Ausgabe 
9.1.1872
 
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101 den Geburtstag Wilhelm's, den 24. Februar, hierzu ine Auge gefaßt.

n Worms bat eine Versammlung fämmtlicher Kaufleute die Einführung des halben Meters als zukünf⸗ lige Elle beschlossen. Auch in Berlin bat man das Prak- tische der Einführung des halben Meters als neue Elle anerkannt und die Einführung beschlossen.(Die neue Elle wird somit 2 messen, wogegen die seithetige 27 4

lelt).

l Aus Fulda schreibt man demFr. Journ.: Ein Oeconom der hiesigen Gegend ließ vor Kurzem ein Schwein schlachten und dasselbe der Vorschrift gemäß auf Trichinen untersuchen. Statt der gefürchteten Thierchen sand man im Magen des todten Schweines eine alte Goldmünze und einen goldenen Ring vor, welche beide nach der eingeschriebenen Jahreszahl aus der Zeit des dreißigjiäbrigen Krieges stammen und einen nicht unbe⸗ trächtlichen Werth repräsentiten. Der Besitzer des glück. lichen Schweines vermutbet nun das Vorhandensein eines aus Furcht vor den Schweden vergrabenen Schatzes auf seinen ausgedebnten Gülern und beabsichtigt, genaue Nach⸗ sorschungen nach demselben anstellen zu lassen. In Be, treff des Erfolges läßt sich freilich kaum ein zunstiges Prognostikon stellen.

In Eberbach, bad. Odenwald, wurden am 5, d. früh gegen ½7 Ubr, 3 starke Erdstöße, wie sie in den letzten 2 Jahren in solcher Stärke nicht vorkamen, wahr⸗ genommen; sie dauerten zusammen kaum 5 Minuten, waren so beftig, daß Möbel weggerückt wurden, und endigten, wie ein fein rollendes Donnern.

In Gotha sind durch die seit April v. J. dort herrschende Blatternepidemie, deren Ende immer noch nicht gekommen scheint, 1174 Erkrankungs- und 193 Sterbefälle vorgekommen.

Constanz. Dieser Tage wurde auf dem Untersee auf noch ziemlich schneefteier Bahn eine seltene und nicht gefahrlose Schlütschubpartie gemacht. Dr. Max Wirth von Bern und Tobias Halm von bier sutzren nämlich von Allensbach, Stunde von Radolfzell, um die Insel Reichenau über Mannenbach(am Fuß des Arenen⸗ dergs) nach Stein bei Schaffhausen und zurück, einen Weg von wenigstens zehn Stunden, in etwas mehr als zwei, zuletzt noch von starkem Schneefall belästigt.

Paris. Der Abschiedsbesuch des Fürsten Metternich bei Thiere gab zu soglendem verbürgten Vorfall Anlaß: Der Fürst blieb beim Abschiednebhmen und dem Heraus⸗ treten aus dem Salon an der Thür hangen und konnte nur durch den hülfteichen Beistand des Präsidenten sich

e en los machen, fn Sie, sagte Thie rs, wie Sie an Franken hangen!Sehr richtig! entgeg⸗ 1 7 der Fürst,und es bedurfte Ihrer, um mich los zu⸗ lssen!

Paris. DieCoche enlehnt einem Bucheüber das Unterrichtswesen folgende Statistik der Schulen von Paris: Oeffentliche Schulen, geleitet von Laien: Knaben 18.479, Mädchen 12,167, zusammen 30.646; geleitet von Cougreganisten: Knaben 18,438, Mädchen 21,632, zu⸗ summen 40,090. Freie Schulen, geleitet von Laien; Knaben 22,062, Mädchen 41.381, zusammen 63 443; geleitet von Congreganisten: Knaben 7164, Mädchen 11.719 zammem 18883. ufo, fügt dieCloche binzu,sind mehr als 50 Percent von Laien unterrichtete Schüler in den freien Schulen als in den öffentlichen Schulen und folglich 50 Percent weniger von Conare⸗ ganisten unterrichtete Schüler in den ersteren als in den zweiten. Daraus folgt, daß die wohlbabenden Familien den Uuẽterricht der Congreganisten zurückweisen, während die anderen ihn aus Noth ertragen, und daß folglich die Stadt selbst den congreganistischen Schulen zur Blüthe vergilft.

New Vork. DieNewyorker Handels⸗Zestung theilt mit, daß Lie Untersuchung der Einwanderungs⸗Com⸗ mission über die von Passagieren des Stettiner Dampfers Frank in erhobene Klage, sowelt dleselbe gediehen, dar⸗ gethan habe, daß die Anschuldigungen unbegründet waren. Viele der Passagiere gestanden zu, daß sie das Schriftstück unterzeichnet haben, ohne dessen Inbalt zu kennen; aus den Aussagen der Kläger selbst ging berpor, daß die Compagnie und die Offiziere ihre Pflicht erfüllt hätten.

Verzeichnuiß sämmlichtt in det am 6. Jan. beendigten 36. Verloosung der Gr. Hess. 50⸗Gulden⸗Loose berausgekommenen Treffer dis incl. 400 fl. Nr. 33900 50.000 fl. 19199 10 000 fl. 26 462 3000 fl. 6550 3000 fl. 14321 1000 fl. 31722 1000 fl. 36168

mern die beigeletzten Haupipreiit: Setic 1850 Nr. 5 80,000 Thlu., S. 2002 Nr. 2 15,000 Thlr., S. 1425 Nr. 18, S. 177 Nr. 14, S. 1888 Nr. 23, S. 679 Nr. 4 und S. 1885 Nr. 14 je 1000 Tylr.

Frankfurt, 7. Jan. Wochenbericht. Die Leser der läglichen Berichte werden das Resums dieser Woche wohl selbst gezogen haben und mit mir übereinstimmen, daß eine ausgiebige Hausse für alle Effecten zu verzeichnen ist. Die Coursbesserungen trafen diesesmal nich! allein die leitenden Speculationseffecter, sondern auch alle An⸗ lagtpapiere haben bedeulend ihren Cours erhöht und ist besonders für alle gut fundirte Prioritäten rege Nachfrage. Der größte Theil der durch Rückzablung der deutschen Staalspapiere und der gekündigten Amerikaner flüssigen Kapilalien wird in Prioritäten wieder angelegt, und be⸗ giunt das Maletial einzelner Ganungen knapp zu werden. Selbst italienische Prioritäten werden zu dem jetzigen Cours noch preiewürcig gehallen und finden viele Tausch⸗ geschäfte gegen italienische Rense darin statt. Dte jetzige Conjunctut wird von verschiedenen Emissionshäusern auch für günstig gehalten, mit den tängst vorbereiteten Emissio⸗ nen neuer amerikanischen Städte- und Eis nbahn⸗ Bonds an den Markt zu kommen. So finden wir für den 10. und 11. d. Mis. die Subseription einladung für 4 Millionen Dollar der Stadt Washington 3 91½%, und am 11. und 12. d. Mio. werden Zeichnungen auf 1,250,000 Dollar Motisand⸗Essex⸗Eisenbabn⸗Ptioritäten à 88 ¼% entgegengenommen; während man den Erfolg dieser Subscriptionen noch abwarten muß, macht sich für die bereits coursicenden amtrikinistten Prioritäten eine rege Kauflust geltend und ist außer den von uns bereits mehrsach erwähnten 70% Oregon- und California⸗Priori⸗ zäten lebhaftes Geschäft in 7% St. Louis⸗ und South⸗ Eastern⸗ Prioritäten. Der Bericht vom 4. December 1871, welchen der Präsident det Gesellschaft an die Actionäte erließ, schildert die Lage des Unternehmens günslig.

1000 fl. 46548 1000 fl. 53973 1000 fl. 79037 1000 fl 84498 1000 fl. 85 145 1000 fl. 94977 1000 fl. 9818 1000 fl. 27, 26425, 30670, 33117, 3490 4219, 48573, 49243, 50203, 51026, 51883, 56486, 56937, 57651, 60353, 64276, 66790, 73265, 91468, 105906, 109048. 111682, 112872, 113506, 120422 und 128655 4 400 fl.

Verloosung.

Bei der am 2. Januar vorgenommenen Ziehung der Iproc. Meininger Loose fielen auf folgende Num⸗

Weiter findet am 8. und 9. d. Mis. eine Subscriptien auf 5% Brest⸗Hrajewo⸗Eisenbahn⸗ Prioritäten statt zum Contes von 78%. Hierbei ist jedoch zu etwähnen, daß eine Garantie für die Zinsenzihlung dieser Prioritäten von Seiten der kaiserlich ru sischen Regierung nicht existirt; nut während der Bauzeit zahlen die Unternehmer die Zinsen. Einige andere Emissionen, die jedoch mehr für den norddeutschen Markt betechnet sind, führen wir bier nicht an. Wir führten vor einiger Zeit an, daß Ebensee⸗ Ischel-Priecitäten gleichfalls ohne Siaatsgarantie à 72 eingeführt würden; dieselden notiren heute 66.

Waaren Versteigerung.

3225 Mittwoch den 10. Januar 1872. Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen in hiefigem Ratbhause auf freiwilligen Antrag folgende neue Waaren-Artikel, als:

Briespapter, Briefcouverte, Notizbücher, Schulbeste, Stohlsedern, Bleißfifte, Federhalter, Köcher, Porie⸗ monnates, Cigarrenetuis Brieftaschen, verschiedene

Merceriewaatey, Lattunresie, Cigarren, feine Ueberzteh papiere, Glanzdeckel, graut Pappen, Goldborden, Seiden papiere, linürtes Schulpapier, blaue und bunte Hest umschläge, Aktendeckel, Packpapier und Musterpapter für Waßbender öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden. Friedberg am 28. Dezember 1871. Großherzoglich's Ortsgericht Friedberg. o uc ar.

9 Holz- Versteigerung. 72 In dem Freibertlich v. Franckenstein'schen Wald-

diftritt Löwenwald kommen zur Versteigerung:

1) Montag den 15. Januar d. 9. 8 Raummeter Eichen-Werk⸗ Scheitholz,

10 60 Scheitholz. 90 1 Prügelhelz, 256. Stockpoiz,

3300 Wellen Eichen-Relsholz,

2) Dienstag den 16. Januar d. 3. 383 Cubikmeter Eichen Stammbolz und zwar 39 Eichen⸗Stämme von 5068 Centimeler Durch messer und 817 Meter Länge mit 112 Cubit meier, Eichen⸗Stämme von 3158 Cent meter Durch messer und 4 17 Meter Länge mit 262 Cubit- meter, Eichen⸗Asiknlehölzer von 19 42 Centimeter Durchmesser und 16 Meter Länge mit 9 Cubik meter. Zuasammenkunft an belden Tagen Morgens 9 Uhr im Olstrikt Löwenwald in der Nähe des Löwenhofes. Weiter kommen im OistriktAn der Sandkaut zur Versteigerung; Donnerstag den 18. Januar. 11 Raummeter Nadel Prügelholz, 72 Stockholz, 2750 Wellen Nadel-⸗Retahoiz, 174 Nadelbolz- Stämme(inelst Weißtannen) von

175

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15 50 Centimeter Durchmesser und 5 10 Meter Länge mit 107 Cubikmeter, 21 Nadelholz, Stangen mit 2 Cubikmeter. Zusammenkunst Morgens 9 uhr im OistriktAn

ber Sandkaut⸗. Odstadt eden 6. Januar 1872.

Der Freiherrlich von Franckenstein'sche Oberförster Rump!

Verpachtung einer Holzschneid- und Oelschlag-Mühle. 3038 Die Fürstlich Jsendurg⸗Büdingen'sche Holzschneid⸗ und Oelschlagmübte bei Büdingen, einer Statton der obethessischen Bahnlinie Gießen ⸗Gelnbausen, soll mit zugehorigen Wobnungs und sonffigen Räumen Miltwoch den 17. Januar 18 72, Vormitlags 10 Ubr, unter den im Termig eröffnet werdenden Bedingungen auf die Dauer von 9 oder 12 Jahren, vom 1. März 1872 an, im Locale der unterfertigten Rentkammer öffentlich verpachtet werden.

Pachtliebbader werden bierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß die Verpachtungsbedingungen jetzt schon dahier eingesehen werden können.

Dlesenigen, welche die Pachtobjecte einzusehen wün schen, werden gebeten, sich an den fürstlichen Baurath Klingelböffer dahler zu wenden. Büdingen den 4. Dezember 1871.

gürstlich Jendurg⸗ und Büdingen'sche Nenilammer daselbst. Klingelhöffer.

Klein.

66 In Auftrag des Groß berzoglichen Landgerichte werden die Gläubiger des Todtas Feuerbach und der Tochter desselben, Magdalena Feurrbach von Ober⸗Wöllstadt, beide verstorben, aufgefordert, thre Forderungen innerbalb 14 Tagen bei dem unterzeich⸗ neten Ortsgericht anzumelden.

Zugleich wird dekannt gemacht. daß

Montag den 22. d. M., Vormittags 10 Ubr,

der Mobiltornachlaß der genannten Personen, destebend in Möbeln, Kleidern, Bettwerk und Weißzeug, in der Behausung des Phillpp Feuerbach VII. vabler gegen gleich baate Zablung öffentlich versteigert werden wird.

Ober⸗Wöllstadt eden 5. Januar 1872.

Groß berzogliches Ortsgericht Ober⸗Wöͤllstadt.

Feuer b ach.

Jagd Verpachtung. 71 Dtenstag den 16. Januar l. J., Nachmittags 2 ÜUbr, soll die der Gemeinde Petterweill zuslebende Feld lagd von 2713 hess. Morgen und die Waldiagd im Taunus von 692 bess. Morgen auf dem Ratbbaussaal dahler auf 6 Jahte meistbietend verpachtet werden. Petterwell am 4. Januar 1872. Großberzogliche Bürgermeisteret Petterweil. Lenhardt.

Drei Eber von 1½½, 1 und ½ Jabr bat zu verkaufen ussenbe lm. H. Thomas, Gaßwirtb.

69 Ja Heuberger's Verlag ein Bern ist erschenen und in allen Buchhandlungen zu haben in Friedberg bei Bindernagel& Schimpff:

Nach Amerika! Handbuch für Auswanderer

nach eigenen Erfahrungen geschrteben, nebst einer An⸗

leitung zur schnellen Erlernung der englischen Sprache. Von Conrad Conzett.

80. ele g. dr. Preis 54 kr.

En zuverlässiger Ralhgeder für den Aus- wanderer nach Amerika, der tom treu und wahr über alles Auskunft gidt, was idm für die Reise, den ersten Aufenthalt in Amerika, den Ankauf von Land und den Verkehr mit der Bevölkerung wissenswerih ist. Die Feuilleton-Beilage zur Gartenlaube nennt dieses Hand⸗ buch mit vollem Rechtein wirklich redliches und gründ⸗ liches Büchlein.

Ein durch 5 ge* dat zu verkaufen aus gutes Pfer Moscherosch in Ossendeim. Käufer bat unter 4 Pferden die Wabl. 68 * 25 An PE. U Die Gartenlaube. Nu. 1.

Inbalt: Zum neuen Jabr! Gedicht von Emil

Rittersdaus. Am Altar. Erzäblung von E. Werner, Verfasser desdelden der Feder. Ein Stillleben in der Havel. Von Georg Horn. Der Wunder

mann auf der 6-Salte. Muffkalische Erinnerungen aus Weimar von J. C. Lode. Der Landwehr dlutigster

Tag vor Metz. Mit Abbildung: Die preußtsche Landwebram 7. Oktober 1870 vor Metz. Für die Gartenlaube gezeichnet von Otto ötkentscher. Im Palmengarten eines Depossedirten. Für einen deut schen Geisteskämpfer. Mit Luowig Feuerdach's Porträt. Die barmberzige Schwesler. Gedicht von dermann Oelschläger. Wit Adbildung:Fremde Leiden, fremde Sorgen. Nach dem Oelgemälde von B. Szekelp in Pestb. Blätter und Blürden: Französische Wissenschaft. Von Dr. Karl W. Gun in Lültsch. Justinkt oder Ueberlegung? Heinrich Kruse. Für sunsere abgebrannten Landsleute in Cpicago.

Bindernagel& Schimpff in Ftiedderg empfehlen sich zu geneigten Aufträgen.

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