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Arbeitotisch und schrieb. Plötzlich— es war genau 40 Minuten vor 4 Uhr— überkam mich ein eigenthüm⸗ r Schwindel und ich verspürte deutlich ein ziemlich 55 Schwanken des Hauses von Nord nach Süd. Im ersten Moment dachte ich, im Hinblick auf die schreck— liche Katastrophe in der Judengasse, an ein Einstürzen des Hauses und wollte vom Stuhle aufspringen, vermochte das abet nicht, da ich mich wie betrunken füblte. Nach etwa 5 bis 6 Sekunden ließ dies Gefühl nach, und ich vermochte aufzustehen.“(In Gottingen wurde die Dauer des Stoßes nach einer Depesche des„Hannöv. Kur.“ auf 8 Sekunden geschätzt. Ein Erdnoß wurde zu der gleichen Zeit ferner wahrgenommen in Dresden, Chemnitz, Pirna, Schandau, Weimar, Rudolstadt, Hall, Coburg u. a. O.) Aus Weißenburg wird gemeldet, daß die weithin! sichtbar gewesenen drei Pappeln auf dem Gaisoberge seit einigen Tagen verschwunden sind. Sie dienten nicht nur als Wegweiser, sondern bezeichneten auch den Ort, wo zahlreiche deuische Krieger ruhen und General Abel Douay gefallen ist. Die dret Gebr. Volpert aus Weißenburg baben sie adhauen lassen. Es liegt die Vermuthung nahe, daß dies in Verbindung steht mit der Publicirung des Gesetzes üder Expropriation der Stellen, auf welchen Gefallene beerdigt sind. Zur rechten Kennzeichnung des Charakters der Betreffenden wird noch erwähnt, daß auf der Kreisdirection ein von den drei Herren Volpert voll— zogener Act aufbewahrt wird, wonach sie sich verpflichten, einestheils selbst nicht Hand an die Pappeln zu legen, anderntheils sie dor Beschädigung dewaheen zu wollen. Die Weißenburger Garnison und Beamtenwelt sind in wahre Aufregung über diesen Vorfall versetzt worden.
Frankfurt a. M., 7. März. Die Börse hielt es für gerathen heute in ihrem Hausse⸗Schnelllauf ein wenig einzuhalten, um auszuschnaufen. Von Speculations- effecten verkehrten nur Creditactien und Lombarden in größeren Beträssen. Erstere waren in Folge der so vielfach schwankanden Dividendenschätzungen gestern Abend
um etliche Gulden beruntergegangen, strebten aber heute das verlorene wieder einzubringen, was ihnen auch theil— weise gelang. Lombarden, von Paris aus getrieben, gingen heute bis 224¾, eine Ehre, die ihnen noch nicht widerfahren war. Staatsbahn verflaute bis 413 auf das Bekanntwerden der vorwöchigen Mindereinnabme von 100,000 fl. Bankactien sest. Großes Geschäft foriwährend in beiden östrr. Renten, die dadurch ihre hohen Course behaupten. Dagegen hat heute die große Kauflust für Banken etwas nachgelassen, da man an Realisirungen denkt; außer österreich-deutscher Bank sanken fast sämmtliche Bankpaplere um durchschnittlich 1% Von Bahnen waren heute Elisabeth, Ungar., Norbdost(183) und Donau-⸗Drau besonders bevorzugt; indeß war auch in anderen österr. Linien ziemlich viel Geschäft. Deutsche Bahnen still, aber fest. Loose etwas weniger lebhaft, uur 60er und Köln-Mindener erwas böber.
Mittheilungen aus dem Vereint der Gustab-Adols-Stistung. 2
Nachdem in Stettin 1871 erstatteten Rechenschafts—
bericht wurden im Jahre 1869,70 954 evangelische Ge—
meinden mit 181,658 Thlr. unterstützt, und zwar darunter 191 Gemeinden zu Kirch- und Veihausbauten, 103 Ge— meinden zu Schulbauten, 200 Gemeinden zur Schulben— llgung und 327 Gemeinden zur Unterhaltung von Schulen. Im Ganzen sind 1027 Gemeinden mit dringenden Butgesuchen eingekommen. Der Berichterstatter erzählt, daß die Unterstützungen gerade in dem Kaegsjahre die bedrängten Gemeinden außerordentlich erfreut, baben. Kaum ein Schreiben ist beimgekommen, das nicht dem Erstaunen einen Ausdruck gebe, daß seldst in dieser Zeit die Liebe und die Kraft zur kirchlichen Unterstützung ungeschmälert geblieben ist. Hunderte von Gemeinden halten bei ihrer fast gesteigetten Noth auf Hilfe schon verzichtet und wurden durch dieselben zum' beißesten Dank getrieben. Wenn unser kaltes Geld und schwaches
Wort immer die zersireuten Gemeinden in ihrer evangeli— schen Treue und Glaubenswürdigkeit belebt hat, so ist es gerade in dem Kriegsjahre noch greifbarer als sonst gewesen, wie es ihnen einen mächligen inneren Segen gewährt hat. 68,000 Thaler wurden an Legaten und Geschenken in diesem Jabre niedergelegt. Es sind das kleine und große Geber gewesen aus fast allen Ständen, von der Nätherin und dem Arbeitsmanne, bis zu den Fürsten, Königen und Kaisern.
664„Ich habe furchtbaren Katarrh“ hört man jetzt oft genug klagen,— aber selten wird so⸗ gleich dagegen gethan. Wir koͤnnen auf Grund tausend⸗ fälniger Erfahrung als das deste und am schnellsten wirksame Mittel gegen alle katarrhalischen Uebel, Husten, Heiseikeit, Verschleimung, insbesondere auch bel Krampf⸗ und Keuchhusten nur den L. W. Egers'schen Fenchel⸗ honigextract von L. W. Egers in Breslau angelegentlichst empfehlen. Bei veralteten Uebeln ist es gerathen, die Flasche vor jedesmaligem Gebrauch in warmes Wasser zu siecken und den Extract auf diese Weise erwärmt ein⸗ zunehmen. Alles Saure, Feite, Scharfe, Gewürzhafte, starkgesalzene Speisen und ethitzende Getränke sind bel Katarthen durchsus zu meiden, ebenso kalte, staubige und tauchige Luft, auch enthalte man sich jeder An⸗ srengung des Sprachorgans. Zu vermerken ist noch, daß viele schwindelhafte Nachahmungen auf Täuschung des Publikums speculicen, weßhalb dasselbe in seinem eignen Interesse beachten muß, daß der L. W. Egers' che Fenchelbonigexnact, jede Flasche mit Siegel, Facsimile und im Glase eingebrannter Firma von L. W. Egers in Breslau, nur allein ächt zu baben ist bei Jof. Hoffmann in Fricoberg.
Berichtigung. Bei dem letzten Referat über„Wissenschaftliche Vor⸗ träge“ findet sich an einer Stelle stalt„Elienten“ irrthümlich„Arioten? gesetzt.
Holz⸗Versteigerung. 685 Frenag den 15. März 1872, Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen in den Fretherrlich v. Ritter'schen Waldungen zu Hof Hasselheck öffentlich meiftoötetend verfleigert werden:
6 Raummeter Kiefern Scheitholz, 16„ Birken Prügelholz, 70 8 Kiefern⸗— 5* Aspen ꝛc.„
11„ Kiefera Stockholz, 3388 Wellen Birken-Reiserholz, 450 geringeres
550 4 Aspen⸗ und Welden ⸗Relsetholz, 6182„ Kiefern⸗Reiserholz,
130 Gebund Ginftern 1 Eichen ⸗Stammbolz. 0,45 Cubikmeter enthaltend,
57 Kiefern⸗ und Lärchen⸗Stämme von 16 Centi⸗
meter Durchmesser und 7 Meter Länge,
308 Kiefern Stangen von 11 Centimeter Durch⸗
messer und 7 Meter Länge.
Mit dem Brennholz wird der Anfang der Versteige⸗ rung gemacht und sodann das Bau-, Werk- und Nutz⸗ dofz zum Ausgebet gebracht. Das Letztere ist zu Pumpenstöcken, geringem Baubolz, Dachsparren, Baum⸗ pfählen ꝛc. brauchbar. Sämmtliches Holz liegt nabe an det Hasselheckerstraße und ist bequem abzufahren.
griedderg den 8. März 1872.
Im Auftrag der Freiherrlich v. Ritter'schen Guts⸗ verwaltung zu Rüdesheim. 1
Arbeits ⸗Versteigerung.
690 Freitag den 15. d. M., Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem Rathhause zu Ober⸗Wöllstadt nachfolgende Arbeiten an den Wenigfinehmenden in Accord gegeben
werden, als: fl. kr. 1) Maurerarbeit, veranschlagt zu 124 36 2) Steinhauerarbeit 67 30 3) Zimmerarbelt 195 2 4) Dachdeckerarbeit 89 16 5) Schreinerarbeit 20 16 6) Schlosserarbeit 30 12 7) Spenglerarbeit 1 8) Weibßbinderarbeit 79 26 9) Stein- und Sandliefern 123 44 10) Setzen und Messen derselben 9 48 11) Russensteinliefern 164 12) Kalkliefern N; G 13) Rohrsteine zum Kamin zu liefern 8 24 14) Waschkessel von Kupfer zu llefern 1
15) 2 Meterstangen von se 5 Meter Lange zu liefern Bad Nauhelm den 7. März 1872. Der Bezürks⸗Bauaufsehber Ne.
182 Belgische uud süddeutsche
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Holz⸗Versteigerung.
514 dei
692 In dem Asenburg⸗Stammbeimer Wald, Distrikt“
Kühmark, werden verflelgert: Freitag den 15. März l. J. 139 Raummeter Buchen⸗Scheitholz, 3 Eichen⸗Scheitholz, 27 3 Buchen Prügelbolz, 3100 Stück Buchen⸗Stammwellen, 1100— Buchen ⸗Astwellen. Zusammenkunft Morgens 10 Uhr auf der Chaussee vor der Kühmark. Thlergarten den 7. März 1872. Der Fürstl. Revierförster. Kalkhoff.
1 Lebenerhaltung und Stärkung.
An den Kgl. Doflieferauten Perrn Johann Hoff in Berlin.
Ich danke eo nebs Famifte und thell⸗ nehmenden Freunden dem Herrn, daß ich nach vielen Jahren des Leidens in Ihrem wunderthätigen Malzextrakt endlich ein Mittel gefunden habe, das mich stärkt, und er wird auch geben, daß ich davon werde völlig wieder hergestellt werden. Ich bedaure nur, dieses Mittel nicht früher gekannt zu haben, meine Leiden bätten mich dann nicht so überwältigt. Cüst ren, 9. Februar 1872. Conrad, Lehrer.
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