Ausgabe 
6.6.1872
 
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1872.

Donnerstag den 6. Juni.

N 65.

Oberhessischer Anzeig

er.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Für den

2

Monat Juni

kann auf den

Oberhessischen Anzeiger Verlags-Expedition mit 10 kt., bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden.

bei der

Alle Annoncen⸗ Aufträge bitten wir s ch x 1 f t l 1 ch an die Expedition zu richten mit Beifügung

der auf die Veröffentlichung bezüglichen Bemerkungen.

Mündliche Bestellungen können nicht angenommen werden, da durch dieselben

zu leicht Irrthümer und Mißverständnisse entstehen, welche für den Besteller und für die Expedition gleich unangenehm sind.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Nachdem unterm 14. v. M. das hessische Consulat in Paris aufgehoben worden, ind nunmehr auch sämmtliche außerdeulsche Con- sulate Hessens aufgehoben. Hessische Consulate, ozw. Generalconsulate, bestehen nur noch in Leipzig, Hamburg, Frankfurt a. M. und Bremen.

Dem Generalconsul der Französischen Re- gublik in Frankfurt a. M. Hrn. Carl v. Hell, welcher auch zum Generaltonsul der Französischen Republik für das Großherzogthum Hessen ernannt worden ist, ist in letzterer Eigenschaft unterm 22. v. M. das Exequatur ertheilt worden.

Gießen. Wie von bier berichtet wird, ist

s nun Wahrbeit geworden, daß schon im zweiten

Semester kein einziger neuer Theologe nach Gießen zm Studium der Theologie gekommen ist, bzw. von sämmtlichen hessischen Gymnasien kein einziger Abiturient zum Studium der Theologie sich ent- chlossen hat. Der Grund liegt darin, daß die Pfarrstellen zu schlecht dotirt sind. Es gibt in Oberhessen allein noch 50 Pfarrstellen, die nicht rinmal 700 fl. eintragen in jetziger Zeit! Und tuch diese Stellung mit 700 fl. erlangt mancher Beistliche erst, wenn er längst die Jugend hinter ich hat, während junge Commis mit 21 Jahren vielfach schon mit 1000 fl. und mehr honorirt verden, und dem ähnlich alle practischen Berufsarten.

Berlin, 3. Juni. Der Reichstag erledigte ihne Debatte die erste und zweite Lesung des Auslieferungsvertrags mit Großbritannien, ferner vie erste Lesung des Gesetzentwurfe, betreffend den eußerordentlichen Geldbedarf für die Reichseisen⸗ bahnen in Elsaß-Lothringen, und des Gesetzentwurfs, letreffend die Verwendung des Ueberschusses aus ter Verwaltung der französischen Landesposten vährend des deutsch⸗ französischen Kriegs, und leschloß die zweite Lesung beider Vorlagen im Plenum. Bei der darauf folgenden zweiten Be⸗ jathung der Etats Einnahmen von Zöllen und Verbrauchssteuern gelangten die verschiedenen An sräge Hoverbeck's, Stumm's und Sonnemann's, betreffend die Salzsteuer, zur Discussion. Staats- ninister Delbrück erklärte, die Regierung stimme mit dem Reichstag in dem Wunsche bezüglich der Aufhebung der Salzsteuer überein, nicht aber in ter Methode zur Erreichung dieses Ziels. Die Reichsregierung werde aus eigener Initiative die Aufhebung der Salzsteuer dem Reichstage zur Genehmigung vorlegen. Alle drei Anträge wurden lierauf abgelehnt und die Hoverbeck'sche Resolution, velche die Hoffnung der baldigen Aufhebung der Salzsteuer aussprach, angenommen. Der Reichstag genehmigte sodann die übrigen Titel und Capitel des Einnahmeetats in zweiter Lesung. Schließ- lch wurden die 6. 1 und 3 des Gesetzentwurfe, letreffend die Regelung des Reichshaus halts pro 1871 und die Uebersicht von den Einnahmen und Ausgaben pro 1871, mit dem Nachweise der Etatsüberschreitungen in zweiter Berathung ge

nehmigt.§. 2, betreffend die Verrechnung der nicht etatsmäßigen Ausgaben für die Marine- Indienststellung in den Jahren 1867, 1868 und 1869, wurde abgelehnt.

Fürst Bismarck, dessen Gemahlin und Tochter bereits nach Soden abgereist sind, wird, wie es heißt, in den nächsten Tagen von Varzin hieher kommen, um dem italienischen Kronprinzen paar seine Auswartung zu machen.

DieSpener'sche Zeitung meldet, daß das Gesetz gegen den Jesuitenorden, welches aus zwei Paragraphen bestehe, mit der Mitgliedschaft des Jesuitenordens die Entziehung des Indigenats verbinde und in den nächsten Tagen dem Bundes- rath vorgelegt werde. Die Berathung über das Militärstrafgesetzbuch finde im Reichstag am Freitag statt. Dasselbe Blatt fordert zur schleunigsten Zurückberufung aller von Berlin abwesenden Reichs- tagsmitglieder auf. Die Präsidenten des Reichs tags sind zur Theilnahme an dem Tauf⸗Fest des Kindes des Kronprinzen nach Potsdam geladen.

Graf Usedom ist durch Cabinetsordre vom 8. Mai zum Generaldirector der Museen ernannt.

Wie officiös versichert wird, sind sämmt⸗ liche Militärgeistliche der Armee angewiesen worden, den Befehlen des suspendirten Feldbischofs Nam- czanowski keine Folge zu leisten.

Nach den am Sonntag zwischen dem Präsidenten Simson und den Fractionsvorständen des Reichstags stattgehabten Conferenzbesprechungen dürfte der Schluß des Reichstags frühestens am 20. Juni erfolgen. Der Gesetzentwurf über die Verlängerung der Dictatur in Elsaß Lothringen wird dieser Tage dem Reichstag zugehen.

Das Reichskanzleramt ist mit dem Indem- nitätsgesetz für die Marineverwaltung bereits be schäftigt, damit die Vorlage noch in dieser Session an den Reichstag gelangt.

Ems. Zur Enthüllung des Stein⸗Denkmals in Nassau am 28. Juni, werden, wie wir aus sicherer Quelle erfahren, die Kaiser von Deutsch⸗ land, Oesterreich und Rußland hier anwesend sein; die Feierlichkeiten versprechen äußerst glänzend und großartig zu werden, und dürften uns eine unge heure Menge Gäste zuführen.

Bonn. Am 2. Juni starb hier der Professor an der evangelisch-theologischen Fakultät unserer Universität, Geh. Kirchenrath Dr. K. B. Hundes⸗ hagen. Der Verstorbene, welcher sich durch mehrere theblogische Schristen bekannt gemacht hat, war dahier sehr beliebt. Er erreichte ein Alter von 62 Jahren.

Coblenz. In der Sitzung des Zuchtpolizei⸗ gerichts wurde am 2. d. das Urtheil gegen den Caplan Beinroth wegen der den Professoren Knoodt und Reinkens in der Carmeliterkirche zugefügten öffentlichen Beleidigung ausgesprochen; der Caplan Beinroth ist zu 25 Thalern Geldbuße, zur Ein- rückung dieses Urtheils in dieBreslauer, Bopparder undBonner Zeitung, sowie in

sämmtliche Kosten verurtheilt. Wegen der nach der vorigen Sitzung dem Professor Knoodt auf öffentlicher Straße zugefügten Insulten soll eine Untersuchung eingeleitet werden.

Halle. Der 16. deutsche evangelische Kirchen⸗ tag wird in Verbindung mit dem Congresse für innere Misston im Spätberbst d. J. in Halle ab⸗ gehalten werden. Die Veröffentlichung des Pro- gramms wird demnächst erfolgen.

München. Die hiesige Universität hat laut Senatsbeschluß vom 31. Mai erklärt, daß sie auf die für das Gründungsfest in das Budget einge- stellte Summe von 26,000 fl. verzichten müsse, falls die Verwendung derselben an die Ausführung des vom Landtag beschlossenen Wunsches bezüglich der Berufung infallibilistischer Professoren für Kirchengeschichte und Philosophie geknüpft werde. Der Cultus minister soll bereits erklärt haben, daß er genannte Summe nicht ausfolgen lassen werde, wodurch die ganze 400 jährige Jubelfeier in Frage gestellt wird.

Der Ministerpräsident Graf Hegnenberg Dux ist am 2. d. gegen 7 Uhr Abends gestorben.

Hamburg. Nach einem der hiesigenBörsen⸗ halle aus Brownsville zugegangenen Telegramme hat, wie dorthin von Vera Cruz gemeldet wurde, der mexikanische Regierungsgeneral Corella am 31. v. M. die Stadt Monterey besetzt.

Ausland.

Oesterreich. Wien. Ein Consortium, an dessen Spitze der Frankfurter Bankverein und die Leipziger Disconto-Gesellschaft stehen, hat von dem Wiener Bankverein 10 Millionen Gulden Prioritäten der österreichischen Nordwestbahn Lit. B fest übernommen..

Die rumänische Regierung hat die Cassen, incl. der privaten Nachnahmegeldes, der Czernowitz⸗ Jassy-Bahn mit Beschlag belegt. Der Betrieb von Czernowitz nach Jassy soll eingestellt werden und wurde Befehl ertheilt, den Fahrpark in Oesterreich zu concentriren.

Agram. 300 aufgewiegelte Grenzer wollten in Jvanie das Haus des Unionisten Rate, Bruder des Landtags-⸗Abgeordneten, demoliren. Das Mili tär mußte einschreiten.

Frankreich. Paris. Prinz und Prin⸗ zessin von Wales, haben am 31. Mai Paris vers lassen und sich am 1. d. in Calais eingeschifft.

Versailes, 3. Juni. Die Nationalver- sammlung hat in ihrer heutigen Sitzung mit 590 gegen 87 Stimmen den Art. 23 des Rekrutirungs⸗ gesetzes mit einer Modification angenommen, welche bestimmt, daß ein Ausschub in der Einberufung zum Dienst weder einen Dispens, noch eine gesetz⸗ liche Befreiung vom Dienste begründet. Die Ar- tikel 24 bis 36 des Gesetzes wurden ebenfalls von der Versammlung genehmigt.

Großbritannien. London. In den beiden Parlamentshäusern theilten Granville und