* 0
Mittheilungen
aus dem Ptreine der Guslav-Adolf-Stistung.
Dem Centralvorstande der Gustav-⸗Adolf⸗Stistung hat Herr Pfarrer Renz in der deutsch⸗evangelischen Gemeinde
zu Osorei und Puerto Montt in Südamerikz mitge⸗
theilt, daß in Puerto-Monit am 24. September 1871 kurz vor 2 Uhr Morgens das Gotteshaus der evangeli⸗ schen Gemeinde durch frevelnde Hand in Brand gesteckt ein Raub der Flammen geworden ist. Das Feuer ist an derselben Stelle des Gebäudes zum Auebruch gekommen, an welcher es schon Mitie Juni 1871 ebenfalls in Folge von Brandlegung zu brennen angefangen hatte, damals aber noch rechtzeitig gelöscht werden konnte. Nach Ver— lauf einer halben Stunde nach Entstehen des Brandes war von der Kirche weiter nichts zu seben, als ein glühendrauchender Holzstoß— das Gebäude war ganz aus Holz gebaut— auf welchen die so schwer geschädig— ten Gemeindeglieder mit wehmüthigen Herzen hinblickten. Man ist damit beschäftigt, den Thäter zu ermitteln. Aeußerst gravirender Verdacht fiel bei der ersten Brand stistung auf einen Katboliken, einen jungen Westphalen; da jedoch der Ocularbeweis nach chileeischen Gesetzen zu einer Uebersührung erforderlich ist, so konnte die Anklage nicht binlänglich begründet werden. Die äußerst schwer geschädigte Gemeinde, die mit außerordentsicher Anstrengung ihrer pekaniären Verhällnisse und mit vielen Widerwärlig— keiten den Bau des Gotteshauses so weit vollendet halte, daß es seit September 1869 dem öffentlichen Gebrauche über— geben werden konnte, sieht sich uun außer Stande, wenn nicht bedeutende Hilse don außen kommt, einen Neubau in Angriff zu nehmen. Sie blickt daher mit Vertrauen auf ihre Glaubensgenossen in Deutschland.
Literarisches.
„Die Wacht am Rhein“. Ein neues, zum Besten des National⸗Denkmals auf dem Niederwald, wöchentlich erscheinendes Unter- galtungsblatt, das durch seinen hohen patriotischen
Zweck ein Eintrittsrecht bei jeder Familie hat, ber es sich schon durch drei wichtige Eigenschaften, die hübsche Aus— stattung, seinen Inhalt und den enorm billigen Preis von vierteljährlich nur 10 Sgr. oder 35 kr. rhein. empfiehlt. Die erste, zum 1. Mai ausgegebene Nummer der„Wacht am Rhein“ liegt uns vor mit einer hübschen Titel⸗ zeichnung und dem Programm, laut welchem das Blatt, sern von jeder Speculation, nur zum Besten des National Denkmals gegründet ist. Die ersten und bebeutendsten Namen unserer deutschen Literatur, Karl Braun, Heinrich Burgsch, C. A. Dempwolff, Emanuel Geibel, Karl Gutzkow, Paul Heyse, Hans Hopfen, Gottfried Kinkel, Fanny Lewald, Al⸗ fred Meißner, Wilhelm Müller von Königs— winter, Oskar von Redwitz, Julius Roden⸗ berg, Max Schlesinger, Adolf Stahr, Heinrich von Sybel u. A. haben laut dem Programm zu diesem schoͤnen Ziel ihre Mitwirkung zugesagt und sind in dem Blatt vertreten. In gleichem patriotischem Interesse hat Hans Wachenhusen die Leitung des Blattes über—
nommen, das mit einem neuen Roman von ihm„Die 1
Diamanten des Grafen d'Artois“ beginnt. Von Emanue! Geibel finden wir in dieser ersten Nummer zwei Distichen serner Schilderungen aus Berlin, Paris, vom Rhein, ein reiches pikmmtes Feuilleton, und das erste Ver zeichniß der für das Denkmal eingelaufenen Summen, über welche das Comité wöchentlich in der „Wacht am Rhein“ Rechnung legen wird. Der Preis der„Wacht am Rhein“ ist, wie gesagt, ein enorm billiger: 6¼ Sgr.= 21 kr. für die ersten zwei Monate Mai und Juni, für welche bei allen Postämtern, den Buchhandlungen und Zeitungs-Expeditionen abonnirt wird. Das ganze Unternehmen ist seines erbabenen pattiotischen Zweckes würdig und sei deßbalb den Familien durch ganz Deutschland dringend empfohlen.
D. Frankfurt a. M., 4. Mai 1872.(Börsen⸗ woche vom 29. April bis 4. Mai.) Die Mitte dieser Woche eingetretene Besserung der Börsenverhältnisse hat
das Ende derselben nicht erlebt, denn heute ist wieder ein bedeutender Rückschlag erfolgt, um so empfindlicher als man ihn nicht erwartet hatte. Man hatte sich der Er—⸗ wartung überlassen, daß das Bekanntwerden des Abschlusses der österr, Creditanstalt mit der Petersburger internationalen Bank die Hausse fördern werde. Indessen sind die gleich zeilig bekannt gewordenen Modaliläten dieses Abschlusses nicht der Art, um der Creditanstalt den vorausgesetzten Gewinn mit Sicherheit zu verbürgen. Das enttäuschte und entmuthigte, namentlich in Wien und in Berlin, welche sehr schlechte Notirungen sandten und die hiesige Börse am letzten Tage der Woche noch mit in die Baisse hineinrissen. Die internationalen Speculationswerthe, welche sich die Woche über wieder so schön im Steigen gelb hatien, mußten wieder auf das Niveau vom vorigen Samstag zurücksinken und Staatsbahn sogar noch darunter. Für ältere österreich. Vahnen war die letzten 3 Tage gute Frage und auch jüngere hielten sich sest. Bayer. Ost sinkend. Banken die ganze Woche über wenig begehrt. Die Kauflust hält sich auf diesem Gebiet noch sehr zurück. Nur Darmstädter und Meininger besser. Prioritäten und Pfandbriefe verkehrten stetig bei guter Tendenz. Recht gu! machte sich die Woche über das Geschäft in Staats⸗ papieren, namentlich in österreich. Renten, die selbst heute ihren erhöhten Cours behaupteten. Süddeutsche, nament⸗ lich Würtiembergische Fonds gesucht. 1870r Russen und Finnländer theuter. Amerikanische Werthe blieben ohne wesentliche Veränderung. Loose sortdauernd still und fast durchgehend's billiger. Oesterreich. Coupons 10% niederet.
Verloosung.
Gotha, 1. Mai.(Bukarester 20 Fr.⸗Loose von 1869.) Bei der beute statigehabten Ziehung fiel der Haupttreffer von 100,000 Fr. auf Nr. 90 der Serie 2288 25,000 Fr. fielen auf Nr. 92 der Serie 9893 500 Fr. auf Nr. 97 der Setie 1106. Gezogene Setien: 877 989 1029 1037 1106 1109 1875 2288 2691 2849 3689 5239 5315 und 6868. Die Zahlung erfolgt am 5. Seplemser.
Holz⸗Versteigerung im Domanialwald der Oberförsterei
Eichelsdorf. 1269 Es werden verstetgert: 1) Montag den 13. Mai im Distrikt Steins⸗ wiesenkopf:
Prügelbolz. Reisholz. Holzart. Raummeter. Buchen 99 1372(Stammreis holz), Birken 8(in Schichten von 5 Metet Länge),
Aspen, Weide 37 Borwuchs ꝛc.— 570 5 Zusammenkunft im Holzschlag bei Nr. 1. 2) Mittwoch den 15. Mai in den Oistrikten Langerloh und Bäckersecke:
A. Brennholz. Scheith. Prügelb. Stockh. Reish.
Holzart. Raummeter. Zuchen 48 51 15 1704(meist Stamm⸗ reiser), Eichen——— Radelholz—— 3 172(in Schichten von 3 Meter Länge, zu Bohnenstangen tauglich), lepen c.— 12— 310
B. Bau⸗ ze. Holz
8 Lärchen⸗Stämme von 15—18 Centimeter Durch
messer, 6—9 Meter Länge mit 1.26 ßestmeter,
1 Buchen⸗Stamm von 40 Centimeter Durchmesser,
6 Meter Länge mit 0,75 Feftmcter,
156 Fichten⸗ und Lärchen⸗Stangen von 6—13 Centt⸗ meter Durchmisser, 4—8 Meter Länge mit 5,72 Fefimeter.
Zusammenkunft im Distrikt Langerloh beim Stein⸗ nuch am Eingang in den Wald.
Die Versteigerung beginnt jedesmal Morgens präcis Uhr. Das Vorwuchs⸗Reisbolz im Distrikt Steins⸗ wlesenkopf, Abthellung 3, wird dei der Verstetgerung richt vorgezeigt. Forflwart Zimmer zu Ulfa ist be⸗ auftragt, dieses Holz auf Verlangen den Steigetern norher zu zeigen. f
Elchelsdorf am 30. April 1872,
Großherzogliche eee Eichelsdorf. 8
Arbeits- Versteigerung. 270 Freltag den 10. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem Bürgermeilflerei-Büreau zu Wisselsheim
We spbinderarbelt, veranschlagt zu 119 fl. Steinbrechen 20% Steinsahren 24„ Steinsetzen 310 Steinschlagen 60„ Schreinetarbeit 8
flaflerarbeit 10„
un den Wensaßfordernden in Accord gegeben werden. Wisselsheilm den 6. Mal 1872. Großherzogliche Bürgermeifierel Wisselshelm. Pu ber.
Gules Roggenmehl und Roggenlleie
250 zu den billigsten Preisen bet
Consirmationsscheine
von Spekter, Ahlfeld, Superintendent Schmitt, Müller& Gaber, Steinmetz ic.
sind vorräthig bei
Bindernagel& Schimpff in Friedberg.
Main⸗Weser-Bahn.
1202 Es sollen die sämmklichen Bauarbelten zur Her— stellung von 6 Weichenwärter⸗Wachtbuden auf den Statlonen Marburg, Lollar, Friedderg und Vilbel ein— schlieftlich Lieferung aller Materialien im Wege öffent— licher Submission verdungen werden.
Die Offerten find portofrei und versiegelt mit der Tufschrift:„Submissfion auf Bauarbeiten zur Herstellung von 6 Weichenwärter-Wachtbuden“ bis zum Sub- missionstermin am 13. Mai d. J., Vormittags 11 Uhr, bei det unterzeichneten Betriebs-Inspection zu Frank— furt a. M. einzureichen, woselbst auch die Zeichnungen, Kosten, Anschläge und Bedingungen eingeseben und dite Submissions⸗Formulare in Empfang genommen werden konnen.
Frankfurt a. M. den 28. Mai 1872.
Königliche Betriebs Inspection. Heyl.
5 5 8 N
Main⸗Weser-Bahn. 1263 Es sollen die sämmtlichen Bauarbeiten zur Her— stellung eines Weichenwärter⸗-Wohngebäudes und zweier Wachtdbuden auf Station Fronahausen einschließlich Lieferung aller Matertalien im Wege öffentlicher Sub— mission verdungen werden.
Die Offerten sind portofrei und versiegelt mit der Aufschrift:„Submtssion auf Ausführung eines Wärter— gebäudes und zweier Wachtbuden auf Station Fron— bausen“ bis zum Submissionstermin am 17. Mat d. J., Vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Betriebs⸗ Inspectlon zu Frankfurt a. M. einzureichen, woselbft auch die Zeichnungen, Kosten, Aaschläge dingungen eingesehen und die Submissions Formulare in Empfang genommen werden können.
Frankfurt a. M. den 28. April 1872.
Köntgliche Betriebs Inspection. . de 9 1
***. Universal-Reinigungs-Salz. 123 Von allen Aerzten als dag einfachsse und billigsie Hausmittel empfohlen gegen Säure bildung, Aufstoten, Krampf, Verdauungsschwäche und andere Magen— beschwerden in /, ½, ½ Pfund Original- Packeten mit Gebrauchsanweisung à 30, 18 und 9 kr. nur allein
ächt und direkt bezogen von J. A. Windecker in Friedberg.
Alle Sorten Oelfarben,
9901 zum Ausirich fertig, empfieblt billlgst
B. K. Stern an der Eisenbahn.
Wilhelm Bernbeck.
und Be⸗
Main⸗Weser-Bahn.
1267 Der unter dem Güterschuppen auf der Statlon Frledberg befindliche, jezt an die Brunnenverwaltung zu Schwalheim verpachtete Keller, soll vom 18. Mai e. ab anderweit verpachtet werden. Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenniniß gebracht, daß die Pachtbedingungen auf dem Stations Bureau zu Friedberg eingeseben werden können. Frankfurt a. M. den 1. Mai 1872. Königliche Betriebs-Inspeetion. Heyl.
Weiße leinene Caschertüchtt,
118 gestickt u. glatt, Kragen, Manschetten, Aermel, Herrenkragen, Vorhemden, Kragen& Manschettenknöpfe, Hosen⸗ träger, Moiréschürzen sowie Myrten⸗ kränze bei K. Friedrich neben der Pofl.
2* 9 E 88 —— 22 — 8 5 uheim. 05 8 3 5 23 5 85 88 Die soeben erschienene Nr. 32 enthält: 3 7
Ein Blick durch's Eckfenster des Kaisers. Wit
Originalzeichnung von H. Lüders.— Die Arbeiter. Novelle von Ernst Wichert.(Jortsetzung.)— Das großherzogliche Schloß zu Schwerin. Mit Abbildung. — Tausend Flammen mit einem Schlag. Mit 4 Ju- strationen.— Aus den Schreckengtagen der Pariser Commune. II. Die Frauen der Commune. Die Masuren in Osspreußen und die deutschen Erziehungs⸗ bäuset.— Am Famtltentische: Folgen des Nachfitzens. Zu dem Bilde von W. Geertz.— Astrild und Tigersink. Ein Vogelfamiltenbild.— Deutschland's Bierbrauerei und Bletverbrauch. Zu Beflellungen empfehlen sich Bindernagel& Schimpff in Friedberg.
zweistöckiger Anbau
von Eichenbolz an ein Haus, sowie ein Andau an eine Scheuer hat auf den Abbruch zu verkaufen.
Ober ⸗Florstadt. J. M. Kempf.


