Ausgabe 
4.1.1872
 
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d minister nichts mehr zu erwidern. Er bat,

7 5 Vernehmung anf ein nächstes Mal zu dertagen, und in der That wurde er zu diesem Behufe auf nächslen Donnerstag vorgeladen.

Der General- Gourerneur von Algerien hat, wie dasJournal officiel meldet, von dem Commandanten der Divistion Oran, General Osmont, folgendes Telegramm erbalten:Oran, 29. December, 1 Ubr 12 Min. Nachm. Unsere Gums baben am 23. December einige Lieues südöstlih von Megub einen prächtigen Ersolg gegen Si-Kaddur-uld-Hamza davongetragen. Sie baben ihn erreicht, angegriffen und nach einstün⸗ digem Kampfe, in welchem sie ihm ungeführ 150 Mann Cavallerie tödteten, vollständig in die Flucht geschlagen. Sie eroberten eine anscbnliche Beute, zwei Fahnen und das Siegel Si, Kaddur's, Dieser selbst ist beinade ohne Begleitung in östlicher Richtung entflohen. Viele Stämme, welche mit Si⸗Kaddur gingen, baben sich uns genähert und ergeben sich. Oberstlieutenant Gaine, der unsere Gums unterstützt, sollte am 25. in Megub ein- treffen, um dort die Unterwürfigkeits erklärungen enigegenzunebmen.

Versailles, 31. Dez. Der Präsident der Republik und der Präsident der Nationalversamm- lung mit den Mitgliedern seines Burcaus haben sich gegenseitig Besuche ad gestattet. Die Zu sammenkunft war sehr herzlich; es wurden jedoch keine Reden gehalten. Zahlreiche Deputirte aller Parteisärbungen wurden hierauf von Thiers empfangen. Die Deputirten deglückwünschten den Präsidenten der Republik, indem sie die Hoffnung auf den Erfolg seiner versöbnlichen Polftik aus- sprachen. Der heute stattgehabte Empfang wachte einen guten Eindruck. Gontant-Bicon, der neu ernannte Botschafter für Berlin, wird Dien- stag auf seinen Posten abgehen.

Charleville. In Folge des in der fran- zösischen Marketenderbaracke an zwei baperischen Soldaten verübten Mordanfalls, wobei der eine tödtlich, der andere schwer verwundet wurde, ist eine strenge Untersuchung eingeleitet In den bis- herigen Verbällnissen zu den französischen Behörden und Einwohnern ist keine Veränderung eingetreten. Die von Pariser Journalen verbreitete Nachricht, französische Notabeln seien als Geißeln weggesührt worden, ist unbegründet.

Großbritannien. Londen. Die Ge⸗ nesung des Prinzen v. Wales macht befriedigende Fortschritte. Die Königin erließ ein Dankschreiben an die Nation für die bewiesene rührende Theilnahme.

DieTimes äußert sich in einem Artikel, welcher eine Uebersicht über die Verhältnisse der einzelnen Länder Europas am Schlusse des Jahrts gibt, dahin, daß das siegreiche Deutschland das einzige Land sei, in welchem Regierung und Volk vertrauensvoll Hand in Hand gehe. Während Frankreich durch seine Träume nach Rache nur zur Consolidatien Deutschlands beitrage und am Abhange der Anarchie zittere, suche Dentschland seine Sicherheit in Loyalität und Disciplin.

talien. Rom. Am 1. Jan. begab sich auf Befehl des Königs der Adjutant desselben, General Pralocmo, von einem Orvonnanzoffizier begleitet, in den Vatican, um den Papst im Namen des Königs zu beglückwünschen. Cardinal Anto- nelli, welcher den General empfing, erklärte, der Papst könne ihn wegen eincs leichten Unwohlseins nicht empfangen; er werde jedoch dem Papste die freundliche Botschaft des Königs überbringen. Der Cardinal bat den General, dem König zu danken und den Ausdruck seiner Ehrerbietung zu überbringen.

Der König Victor Emauuel ist hier ein⸗ getroffen. Die Telegraphentonferenz beschloß, im Jahr 1875 in Petersburg zusammenzutreten. Der Senat genehmigte die Etats für 1872 und die provisorische Forterhebung der Steuern bis Ende Februar.

Spanien. Madrid. Man versichert, daß wegen Ernennung eines neuen Generaltapitäns für Cuba eine Ministerkrisis entstanden sei.

Rußland. Petersburg. DasJournal de St. Petersbourg constatirt den cordialen Empfang, den der Großfürst Alexis in Amerika gefunden habe, und bemerkt dazu: Die berzliche Aufnahme des Großfürsten wird in ganz Rußland eine tiefe Befriedigung erzeugen. Rußland wird sie nicht vergessen. Der Weltfrieden und der Fort-

schritt der Humanität könne durch das russisch⸗ amerikanische Einvernehmen nur gewinnen. Amerika. Die letzten Nachrichten aus Mexico tdun dar, daß die Wirren daselbst keine Aussicht auf baldige Beilegung bieten. Es be stätigt sich, daß die Regierungstruppen in Saltillo mit den Insurgenten capituliren außten. In Matamoras ist den fremden Kaufleuten Seitens der Regierung eine Contribution von 60,000 D. auferlegt worden, aus dem einfachen Grunde, weil Geld zur Bezahlung der Truppen da sein muß und weil man tes eben nimmt, wo man es findet.

Gießen. Verflossenen Samstag Abend wurde am hiesigen Bahnhof eine jugendliche Betrügerin im Alter von 12 Jahren angebalten, welche sich der größten Schwindelcien auf den Namen eines hiesigen sehr acht⸗ baren Mannes schuldig machte. Die Kleine, aus Wetzlar gebürtig, ging mii einem Raffinement vetan, daß man etstaunen muß. Es bezeigt dies die Masse von Waaren, als: Goldschmuck, Kleider, Schirme 2c., welche sich in die Hunderte von Gulden delaufen, die der Kleinen apge⸗ nommen wurden.

Frankfurt. Die Landwirthschaftliche Creditdank hat mit dem 1. dieses ihre Geschäftsthätigkeit begonnen.

Offenbach. Dem Vernehmen nach ist der in der Ziehung am 1. Dezember berausgekommene böchste Treffet der östexteichischen 180 4Amr 100 fl.⸗Losse im Betrag von 200 000 fl. in die Hände einer Offendacherin gefallen.

Darmstadt. Wie biesige Blätter melden, wird in Kürze eine Kriuk der vielbesprochenen Kerz'schen Unter- suchungssache von Seiten eines tenommirten diesigen Rechtsanwalts der Oeffentlichkeit übergeben werden, auf welche Publikasion man allgemein gespannt ist. Den evangelischen Geistlichen, resp. auch den Candidaten der Tyeologie, soll das Verbot des Schnur barttragens wiederum eingeschärft werben.

Die Stadt Bensheim wurde am 27. Dezember von einem schweren Unglück heimgesucht. Ein Brand zerstörte vierzehn Häuser und das Mobiliar derselben konnte nur theilweise gerettet werden.

Mainz. Wie sich auch wieder dei dem jetzigen Quartalschluß gezeigt dat, ist die Wohnungsnoth noch immer im Zunehmen und die Miethpreise find auf eine schreiende Höbe gelangt.

Rüdesheim. Bier Soldaten, in Bingerbrück stationttt, kamen am 28. Oez. über das Eis von Bingen herübet und wollten Nachmitlags wieder dahin zurück⸗ kehren. Zwei von ihnen sind nicht dort angekommen und haben wahtscheinlich wegen des starken Duftes und der eingetretenen Dämmerung die rechte Bahn versehlt; es liegt die Vermuthung nabe, daß dieselben in einer offenen Selle des Rheins ihren Tod fanden. Ein gleich trauriges Schicksal traf vermuthlich einen Jungen von 12 Jahren aus dem gegenüberliegenden Kempien. Derselbe war in Be⸗ gleitung seines Vat r das Eis hierber gekommen und trat etwas früh sein Vater den Heimweg an. Der Vater kam 81 nach Hause, aber der Junge wird selt dieser Zeit vermißt.

Biberach. Eine dabier statigehable Versammlung süddeuischer Papierfabrikanten hat den Beschluß gefaßt, in Felge der Steigerung sämmtlicher Matertalien die Papierpreise mindestens um 1 kr. per Pfund getzen die Frübjährepreise zu erhöhen.

In Hof ist am Weihnachts morgen eine Frau leben- dig verbrannt. Man vermuthet, daß der Geruch von aussirßmendem Gas sie veranlaßt batte, mit dem Licht nachzusehen, daß sie während dessen betäubt niedersank

und das Licht ihre Kleiber entzündete. Ihren Mann 4

und ihr Kind fand man, gleichfalls vom Gas betäubt, aber noch lebend im Bett liegen.

In Erlangen verschied am 30. Dez. in der borgen Kreisirrenanstalt der seit drei Jahten bott sich befindende Gustav Chorinsky. DasErl. Tagbl. fügt hinzu, daß der Dlrector der genannten Anstalt, Professor Dr. Hagen, eine ausführliche Abhandlung über den Rechtsfall Chorinsky-Ebergenyi vorbereitet.

New⸗ York. Sccheunddreißig Passagiere des Todtenschiffes Franklin haben der Newyorker Einwanderungs-Commission eine Klageschrift über die ibnen auf der Fabri von Stettin nach Newyork an Bord desFranklin widerfahrene Behandlung übersendet und machen elwa folgende Angaben. Die Nahrungsmittel an Bord waren in den ersten vierzehn Tagen der Fabrt ziemlich gut; von da an aber wurden sie fast gänzlich ungenießbar. Das Trinkwasser war schlecht destillirtes Seewasser; das Pöckelfleisch war übermäßig gesalzen. Es wurde, ohne daß man sich die Mühe nahm, es zu waschen, mit Reis und Kartoffeln in dem schlechten Wasser gekocht und gewährte dies zusammen eine Kost, die fär Menschen und wohl auch für andere Geschöpfe nicht genießbar war, oder zuträglich sein konnte. Dae Brod, das verabreicht wurde, war nicht ausgebacken. Vier Tage vor der An⸗ kunft in Halifax gab man den Passagicten etwas Wein zum VBasser, dies balf aber dem Uebel nicht sonderlich ab. Es folgen aber nech andere Klagen über Unreinlichkeit, über den Schacher an Bord mit Wein und Bier ꝛc. Die Aus⸗ wanderungs⸗Commission wird die Passagicre und Offiziere des Schiffes ins Berbör nehmen lassen und wird man hoffentlich der Sache endlich auf den Grund kommen.

Frankfurt, 31. Dec. Börsenbericht. Wir erwähn⸗ ten bereits der ganz außerordentlichen Geldknappheit, die bei der Ulnmo⸗Rezulirung eingetreten war und troßz dieser Erscheinung wurden die Course nur wenig davon afficirt. Die Speculenten waren zu jedem Opfer bereit, wenn sie nur nicht idre Engagements lösen mußten, im Glauben, daß der Januar eine ausgiebige Hausse bringen werde. Bis jetzt zeigt die Thatsache, daß die Speculanten Recht dalten, denn sofort nach der Ultimo⸗Regulitung trat für alle Werthe eine bedeutende Steigerung cin, desenders günstig gefaltet sich die Position für lem dar dische Eisen⸗ vahnactien; dieselben gewannen seit der Ultime⸗Liguidation citca 10 fl. per Stsick. Au Creditactien erzielten eine Avance ven 7 fl. Wiener Nationalbank. avaucirten um 15 fl., das Steigen derselben geht von Wien aus wo man glaubt, daß der jetzige Reichsralh dedeutenden Aende⸗ rungen in der Bankacte zustimmen werde, wodurch einige Beschränkungen, denen die Nattenalbank wegen Ausgade der Noten unterworfen ist, aufgeboden werden sollen, wo⸗ durch das Geschäft der Bank sich alsdann freier entfalten kann. Oesterreichische Silderrente erfecuen sich der fort⸗ gesetzten Kauflust und ebenso herrscht starke Nachfrage nach allen östecreichischen Silberprioritäten. Staatspapiete ge⸗ sucht, mit Ausnabme von 1882er Amerikanern, die in Folge der fortgesetzten Kündigungen anbaltend ausgeboten werden. Wir machten in unsetem Bericht auf den dilligen Stand der 7procentigen Oregon- und California⸗Priotitäten ausmerksam und haben dieselben inzwischen um circa 1 Procent ihren Cours erböht. Die procentige nassauische Cabinet Anleihe(Privatanlehen des Herzogs von Nassau) ist pro 30. Juni 1872 gekündigt. Die Coupons der Livorno Prioriiäten werden mit Fires. 6. 37 Cent., die der Toscana Prioritäten mit Fres. 10. 62 Cent. bei den bekannten Zahlüellen eingeldst. Um die Zahlung in Geld zu erhalten, ist es notpwendig, daß ein Verzeichniß der Nummern aufgestellt wird, worauf deglaubigt sein muß, daß der Besitzer der Coupons auch der Inhaber det Odlignienen ist und muß von dem ltalienischen Consulat legalisirt sein. Die Inbader von säͤchsischen Oppolbeken⸗Psanddriesen machen wir wieder⸗ holt darauf aufmerksam, daß die Firma M. J. Kirch⸗ deim auf biesigem Platz Anmeldungen zur Concutsmasse entgegennimmt.

Verloosungen.

Darmstadt, 2. Jau. Bei der heutigen Gewinn⸗ ziebung der Darmstädter 50 fl., Loose fielen auf Nr. 19199 10,000 fl., auf Nr. 14321 79037 und 98158 je 1000 fl. und auf Nr. 51026 und 57651 je 400 fl.

Karlsruhe, 30. Dec. Bei der beutigen 4. Ge⸗ winnziehung der badischen 39 fl. Loose fielen die zebn Gewinne à 1000 fl. auf folgende Nummern: 16320 73429 81113 205708 222152 222179 268138 70853 338001 338039.

Braunschweig, 1. Jau. Bei der gestrigen(vierten) Gewinnziehung der Braunschweiger Thlr. 20,Loose fielen: auf Settie 6882 Nr. 5 20,000, auf Serie 79 Nr. 22 5000 auf Serie 5596 Nr. 14 2000 und auf Serie 6190 Nr. 36 600 Thaler.

* Grubenholz⸗Versteigerung.

7 Freitag den 5. Januar 1872, Nachmittags 1 Ubr, 54 Paufen oltes Grubenholz und Zimmerspäne an den Bad Nauhelm am 30. Dezember 1871.

werden auf dem Großherzoglichen Dorbelmer Bergwerk Meistbietenden öffentlich versseigert. Großberiogliches Bergamt Dorheim. Tecklenburg.

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