Ausgabe 
2.3.1872
 
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Die 20. allgemeine Lehrerversammlung wird in diesem Jahre in Hamburg als bald nach den Pfingstfeiertagen gebalten werden. Eine Vor- versammlung findet am Abende des 20. Mai statt. Die Hauptsitzungen sind auf den 21. 23. Mai anberaumt. Auf der Tagesordnung der Haupt- sitzungen stehen bis jetzt folgende Vorträge: 1) Die Aufgabe und Organisation eines allgemeinen deutschen Lehrervereins und sein Verhältniß zur allgemeinen deutschen Lehrerversammlung; 2) die corporative Selbsthülse der Lehrer; 3) der Pro testantenverein in Bezug auf die Schule; 4) die Presse im Dienste der Schule; 5) der Confir⸗ mandenunterricht in seinem Verhältniß zur Schule; 6) deutsche Rechtschreibung vom Standpunkte und im Einklange mit der Sprachphysiologie und der deutschen Sprachgeschichte.

DerReichs anzeige verössentlicht ein Gesetz, betreffend die Erweiterung der Festungen Metz und Straßburg und die Beschränkungen des Grundeigenthums in den Umgebungen der Festungen Elsaß-Lothringens, sowie ein Gesetz, betreffend die Einsetzung außerordentlicher Commissäre zur Ver- waltung einzelner Gemeinden in Elsaß Lothringen.

Ausland.

Frankreich. Paris. Thiers weigerte sich, eine Deputation, welche die Einführung von Spiel- Anstalten befürworten wollte, zu empfangen. Derselbe erklärte, niemals seine Genehmigung hierzu zu ertheilen.

Am 15. v. M. fand in dem Circus der elysäischen Felder ein stark besuchtes Meetingzur Befreiung des Landesgebiets statt. Als Redner traten der Dichter Legouvé und der protestan⸗ tische Pfarrer Coquerel, dann gelegentlich auch die Hrn. Ferdinand v. Lesseps, Dorian, E. Nung, Desmarest und Oberst Denfert auf. Neue Be⸗ schlüsse wurden nicht gefaßt. Eine für den an⸗ gedeuteten Zweck eröffnete Sammlung ergab 14,171 Frs. baar und 44,141 Frs. in Zeich⸗ nungen, wozu dann noch 5000 Frs. als Ein-

Versailles. In der Sitzung der National- versammlung fand die Berathung des Antrags auf Wahl einer Commission statt, welche die Mittel zur schleunigeren Befreiung des noch occu⸗ pirten französischen Gebiets auefindig machen soll, Der Antrag wurde von dem Minister ves Innern in Uebereinstimmung mit der Commission bekämpft. Derselbe führte aus, daß die Nationalversamm- lung und Regierung sich keinem Fehlschlag aussetzen

dürfen. Ein solcher könnte noch verhängnißvoll werden. Die wahre Nationalsubseription sei eine

Anleihe; damit habe man schon einmal reüssirt. Dieselbe werde später abermals gelingen und Frankreich die Unterstützung von ganz Europa verschaffen. Der Antrag wurde hierauf von der Versammlung abgelehnt.

Belgien Brüssel. DieIndépendance belge bestätigt, daß der Graf von Chambord nach Dordrecht gereist ist.

Die AntwerpenerOpinion veröffentlicht eine Depesche aus Dordrecht, wonach Graf Cham bord bei seiner Ankunst in jener Stadt ausge- zischt worden sei.

DieIndépendance schreibt aus Paris: Die Rechte hat bei Thiers directe Schritte im Interesse der monarchischen Restauration gethan, erhielt aber von demselben einen entschieden ab- schlägigen Bescheid.

Großbritannien. London. DieTimes wird bezüglich der Antwort Amerikas aus Phila⸗ delphia unterm 28. Februar telegraphirt: Die Unionsregierung könne die Klageschrift nicht ändern. Der Vertrag enthalte genügende Bestimmungen für ein freundliches Abkommen vermittelst Schieds- richter, da beide Contrahenten verpflichtet seien, den Schiedsspruch als eine völlige und schließliche Lösung aller unterbreiteten Ansprüche anzunehmen.

Frankfurt, 1. März. Heute Morgen kurz nach 6 Uhr ist in der Judengasse eines der am stärksten bewohnten Häuser zusammengestürzt. Die Bewohner,

nahme des Meetings selbst traten. Es sollen nunmehr jeden Sonntag derartige Versammlungen abgehalten werden.

deren Zahl 30 übersteigen soll, waren fast alle im Hause, tbeils in den Betten, und wurden ausnahmslos ver schüniet. Von 6 bis 7 bis jetzt ausgegrabenen Opfern waren 3 todt.

Eingesandt

B. Friedberg. Am 3. März d. J. wird es jährig, daß in dieser Stadt die officielle Nach⸗ richt einlief, zu Versailles sei der lang ersehnte Friede abgeschlossen worden, und es ist wohl bei allen Bewohnern unserer Stadt die Erinnerung an die vorjährige

Friedensfeier noch eine recht lebhafte Wir halten es am Platze, daß in gerechter Würdigung der vorher erfolgten Welt erschütternden Exeignisse, die uns diesen, hoffentlich dauernden Frieden und ein großes mächtiges, nach Innen und Außen geachtetes Vaterland wiedergegeben, und bei der dankbaren Anerkennung dessen, was das ganze deutsche Heer und seine vortrefflichen Führer geleistet und das ganze begeisterte Volk opferwillig gethan dieser Tag, ein unvergeßlicher Friedensfeiertag

bleiben werde und möge. Wir glauben deßhalb hier- mit anregen zu dürfen, daß wenigstens dieser Tag, gleich wie früher der 18. October gefeiert wurde, alljährlich durch ein äußeres Zeichen, etwa durch Beflaggen der Häuser, in unserer Stadt geehrt werde.

Frankfurt a. M., 29. Februar. Die heutige Ullimoliquidation nahm in Folge der allgemein günstigen Lage des Geldmarktes einen sehr guten Verlauf und hielten sich Reportsätze auf 4 5%. Demgemäß gingen denn auch die Kurse der Spielpapiere, welche im geftrigen Abend⸗ Privatverkehr ziemlich weit heruntergesunken waren, wieder in die Höhe, und zwar Creditactien bis 365%, Staatsbahn, trotz der schlechten letzten Wocheneinnahme (52,000 fl. Minus) auf 411, Lombarden 216 ½½, Nationalbank 878-79. Mehr als bei den reinen Speculatlonseffecten machte sich die haussirende Tendenz wieder bei Bahnpapieren geltend, in denen anhaltend enormes Geschäft gemacht wird. Ungar.⸗Nordost wurden auch heute wieder in großen Beträgen bei 179 aus dem Markt genommen, sodann waren Ungar. Galizische, Alsöld und Raab⸗Grazer höher. Oesterr. Prioritäten ebenfalls andauernd beliebt, namentlich Siebenbürger⸗Elbthal Banken theilweise gefragter und Darmstädter, Meiningen, sowie Oesterr. Deutsche etwas höher. Stuttgarter Bank begehrt. In Loosen dominirten heute ö sterr.⸗6 00er sowohl durch den Umfang des Verkehrs als Höhe des Preises, der bis 92 ging. Kleinere Sorten ebenfalls lebhafter und partial höher. Von amerikanischen Werthen nur Sler und 82er im Umsatz.

renn 613 Dienstag den 5. März d. J., Morgens 9 Ubr an⸗ fangend, werden im blefi gen Gemeindewalde, Distrikt Aussicht, nachbezeichnete Holzsortimente versteigert: 80 Raummeter Nadel⸗Scheitholz,

58 5 Birken⸗Prügelholz, 4 Eichen⸗ 5 274 75 Nadel⸗* 2 2 Erlen⸗ 75 48,5 Nadel⸗Stockholz,

150 Wellen Buchen⸗Reisholz,

3780 Birken⸗Eichen-Reisholz, 15075 Nadel-Reisholz, 5800 Asen

450 Läste Dörner, 40 Eichen⸗Stämme, 17.48 Cubikmeter, 15 Nadel- 4.59

8 Birken⸗ 5 1,16 2 Stangen, 0,19 0 10 Nadel⸗ 5 0,57

Zahlungstermin 1. Oktober 1872. 5 Ober-Mörlen am 29. Februar 1872. Großherzogliche e Ober⸗Mörlen. e ck e l.

Bekanntmachung.

611 Freitag den 8. März, Vormittags 9 Ubr, werden auf hiesiger Ratbsflube folgende, zum Nachlasse des Poltzeidieners Philipp Günther dahter gehörende Immobilten:

Flur. Nr. Ruth.

I. 305. Hofraithe im Ort,

VIII. 368. 37½½ Acker über der Wehrbach, erbvertheilungshalber versteigert.

Fauerbach b. Fr. den 28. Februar 1872.

Großherzogliches Ortsgericht Fauerbach b. Fr. Helfrich.

1 Versteigerung. 607 Freitag den 8. März, Morgens 10 Uhr, läßt Karl Kunkel in Rockenberg gegen Baarzablung versteigern:

1) 2 bochträchtige Kühe(Roibscheck),

2) 1 Wagen(mit Oelfarbe angefirichen und zum Bespannen mit 1 Pferd oder 2 Kühen ein⸗ gerichtet),

3) 2 Pfluge, b

4) 1 Egge und sonstige Oekonomiegeräthe.

Mobiliar-Versteigerung. Vorschuf-& Credit-Verein zu Friedberg. 623 Montag den 11. März, Vormittags 9 Uhr, wollen(Eingetragene Genossenschaft.) die Erben der Philipp Schütz IV. Wittwe zu Ober⸗ Ausweis pro Februar 1872. 3 sämmtliche Haus- und Oeconomie⸗Geräthschaften Einnahme gegen Baarzahlung öffentlich versteigern lassen: 1 Kuh, F 1. Schwarzscheck, trächtig, 1 Wagen, 1 Pflug, 1 Egge und e. 110955. sonstige Oeconomie-Gerälhschaften, eine Partie Futter⸗ Depositen 4857. 2 und Roggenslroh, Heu und Spreu, 1 Küchenschrank mit Inkasso⸗Wechsel18677. 53 Schüsselbank 1 Commode, 2 Betistellen u. s. w. Fonto⸗Corrente46064. 48 Ober⸗Wöͤllstadt eden 11. Februar 1872. Spar⸗Einlagen 10816. 45 Großherzogliches Ortsgericht Ober⸗Wöllstadt. Darlehen 4 9696. e Auswärtige Correspondenten e eee 2 2 Stamm⸗Antheile, Monatsbeiträge 122. 42 41 kl klun 5 3 1 kl k Reserve⸗Fond, Beitritt 150 1 0 Ulensilien, Spar⸗Einlage⸗Bücher 5 2. 48 Wechsel⸗Zi 614 Donnerfsag deu 7. Mätz, Vormitlags 9 Uhr an⸗ e 5 1870 55 fangend, sollen in der Behausung des Konad Fauer⸗ Wechsel⸗Spesen 5 3 1 bach II., im GafthausZum goldenen Schwanen⸗ Agio, Gewinn auf Sorten 7 17. 3 in Okarben, wegen Erbvertheilung nachfolgende Gegen⸗. f N stände öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung Hl. 95006. 34 8 mae 7 Ausgabe 1) J braunes Wallachpferd, 8 Jahre alt, fehlerftei,. 2 1 bac 0 abe ee 11 28 8 rächtiges Rind, 7 187 4) 1 Mullelsch vein mit 9 Ferkeln, Conto⸗Corrente50627. 32 57 1 5 25 5 Auswärtige Correspondenten 1456. 6 60 1 7 5 Darlehen 1398. 20 7 Nebenher, Su ite. 40 26 8) 12 Püyner und 1 Hahn, iro a a 1 1009 9) 1 vollfändiger Oekonomiewagen(zweispännig), Siamm- Antheile, Rückzahlung 165. 52 10) 1 alter Waben, Mobilten und Utensilien 6. 45 15 1 Paor 9 5 Erndieleltern, 1 f 5 5 mehrere Pflüge, echsel⸗Spesen 0 1 2. 5 1 ein D Tannenholz, Kasse⸗Bestaud pro 1. Mär 1872 Sold. 50 14) eine Partte Fässer und Büten, 5 95006. 15) 2 vollßändige Acker- und Fahrgeschirre, E 16) 2 eee sonstige Ockonomie⸗ und 10 5 90 ec a 110405 135 ausgerätbschaften. 1 5 echsel⸗Conto⸗Corren 8 480 Okarben den 29. Februar 1872. 2422. 38 Wechsel⸗Incasso 8 382. Konrad Fauerbach II. 1988. 33 Wechsel⸗Giro 1 518% 7 2 5 5 8 f Der Vorstand er Bestes am e e 61ʃ6 A1 Set e Erg Schweineschmalz! 2 Schuhmachergesellen 525 in Original fässein von circa 3 Centnern, 3 fl. 32. 95 per Centner, it ang-kommen bet 1 625 finden dauernde Beschäftigung bei 525 Wilh. Fertsch. Ernst Leyerzapf, Schuhmachermeisser.

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