Ungewöhnliche zu gewöhnen, das Leben und die Gesundheit derselben gefährden oder wohl gar vernichten; 2) dahin zu wirken, daß das künftige deutsche Militär-Gerichtsverfahren ein öffentliches werde. Eine Auesicht auf Berücksichti gung kann diesen woblgemeinten Anträgen aller- dings nicht zugesprochen werden. Sie verstoßen zu sehr gegen den Geist, welcher das ganze Heer wesen durchdringt und in den Commissionesitzungen zu drastischem Ausdruck gelangt ist.

Wie dem Saling'schen Börsenblatt als verbürgt mitgetheilt wird, hat der Reichskanzler Fürst Bismarck von dem Kaiser einen siebenmonat lichen Urlaub erbeten und erhalten. Der Reichs- kanzler begibt sich von hier nach Varzin und von dort nach dem Seebad.

DieNordd. Allg. Ztg. meldet, daß das Befinden des Reichskanzlers zu ernsten Besorg- nissen keine Veranlassung gebe, sofern nur die von den Aerzten für unabweislich erklärte Ruhe recht- zeitig vergönnt werde.

Coblenz. Die bisher für die Trier-Coblenzer Eisenbahn projectirten Brücken- und Befestigungs⸗ Anlagen im Bereiche unseres Rayons haben groß; artigere Befestigungs-Pläne hervorgerufen, indem man die höher gelegenen Bergpunkte für die Brücken über Mosel und Rhein mit stärkeren Werken ver⸗ sehen und dadurch die Widerstandssähigkeit unserer Festungsstadt steigern will. Eine große Zahl des Feldmesser-Personals ist jetzt mit den Vermessungen beschäftigt, welche für die Vergrößerung der Stadt, wie auch für die oben erwähnten Zwecke nöthig sind.

Ausland.

Frankreich. Paris. DasJournal ofsi⸗ ciel veröffentlicht weitere Beschlüsse der Capitu- lationscommission. In demselben wird erklärt, der Commandant der Festung Lichtenberg, Unterlieu⸗ tenant Archer, habe seine Schuldigkeit gethan. Gegen den Commandanten von Marsal, Capitän Leroy, wird ein Tadel ausgesprochen, weil er sich der Unfähigkeit und Schwäche schuldig gemacht habe, ebenso gegen Terquelin, Commandant von Vitry le Frangais, aus dem Grunde, weil er die Kriegsmunition nicht selbst zerstört, sondern sich begnügt habe, die Civilbehörden damit zu beauftragen.

Die Offizierscorps der französischen In- santerie-Regimenter sind aufgefordert worden, die Begebenheiten der einzelnen Regimenter im letzten Kriege bis ins kleinste Detail abzufassen, damit auf Grundlage dieser Thatgeschichten ein größeres kriegsbistorisches Werk verfaßt werden kann, welches vor Allem die der regulären Infanterie der fran zösischen Armee zugewiesene Thätigkeit im letzten Kriege darlegen soll.

Aus den Verhandlungen der Commission für den deutsch-französischen Postvertrag erfährt man, daß die Majorität entschitden für denselben gewonnen ist. Man glaubt, daß die Nationalver- sammlung in den naͤchsten Tagen über den Ver-

trag zu berathen haben wird.