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Samstag den 2. november.
M 129.
berhessiscer Anzeiger
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Fritdberger Intelligenzblalt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag
Für die Monate November und Dezember kann auf den„Obechessischen Anzeiger“ bei der Verlags-Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abonnirt werden.
Friedberg den 31. October 1872.
R i Die Martini dieses Jahres schuldigen Gefälle, als: Zeitpacht, Briefpacht, Fischereipacht und Forstdienerbesoldungsbeiträge u. müssen bis zum 5. November d. J. an den besimmten Zahltagen Dienstag und Donnerstag, Morgens von 8— 12 und Mittags von 2—5 Uhr, an das unterzeichnete Nentamt bezahlt werden, widrigenfalls Mahnung ꝛc. erfolgt. Die Großb. Bürgermeistereien ersuchen wir, dieses im Interesse ihrer Ortsangehörigen ortsüblich bekannt machen zu lassen.—
a ch ung.
Großherzogliches Rentamt Friedberg. Lin dec.
Deutsches Reich. Darmstadt. Nach dem von dem Grafen 1 erstatteten Aus schußbericht der ersten Kammer ider das Wahlgesetz liegen nur vier Meinungs- zerschiedenheiten gegenüber den Beschlüssen des anderen Hauses vor. Zunächst beharrt der Aus- schuß erster Kammer darauf, daß die Universität ion dem jeweiligen Kanzler vertreten werde, und vill ferner die Zahl der von der Regierung zu wnennenden Mitglieder der ersten Kammer nicht uf 12 erhöhen, sondern auf 10 belassen. So- dann sollen gewählte Beamte zu ihrem Eintritt iz die Ständekammer des Urlaubs bedürfen und swließlich der von der zweiten Kammer abgelehnte
Kusschluß der Mitglieder des Ministeriums wieder e werden. — 30. Oct. Die Abgeordnetenkammer er- nächtigte mit allen gegen drei Stimmen die Re— lierung zur Gewährung eines dreiprocentigen f Anlehens von 1,500,000 Gulden behufs der Stadt ⸗Erweiterung an die Stadt Mainz.
L 31. Oct. II. Kammer. In heutiger
Sitzung wurde bezüglich des Antrags der Abgg.
Hallwachs und Goldmann die Regierung ermächtigt: „Bei den von jetzt ab vorzunehmenden Pensioni— tungen die Zusicherung zu ertheilen, daß die etwa legen jetzt günstigeren Bestimmungen eines auf lem nächsten Landtage zu Stande kommenden Pensionsgesetzes für die Civilstaatsdiener den Pen- sonirten vom Tage ihrer Pensionirung an zugute— kmmen sollen. Die Kammer beschloß sodann die Lesten eines bei Gravelotte, zum Andenken der
in letzten Kriege gefallenen hessischen Offiziere und
Mannschaften, zu errichtenden Denkmals im Be— nage von ca. 3500 fl. auf die Staatskasse zu ibernehmen.
— Die erste Kammer hat bezüglich des Wahl gesetzes Beistimmung zu den Beschlüssen der Ab- beordnetenkammer beschlossen, aber die Zahl der dom Großherzoge zu ernennenden Mitglieder von 12 auf 10 herabgesetzt. Nicht uninteressant ist guch nech, daß Domcapitular Mouffang für das dllgemtine und directe Wahlrecht eintrat und Prinz ludwig dreijährige Kammersession und damit voll- fländige Neuwahl wünschte. Neu eingetreten waren Ninz Solms⸗Hohensolms Lich für seinen erkrankten heim den Fürsten von Lich und Prälat Simon — der k. preuß. Oberstlieutenant und per- senliche Adjutant des Prinzen Carl von Preußen, ton Zglinitzkti ist unter Entbindung von diesem Lerhältniß und Stellung à la suite des Großh. bessischen Artillerie⸗Corps zur Führung desselben, Major v. Lynker vom Hess. Artillerie- Corps zur
Tüßhrung des Garde- Feld- Artillerie-Regiments,
Peivistons Artillerie, Hauptmann David sohn im r. Artillerie- Corps zur Dienstleistung beim Hess. deld⸗Artillerie⸗Regiment Nr. 11, Coips- Autillerie, tummandirt worden.
L— Die viel verbreitete Nachricht von einer Ferusung zweier hiesigen Anwälte in das Hof⸗
gericht ist, gutem Vernehmen nach, vollkommen grund los.
Gießen. Die juristische Facultät dahier ist von dem beginnenden Winter ⸗Semester an um zwei ordentliche Professoren vermehrt worden, von denen Professor Dr. Bürckel über Pandecten, Professor Dr. Seuffert über Strasproceß lesen wird.
Berlin, 30. Oct. Das Abgeordnetenhaus erledigte den Antrag von Parisius, betreffend die Vorlegung eines Gesetz-Entwurfs über die Be⸗ wässerungs⸗ und Entwässerungs⸗Genossenschaften. Der Minister für die landwirthschaftlichen Ange— legenheiten erklärte, daß eine bezügliche Vorlage bereits in Vorbereitung begriffen sei. Das Haus nahm fast einstimmig den Commissions⸗Antrag an. Die zur Berathung gestellten Petitionen wurden erledigt.
— Das Herrenhaus setzte die Berathung der Kreisordnung fort und lehnte alle die Fassung des Abgeordnetenhauses wiederherstellende Anträge Baumstarck's ab, während es die§§. 85— 141 in der Fassung der Commissien annahm.
— 31. Oct. Herrenhans. Graf Brühl er- klärt, die Mittheilung der Presse über seine Unter- redung mit dem Kaiser sei im Wesentlichen richtig, aber unvollständig. Darauf wird der Rest der Kreisordnungsvorlage fast debattenlos nach den Commissione vorschlagen angenommen. Vor der Schlußabstimmung erklärt der Minister des Innern, Graf Eulenburg: Wenn das Htrrenhaus diese Vorlage gänzlich ablehnt, so würde das Ministerium unter anderen Verhältnissen seine Demisston ein- reichen. Unter den obwaltenden Umständen stehe das Ministerium davon ab. Denn das neue Ministerium würde ganz dieselbe Aufgabe vor sich haben. Die Ueberzeugung des Kaisers von der unabweislichen Nothwendigkeit des Zustandekommens einer Kreisordnung auf den Principien des Re— gierungsentwurfs sei unverändert. Im Falle der Ablehnung der Vorlage werde das Ministerium die Session sofort schließen und eine neue ein— berufen, der als erste Vorlage die Kreisordnung zugehen soll. Das Ministerium werde die ver⸗ fassungsmäßigen Mitteln anwenden, die Vorlage alsdann zum Gesetz werden zu lassen. Kleist— Retzow erklärt, das Interesse des Landes stände ihm über dem Ministerium, deshalb würden er und seine Freunde gegen den Antrag stimmen. Auch Graf Münster und Hasselbach erklären, gegen die Vorlage zu stimmen, weil dieselbe durch die Commissions-Anträge verstümmelt sei. In nament- licher Abstimmung wurde darauf die Vorlage mit 145 gegen 18 Stimmen abgelehnt.
— Die„Provinztal⸗Correspondenz“ bespricht die Berathung der Krtisordnung durch das Herren— haus. An die bekannte Aeußerung eines Herren— hausmitgliedes:„Wir hoffen noch recht viele Beschlusse zu fassen, welche dem Minister des Innern inacceptabel erscheinen“ anknüpfend, sagt
das Blatt: Das ist nicht die Stellung, nicht der Ton, in welchem die Conservativen Preußens mit der Regierurg verhandeln dürfen. Solchem Auf- treten und entsprechenden Beschlüssen gegenüber ist die Hoffnung, daß die durch die jetzigen Verhand⸗ lungen beabsichtigte Reform zum Abschluß gebracht werden könne, aufs Tiefste gesunken, ja, aufge⸗ geben. Dagegen ist der feste Wille der Regierung bezüglich der unerläßlichen und unverweilten Durch- führung des unternommenen Werkes unerschüttert. Die Regierung ist entschlossen, alle Kraft, alle verfassungsmäßigen Mittel daranzusetzen, daß die zu einer befriedigenden Lösung bereits erreichten Ergebnisse nicht wieder verloren gehen. Es handelt sich bei ven Beschlüssen zu solchem Zwetz nicht mehr blos um die Kreisordnungsfrage, es handelt sich um Fortgang oder Stillstand der Gesetzgebung überhaupt, um Ansehen und Macht der Krone und der von ihr berufenen Regierung.
— Personen, die zum Kriegsministerium in Beziehung stehen, wollen wissen, daß die Nieder- legung eines Theils der Festung Erfurt in naher Aus sicht steht. Es würden zwei Forts erhalten bleiben, hingegen auf den Höhen neue Befestigungen angelegt werden, welche dem jetzt in Anwendung gekommenen Forlificationssystem entsprechen.
— 31. Oct. Die gegenwärtige Landtags- sesston wird der„Kreuzzeitung“ zufolge, morgen, Nachmittag 2 Uhr, geschlossen. Die Eröffnung der neuen Session wird bis zum 12. November erfolgen.
— Nach einem Beschlusse des Bundesrathes soll am 10. Januar 1873 eine Viebzählung im ganzen Reiche vorgenommen werden. Dieselbe er— streckt sich auf Pferde, Maulthiere, und Maulesel, Esel, Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen, Bienen- stöcke und den im Jahre 1871 erzeugten Seiden- wurm. Für jedes Gehöfte oder Haus ist eine gesonderte Liste auszufüllen. Die Kosten der Zählung sind für Preußen auf 30,000 Thaler reranschlagt.— Durch die Zeitungen geben seit Kurzem Mittheilungen über zahlreiche Festungen, welche zur Umwandlung in offene Städte bestimmt sein sollen. Allerdings ist, wie die„Börsen-Ztg.“ bemerkt, ein Plan entworfen, nach welchem eine Umänderung unseres Festungssystemes in Aussicht genommen ist, so daß einzelne Festungen gänzlich aufhören, andere zum Theil nur ihre Festungs⸗ werke verlieren, noch andere aber zu Festungen ersten Ranges erhoben werden. Dieser Plan, zu dissen Ausführung eine Summe von circa 60 Millionen Thalern erforderlich ist, hat aber noch keine definitive Feststellung, ebenso auch noch nicht die Genehmigung des Kaisers erfahren.
— Die dem Kaiser vorgelegte Probe des neuen Infanterie-Gewehres ist bestätigt und ange⸗ ordnet worden, daß für die Neubewaffnung der Armee dergleichen Gewehre anzufertigen sind. Ferner ist angeordnet worden, daß die Construction des Insanterie-Gewehres und die dazu gehörige
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