Munition als ein Staatsgeheimniß zu betrachten und zu behandeln ist.
Gumbinnen. Laut amtlicher Mittheilung ist im Dorfe Sdorren in der Nähe der Kreisstadt Johannisburg die Cholera ausgebrochen, welcher bereits einige Personen erlegen sind.
Frankfurt. Regierungsrath Hergenhahn zu Wiesbaden ist zum Polizeipräsidenten der Stadt Frankfurt ernaunt worden.
Straßburg. Nach Vernehmen der„Köln. Zeitung“ sollen die Generalrathswahlen künftigen 1. Dezember vorgenommen werden. Bezüglich der Option stellt sich jetzt nach übersichtlicher Schätzung die auffallende Thatsache heraus, daß verhältniß⸗ mäßig acht- bis neunmal so viel Katholiken und viermal so piel Israeliten als Protestanten op⸗ tirt haben.
— In den jüngsten Tagen hielt sich eine aus Militär- und Civil Mitgliedern bestehende Commission in Weißenburg und Lauterburg auf, um wegen Schleifung der Festungswerke in vor ⸗ bereitende Unterhandlungen zu treten. Da die beiden Städte schon längst ihre Bedeutung als Waffenplätze verloren haben, so kann von den Bewohnern die in nahe Aussicht gerückte Be⸗ freiung von den einengenden, vielen Interessen nachtheiligen Wällen und Gräben nur freudig be⸗ grüßt werden.
Metz. Man schreibt dem„Schw. M.“: „Daß hier die Option ein bedeutend stärkeres Contingent als irgendwo stellen werde, war nach der Lage der Verhältnisse außer allem Zweifel, und man gab sich in dieser Beziehung an maß- gebender Stelle keinen Illusionen hin. In den letzten Tagen vor dem 1. October steigerte sich das Optionsfieber zu einer wahren Wuth, die Beamten konnten die Arbeiten beinahe nicht über⸗ wältigen; sogar nach besagtem Tage wollte man noch optiren. Die amtliche Zahl der in der Stadt Metz optirt Habenden erreichte die Höhe von 8192, die im Landkreise Metz 5432. Aber auch hier dachte der größte Theil der Optirenden gar nicht ans Auswandern.“
Ausland.
Oesterreich. Laut Bericht der Behörde sind bis 30. October früh in Ofen vierundneunzig Cholerafälle vorgekommen, wovon siebenundzwanzig einen tödtlichen Ausgang nahmen. Von 29 gleich- falls erkrankten Soldaten sind 5 gestorben.
Frankreich. General Ducrot erließ anläß- lich der Uebernahme des Commandos des 8. Armee⸗ corps(Bourges) eine Proclamation, welche besagt: Nach schweren Prüfungen und Mißgeschicken müssen wir uns ins Gedächtniß zurückrufen, daß auf dem Schlachtfelde die Begeisterung nicht die Vorbe⸗ reitung, d. h. angestrengte Arbeit, ersetzen kann. Die Armee ist die Seele der Nation. Vor Kurzem schien es, als ob man das vergessen hätte. Heute aber treten Alle, reich und arm, in unsere Reihen ein. Niemals werden uns gebieterischere Pflichten auferlegt sein. Wenn wir unterrichtet, disciplinirt und stark werden, so werden wir im Innern unsere Feinde bezwingen, ohne zur äußersten Strenge unsere Zuflucht zu nehmen. Diejenigen, welche wir Schritt für Schritt, vom Rhein bis zur Loire, bekämpften, werden vielleicht einmal bedauern, unser Herz auf immer zerrissen zu haben, als sie Frank- reich seine theuersten Kinder entrissen.— Man sieht General Ducrot ist immer noch der frühere Held der Phrase. 7
— Das Comite zur Unterstützung der nach Algerien auswandernden Elsaß Lothringer ver⸗ öffentlicht eine erste Liste von Subseriptionen, auf welcher Frau Thiers mit einer Gabe von 500 Frs. und Frl. Dosne mit einer Gabe von 200 Frs. figuriren. Das Gesammterträgniß dieser Liste be⸗ läuft sich auf 20,760 Frs.
— Michel Chevalier, der alte Vorkämpfer des Freihandels in Frankreich, wird in Folge der Gerüchte, welche dem neuen englisch⸗französischen Handelsvertrage vorangehen, nachgerade an Eng— land irre und versteigt sich zu der im Munde eines Franzosen gewiß merkwürdigen Prophezeihung, daß Preußen, wie es schon den politischen Einfluß
Großbritanniens an sich gebracht habe, diesem!
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Staate auch seine tonangebende Macht auf wirth⸗ schaftlichem Gebiete entreißen werde.
Amerika. Aus Newpork wird kelegraphirt, daß eine Pferdekrankheit in Newpork und Boston besonders slark auftritt und im Geschäftsverkehr bedeutende Hemmung verursacht. Die Folgen der- selben dürften bald auch in Europa verspürt werden, denn die europäischen Dampfschiffe, welche am 26. Oct. von Newhork abgingen, konnten die für sie bestimmten Ladungen nicht voll aufnehmen, da keine Pferde da waren, um die Frachtwagen nach den Verladungsplätzen zu bringen. In Newyork allein sind 30,000 Pferde erkrankt, und man sieht fast kein Pferd in den Straßen.
Bad Homburg. Dieser Tage ist der trente et quarante-Tisch, an dem mit Silber gespielt wurde, auf⸗ gehoben worden und es wird nur noch an einem Tisch mit Gold und Banknoten gespielt.
Frankfurt. Der Landwirihschaftliche Club wird sich in seiner kommenden Montag statifindenden Sitzung mit der Belastung des Grundbesitzes und der Landwirthschaft durch die Steuergesetze(Reserent Hr. Prof. Dr. Leisewitz!) und mit der Frage: Lohnt es, in unserer Umgebung Pferde zu züchten?(Referent Hr. Pfeil) beschäftigen.
Darmstadt. Die constituirende Sitzung des Comite's für Errichtung eines Denkmals zum Gedächt⸗ nisse der Betheiligung der Hessischen Division an dem Kriege von 1870,71 fand am 29. October dahier stait. Das Comite erwählte den Herrn Fürsten von Mienburg- Büdingen zu seinem Präsidenten, sowie cinen geschäftsleitenden Ausschuß, bestehend aus den Herren Ge— heimerath Goldmann, Kabrikant Gail von Güßen, Bürger⸗ meister Wallau von Mainz, Hofg.-RNath Hahn, Com merzienrath Wendelstadt und Hofg.⸗ Rath Weber aus Darmstadt. Dieses Comite soll für die Organisalion von Local-Vereinen, sowie den Eilaß eines Aufrufs zur Ver⸗ anstaltung von Sammlungen die erforderlichen einleitenden Schritte thun. Die Platzfrage wurde durch die in Frank⸗ furt abgehaltene Versammlung als in dem Sinne ent⸗ schieden betrachtet, daß das Denkmal„in Darmstadt oder dessen unmittelbarer Umgebung? errichtet werden soll.
In Darmstadt ist ein gjähriger Knabe, Conrad Kaufmann, seil dem 18. v. Mis. verschwunden, und hat bis jetzt üder seinen Verbleib nichts ermittelt werden können.
Von Mainz wird berichtet, daß am 30. d. die Prinzessin Alice dort anwesend war und die Entbindungs⸗ anstalt besucht hat.
Wiesbaden. Die königliche Regierung zu Wiesbaden hat für Ergreifung des Jacob Koch aus Ehren eine Belohnung von hundert Thalern ausgesetzt. Derselbe ist bekanntlich dringend verdächtig, am 1. September d. J. auf dem Felde bei Niederhadamar den Kammmachergesellen Carl Zwicker aus Creuznach beraubt und ermordet zu haben.
Dresden. Die goldene Hochzeit des Königs von Sachsen soll mit ungewöhnlichem Glanze gefeiert werden und Alles bereitet sich vor, den 9. November zu einem Fest⸗ und Freudentage zu gestalten. Als hoch interessantes Detail wäre mitzutheilen, daß die als Festmusik gewählte Cantale dieselbe ist, welche Karl Maria v. Weber vor fünszig Jahren zur Hochzeitsfeier des gekrönten Paares componirte. Die Cantate ist bis jetzt nicht gedruckt.
Berlin. Nach einer amtlichen Zusammenstellung der Brauereien in dem Gebiete der norddeusschen Staaten während des Jahres 1871 waren 11,322 Brauereien vor⸗ handen, von welchen 1104 geruht halten, die Blauereien waren zum Theil fixirt zum Theil unfixirt. Der böchste Betrag des Steuerfixums, welcher für die einzelnen Brauereien entrichtet wurde, belief sich auf 12000 Thlr. und kam nur in Berlin vor. Außerdem betrug das größte Fixum 10,000 Tylr. und zwar in der Provinz Schleswig⸗Holstein. Die Zabl der Brauereien, welche über 2000 Cir. Braumalz versteuerten, war 521. Eilaubniß⸗ scheine zur steuerfreien Haustrunkbereitung wurden 27,983 ausgegeben. An Blaumalzsteuer wurden 3,85 1,000 Tylr. vereinnahmt, wovon allein auf Berlin 364000 Thlr., also fast der zehnte Theil kommen. Die Seelenzahl der be- zeichneten Staaten war auf 29 429,501 berechnet, wovon 136,997 Personen abgehen, für welche der Haustrunk steuerfrei bereitet worden ist. Es kam durchschnitlich auf den Kopf an Consum 19 ½ Quart und an Steuer 3 Sgr. 11 Pf.
Aufruf.
Bismarck-Stipendium für Straßburg. Gestistet von Suudirenden deutscher Hochschulen. Straßburg die deussche Reichs ⸗Universität ist
eröffnet. Im Hinblick darauf begannen wir vor
wenigen Monaten Beiträge für ein Stipendium zu sammeln, zu dem doppelten Zwecke, unbemittelten
Studirenden den Besuch der im Grenzlande ge:
legenen Universität zu ermöglichen und dem Reichs-
kanzler, der neuerdings für die Befreiung der
Wissenschaft und der Schule von fremdem Einslusse
so erfolgreich aufgetreten, ein bleibendes Denkmal
in Verbindung mit der Wissenschaft zu setzen.
Das Bismarck ⸗ Stipendium in den deutschen Städten und von den in Nor amerika und Rußland lebenden Deutschen lebhaft unterstützt, hat bei der Straßburger Eröffnungs⸗ feier seine erste Gabe anmelden können. Wir erneuern unsern Aufruf und fordern alle Die. jenigen, welche die Bedeutung dieser nationalen Ehrensache begreifen, zur Bildung von Lokalcomités und zur directen Einsendung von Beiträgen auf.
Uasere Gelder verwaltet Herr Geh. Comm. Rath F. W. Krause, Leipzigerst. 45. Die
Statuten werden unter Vorbehalt der Genehmigung
des Reichskanzlers, der wir uns auch für unser Herren Prof. Dove, Prof. Bruns und Prof,
v. Holtzendorff festgestellt werden. Berlin im Mai 1872.
E. v. Hartmann, Stud. jur., stellvertreten⸗
Im Anschluß an den obigen Aufruf und enl-
sprechend dem uns ausgedrückten Wunsche des Berliner Comités richten wir an unsere Mitbürger
in Stadt und Land die Aufforderung, dem patrioti-⸗
schen Unteenehmen der Gründung eines Bismarck
gewonnenen Reichslanden und dem Reiche zu knüpfen und gleichzeitig ein Denkmal der großen, jüngst durchlebten Epoche deutscher Geschichte zu
Theil werden zu lassen. Die mitunterzeichneten Dr. Köhler, Bergrentmeister Nebhuth, Dr. Schmid und E. Trapp IV. sind zur Ent⸗ gegennahme freiwilliger Beiträge bereit.
zu dürfen.
seiner Zeit im Anzeiger veröffentlicht werden. Friedberg im October 1872.
Baur, Pfarrer. Dr. Diegel, Professor. Haas, Kreis⸗ Assessor. Klein, Reallehrer. Pr. Köhler, Professor. Matthias, Director. Dr. Möller, Real⸗ schuldirector. Nebhuth, Bergrentmeister.
Hofger.⸗Advocat.
am 31. October.
Heutiger Preis loco
Waizen, aute Qualität, fl. 142½ fle
Korn. fl. 9778591.
Gerste, fl. 10½.
Hafer, fl. 7½.
Kartoffeln, fl. 2½ ½. N Alle Preise verstehen sich 200 Pfund= 100 Kilo.
Original- Illustrationen wohlfeilste Frauen-Zeitung ist die seit sieben Jahren erscheinende
Moden welt.
Preis vierteljährlich 45 kr. Die practische Richtung des Blattes,
welche stets die Bedürfnisse der
Familie berücksichtigt, aber auch
den Anforderungen der eleganten Gesellschaft nicht minder Rechnung
trägt, macht jede einzelne Vorlage doppelt werthvoll. Die Schnittmuster — über 200 jährlich— sind ihrer vorzüglichen Auswahl und ihrer Genauigkeit wegen rühmlichst bekannt, nicht weniger die leichtverständlichen Auweisungen, welche selbst ungeübtere Hände geschickt machen, alle Gegen- stände der Toilette, Leibwäsche etc, selbst anzufertigen.
Abonnements werden jederzeit angenommen bei Bindernagel& Schlimpir in Friedberg.
Unternehmen erfreuen, und unter Zuziehung der
Das Berliner Comité für das Bismarck⸗ Stipendium. b E. Magnus, Stud. jur., Vorsitzender.
der Vorsitzender. R. Kuhls, Stud. phil,
Schriftführer. G. Hoppe, Stud. theol. L. Sauvage, Stud. theol. F. Semon, Stud. med.
Stipendiums an der Universität Straßburg, welches bestimmt ist ein neues Band zwischen den wieder ⸗
Jede Gabe wird mit Dank angenommen werden. Wir hoffen einer zahlreichen Betheiligung entgegen sehen
Die Liste der eingegangenen Beiträge wird
Curtman, Hofger.⸗Advocat.
Dr. Lorenz, Kreisarzt. Dr.
Dr. Schmid, Reallehrer. Dr. Schwabe, Director. Stam m, Seminarlehrer. Stein⸗ berger, Seminardirector. E. Trapp IV.,
productenbörse zu Friedberg
Nächste Börse Donnerstag den 7. Oktober, ö
2736 Die verbreitetste und trotz ihrer vortrefflichen
Auch im weiten Gebiet der Handarbeiten ist die Moden- welt die beste Lehrmeisterin. 0
werden, ihre Unterstützung und Förderung zu 1
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