Ausgabe 
9.1.1872
 
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Zeitschriften folgendes Interessante mitgetheilt: In deutscher Sprache gedruckte Blätter werden eiwa 3500 debitirt. Im Jahre 1869 betrug die Zabl der deutschen Zeitschriften 2992, 1866 nur 2757. In jenen deutschen Blättern kommen fol- gende Reihen ausländischer und in 27 fremden Zungen, wenn auch theilweise in Deutschland ge druckter Zeitungen und Journale: französische 690 (1869: 593; 1868: 559); englische 496(1869: 435; 1868: 382); spanische 26(gegen 17 und 14 in den Vorjabren); bolländische 73(gegen 68 und 68); russische 47(1869 dagegen 67 und 1868 61); schwedische 59(1869 und 1868 34 und 32); norwegische 15(1869 10, 1868 keine); dänische 41(gegen 31 und 46); pol. nische 60(gegen 54 und 48); armenische 2 (1869 und 1868 1); böhmische 14(gegen 13 und 11); croatische 3(gegen 4 und 4); grie. chische 9(gegen zweimal 11); bebräische 4 (1869 und 1868 je 2); litbauische 2(gegen 1 in den Vorjahren); portugiesische 1(ebenso viel 1869, 1868 keine); rumänische und walachische (churwälsch und rumänisch) 31(gegen 13 und 9); rutbenische 3(gegen 2 und 3); serbische 7 (8 und 8); slovakische 1(ebenso 1869 und 1868); slovenische 2(gegen 3 und 4 in den Vorjahren); türkische 2(neu); vlämische 1(neu); wendische 6(früher nur 5); ungarische 27(1809 13, 1868 18); endlich italienische 158(1869 114, 1868 29 und 36, je nach dem Bezugs- wege, entweder über Oesterreich oder über Frank- reich). Die Gesammtzahl aller debitirten Blätter in den hier in Rede stebenden Jahren 1872, 1869 und 1868 ist: 5361, 4498 und 4075. Das Wachsthum der Tagespresse geht äußerst augenfällig auch aus dieser Statistik hervsr.

DasMil. Wochenblatt schreibt: Die

e des 13.(würtembergischen) Armee orps, welche eine nicht unwesentliche Vermehrung der Cadres erforderte, ist in der Hauptsache be endet. Beendet ist die Organisation des aus den badischen Truppen, unter Hinzutritt von 2 preu⸗ ßischen Infanterie-Regimentern und 1 preußischen Cavalerie-Reziment, formirten 14. Armee⸗Corpes Die großb. besfischen Truppen bleiben bekanntlich als 25. Division beim 11. Armee Corps; die neue Fermatien ist beendet bis auf 1 Bataillon,

es im Laufe des Januars errichtet werden wild.(In Hessen verlautet bis jetzt nichts von einer so nahe bevorstehenden Errichtung eines weiteren Bataillons. D. Red.)

DerReichsanzeiger publicirt die Gesetz⸗ Entwürfe, betreffend die Einrichtung der Verwal- tung, sowie die Einrichtung der Forstverwaltung in Elsaß⸗Lothringen.

Der zum französischen Botschafter bei dem hiesigen Hofe ernannte Vicomte de Gontaut-Biron, dessen Eintreffen die Blätter melden, hat, wie man hört, bereits die nöthigen Schritte gethan, um eine Audienz bei dem Kaiser behufs Uerer⸗ reichung seiner Kreditive zu erhalten. Fürst Bis- marck hat dem Botschafter, der diplomatischen Eti quette entsprechend, den ersten Besuch abgestattet.

München. Der König hat den wegen Raubes an einem französischen Architekten im Walde von Vincennes vor Paris kriegsgerichtlich zum Tode verurtheilten Soldaten J. Kern vom 13. In- fanterie-Regiment zu lebenslänglicher Zuchthaus- strafe begnadigt, da nach dem jetzt in Bayern in Kraft tretenden deutschen Strafgesetzbuche das Ver brechen des Raubes, selbst bei nachgefolgtem Tode des Beraubten nicht mehr mit Todes-, sondern nur mit Zuchthausstrafe belegt werden kann.

Ausland.

Frankreich. Paris. Der Herzog v. Gramont hat wieder Erklärungen vor der Enquete-Com mission abgegeben. Graf Arnim hat, der Agence Havas zufolge, die Schreiben erhalten, durch welche er als Botschafter bei der franzö sischen Regitrung beglaubigt wird.

Dem Siecle zufolge hat die Budget- commission beschlossen, den von ihr ausgearbeiteten Entwurf einer Einkommensteuer aufzugeben; wahr scheinlich werde die Commission dem Entwurf der Regierung ihre Zustimmung geben. In der

Sitzung der Akademie beschloß dieselbe, die Demis sion des Bischofss Dupanloup nicht anzunehmen. Das Kriegsgericht wird Montag mit der Ab- urtheilung der wegen Ermordung der Geißeln Angeklagten beginnen.

Professor Rénan erläßt eine Erklärung bezüglich der gegen den deutschen Professor Mommsen durch hiesige Blätter verbreiteten Verläumdung, durch welche behauptet worden war, der deutsche Gelehrte, als Mitarbeiter am Leben Cäsar's, habe von Napoleon III. eine jährliche Pension von 190,000 Fr. bezogen und nun darauf angetragen, bei Vollendung des Werkes durch die Akademie im Genuß seiner Bezüge erhalten zu bleiben. Rénan sagt: Ich bin übrigens der Wahrheit schuldig, zu erklären, daß ich bestimmt weiß, daß Herr Mommsen niemals unter irgend welcher Form eine Pension, Entschädigung oder Subven tion von dem Kaiser Napoleon III. erhalten hat.

Es geht das Gerücht, Duchatel werde seinen Antrag auf Verlegung der Regierung und Nationalversammlung nach Paris zurückziehen, so⸗ bald Victor Hugo zum Abgeordneten gewählt werde.

Die Heeres Reorganisations-Commission hat sich in der Frage der Dienstdauer schlüssig gemacht: von 20 40 Jahren sind alle Bürger militärdienstpflichtig. Sie gehören entweder zum stehenden Heere oder zur territorialen Armee, die alle beide einen activen Dienst und einen Dienst in der Reserve in sich begreifen. Im stehenden Heere ist der active Dienst auf fünf Jahre, die Reserveverpflichtung auf vier Jahre berechnet. In der territorialen Armee ist der active Dienst auf fünf Jahre, die Reserveverpflichtung auf sechs Jahre anberaumt.

DerMoniteurc schreibt:Verschiedene Zwischenfälle, die sich letzter Tage in den noch besetzten Landestbeilen zugetragen, hatten von Seiten der deutschen Behörden eine beschleunigte Aus- führung derjenigen Drohungen befürchten lassen, die in der Bismarck'schen Depesche vom 7. Dez. enthalten sind. Wir wissen aus vorzüglicher Quelle, daß der Obercommandant der Occupationsarmee und die militärischen Chefs, die unter ihm stehen, die Prüfung der Thatsachen, um die es sich han⸗ delt, mit großer Mäßigung und viel Billigkeits⸗ gefühl vorgenommen haben, und daß die Bevölke rungen der Ost-Departements ihre Lage nicht verschlimmert sehen werden. Im Uebrigen erhielten die Präfecten der besetzten Departements neuer dings so klare und formelle Instructionen, daß bei den deutschen Behörden kein Zweifel darüber obwalten kann, wie fest die französische Regierung entschlossen ist, allen Hetzereien ein Ende zu machen, welche ein erleuchtetes Vaterlandsgefühl mit so viel Berechtigung verurtheilt.

Versailles. Die Mitglieder der Commision für die Berathung des Elementarunterrichts-Ge setzes sind gewählt worden. Bischof Dupanloup befindet sich unter denselben. 11 Mitglieder dem Entwurf des Unterrichts- ministers abgeneigt und nur 2 demselben günstig zu sein.

Wenig Vergnügen bereitete in Versailles der telegraphische Glückwunsch, welchen der König Victor Emanuel an den Exkaiser sandte. Der selbe lautet:An S. Maj. den Kaiser Napoleon. Ich ergreife mit Vergnügen diese Gelegenheit, um Ihnen den Ausdruck meiner Gefühle der Freund schaft zu erneuern, indem ich Ihnen meine Wünsche für das Glück Ew. Majestät und der Familie derselben sende.

Die Nationalversammlung beschloß in ihrer Sitzung vom 6. d. auf Bericht der Commission für den Vorschlag, gewisse Journale in Anklage zustand zu versetzen, die Regierung zu ermächtigen, gegen 10 Journale wegen Beleidigung der Natio nalversammlung das gerichtliche Verfahren ein zuleiten.

Thiers leidet in Felge von Erkältung an den Augen, ohne jedoch dadurch am Arbeiten ge hindert zu sein.

General Cremer wird in der Angelegen heit des als preußischer Spion erschosseren Kauf manns Arbinet von Dijon gerichtlich verfolgt.

Bis jetzt scheinensk

Das Gerücht, wonach die deutsche Regierung der diesseitigen Bemerkungen über das Militärbudget hätte machen lassen, entbehrt, derAgence Havas zufolge, jeder Begründung.

Reims. DieElberf. Ztg. meldet: In voriger Woche wurde hier auf Befehl des Divi sions-Commandos der Director des Lyeeums in Vitry⸗ le- Frangais gefänglich eingebracht. Der Zusammenhang der Sache ist kurz folgender: In Vitiyle Frangais mußte aus Mangel an einem gottesdienstlichen Local bis in den Winter hinein, noch am Todtenfest, für die Garnison Feldgottes- dienst gehalten werden. Auf dringenden Wunsch der Commandantur stellte endlich die Mairie für den Weihnachtsgottesdienst eine unbenutzte Capelle zur Verfügung, die zum Complex der Lyceums⸗ gebäulichkeiten gehört. Die Capelle ist nicht kirch- liches Eigenthum, sondern gehört, wie das Lyceum selbst, dem französischen Gouvernement. Mit der Ueberlassung der Capelle an die deutsche Garnison war indeß der Director nicht einverstanden. Er stellte sich, einen Hammer in der Hand, den zu den äußeren Anordnungen des Gottes dienstes commandirten Soldaten entgegen und erging sich gleichzeitig in den leidenschaftlichsten und be leidigendsten Ausdrücken. Das Weitere, d. h. der Aus spruch eines Kriegsgerichts, bleibt abzuwarten.

Großbritannien. London. In der Times zieht sich die Erörterung hin, ob die verbessekte Verbindung mit dem Festlande durch eine Dampffähre, welche den ganzen Zug an Bord nähme, oder durch große Dampfer wie die, welche die irische Post besorgen, hergestellt werden sol. Die Fürsprecher der Fähre machen Beque lichkeit und Zeiterspaeniß geltend, die Gegner halten die selbe für kostspielig und gefährlich, erklären die Zeitersparniß für unbedeutend und reden den großen Postdampfern das Wort. DieTimes hält es mit der letzteren Partei.

Griechenland. Athen. Nachdem das Ministerium bei den Ausschußwahlen mit 75 gegen 76 Stimmen in der Minorität geblieben, bot dasselbe seine Demission an.

Das Großherzogthum Hessen besitzt nach den neuerdings staltgehabten Ermittelungen im Ganzen etwa 400000 Morgen Wiesen., Grasarten und Weiden, welche ein Steuerkapital von nahezu 1,200,000 fl. repräsentiren. Am wiesenreichsten erscheint die Provinz Oberhessen, während Rheinhessen bekanntlich nur sehr wenig Wiesengelände aufzuweisen hat. Hingegen ist der Ertrag der oberhessi schen Wiesen im Durchschniit bedeutend geringer, als der- jenige det andern Provinzen, und es beruht dies wesentlich darauf, daß Oberbhessen viele hochgelegene einschürige Wald⸗ wiesen und ausgedehnte wenig fruchtbare Waldweiden im Vogelsberg besitzt.

Homburg. Das am 31. Dec. abgelaufene Ge⸗ schäftsbalbjahr der hiesigen Kurchauspachtgesellschaft ergab für den zu bildenden Kurfends für die Stadt Homburg die Summe von 211,455 fl. Sollen die in Aussicht ge⸗ nommenen 1,400,000 fl. zusammen kommen, so müssen im Jahr 1872 noch 327,878 fl. aufgebracht werden, welches nach den Erfahrungen der vergangenen vier Jahre, wo durchschnittlich pro Jahr 267.780 fl. abgeliefert wurden, aum zu erwarten steht. Die Kurhaus-Actionäre erhalten 15 fl., das letzte Semester 13 fl. 8 kr. Dividende.

Gießen. Ein hier lebender Rentner vermißte Ende Dezember, als er die Coupons abschneiden wollte, zwei Obligationen, jede zu 500 Francs. Die Polizei, die unterdessen ermittelt, daß die Frau eines hiesigen Bürgers beide Obligationen entwendet und dieselben zu Franksurt verkauft hat, hat dieselbe dieser Tage verhaftet.

Büdingen. Das Großberzogliche Gymnasium dahier begeht am 1. Mai d. J. die Feier seines fünzig⸗ jährigen Bestehens. Anläßlich dieser Feier beabsichtigt die Direction desselben in dem zu Ostern erscheinenden Programm unter Anderem auch eine Mittheilung zu machen über die Lebensstellung, in welcher sich jetzt die einzelnen ehemaligen Schüler der Anstalt befinden und richtet deßhalb öffentlich die Biite an dieselben, der Direction gefälligst bald Kenntniß von ihrer jetzigen Lebensstellung geben zu wollen.

Frankfurt. DasAmtsblatt enthält die Namen von nicht weniger als 49 Militärs, Reservisten und Landwehrmännern aus Hessen-Nassau, welche der Desertion beschuldigt sind; die getiven Mililärs gehören dem 80, 87 und 88. Regimente au.

In Hauau wurde am 3. d. an dem Geburtshause der beiden berühmten Gelehrten Gebrüder Grimm die von dem Bildhauer v. Northeim in Frankfurt ausgeführte Gedenktafel angebracht. Noch deckt die Verhüllung die Marmorplatte, da die beiden galvanoplastisch hergestellten Portralimedaillons noch nicht vollendet werden konnten. Das ursprüngliche Project, am 4. Januar, als am Ge burtstag Jacob Grimm's, die Enthüllung vorzunehmen, ist durch diese Verzögerung vereitelt worden und hat man

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