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leisten und das Wasser des Bourget⸗Sees bis zu den Promenaden der Stadt leiten, wenn man ihm gestatte, in dem Casino eine Spielbank zu errichten. Der Gemeinderath von Aix hat diese Anträge angenommen und die Regierung wird sich nun zu erklären haben.— Gleichzeitig macht der Oeconomist Ernst Feydeau den Vorschlag, auch die im Jahre 1832 mit„sträflichem Leichtsinn“ aufgehobenen Staatslotterien wieder einzuführen.
— Dem„Figaro“ zufolge zählt die Versailler Versammlung unter ihren 750 Mitgliedern: 1 Prinzen(Joinville), 1 Cardinal(Dupanloup), 7 Herzöge, incl. des Herzogs von Aumale, 8 Vitomtes, 12 Barone, 28 Marquis, 43 Grafen, 84 Herr„von“, 20 Generäle(Faidherbe unge- rechnet), 6 Admiräle(incl. den bereits genannten Prinzen Joinville), 8 Obristen.
— Eine Studentenmanifestation zu Gunsten der Begnadigung Rossel's ist, wie sich von vorn⸗ herein annehmen ließ, resultatlos geblieben.
— Die Gnadencommission hat ihre Sitzungen bis zum Tage der Kammereröffnung, 4. Dezember, vertagt. Letzteres wird als ein Zeichen ausgelegt, daß kein Todesurtheil vollstreckt werde und die Berurtheilten deportirt werden sollen, bis die erwartete Amnestie erfolgt.
— Die Strenge der Regierung gegen die Presse, welche mehrere Blätter neuerdings fühlen mußten, veranlaßt die„Republique frangaise“ für die Preßfreiheit in die Schranken zu treten. Dieselbe schließt ihren Artikel mit dem Bemerken, daß man fortan, wie unter dem Kaiserthum, nur in halben Worten die Politik beleuchten könne, die Leser seien jedoch vorbereitet und verstünden auch die verschleierte Sprache.
Belgien. Brüssel. Der„Moniteur“ meldet die Annahme des Entlassungsgesuches De Decker's als Gouverneur von Limburg.
Italien. Rom, N. Nov. Das Parlament wurde heute durch den König eröffnet. Die Thron⸗ rede hebt hervor, Italien werde beute, da die nationale Einheit vollendet und eine neue Periode für dasselbe beginnt, seinen Principien getreu bleiben. Durch Freiheit regenerirt, werden wir in Freiheit und Ordnung das Geheimniß der Stärke und Versöhnung suchen. Wir haben die Trennung des Staates und der Kirche proclamirt. Da wir die unbedingte Unabhängigkeit der geist- lichen Autorität anerkannten, können wir überzeugt sein, daß Rom als Hauptstadt von Italien fort- fahren werde, der friedliche und geachtete Sitz des Pontisicats zu sein. Die Thronrede betont weiter, daß die volkswirthschaftlichen und finanziellen An · gelegenheiten die volle Fürsorge des Parlaments erheischen. Die heißesten Wünsche des Königs seien auf den Frieden gerichtet und nichts lasse eine Störung des Friedens besorgen. Die Thron rede erwähnt schließlich die Durchstechung des
Montcenis, sowie den Bau der Gotthardbahn, und spricht die Erwartung aus, daß die wachsende
Leichtigkeit des Verkehrs die freundschaftlichen Be ziehungen Italiens mit anderen Nationen ver mebren und den berechtigten Wetteifer der Arbeit und Civilisation fruchtbarer machen werde. Die Thronrede wurde mit sehr lebhaftem und allge⸗ meinem Beifall aufgenommen.
— Der König wurde auf dem Rückwege vom Parlamente von einer ungeheueren Menschenmenge mit Beifalls⸗Bezeugungen empfangen.
Frankfurt. Der lanbwirthschaftlicht Monateclub wird am 4. Dez. seine dritte ordentliche Generalversamm⸗ lung abhalten. In derselben soll die Frage erörtert wer— den:„Welcher Handels⸗Artikel liefert für Rindvieh am billigsten das Fett, welches bekanntlich in den zugäng⸗ lichsten Fuitermiiteln nur ungenügend vorbanden ist? Empfiehlt sich der indirekte Weg der Anschaffung durch Zukauf von gewerblichen Abfällen von feithaltenden Fabrikationsrückständen, oder der directe, d. h. die Ver⸗ sütterung fettentbaltender landwirthschaftlicher Produkte und Industrie⸗Erzeugnisse. Wann ist die Versütterung des Fettes in concenttirtester Form— Oel rationel und rentabel? Sämmtliche Fragen sind für die Laudwir the von Wichtigkeit. Da Herr Or. Schulze aus Darmstadt, eine anerkannt tüchtige Kraft auf diesem Gebiete, das Referat übernommen hat, so wird es gewiß an einer regen Theilnahme nicht fehlen.
Worms. Am 23. Nov. gerietb dei dem um 4 Uhr 55 Min. von hier abgegangenen Personenzug der letzte Packwagen, in welchem ein Spiritusfaß sich befand, zwischen hier und Osthofen in Flammen, verbrannte total und konnte von dem Inhalt nichts mebr gerettet werden. Nur durch rasches Anhalten war es möglich, zwei weitere Wagen, welche hinter dem Packwagen hingen und Käfige mit wilden Thieren, darunter ein Löwe, enthielten, zu retten. Durch eine tasch von Worms berbeigeeilte Maschine nebst Lösch⸗Instrumenten wurde dem Feuer Einhalt ge⸗ ihan und den darauffolgenden Zügen keine weitere Ver⸗ spätung verursacht.
Braunschweig. Wie aus dem dahier erscheinenden „Journat für Buchdruckerkunst“ zu ersehen, gehört der stronprinz Friedrich Wilhelm der thpographischen Schwarz⸗ kunst als Mitglied an. Es wird nämlich erzählt, daß der Kronprinz als Knabe die typographische Schwarzkunst gründlich erlernt habe und hierin von einem Setzer der Hänel'schen Druckerei in Berlin unterrichtet worden sei. Es besteht nämlich seit langer Zeit im preußischen Königs. hause ein Familiengesetz, wonach jeder Prinz zur Er⸗ lernung eines Handwerks verpflichtet ist. König Wilhelm IV. war Runstdrechsler; welcher Branche des Handwerks sich Kaiser Wilbelm zugewendet hat, ist nicht bekannt.
Berliu. Dem Reichstage liegen Probeexemplare der neuen Postmarken, welche vom 1. Januar 1872 an in Umlauf kommen, vor. Bei diesen neuen Postwerth⸗ zeichen ist die bisherige Farbe beibehalten worden, so daß die Vlerpfennigmarken grün, die Groschenmarken rotp, die Zweigroschenmarken blau sind u. s. w. Die Druck- farbe ist im Grunde hell von einem dunkleren Rande
des Anslandes vollzogen wurde, indem sich die Tauflinge in einem gedeckten Raume aus⸗ und ankleideten und bekleibet in die Fluthen des Rheines untergetaucht wurden.
In Freiburg in der Schweiz ist kürzlich durch die Unvorsichtigkeit eines Kaufmanns, welcher Pelroleum in eine Flasche gießen wollte, ein ziemlich bedeutender Brand entstanden. Derselbe soll nämlich die Flasche an einen Dampfkessel gestoßen haben und sofort habe das Petroleum Feuer gefaßt. Statt dasselbe zu ersticken, goß man Wasser in das Feuer, welches nun dadurch eine weit größere Fläche erhielt. Sieben Häuser sind vollständig ausgebrannt, das achte, das vom Feuer bereits ergriffen, konnte gerettet werden. Leider sind bei dem Brande 3 Kinder, 2 Knaben und 1 Mädchen von 8— 12 Jahren in den Flammen umgekommen. Zwei andere Kinder konnten durch eine Dienstmagd mit Gefährdung des eigenen Lebens geretiet werden.
Paris. Im französischen Ministerium beschäftigt man sich gegenwärtig mit der Berechnung der während der etsten Belagerung von Paris verbrauchten Munition. Um eine Idee von der Verschleuderung zu geben, die ge— herrscht hatte, wird die einzige Thatsache verzeichnet, daß an einem Decembermorgen das Fort Vanvres allein 800 Kanonenschüsse auf eine dayerische Schildwache abge⸗ schofsen, ohne sie zu erreichen.
Newyork. Die kürzeste Seertise nach Amerika hat neuerdings der Inman-Dampfer„City of Brussels“ ge⸗ macht, welcher am 17. d. in Newyoik anlief, nachdem er die Fahrt von Liverpool in acht Tagen und 3 Stunden zurückgelegt hat. 0
2925— Zum ersten Mal bietet sich dem Rentier und dem kleineren Kapitalisten ein Wegweiser, dem er bei Un⸗ terbringung seiner Gelder sich anvertrauen darf. Die in Berlin erscheinende„Neue Börsen⸗ Zeitung“ ist das Zeitgemäßeste unter all dem Neuen, das uns die letzten Zeiten gebracht haben. Jeder Tag fördert neue Geschäste an's Licht, jedes sucht den Privatmann heran⸗ zuziehen, an Versprechungen und Verlockungen läßt keins es fehlen, und schließlich halten die wenigsten Wort. Man kauft zu hohen Coursen und muß mit Verlust verkaufen; im günstigsten Fall darf man froh sein, ohne Verlust, aber auch ohne den gebofften Gewinn wieder herauszu⸗ kommen, und hat man raalisirt, so ist die Frage von Neuem die:„Was nun?“ Die„Neue Börsen⸗ Zeitung“ kann in dieser Hinsicht eine so segensreiche Wirksamkeit entfalten, wie kaum ein anderes Blatt.
Bitte.
Da wir beabsichtigen auch in diesem Jahre eine Christbescheerung für die Kinder, welche dit biesige Kleinkinderschule besuchen, zu veranstalten, so bitten wir die Bewohner unserer Stadt uns dazu mit Gaben, zu deren Empfang jede der Unterzeichneten bereit ist, freundlichst unterstützen zu wollen.
Zwar sind die Ansprüche an die Barmherzig⸗
umgeben. In der Mitte tritt medaillonartig, mittelst eines Trockenstempels hergestellt, in weißer Farbe der Reichsadler hervor, der von Schrafftrungen und punk⸗ lirien Linien umgeben ist. Unter dem Adler findet sich in gerader Schrift in dunklerer Farbe der Werth der Marke angegeben, z. B.„in Groschen“. Ueber dem Trocken⸗ stempel in bogenartiger Form finden sich gleichfalls in dunklerer Farbe gedruckt die Worte:„Deuische Reichspost.“
Schaffhauseu. Wie dem„Winterth. Landb.“ ge⸗ schrieben wird, sind letzthin Abends bei Neuhausen am Rheinfall durch den englischen Prediger Grün wieder 6 Personen, 1 Mann und 5 Weiber im Rhein getauft wor⸗ den. Nur wenige Zuschauer haben diese improvisirte Jor⸗ dantaufe mit angeseben, welche schnell und ohne Verletzung
keit vielfach, und die hohen Preist der Lebens- mittel werden Manchem das Geben schwerer machen als sonst; aber eben diese hoben Preise lassen auch unsere Christbescheerung doppelt wobl⸗ thätig erscheinen. Die Kleinkinderschule ist zudem eben sebr zablreich besucht. Deshalb hoffen wir für unsere Kleinen keine Fehlbitte zu thun. Friedberg den 27. November 1871.
Th. Dieffenbach. E. Trapp.
A. Klipstein. Cb. Werner.
Joh. Klipstein.
Hofraithe- und Güter-Versteigerung.
2943 Montag den 4. Dezember d. J., Vormittags 11 Ubr, sollen in biefigem Rathhause die zum Nachlasse des Bürgers und Glasermeifters Ludwig Schulze dahier gebörenden Immobilien: a
Flur. Nr. Klftr. Gemarkung Friedberg.
2. 366. 13½. Hoftalthe in der Stadt,
2. 78. 121. Grabgarten Liebstauengärten.
Pag. Nr. Ruthen. Gemarkung Jauer bach b. J.
59. 26. 65. Acker an der I
59. 27. 64. desgleichen daselbt 11 erbabthetlungshalber nochmals öffentlich meistbietend verfleigert werden.
Fred erg ven 28. November 1871.
Großherzoglich's Ortsgericht Friedberg. Fouca rx.
Verstei gerung. f 2937 Dienssag den 5. Dezember, Morgens 9 Uhr aufangend, läßt ver Unterzeichnet theilungshalber öffent— lich versteigern: 3 Kühe. 3 Rinder, 1 Mutterschwein mit Ferteln, 1 Wagen, 1 Spitz, 1 Schaufel- und 1 Kar⸗ toffelpflug, 1 Egge, 1 Pfublfaß(6 Obm. baltenr), Fässer und Bütten, 1 gußelserne Kartoffelmüble, Heu, Strob, Kartoffeln, Dickwurz, Kohlraben, sowie ver; schiedene Daus gerälhschaften. Oppershofen.
Einen großen Keller
2929 hat zu vermiethen Bäcker Rumpf.
Johannes Weil II.
Die Gartenlaube.
Nr. 47.
Inbalt: Das Haldeprinzeßchen. Erzählung von E. Marlitt.(Fortsetzung.)— Ein dedenklicher Kuust⸗ veteln. Otiginalzeichnung von Ed. Schulz in Barmen. — Oer Walddrand in Wisconsin. Von G. Küster⸗ mann in Green-Bay.— Aus dem Reiche der Lüfte.— Oie Sternwarte eines Privatmannes. Von Dr. Osw. Lobse. Wit zwei Abbildungen: Ole Sternwarte des Herrn v. Bülow in Botdkamp;— Das große Fernrobr anf der Sternwarte in Bothkamp. — Blätter und Blüthen: Am 10. November 1870 in Frankreich. Aus den Extanerungen eines jüdischen Krlegs freiwilligen. Von G. L.— Ein deutscder Erz⸗ engel bei den Magparen.— Die deutsche Presse in Metz.— Mitten in Deutschland verschollen!— Kleiner Briefkasten...
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billig zu verkaufen. Friedberg, 28. November 1871. Steinberger.
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2940 Vormun schaftsgeld, im Ganzen oder gelreunt, gegen Güter⸗Einsatz, find auszuleiben durd Bruchenbrücken den 28. November 1871.
Ph. Best II., Curator.
Glacé-Handschuhe, Sete
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