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von der Spielbank-Administration bestritten werden, wie die Unterhaltung des Parks und Kurhauses, der Musik, des Lesecabinets u. s. w. Würde dies plötzlich aufhören oder wesentlich vermindert oder verändert werden, so würden dadurch die Ver- bältnisse der Stadt Nauheim und ihrer Bewohner auf das Empfindlichste berührt. Jedenfalls aber muß zeitig Klarbeit in die Situation kommen, damit die betreffenden Leute darnach ihre Maß- regeln treffen können. Denn Einer wird, je nach- dem die Sache geregelt wird, sein Geschäft ver- größern, ein Anderer es vermindern, ein Haus kaufen oder verkaufen u. s. w., kurz die Existenz einer großen Anzahl von Menschen hängt wesent⸗ lich davon ab, daß sie bei Zeiten(da dergleichen Veränderungen in den Geschäften, Wohnungen u. s. w. nicht über Nacht effektuirt werden können) er- fahren, was es mit Bab- Nauheim nach dem 31. Dezember 1872 geben soll. Ebenso ist die Gemeinde Nauheim als solche bei den etwaigen Veränderungen im Badebetrieb wesentlich inte— ressirt. Ich erlaube mir daher im Interesse meiner Wähler, bei der Regierung— den Ministerien des Innern und der Finanzen— um gefällige Auskunft über folgende Punkte zu bitten: 1. Wie boch sich etwa die bis zu Ende 1872 anzu- sammelnden Geldmittel des Kurfonds belaufen werden? 2. Ob die Großherzogliche Regierung beabsichtige, die seither von der Bank- Administration geführte Badeverwaltung selbst und in welcher Weise fortzuführen? 3. Ob dieselbe beabsichtige, von 1873 an entweder selbst eine Kurtaxe in Nauheim zu erheben oder den etwaigen Unter- nehmern eine derartige Erhebung zu gestatten? 4. Ob und in welcher Weise eine Veränderung der Brunnendirection und Badeverwaltung beab⸗ sichtigt sei?“
Berlin, 3. Febr. Die„Norddeutsche All gemeine Zeitung“ weist in ihrem heutigen Leit- artikel nach, daß der Ultramontanismus den Frieden des neuen Reichs gestört habe. Nicht das Christenthum und die katholische Kirche seien bedroht; der Staat werde aus dem Kampf mit voller Hoheit hervorgehen, als Hort der Gerechtig⸗ keit auch gegenüber seinen treuen katholischen Unter thanen, aber jeden ultramontanen Eingriff in das Staatsrecht unmöglich machend.
Köln. In der Stadtverordnetensitzung wurde den Altkatholiken die Rathhauskapelle zur Abhal— tung des Gottes dienstes wit 25 gegen 2 Stimmen bewilligt.
— Am 2. Febr. hat die feierliche Eröffnung des Gottesdienstes für die Altkatholiken unter überaus großer Betheiligung ohne die mindeste Störung stattgefunden. Die große St. Pantaleons- kirche konnte kaum die Hälfte der Besuchenden fassen. Das„Fr. J.“ bemerkt hierzu in einer Correspondenz aus Köln: Wie sich die Zeiten doch ändern! Als im Jahre 1789 die Protestanten sich in Köln, der h. Stadt, eine Kirche bauen wollten, wurden die Gemüther arg erregt und am 20. April wurde die übliche jährliche„Morgensprache“ in Gegenwart des ganzen Raths vor dem Rath hause öffentlich dem Volke vorgelesen, des Inhaltes: „daß die katholische Religion die herrschende sein. solle.“ Heute ist es anders! Heute konnte ein Priester, Hr. Tangermann, der jüngst excommuni⸗— cirt wurde, in einer katholischen Kirche die Messe
lesen, ohne im mindesien gestört zu werden, wie— wohl St. Pantaleon bis zum letzten Stehplatze dicht besetzt war, und Tausende, welche nicht in das Gotteshaus konnten, lautlos vor der Kirche fast 1½ Stunden aushielten. Die Predigt fes= selte die Zuhörer und zeichnete sich sowohl durch inneren Gehalt, wie auch durch eine abgerundete
Ausland.
Frankreich. Paris. Der preußische Helm als Kopfbedeckung für die französischen Truppen hat plötzlich in dem Organ des Herrn Gambetta einen sehr beredten Vertheidiger gefunden, ber dessen Einführung in die französische Armee befürwortet.
— Die bis jetzt bekannt gewordenen ersten Resultate der Nationalsubseription in den größeren Provinzialstädten sind nicht sehr bedeutend. Nancy, welches in einem Telegramm nach Ver—
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sailles eine Million versprach, hat bisher nur 650,000 Fr. eingeschickt; die großen Kaufleute von Marseille haben als Erträgniß einer ersten Subscription 299,833 Fr. dem Präfecten über- reicht; in Bordeaux hat die Handelskammer mit einer Zeichnung von 25,000 Fr. das Beispiel gegeben; in Rouen stellte sich der Erzbischof Car- dinal Bonnechose mit einer Gabe von 5000 Fr. an die Spitze. Die Pariser Theater und Ver⸗ gnügungslokale widmeten der Subscription ihre Einnahmen am Abend des 28. Januar(des Jahrestages der Capitulation), dieselben betrugen im Theatre frangais 7451 Fr., in der Komischen Oper 2500, im Gymnase 4150, im Chaätelet 4000, überall zusammen circa 30,000 Fr. Die Reclame hat nicht versäumt, sich der Sache zu bemächtigen und Restaurants, Gewerbsleute u. s. w. zeigen an, daß sie die Einnahme dieses oder jenes Tages dem patriotischen Werke widmen wollen.
— Die Aufführung von Sardou's„Rabagas“ im Vaudeville Theater, einer Satyre auf die Partei Gambetta's, veranlaßte antirepublikanische Manifestationen. Um der Erneuerung derselben vorzubeugen, wurde das Stück verboten.
— Die Nationalversammlung nahm in ihrer Sitzung den Gesetzentwurf, betreffend die Kündi— gung der Handelsverträge, an und verwarf als— dann den Antrag Duchatel's auf Rückkehr der Versammlung und der Regierung nach Paris mit 377 gegen 318 Stimmen. Man versichert, der Minister des Innern habe erklärt, er werde seine Demission geben.
— Der deutsche Generalpostdirector Stephan ist hier eingetroffen. Der Abschluß des deutsch— französischen Postvertrages ist, wie man hört, neuerdings wieder auf nicht unerhebliche Schwierig⸗ keiten gestoßen.
— Der„Moniteur“ hält mit seinen Sub— seriptionslisten noch zurück, versichert aber, daß der Zuspruch alle Erwartungen übertreffe, und will einstweilen nur zwei Beispiele anführen: Eine Dame, Frau Lepel-Cointet, die Gemahlin eines reichen Industriellen, hat für sich allein hundert tausend Francs gezeichnet: Baron Théuard, ein bekannter Gelehrter, bietet sechzigtausend Francs unter folgenden Modalitäten: 10,000 Fre. sofort und je 10,000 Frs. zu jeder neuen, durch die öffentlichen Sammlungen aufgebrachten halben Milliarde.— Von anderen Subscriptionen werden folgende Ziffern bekannt: Rouen 40,000 Frs., Bordeaux 40,000, Compiègne 37,000, Chau- mont 25,000, Tours 13,403, Cherboarg 5452, Rheims 4135, die Damen von Rochefort 125,000, die Sammlung des„Phare de la Loire“ in Nantes 10,635, das 17. Artillerie-Regiment(in la Fere) 10,000 Frs. u. s. w. Das Comite von Nancy schlägt vor, man solle einstweilen nur Zeichnungen in der Form von Beitrittserklärungen entgegennehmen, welche erst dann verbindlich werden sollen, wenn die Subscription mindestens 500 Mil- lionen erreicht hätte.
— Seit der harten Verurtheilung der beiden Rabourdin wegen dem Feinde geleisteter Proviant lieferungen herrscht ein panischer Schrecken in dem Departement Seine ⸗et⸗Oise; denn groß ist die Zahl derer, welche in dieser Hinsicht kein reines Gewissen haben. Auch hat schon mehr als ein Pächter von Rambouillet und Umgebungen einst— weilen das Weite gesucht.
— Die von mehreren Journalen gebrachte Mittheilung, daß die französische Regierung Deutschland drei Milliarden in Eisenbahnpriori— täten als Bezahlung der Kriegsentschädigung an— geboten habe und das Anerbieten angenommen
worden sei, ist unbegründet. Sprache aus.
Versailles. Der Finanzminister hat am
31. Jar, an die deutsche Regierung 80 Millionen
abgeführt. Großbritannien. London. Das Journal „Echo“ ist zu der Mittheilung ermächtigt, daß
ben neuesten Nachrichten zufolge Hoffnung vor—
handen sei, für die neuerdings in der Alabama— frage hervorgetretenen Schwierigkeiten eine Lösung
zu finden durch die Erklärung der Unionsregie⸗ rung, daß sie nicht beabsichtige, auf der Recla-
mation wegen des invirect durch die Kreuzer der
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Südstaaten und die Anerkennung der Conföde⸗ rirten als kriegführende Macht verursachten Schadens zu bestehen: jedoch würden die bezüglichen Röcla⸗ mationen dem Actenmaterial einverleibt, um den sonstigen Beschwerdepunkten größeren Nachdruck zu verleihen. 5
— Am 2. Febr. herrschte hier ein heftiger Sturmwind. Von der schottischen Nordwestküste wurden mehrere Schiffsunfälle gemeldet.
Amerika. Ueber die lüderliche Art des Aufbaues von Chicago klagen dortige Zeitungen sehr stark. Die„Tribune“ schreibt:„Ohne einen Schaden an Menschenleben zu wünschen, müssen wir behaupten, daß es besser wäre, wenn die meisten dieser Gebäude noch vor dem Frühjahr umgeblasen würden.“„Das„Chronicle“ sagt: „Unsere Einwohner müssen verrückt geworden sein. Dieselben glauben, daß ein Gebͤude schon feuer— fest ist, wenn nur Ziegel zu dessen Aufbau ver⸗ wendet werden. Wird diese Methode des Bauens nicht bald aufgegeben, so wird gewiß jede an- ständige Versicherungscompagnie, deren Policen etwas werth sind, in unserer Stadt keine Ver- sicherung mehr aufnehmen.“
* Friedberg. Man meldet aus Wiesbaden, daß auf dem dortigen Friedbofe am 28. v. M. eine blühende Rose gefunden wurde. Hierzu können wir bemerken, daß auf biesigem Friedhofe am 12. Januar mehrere Penseestöcke in voller Blüthe unter der Schneehülle entdeckt wurden.
Gießen. Der„Gießener Anzeiger“ meldet vom 2. Febr.: Heute Nacht mit dem Coutierzug kam ein un⸗ heimlicher Passagier bier an. Ein nobel aussehender Reisender erschoß sich zwischen Vilbel und Friedberg in einem Coups I. Classe. Der Selbstmörder ist unge— fähr 28—30 Jahr alt und hat rothbraune Haare. Der Schuß traf unmittelbar das Herz und ist mit einer neuen Doppelpistose ausgeführt. Es ist dies jedenfalls wieder ein unglückliches Opfer der Spielwuth. An baarem Gelde hatte der Mann l fl. und eiliche Kreuzer, dagegen von Legitimationspapieren keine Spur, man fand bei ihm nur eine leere Brieftasche.
Frankfurt. Wie sehr dei dem dermaligen freiern Verkehr ꝛc. die Thätigkeit des hiesigen Polizetaussichtsper⸗ sonals in Anspruch genommen ist, kann daraus entnom⸗ men werden, daß, dem Vernehmen nach, allein seit Be⸗ inn dieses Jahres in hiesiger Stadt, 564 Personen wegen Bettelel, bezw. Obbachlosigkeit angezeigt und sistirt,
auch 67 in die Heimath dirigirt und desgleichen 215 wegen
liederlichen Umherziehens eingebracht wurden, abgesehen von den Anzeigen wegen Diebstabls und sonstiger Vergehen.
Frankfurt. Der am Montag durch einen bis jetzt noch nicht vollständig ermittelten Räuber lebensgefährlich verwundete und beraubte Viehhändler Homburger aus Offenbach befindet sich immer noch in bewußtlosem Zu⸗ stande. Boulllon und Milch werden ihm lheelöffelweise eingetteufelt. Die Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten, ei noch eine höchst geringe. Gegen den in Bockenheirr mit seiner Geliebten verhafteten Völker liegen sehr ver— dächtige Indicien vor. Derselbe gibt zu, an dem frag⸗ lichen Vormittag in der Mietze'schen Wicihschaft auf der Allerheiligengasse gewesen zu sein, räumt auch ein, einen Schützenrock angehabt zu haben, leugnet aber die That, und namentlich, daß er an diesem Tage ein Beil, das allerdings verschwunden ist, bei sich gehabt habe. Das bei seiner Geliebten in einem Strumpf und sonstigen Lappen im Bell verborgene und gefundene Geld soll ber 300 fl. betragen haben, und bezeichnete dieselbe es als ihre Er⸗ sparniß. Völker soll am 29. Jau., wie weiter erzählt wird, ziemliche Ausgaben gemacht und Schulden bezahlt haben.
In Würzburg kam es in der Nacht vom 25. zun! 26. Jan. zu Conflicten zwischen ruhig nach Hause gebey— den Sindenten und Polizeisoldaten, welche ohne jedwede Veranlassung erstere mit blanker Waffe angriffen und einige derselben schwer verwundeten. Auch auf der Poli— zeiwache, wohin die Polizeisoldaten die Verwundeten ab führten, wiederhollen sich die rohen Ausschreitungen der Polizeisoldaten, die u. A. einen Studenten mit den ihnen erst neuerdings als Waffe übergebenen Todschlägern lebens⸗ gefährlich verletzten. Der Senat der Universität hat so⸗ sort bei dem Stadtmagistrat Schritte gethan, damit dieser ähnlichen Ausschreitungen seiner Vollzugsorgane künftig mit aller Energie vorbeuge.— Mittlerweile hat der Sladi⸗ magistrat jedoch eine Erklärung erlassen, wonach die Poli— zeimannschaften nicht ohne jede Veranlassung gegen Studirende einschritten. Einige 20 Studirende hätten vielmehr sich nächtliche Ruhestörungen zu Schulden kom: men lassen und sich bei ihrer Arrestation den Polizei⸗ mannschasten thätlich widersetzt. Dabei habe sich allerdings ein Polizeisoldat zu einem schweren Gewaltsmißbrauch hinieißen lassen; der betreffende Schuldige sei aber be— reits seines Dienstes enthoben. Von einer Bewaffnung der Polizeimannschaften mit Todschlägern ist dem Magistrat nichts dekannt.
Berlin. Ein französischer Garde Offizier feierte dieser Tage hier seine Hochzeit in der kalholischen St. Hedwigskirche. Die bisher der jüdischen Religion angehörte Braut, deren Bekanntschaft der Bräutigam in einer benachbarten Festung gemacht, zur kathslischen Kirche übergetreten.
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