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Samstag den 7. September.
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sischer Anzeiger.
0 Inthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
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Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Fur den Monat September kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags-Expedition mit 10 kr., bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden.
Amtlicher Theil.
betreffend: Die Ayschaffung des Holzsamens zu den 1873er Culturen in den Gemeindewaldungen
des Forstes Friedberg.
Wir weisen Sie an, die Anschaffang
broßherzoglichen Oberförstereien mit Beachtung der bestehenden Vorschriften zu bewirken.
Friedberg am 5. September 1872.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Wald besitzenden Gemeinden.
der für die Waldculturen für 1873 erforderlichen Eicheln und Bucheln unter Mitwirkung der
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Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Die Gemeinderäthe Jacob Schneider II., Johs. Schneider III., Conrad Schneider IV. und Mathäus Krausgrill 3. Ostheim wurden auf den Feldschutz dieser Gemarkung verpflichtet.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Minister v. Lindelof und er Geh. Staatsrath Frank sind um ihre Pen- sonirung eingekommen.
— Die„Hess. Volksbl.“ sprechen von den ver— suledenen bezüglich der Ministerkrisis in der Residenz teculirenden Gerüchten und machen aus letzteren flgende Mittheilung, welche sie zwar als das Wahr- sceinlichste bezeichnen, jedoch dazu bemerken, daß
diuselbe keinerlei officiellen Hintergrund habe, also
auch sehr wohl in der einen oder anderen Rich— tung eine Berichtigung erfahren könne. Das ge— zunnte Blatt sagt: Herr Hofmann, in dessen fände die Entscheidung über das neuzubildende Ninisterium in weitestem Maße gelegt worden sei, räürde hiernach in Person vereinigen den Minister es Aeußeren, sowie des Großh. Hauses, den Ninister des Innern und der Justiz, während dus Finanzministerium unter der Leitung des Herrn 1 Biegeleben bliebe und überhaupt in seinem der— naligen Bestande völlig intact gelassen würde. uon den Räthen des Ministeriums des Innern nürde nur Herr von Starck, sowie Herr Reuling „ seinem speciellen Referate, verbleiben. In dem Rinisterium der Justiz verbliebe nur Herr Fischer ur Rheinhessen. Dagegen wurde in das Mi⸗ ulsterium des Innern neu berufen Herr Hofge— tahtsrath Weber, als Katholik wesentlich für das Reserat des ausscheidenden Herrn v. Rodenstein lad in das Ministerium der Justiz Herr Hof— gerichtsrath Hallwachs für den ausscheidenden kerrn Geheime⸗Staatsrath Franck. Das Referat des ebenfalls aus scheidenden Herrn von Lehmann ir Ministerium des Innern käme unter den übrigen itgliedern zur Vertheilung. Für den durch den
mmen hessischen Gesammtminister Herrn Hofmann
gelledigten Gesandtschaftsposten in Berlin gehen die cerüchte am Weitesten auseinander. Es sollen wessen in den Herren Ministerialrath Neidhardt, kofgerichtsrath von Ricou und Legattonsrath in Werner drei Candidaten in Aussicht ge— nommen sein, bezüglich deren eine Wahl noch nicht definitiv erfolgt sei! Daß über etwaige Per⸗ mal- Veränderungen in den den einzelnen Mini- ferien untergeordneten Verwaltungsbehörden noch gar keine Enischließung gefaßt ist, scheint denn auch in dieser Beziehung wesentlich auseinander- gehenden Gerüchten gegenüber sicher zu sein,
Nach den„Hess. B.“ wird zuverlässigen
Mittheilungen zufolge, der Zusammentritt der
zweiten Kammer Ende September erfolgen. Gießen. Der außerordentliche Professor an der juristischen Fakultät der Münchener Universilät
Dr. Bürkel hat, der„A. Abdz.“ zufolge, einen Ruf als erster Romanist an die Hochschule Gießen erhalten und wird demselben Folge leisten.
Berlin. Von Feierlichkeiten für die Drei⸗ Kaiser-Zusammenkunft sind vorläufig in Aussicht genommen: Für den 7. große Parade und Gala⸗ Tafel im Schlosse, Abends Militärvorstellung (Ballet) im Opernhause. An demselben Abende Monstre-Zapfenstreich. Am 8. Kirchgang der aller- höchsten Herrschaften nach den verschiedenen Con- fessionen, Mittagstafel in Babelsberg, Abends Fest beim Kronprinzen im neuen Palais zu Potsdam. Am 9. Corps⸗Manöver, Diner im Berliner kaiser⸗ lichen Palais, Soiree bei dem Prinzen Carl. Am 10. Corps Manöver, Zelt Diner, Abends Hof. Concert im kaiserlichen Palais. Auch Hof-Jagd wird beabsichtigt. Bis Ende der Woche wird die Anwesenheit des gesammten diplomatischen Corps erwartet. Graf Moltke ist ebenfalls hierher zurück- gekehrt. Fürst Bismarck ist hier eingetroffen. Der- selbe wurde am 4. vom Kaiser empfangen, vorher machte der Reichskanzler dem Fürsten Gortschakoff einen Besuch. ö
— Die„Prov. Corresp.“ schreibt in einem Leitartikel: Der Besuch der kaiserlichen Gäste hat unverkennbar nicht blos die Bedeutung eines Aus- tausches von Freundschafts⸗ Beweisen. gilt vielmehr als Unterpfand des guten Einver— nehmens zwischen Deutschland, Oesterreich und Rußland. Hierin liegt ein unzweideutiges Zeugniß, daß die großen östlichen Nachbarreiche sich mit der neuen Ordnung der Dinge, die aus dem Schlachtfelde von Sedan und andern deutschen Siegen emporwuchs, rückhaltlos befreundet haben und mit Vertrauen auf Deutschland blicken. Deß⸗ halb wird das Erscheinen der hohen Gäste von dem deut schen Volke mit doppelt freudiger Empfin⸗ dung begrüßt und überall ist ihnen der ehren- vollste und herzlichste Empfang gesichert. Auch Europa darf mit Vertrauen und Genugthuung auf die Kaiserbegegnung blicken. Dieselbe knüpft zwar an militärische Festlichkeiten an, ist aber ausschließlich von den friedlichsten Absichten einge- geben. Selbst die Thatsache, daß die Beherrscher Oesterreichs und Rußlands in freundschaftlicher Theilnahme den deutschen Truppenübungen bei⸗ wohnen, deutet darauf, daß sie in der Militär- macht Deutschlands eine Bürgschaft für den Frieden Europas erblicken. Die Eintracht zwischen Deutsch⸗ land, Oesterreich und Rußland soll keinem anderen Zwecke dienen, als der Wahrung friedlicher, ge⸗ ordneter Zustände Europas; das ist der Sinn der
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lunst, den die öffentliche
Meinung Deutschlands und Europas mit richtigem Verständnisse erkannt hat.
— 5. Sept. Heute Nachmittag 2½ Uhr trafen der Kaiser Alexander, der Großfürst⸗Thron⸗ solger und Großfürst Wladimir hier ein und wurden vom Kaiser Wilhelm, dem Kronprinzen, den königlichen Prinzen, den Großherzogen von Baden und Sachsen-Weimar, den Herzogen von Coburg und Anhalt, sowie einer großen Anzahl anderer Fürstlichkeiten, dem Fürsten Bismarck und den anderen Ministern, der Generalität und den obersten Hoschargen auf dem Ostbahnhofe empfangen. Die erste Compagnie des vierten Garde-Regiments mit der Fahne als Ehrenwache, sowie eine Depu⸗ tation des ersten brandenburgischen Ulanenregi⸗ ments„Kaiser von Rußland“ waren in Parade aufgestelt. Beim Einfahren des Zuges spielte die Musik des 4. Garde- Regiments die russische Nationalhymne. Die beiden Kaiser begrüßten sich auf das Herzlichste. Nachdem Kaiser Wilhelm seinen hohen Gast an der Reihe der Ehren Com- pagnie entlang durch die festlich geschmückte Empfangs⸗ balle geführt hatte, begaben sich beide Kaiser in einem Wagen durch die mit Flaggen geschmückten Straßen, von den jubelnden Zurufen einer dicht⸗ gedrängten Spalier bildenden Menge begleitet, nach dem russischen Botschafts hotel. Kaiser Alexander war kaum in seinen Zimmern angelangt, als ihm die Kaiserin Augusta einen Besuch abstattete, welcher sodann die Kronprinzessin und die Prinzessinnen der königlichen Familie folgten. Eine halbe Stunde später stattete Alexander dem Kaiser Wilbelm einen längeren Besuch ab.
— ueber das Befinden Kaiser Wilhelm's macht die„Prov.⸗Corresp.“ folgende Mittheilung: „Kaiser Wilhelm erfreut sich im Allgemeinen des erwünschten Wohlseins und findet sich durch den Gebrauch der Badekuren sichtlich gestärkt. Das jüngst eingetretene Fußleiden ist noch nicht völlig gewichen; doch hat dasselbe in den jüngsten Tagen sich wesentlich gebessert.“
— Eine in der Probenummer vorliegende, hier erscheinende„Oesterr. lithogr. Corr.“ läßt sich aus Wien folgende, mit allem Vorbehalte auf- zunehmende Meldung telegraphiren:„In militä⸗ rischen Kreisen ist das Gerücht verbreitet, daß Kaiser Franz Joseph anläßlich seines Besuches den deutschen und sächsischen Kronprinzen, den Prinzen Friedrich Karl und den Grafen Molike zu ösler⸗ reichischen Feldmarschällen ernennen werde.“
— Die Rinderpest, welche in Folge der letzten kriegerischen Ereignisse an vielen Orten zum Aus- bruch gekommen war, taucht immer von Neuem,


