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gegebenen Aufstellung der Verluste der französischen Armee während des Krieges und fügt hinzu, daß 24,000(2) Franzosen in deutscher Kriegsge⸗ fangenschaft gestorben seien.
— Das„Journal officiel“ theilt mit, daß der Ackerbauminister 4 Millionen zur Entschädi⸗ gung für wegen der Rinderpest getödtete Thiere angewiesen hat; es wird nicht der ganze Werth der getödteten Thiere, sondern nur zwei Drittel desselben vergütet. Die Rinderpest herrscht noch immer im Norden Frankreichs.— Wie biesige Blätter mittheilen, wird im Elsaß heimlich eine anti— deutsche Zeitung gedruckt und verbreitet; die deutsche Polizei babe ungeachtet vieler Recherchen den Drucker noch nicht entdecken können.
Rußland. In Livland ist die Cholera am Erlöschen; auch in den übrigen Theilen des russi— schen Reiches nimmt sie fast überall mehr und mehr ab; ziemlich heftig tritt sie nur noch in den Departements Mohilew, Pensa, Samara, Suwalki, Usa, Wilna, Wladimir und Wownow auf.
X Friedberg. Am vorigen Donnerstag fand in der mit dem Werner'schen Institute dahier verbundenen Musikschule ein öffentliches Examen statt. Die zahlreiche Zuhörerschaft hatte dabei einen recht angenehmen Genuß und bekam beim Anhören der 12 nach aufgestelltem Pro— gramm auf vier Klavieren, theilweise begleitet von zwei Violinen, gut, und recht gut und schön vorgetragenen Piscen die Ueberzeugung, daß durch die Methode des Herrn Fritsch und durch seine und der Frl. Lina Werner wackere Thätigkeit Erkleckliches geleistet wird. Was die Methodik des musikalischen Unterrichts längst festgestellt hat, ist nun auch hier erprobt, es können auf einer ge— wissen Stufe des Klavierunterrichts recht wohl mehrere Schüler mit bestem Erfolg unterrichtet werden. Freilich kommt dabei viel, sehr viel auf die Qualification des Lehrers an. Herr Fritsch ist Musiker ganz, nicht balb, Musik versteht er, Musik treibt er, sie ist sein Leben, seine Lust und Freude; dabei ist er ein gebocner Lehrer, es ist ihm eine Herzensangelegenheit, seine Kunst weiter zu ver— pflanzen. Also ganz natürlich, daß Eifer und frische Luft auch auf seine Schüler übergeht. In Frankfurt und Darmstadt namentlich auch würdigt man seinen Unter— richt immer mehr und die Zahl seiner Schüler dat in letzterer Zeit bedeutend zugenommen.
S. Hungen, 28. Seplember. Heute Mittag 4 Uhr wurde der Chef des hiesigen Landgerichts, Herr Landrichter Dr. Ir le, unter zahlreicher Begleitung Leidtragender zur ewigen Ruhe bestattet. Durch strenge Rechtlichkeit und Unermüdlichkeit in seinem Berufe bis in sein spätes Alter, durch Biederkeit und Wohlwollen in Familie und Gesell— schaft, batte sich der Verstorbene die Liebe und Achtung seiner Mitmenschen in hohem Grade zu erringen gewußt. Geboten zu Laubach, und nach zurückgelegten Studien thätig an den Gerichten zu Schlitz, Butzbach, Friedberg, Ulrichstein und hier erreichte Dr. Ir le ein Alter von 62 Jahren, und obgleich sein Leiden ibn schon mehrere Jahre quälte, war es doch der Art, daß er bis zwei Tage vor dem am Dienstag den 26. September Abends 9 Uhr erfolgten Tode seinem Berufe vorstehen konnte. Ehre seinem Andenken!
Frankfurt. Der dentsche Kaiser hat der Frau Baronin Carl von Rothschild das neugestiftete Verdtenst⸗ kreuz für Kranken und Verwundetenpflege während der Kriegsperiode verliehen. Was diese Verleihung noch be—
sonders auszeichnet ist ein Handschreiben Ihrer Maj. der Kaiserin Augusta, worin die ausgezeichneten Verdienste und die persönliche Thätigkeit der Frau Baronin, nament⸗ lich in dem von ihr gestisteten Privatlazareth, in huld— vollster Weise hervorgehoben werden.
Frankfurt. Der Zoologische Garten hat ein ebenso werthvolles als interessantes Geschenk erhalten, nämlich ein Paar Polarfüchse, welche Herr Rud. Jacoby von einer Reise nach Island mitgebracht hat. Gleichzeitig traf eine Thiersendung ein, welche aus einem Pelikan, Jungfern⸗ kranichen, Ibissen und großen weißen Silberreihern besteht.
In Harreshausen, Kr. Dieburg, hat die Gemeinde die Lebrer-Besoldung von 340 fl. auf 500 fl. aufgebessert. Ein so angelegtes Capital wird reichliche Zinsen tragen.
In Karlsruhe standen dieser Tage zwei auch in Frankfurt bekannte Gauner vor dem Schwurgerichte. James Haller und Jeanne Wheer von Dublin waren des Diebstahls von 3517 fl. Goldsachen und des Betruges bei einem Hotelbesitzer angeklagt und erhielten trotz der Thränen der schönen Engländerin 5 Monate Zuchthaus. Die Angeklagten werden von den frankfucter Behörden wegen eines im Jahre 1868 daselbst verübten, sehr be— deutenden Diebstahls verfolgt, somit wohl noch längere Zeit auf dem Conttnent verweilen.
Karlsruhe. Bei einem am 25. d. in der Näbe der Stadt, unweit Goftesaue, auf der Bahnstrecke Karls— ruhe-⸗Durlach stattgefundenen Zusammenstoß von Eisen⸗ bahnzügen wurden 7 Güterwagen mehr oder weniger zer— trümmert. Doch ist Gottlob kein Menschenleben zu be— klagen, da Heizer und Locomotivführer noch rechtzeitig von der Maschine herabspringen konnten. Die Locomotiven sind nur sehr wenig beschädigt, das Schienengeleise jedoch erheblich.
Von Reichenberg in Sachsen wird gleichfalls ein Eisenbahnunglück gemeldet. Ein meist Getreide führender Lastzug verunglückte dadurch, daß des eingetretenen Regens halber die Räder der Wagen auf den Schienen bei der Thalsahrt von Langenbruck derart glitten, daß die Zug— geschwindigkeit nicht gemäßigt werden konnte. In Folge dessen war es unmöglich, den Zug auf dem Bahnhofe rechtzeitig anzuhalten, so daß er auf zwei vor dem Heiz— hause stehende Locomotiven stieß, welche nebst der Zug— locomotive aus dem Geleise geworfen wurden. Durch den Zusammenstoß wurden 10 Wagen zertrümmert, und ist leider guch der Tod des Maschinenführers und des Heizers zu beklagen. Das Zugpersonal kam mit leichten Ver⸗ letzungen davon.
Land wirthschaftliches. (Mitgetheilt von der höheren landwirthschaftlichen Lehr— anstalt in Worms.)
Stand der Herbstfrüchte. Nachdem die Resul⸗ tate der Geireideernten, wenn auch nicht in ihrem ganzen Umfange, so doch annähernd zu überschauen sind, wendet sich augenblicklich die Aufmerksamkeit der Producenten, der Consumenten, also auch der Verichterstatter den Hoff— nungen und Befürchtungen zu, die der Herbst gewährt. Daß dabei die Kartoffeln in den Vordergrund treten, war selten so leicht begreiflich, als in der Gegenwartz sind doch die Consumenten ob der reichen Futterergebnisse des beurigen Jahrgangs und der daraus gefolgerten Billigkeit von Milch, Butter, Käse und Fleisch getäuscht worden wie noch nie. Allentbalben haben die Fleisch— preise eine enorme Höhe erreicht, auf der sie auch, trotz des mitconcurritenden Fleischextractes und des südameri— kanischen Pöckelfleisches verharren werden, bis die in den letzten Jahren so sehr verminderten Viehbestände vollzählig oder gar eutsprechend verstärkt sind. Ebenso haben auch die Brodpreise eine stark aufgängige Bewegung gemacht; denn sind auch die Körxererträgnisse vielfach sehr reichlich gewesen, so bieten sich doch dem Exporte sehr verlockende
Aussichten, mindestens aber erscheint die Zufuhr von Aus⸗ wärts ganz lahm gelegt.— In Folge dieser Verhältnisse kann es kaum zweifelhaft sein, daß der Ausfall der Kar— toffelernte gegenwärtig bie Gemüther besonders stark beschäf⸗ tigt. Die Befürchtungen, die man in verschiedenen Gegenden Norddeutschlands durch das Erscheinen der Kartoffelkrankheit empfunden hat, haben sich bis jetzt glücklicherweise als übertrieben herausgestellt. Die Krankheit ist allerdings vielfach zum Ausbruche gekommen; allein die trocken-warme Witterung, deren wir uns seit Wochen zu erfreuen haben, hat ihre Ausbreitung gehemmt und da jetzt bereits die Periode nahezu vorüber ist, in welcher der Kartoffelpilz üppig gedethen kann, so darf man hoffen, mit dem Schrecken davon zu kommen. Auch aus Vorderösterreich und Böhmen, von woher das Erscheinen der Kartoffel- epidemie gemeldet worden war, lauten jetzt die Berichte günstiger. Dagegen wird am Rhein häufig geklagt, daß die Kartoffeln stark zum Faulen geneigt seien; allein bei genauer Erwägung stellt es sich heraus, daß dies mehr in den Niederungsböden, sowie auf starkthonigen Acker— ländereien der Fall ist, während im Ganzen genommen eine in Quantität, wie in Qualität recht gute Kartoffel⸗ ernte in sicherer Aussicht steht. Auch die verschiedenen Gemüse kommen reichlich ein; dagegen fehlt es allerwärts an Obst, besonders an Aepfel und Birnen; auch die Zwetschen, die wenigstens einen mittleren Ertrag ver— speachen, baben außergewöhnlich hohe Preise.— Der Weinstock ist immer noch zweifelhaft, wiewohl allerdings die Aussichten seit den letzten 4 Wochen sich doch günstiger gestaltet haben. Es hält trotz der sehr günstigen Witterung der letzten Wochen den Trauben schwer, die entsprechende Dicke und Durchsichtigkeit zu erlangen, was wohl in dem Umstande begründet sein mag, daß Ende Juli ein förm⸗ licher Stillstand in der Entwickelung eingetreten war.
Einmieten der Futterrüben. Allenthalben ist es gebräuchlich, einen Theil der geernteten Rüben über Winter in Erdlöchern, sogenannten Mieten, aufzubewahren. Nach der allgemein üblichen Methode werden diese Mieten in Form viereckender Gruben an trockenen Stellen ange⸗ legt und wenn sie mit Rüben angefüllt sind, der Art mit Erde bedeckt, daß ein Erfrieren nicht zu befürchten ist. Aber öfters kommt es vor, namentlich wenn im Vorwinter viel Feuchtigkeit fällt, daß sich Wasser iu die Gruben hineinzieht, wodurch denn ein Faulwerden der Rüben unvermeidlich ist. Daher möchten wir den Land- wirthen rathen, von dem altädlichen Einmietungsverfahren Abstand zu nehmen und das als viel besser erkannte Ver⸗ fahren der Rübenzuckerfabriken sich anzueignen. Dieses Verfahren besteht darin, daß die aufzubewahrenden Rüben auf ebenem Boden zu einem kammförmigen Haufen ge— setzt werden, der dann mit Erde rundum dicht bedeckt wird, und zwar mit Erde, die man um die Sohle des Haufens aussticht. Hierdurch entsteht um den Haufen herum ein Abzugsgraben. Alle fallende Feuchtigkeit ver senkt sich in denselben und kinn, wenn der gewählte Platz etwas abschüssig ist, rasch abgeleitet werden, so daß also die Rüben stets trocken liegen und auch meistens mit mehr trockener Erde gedeckt sind.
Verloosung.
Liller 3proc. 100 Fr.⸗Loose von 1866 23. Ziehung am 1. Sept. Auszahlung am 1. October. Nr. 31754 25.000 Fr. Nr. 75009 10,000 Fr. Nr. 466 7401 2667 88922 124188 157390 168374 à 1000 Fr. Nr. 12025 13063 67407 69748 86138 552 89918 93189 144333 159149 à 500 Fr. Nr. 19464 26661 32841 54705 60282 70315 86350 88590 91959 137056 148847 157181 160730 171256 à 400 Fr. Nr. 4014 18920 28582 31885 40716 44557 48365 62862 65170 68132 86408 580 87844 91726 98728 118525 1263 14 140622 141007 161963 à 200 Fr.
Vergebung von Bauarbeiten. 2364 Die bei Erbauung eines zweistöckigen Wobnhauses auf dem Großherzoglichen Braunkohlenbergwer!„Lud⸗
wigshoffnung“ bei Melbach vorkommenden Ardeiten
und Baumateriallenlieferungen, nämlich: H.. Maurerarbett, veranschlagt zu 1340 53 Steinhauerarbelt 972 12 Zimmerarbeit 1648 23 Dachdeckerarbelt 615 49 Schreinerardeit 1164 57 Schlosserarbeit E Glaserarbeit 428 42 Weis binderarbeit 1321 26 Spenglerarbeit 79 42
Materialien, als: Bruchfleine 284 Kubikmeter, Mauersand 120 Kalk 42 15
Russensteine 87000 Stück sollen auf dem Soumisfionsweg in Accord gegeben werden. Pläne, Voranschläge und Bedingungen können in dem Büreau des Unterzeichneten in Bad Nauheim vom 26. September bis zum 4. Oktober d. J., Vor⸗ mittags von 8 bis 12 Uhr, eingesehen werden. Die Soumissionen find verschlossen an Großberzogliches
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Bergamt Dorbeim mit der Aufschrift:„Soumsssion⸗
versehen bis zum 5. Oktober c., einzusenden. Bergwerk Dorbeim den 24. September 1871. Großherzogliches Bergamt Dorheim. Tedclen burg.
E FPeaͤesies Faschinendl
bel Wilhelm Fertsch.
Vormittags 10 Uhr,
Annonce.
2369 Bet der Unterzeichneten wird eine im Kleider— machen gewandte Arbeiterin angenommen, sowie Mädchen zur Lebre. Auch können unter vorthetlhaften Bedin zungen im Nähen schon geübte Mädchen das Kleidermachen unentgeltlich erlernen bei Frau Julie Plitt, geb. Schütz
Kleid ermacherin in Gie hen, wohnhaft im Strack'schen Hause, Neuftadt.
Gicht⸗ Rheumatismus⸗, Magenkrampf⸗ und Hämmorhoidalkranke deilt
Dr. Miller in Frankfurt a. M., 2389 Senckenbergstr. 5. Kurprospecte gratis franco.
Ein braver Junge 2424 kann unter vortheilhaften Bee ingungen die Speng⸗ lerprofession erlernen dei
Bad⸗ Nauheim.
2413 ein dunkelbrauner Hund mit weißer Brust und weißen Streifen um den Hals, auf den Namen Pommer hörend. Dem Wiederbringer eine Belohnung. Näberes zu erfragen bei der Exped. d. Bl.
Einen einspännigen Wagen 2411 hat in Auftrag Schl 2 e
= uuer Dittiol!
2333 in schönster Qualität und zu billigstem Preis bei Wilh. Fertsch.
Zu vermiethen.
2392 Der obere Stock meines Hauses, sowte ein Logis im unteren Stock ift zu vermiethen und alsbald zu
bezleben. F. Schäfer, Messerschmied.
Zu verkaufen.
2418 Zwei schöne große, einjäbrige Metzgerhunde find, auf Verlangen nebst neuem Wägelchen, zu verkaufen bei K. Söllner, Hof⸗ Metzger.
Ein Logis gleicher Erde
ist zu vermiethen. Carl Reuß, Mechanikus.
2401
Steinkohl Seinkohlen, 601 namentlich auch Schmiedekohlen, verkauft zu billigen Preisen die Ziegelei am Bahnhof zu Nauhelm.
Petroleum⸗Lampen und deren Bestandtheile billigst bet Carl Bauer in Aussenheim.
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