9
gestellte Gesez über das zur Eheschließung er⸗ sorderliche Lebensalter wurde in der Regierungs. fassung(18 Jahre für Männer, 14 für Frauen) angenommen, nachdem der Antrag Löwe's auf Fixirung des beirathsfähigen Alters für Männer auf 20, für Frauen auf 15 Jabre abgelehnt ist.
— Vor einiger Zeit lief die erste Andeutung von einer Erweiterung der Dienstpflicht der Ersatz⸗ Reserve 1. Classe durch die Blätter. Die„Köln. Ztg.“ weiß bierüber Genaueres zu berichten. Sie schreibt:„Für die Ersatz⸗Reserve der ersten Classe bat in Form einer Erläuterung der Bestimmungen des§. 48 der Ersatz⸗Instruction und einer ver⸗ änderten Ministerial- Auslegung eine thatsächliche Erweiterung der bisber nur zu fünf Jahren be— messenen Dienstverpflichtung bis zum vollendeten 27. Lebensjahre der betreffenden Mannschaften, also factisch bis zu sieben Jahren bereits stattge funden. Fernere Verfügungen über eine verschärfte Heranzie dung der Ersatz Reserve zur wirklich fac⸗ tischen Dienstleistung bleiben danach wohl dem unmittelbaren Bedarfs- und Kriegsfall vorbehalten. In Rußland ist übrigens der Erlaß über eint schon im Frieden vorbereitete feste Organisation des russischen Landsturms bereits erfolgt. Es er⸗ höht sich die Aussicht, daß in Deutschland für den im§. 50 der Verfassung und im 5. 18 des Gesetzes über Verpflichtung zum Kriegs dienst als ein Theil der deutschen Wehrmacht aufgeführten Laudsturům ein ähalicher Vorgang sich entweder schon demnächst oder jedenfalls doch bei dem Ein- tritt eines neuen Krieges in Vollzug setzen dürfte.“
— Schon früher verlautete, daß Graf Stol⸗ berg in Folge seiner Stellung als Herrenhaus ⸗ präsident sein bisheriges Amt als Oberpräsident von Hannover niederlegen wollte. Wie man ver⸗ nimmt, ist derselbe nunmehr beim Könige um seinen Abschied eingekommen und dürfte diesem Gesuche auch Folge gegeben werden, so schwer Graf Stol⸗ berg zu ersetzen sein wird. In den Mittelparteien(Natienal-Liberale und Freiconservative) des Abgeordnetenbauses soll man der Frage der Präsidentenwahl näher ge⸗ treten sein, die mit dem Eintritt des Präsidenten v. Forckenbeck in das Herrenhaus erfolgt. Nach
—
der„D. R.-C.“ ist eine Einigung dahin zuff mehr und mehr eingeschränkt. f
Stande gekommen, daß der zweise Bic präsident v. Bennigsen zum Präsidenten gewählt, der bis⸗ herige erste Viceprästdent v. Köller in seiner Stellung verbleiben, und an die Stelle Bennig⸗ sen's zum zweiten Vicepräsidenten der Abgeordnete
Dr. Friedentbal gewählt werden soll. Es würden Meutertien bewältigten.
hierbei also die Fractionen der National ⸗Liberalen, der Freiconservativen und der neuen National- Conservativen gemeinschaftlich wählen.
— General v. d. Gröben scheint sich bet dem ihm aus Anlaß seiner unfreundlichen Beziehungen zum General v. Manteuffel ertheilten einjährigen Urlaub nicht beruhigt zu haben; er ist nunmehr in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit
Schweiz. Der Ständerath hat bei Be⸗ rathung des Eisenbahn- Gesetzes beschlosfen, daß in Zukunft dem Bunde, nicht mehr den Cankonen, die Ertheilung von Eisenbahn⸗Concessionen zu⸗ stehen soll. ö 5
In Luzern hatte der Stadtrath dem Professor Reinckens von Brrslau die Franziskanerkirche zu einem Vortrage bewilligt. Der Regierungsrath erließ aber ein Gegenverbok. 10
Frankreich. Die Nationalversammlung nahm sämmtliche Positionen des Budgets des Kriegs- ministeriums und die 49 ersten Positionen des Budgets der öffentlichen Arbeiten an. Ein be ⸗ sonderer Zwischenfall fand nicht statt.
— Man sprach von einer Verhaftung des Generals Ducrot. Der„Avenir militgire“ dementirt dieses Gericht indes auf das Entschie⸗ dendste; eine Verhaftung des Generals sei schon aus dem Grunde unmöglich, weil derselbe als Abgeordneter unverletzlich ist. Die Regierung soll aber die Absicht haben, den General nach Ver⸗ sailles zu bescheiden, damit er da persönlich Er⸗ klärungen über sein Verhalten gebe.
Belgien. Man schreibt aus Brüssel: Eine große Anzahl von Fremden, welche den Winter in Paris zuzubringen gedachten, sind hier ange⸗ langt; die Hotels leeren sich zusehends in der Seine Stadt, die wieder bald so traurig aus ⸗ sehen wird, wie in der ersten Zeit nach der Com⸗ mune. Man ist allgemein in Frankreich überzeugt, daß sofern Thierz und die Republik von der weißen Schreckensherrschaft gestürzt wird, Niemand anders als die Napoleoniden die Erbschaft mit Lachen antreten werden. Man versichert sogar, daß Rouher einen Regentschaftsrath für den kaiserlichen Prinzen bereits in petto halte, denn von einer Restauration Napoleons III., des Mannes von Sedan, scheinen selbst die Vollblut⸗Bonapartisten abgesehen zu haben.
Großbritannien. Strikende Gasarbeiter zogen, 3000 an der Zahl, in Protession auf den Trafalgar Square, wo sie ein Meeting abhielten. Es wurde beschlossen, auszuharren, der Einschüchte⸗ rung zu widerstehen und die Bereitwilligkeit aus⸗ zusprechen, die Streitfrage einem Schiedsgerichte zu unterbreiten. Die öffentliche Beleuchtung wird
Spanien. Ueber die in einzelnen Prövinzen aus gebrochene republikanische Bewegung sind be⸗ ruhigende Nachrichten eingetroffen. Aus Sara⸗ gossa, Malaga, Castellon verlautet, daß die dorthin abgeordneten Truppen mit geringer Mühe die
Italien. In Folge des unaufbhörlichen Regens ist der Tiber sehr angeschwollen. Aus anderen Flußgebieten, namentlich solchen von Ober- Italien, treffen ebenfalls beunruhigende Nachrichten über Ueberschwemmungen ein.
Amerika. Der Finanzbericht des Schatz · secretärs Boutwell schlägt den zur Schuldentilgung disponiblen Einnahme⸗Ueberschuß für das laufende
Pension zur Disposition gestellt. Finanzjahr auf 40, für das nächste Finanzjahr — 5. Dec. Herrenhaus. Der Prasident auf 34 Millionen Dollars an. Der Werth der theilte die Liste der 24 neuernanuten Herrenbaus- Ein⸗ und Ausfuhr des nächsten Jahres wird auf mliglieder mit, welche bis auf den nicht ernannten 1000 Millionen geschätzt, wovon 28 pCt. auf früheren Minister v. d. Heydt der bekannten Liste amerikanische Schiffe entfallen. Boutwell constatirt entsprechen und größtentheils im Hause anwesend ein erhebliches Uebergewicht der fremden Einfuhr waren. Das Haus beschloß sodann, die Kreis⸗ über die amerikanische Ausfuhr, welche sich seit otdnungsvorlage zur Vorberathung im Plenum zu 1871 um 13 Millionen verringert habe; er empfiehlt siellen und verwies das Gesetz über die Aufhebung aufs Dringendste energische Maßregeln an, um der Abdeckereirechte an die Agrarcommission. Das ein normaleres Verhältniß wiederherzustellen, spricht Gesetz über die Aufhebung der Vorkaufs- und sich für die Reduction der Zölle und Annahme Näherrechte in der Provinz Hannover soll durch der schutzzöllnerischen Principien aus und erklärt, Schlußberathung erledigt werden. daß das Schatzamt zur Herstellung der Werth ⸗ f— Die„Kreuzz.“ vernimmt, daß v. d. Heydt bilanz zwischen Papiergeld und Münzgeld die aus Gesundheitsrücksichten die Berufung ins Herren- Controle des Notenumlaufs fortsetzen werde. Der haus abgelehnt habe. Bericht empfiehlt schließlich eine Ermäßigung der Steuern an.
5 Ausland. 4 Friedberg. Dunstag den 3. December eröffnete Oesterreich. In Prag und in nächster Herr Dr. Lorenz die Reihe der Wintervorlesungen.
Umgebung sind in den letzten Tagen sieben Cholera⸗ Er las über Ernährung und Nahrungsmittel. fälle, zumeist mit tödtlichem Ausgange, vorgekommen ee „„Materials nur ein flüchtiger gewesen sein kann, aufzu⸗
Pest. Im Unterhaus kam ein königliches frischen, zugleich um diese Vorlesungen auch in weiteren Rescript zur Verlesung, durch welches Sjlavy zum Kreisen bekannt zu machen resp. zu empfeblen, folgt bier Minister⸗Präsidenten, Graf Zichy jun. zum Handels- eine kurze Uebersicht des Gedankenganges.— Der erste,
wegung des Organismus: die der Alome, wie die der
Glieder, alle Arbeit, die geistige wie die köcperliche, be⸗ deutet zugleich einen Verbrauch der Stoffe, aus welchen der Körper gebaut ift. Dieser beständige Verbrauch muß ersetzt werden. Thierische und menschliche Körper ver— mögen nicht, diese Stoffe unmittelbar aus der unor⸗ ganischen Natur aufzunehmen, sie beziehen dieselben viel⸗ mehr in letzter Linie ausschließlich aus dem Pflanzenreiche. Gemäß ihrer Bestimmung, den Organismus beständig zu erneuern, müssen alle Ernährungsmittel den Grundstoffen entsprechen. aus denen der Körper gebaut ist; Fleisch bildende und Fett bildende Nahrungsmittel.— Der Ver⸗ daungsprozeß: die Auflösung der Nahrungsmittel und
Sonderung der Grundstoffe, beginnt bereits im Munde
(Zuckerbildung durch den Speichel), findet haupisächlich im Magen statt und erreicht sein Ende in dem Darm, dessen Construction den Zweck hat, die Grundstoffe in die Säfie des Organismus überzuleiten.— In dem zweiten practischen, Theile wurden die wichtigsten Nahrungsmittel vor⸗ geführt und nach ihrem Gehalte an Baumaterial für den Körper(Nahrungsstoff) gewürdigt. Aus den zahlreichen beherzigenswertben Bemerkungen, die sich daran anschlossen, seien nur einige hervorgehoben. Das Abkochen des Fleisches ist unpraktisch, einmal weil dadurch der wichtigste Nah⸗ rungsstoff demselben entzogen wird, und sodann weil auch die gewonnene Fleischbrühe diesen Stoff nicht aufbewahrt, ihn vielmehr dem Schäumlöffel überläßt. Darum bratet das Fleisch und bereitet die mehr Nerven erregende als nährende Fleischbrühe aus Extract!— Der wenig nahr⸗ haften Karkofselnahrung des Arbeiters gegenüber empfehlen sich die an Nahrungsstoff sehr reichen Hülsenfrüchte(Linsen. Erbsen, Bohnen,) zumal bei ihrer verhältnißmäßigen Billig⸗ keit.— Der Käse, die an Nahrungsstoff reichste Speise, ist ohne Alpenluft oder Dreschflegelgymnastik zu schwerver⸗ daulich, als daß er bei unserer Ernährung eine Hauptrolle spielen könnte. An die Nahrungsmittel reihten sich die sogenaunten Genußmittel: Kaffee, Thee, Chocolade, Wein, Bier, Branntwein, deren Nerven erregende, geistig er⸗ weckende, ja geradezu fördernde Wirkung Hervorhebung fand. Den Schluß bildete unter demselben Gesichtspunkte der Tabak.
H. Friedberg. Wie verlautet wird die Kapelle Schellhaas, in Verbindung mit der theattalischen Ab⸗ theilung des Turnvereins, zum Besten der Beschädigten an der Ostsee ein Concert mit Theater in den ersten Tagen zur Aufführung bringen. Es wäre zu wünschen, daß das Publikum diesem Unternehmen seine volle Uuter⸗ stützung zu Theil werden ließe. f
„ Laubach. Der kürzlich verstorbene Graf Otto zu Solms Laubach wurde dahier am 1. October 1799 ge⸗ doren, folgte bereiis am 24. Februar 1822 seinem Vater in der Verwaltung seines Hauses und seinen Besitzungen und feierte im Laufe dieses Frühjahrs sein fünfzigjähriges Jubiläum. Von letzterem Ergebniß an begann er zu känkeln und sollte nicht mehr genesen. Mit ihm ist ein in jeder Beziehung bedeutender Mann aus seinem Wirken geschieden. Er war nicht nur ein liebevolles Fa milienhaup! und ein sorgender und, umsichtiger Verwalter des! Ver⸗ mögens seines Hauses, das er bedeutend vermehrte, und dessen in Folge schwerer Ereignisse in Rückgang gekommene Verhälinisse er trefflich zu ordnen verstand; er war auch ein Freund und Helfer Aller, ein Mann, dem das öffent⸗ liche Wohl und das seiner Miimenschen am Herzen lag, und sein ganzes Leben war eine große Keite weisen Wirkens und treuester Pflichterfüllung. Wir erwähnen hier nur seiner unermüdlichen Thätigkeit auf den hessischen Land⸗ lagen, seiner eifrigen und mit segensreichem Erfolg ge. krönten Wirksamkeit als Prästdent des landwuthschaftlichen Vereins von Ovberhessen, welche Stelle er fast ein Viertel⸗ jabthundert hindurch begleitete, und seines Wirkens im norddeutschen und deutschen Reichstage, wie in allen Nichtungen des öffentlichen Lebens. Die Lücke, die sein Tod riß, wird sich daher nur langsam schließen können. Ehre seinem Angedenken!
Frankfurt. Verflossene Woche kam hier zum ersten⸗ mal ein Waggon mit Mehl an, welches in Algier produ⸗ cirt war. Dasselbe wurde probenweise verbacken und fiel die Probe ziemlich befriedigend aus.
Vom Taunus. Eine Berliner Actien⸗Gesellschast hat in Cronthal große Ankäufe gemacht. Das Kur⸗ baus des Herrn Ch. Zimmermann wurde für 43,000 fl. mit Inventar, das der Fräulein N. Küster(Badhaus nebsi Mineralbrunnen) für 35,000 fl. ohne Inventar und die der Frau Sachs Wittwe gehörende Ziegel hüfte mil Inventar für 24,000 fl. erworben; außerdem stehen noch mehrere Ankäufe von Seiten der Gesellschaft in Aussicht. Wegen der unmittelbar an den Mineralbrunnen gelegenen Billa des Herrn Henkes schweben Unterhandlungen. GCoblenz. Ulber eine dahier am 1. Dez. ven dem Aeronauten Sivel unternommene Luftfahrt wird Folgen. des berichtet: Nachdem um 10½ Uhr mit der Füllung des Ballons begonnen worden, war dieselbe gegen 1 Uhr so weit gediehen, daß die Gondel an den Vallon defesugt werden und wenige Minuten später Sivel seine Mitreisen⸗ den, die Herren Frhr. von Kanne, Graf Pourtalds und Devens auffordern konnte, ihre Plätze einzunehmen. Um 2 Uhr erhob sich der Ballon sanft vom Boden, begrüßt von dem Zuruf der Zuschauer. Der Ballon stieg bei fast gänzlicher Winostille fast senkcecht in die Höhe, und erst, als er bereiis zu einer bedeutenden Höhe gelaugt war, wurde er von einer siänkeren Lufiströmung erfaßt und in einem schneller werdenden Fluge in nördlicher Richtung den nachschauenden Blicken enisührt. Wie wir erfahren, it die Landung schon eine Stunde später in der Nähe des
* g 5 l 0 5 sheorelische Theil des Vortrags bewegte um den Na minifter ernannt und die bisherigen Minister der wele von der Nothwendigkelt 25 Arnhem und 90
übrigen Ressorts in ihren Aemtern bestätigt werden. Beschreibung des Verdauungsprozesses. Alle Be⸗
fünf Meilen entfernten Hachenburg glücklich ersolat. Die höchste Höbe, welche erreicht wurde, benug 7200 Fuß; das Thermometer zeigte in dieser Höbe— 2, also 9 Grab
vetlot el, die Kiast Höhe ben Krülle un der bersam S0 lange nuch, fil bodens. die Etsch wurde.
aus Mu
ebenfalls
3308 boͤtende Näheres
9881 d
bon! 3877 anfange Preuß Milltär zeuge u Zahlun
Ir
3306
u ver.
—
3367 quch Exped.
E
3359 zu der praeti.
9374 sort be
de
I


