Ausgabe 
28.12.1871
 
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deutschen Frage durch das Schwert

dem planmäßigen Abgange der Post. Für Sen dungen, welche noch nicht abgegangen sind, wird bei deren Rücknahme durch die Absender das Franko obne Unterschied, ob dasselbe baar oder durch Werthzeichen erhoben ist, zurück vergütet.

Die Gebühr für eine Correspondenzkarte mit be⸗ zablter Rückantwort beträgt 2 Groschen, das Ex⸗

preßbestellgeld für Briefsendungen nach Orten des platten Landes Groschen per Meile.

DieKreuzzeitung vernimmt, daß die Ernennungen v. Bodelschwingb's zum Ober⸗ präsidenten der Provinz Hessen-Nassau und v. Ende's zum Regierungepräsidenten in Düssel⸗ dorf nunmchr definitiv erfolgt seien.

Nach einer neueren Verfügung soll, der Nat. Zig. zufolge, die kaiserliche Standarte in gelbem Grunde das eiserne Kreuz, belegt mit dem kaiserlichen, von der Kette des schwarzen Adler- ordens umgebenen Wappen im gelben Felde, und in den vier Eckfeldern des Fahnentuchs abwechselnd den kaiserlichen Adler und die kaiserliche Krone enthalten.

Die Redaclion derNorddeutschen Allge- meinen Zeitung erklärt: Ueber das Verhältniß der Presse zu den offiziellen Kreisen sind neuer⸗ dinge, gleichviel in welcher Absicht, Vorstellungen verbreitet, welche der Regierung für die Elaborate der Presse eine Verantwortlichkeit beimessen. Was die Redaction derNorddeutschen. Allgemeinen Zeitung anbelangt, so erklärt dieselbe, daß sie ibre Berantwortlichkeit mit Niemanden zu theilen hat und auch nicht zu theilen wünscht.

Wie dieN. A. Z. vernimmt, ist Aller- blöchsten Ortes eine neue Probe des Helms für Infanterie, Artillerie und Pioniere, sowie des Mantelkragens für sämmtliche Truppentheile und der Tuchhose genebmigt und den Militärbehörden vom Kriegsministerium zugesandt worden. Die bieherigen Capotten und Obrenklappen sollen in Folge dessen fernerhin in Foctsall kommen, die Etatspreise des Helms, des Mantels und der Tuchhbose durch Einführung der neuen Probe je doch nicht alterirt werden. An den unteren Beinenden des neuen Tuchbosenmodells soll eine Knopfpor- richtung angebracht sein, welche beim Tragen der Hosen in den Stiefeln zur Anwendung gelangen wird, in der Weise, daß zwei Rieaschen durch die in den Näthen gelassene Oeffnung gezogen, die Hosenbeine glatt übereinandergelegt und die Riem⸗ chen zusammengeknöpft werden.

München. Die Kammer bat das Gesetz, betreffend die Einführung des Reichsstrafgesetzbuche genebmigt. Ruland erklärt Namens der Parlei⸗ genossen seine Zustimmung, verliest aber gegenüber dem Strafartikel, betreffend den Mißbrauch der Kanzel, einen Protest gegen jede Mitverantwortung. Nächste Sitzung den 29. Dez. Die Reichsraths⸗ kammer genehmigte das Polizeistrafgesetz. Dieselbe wird dae Einfuhrungsgesetz zum Reichs strafgesetz⸗ buch erledigen.

München. Bei seiner Rectoratsrede sprach Dr. v. Döllinger über die Aufgabe, welche die deutschen Hochschulen nach den neuesten gewaltigen Ereignissen sich zu stellen haben. Redner gedachte zunächst des Krieges gegen Frankreich, das seine Niederlage vorzugsweise der seit einer Generation betriebenen Unwahrhaftigkeit seiner Literatur, be⸗ sonders der historischen, verdanke. Derselbe wies sodann auf die am 18. Juli 1870 erfolgte Kriegserklärung Roms gegen die deuische Wissen; schaften bin und constatirte, daß die vaticanischen Derrete nur gegen die deutsche Wissenschaft ins Werk gesetzt und seit mehr als zwanzig Jahren durch systematische Fälschung der theologischen Lehrbücher vorbereitet worden seien. Redner that durch einen Rückblick auf die deutsche Geschichte die Nothwendigkeit dar, daß die Lösung der geschehen mußte, erwähnte der Inittative des Königs von Bayern zur Schörfung der Kaiserwürde und wies die Nothwendigkeit der Fortdauer der Föderativ⸗ form nach. Durch die letzten Ereignisse seien vor Allem die Geschichte und die Theologie gefördert und angeregt worden. Die Aufgabe der Theo⸗

logie De wie es irchentrennung geschaffen, Wieder vereinigung oder wenigstens die Versöhnung der Confessionen berbeiführe, wonach die besten Geister aller Culturvölker sich sebnten. ö

Ausland. 11 Oesterreich. Wie n. DieWiener 31g. veröffentlicht die Ernennung des Fürsten Karl Auersperg zum Präsidenten und der der Grafen Wrbna und Fünfkirchen zu Vicepräsidenten des Herrenhauses. N

Frankreich. Paris. Oer Min'ster des Innern wird in der Wahlgesetz⸗Commission er- klären, die Regierung bereite den Entwurf eines Wablgesetzes vor. Wie verlautet, wird die Re- gierung eine Vorlage einbringen, in welcher die theilwtise Erneuerung der Nationalversammlung vorgeschlagen wird.

Nachrichten aus dem Departement Ar⸗ dennes melden, daß in Folge einer Rauferei in Vouziers, die durch die Einwobner veranlaßt war, der dortige bayerische Commandant die Notablen der Gemeinde festnehmen ließ.

Die meisten Pariser Blätter commentiren

die Depesche des Grafen Bismarck in den bhef⸗ tigsten Ausdrücken. Debats werfen dem Sieger vor, keine Gelegenheit zu vernachlässigen, um Frankreich seine Stärke und seine feindselige Ge⸗ sinnung zu zeigen. Siecle meint, Graf Bismarck gefalle sich darin, die Behauptung aufzustellen, in Frankteich gebe es weder Sinn für Moral, noch Gefühl für Gerechtigkeit mehr. a

Ein Circular des Justizministers entscheidet eine mehrfach aufgeworfene Rechtsfrage dahin, daß die Elsässer und Lothringer, welche seit dem Friedensschluß ihren Wohnsitz in Frankreich ge⸗ nommen haben, nicht, wie dies sonst gesetzuich er⸗ forderlich, sechs Monate an ihrem neuen Wohnort verweilt zu haben brauchen, um sich verheirathen zu können. Dekrete des Präsidenten der Re- publik vom 10. December verlegen einen; der Lehrstühle des römischen Rechts, ferner die Lehr⸗ stühle für Civilproceß und Strafgesetzgebung und für alte Literatur, welche in den Facultäten von Straßburg bestanden, nach Nancy; Professer Lederlin von Straßburg wird als Professor des römischen Rechts nach Nancy versetzt.

Die an der Börse verbreitete Nachricht von einer Mißstimmung zwisch en Frankreich und Italien wird von derAgence Havas dementirt.

Versailles. In der Sitzung der Initiativ- Commission wurde der Vorschlag für Rückkehr der Regierung nach Paris mit 20 gegen 9 Stimmen verworfen. Buisson wurde zum Berichterstatter der Commission gewählt

be l wirk doß Deutschland, Nachrichten. In Shanghai starb am 9. Oct. feel, s. ne ct re

der britische Consul John Maizham.

Aus Bad Soden melder die Fr. P.: Am 15. Morgeus gegen 8 Uor ließ, sich in unserem Slädichen ein ausgewachsener Hirsch auf offener Straße sehen. Das Tbier war gerade im Begriff, auf eine harmlose. Frau, welche nach dem Backhbause gehen wollte, loszustürzen, wurde aber von dem Dienstmädchen derselben, das einige Schriite zurückgeblieken war, verjagt. Gewiß hat der Hunger das edle Wild so früb aus seinem Bereich in die Stadt getrieben. Mehrere 1 bd behaupten, es sei dies derselbe Hirsch, weicher vor einigen Jahren um die gleiche Inbresz it in umerer Näbe ange iche ssen worcen, ist. Darmstadt. DieH.. enthalten folgende Notiz: Es sind uns zufällig inge Nummern des Darmstädter Frag⸗ und Alzeige⸗Blalies vom Ende des vorigen und Anfang dieses Jahrhunderts zu Handen gekommen, aus welchen die Steigerung der Lebensmiet Ipreise recht ersicht⸗ lich. So kossete am 29. Juni 179 dis Pfo. Osbsenfleisch 8 kr. das Pid, Rino fluch, J. k., in Lub Brod von Pid. 6 k. die Maze Junger 3 ka, bier 4 ke. Im Jabr 1816 stete das Pfo. Ochse fl. isch mehr uns vorliegenden Nummern durchschurulich. öpfündiger Laib Brod 10 kr., die Maas Bier 5 ke., eine Gans 1. fl. 2c. Ls wäte inieressant, von Jahr zu Jahr das fortwährende Steigen der Lebens mittelpreise zu verfolgen. Mainz. Die Majorisät der biesigen Spicereibänd⸗ ler hal beschlossen, ein Sonntag Miniag von 12 Uhr ab ihr Geschäft zu schließen. ö Ac hp Heidelberg. In den lezten Tagen ist hier aber⸗ mals(in Trichinenfall vorgekommen; es eikranklen in Folge des Genusses von ung kochtem oder nicht gar ge⸗ kochte Schweinefleisch ein Metzgergeselle, der in das Sp'tal gebracht werden mußte. a Bayern. DieFreie Presse notirt, der Bierver⸗ drauch pes Kopf betrage in Bayern 80 Maß, in England 74 Maß, in Belgien 51 Maß, in Württemberg 40 Maß, in Oesterreich 16 Maß, in Fra kleich 13 Maß, in der Schweiz 12 Maß, in Pleußen 10 Maß. Die Biersteuer dasert in England 133 Millionen Franken oder 7,5 Pro⸗

Midionen oder 15.5, in Frankreich 16 Millionen oder 19, in Preußen Millionen Franken oder 12 Pro⸗ zent allet Staatseinkülfte. g 1 1 0

37 Literarisches Die Spinnstube, ein Volksbuch für das Jahr 1872. Die B. zu bungen dieses Volksbuches, das nunmeht in seinem 27. Jahrgang vorliegt zu seinem Lesepublikum sind die eines allbewährten Geschäftsbauses zu seinen Kunden. Der Chef des Hauses mag sich zu⸗ rückziebhen, as Vertrauen und die Anbänglichkein geht zuf seinen Nachfolger üvec So bat auch der Tod des biedern Spin stubenschreibers W. O. v. Horn in dem Verhältniß zwischen der Spinustude und ih ten zahlreichen Lesern kaum etwas geändert. Freilich vemüben sich seine Nachfolger auch mit Erfolg, den Fußsapfen ihres be⸗

23. Dez. Nationalpersammlung. Discussion über die Einkommensteuer. Lavergne, Berichter⸗ statter der Commission, sucht die Nothwendigkeit einer Einkommensteuer nachzuweisen. Die Com- mission verwerfe die Grundsteuer, die Steuer auf

cühmien Vorbildes nachzufolgen, und die neueSpinn⸗ stube enthält abermals in kleineren und größeren, mit bilolschen Darstellungen gezierten Erzäblungen viel des allen, ächten Goldes. Wir erwähnen darunter namentlich: Wie Sicaßburg wälsch und wieder deuisch ward und: Alte Liebe rostei nicht oder die zwei Almorswinder

Pachterträgnisse und die Besteuerung der franzö⸗ sischen Reute. Sie schlage dagegen eine Abgabe von 3 pCt. vom beweglichen Vermögen und anderen sranzösuchen Renten, eine von 2 pCt. für Gehalte über 1500 Frs., ferner eine Abgabe von 2 pC.. von den Erträgen des Handels und der Gewerbe vor. Thiers und der Herzog v. Aumale waren in der Sitzung anwesend.

Belgien. Brüssel. Der Bautenminister hat sich gigenuber einer Deputation aus Brabant zu Gunsten des Planes ausgesprochen, durch einen groß⸗ artigen Kanal Brüsse! zu einem Meereshafen zu machen.

Rußland. Russische Blätter veröffentlichen einen offenen Brief, den der greise Geschichts⸗ sorscher Pogodin an Döllinger gerichtet hat und worin er ihn ermuntert, nicht auf halbem Wege stehen zu bleiben, sondern mit Uebergehung des tridenunischen Concils zur ursprünglichen Reinheit der christlichen Glaubenslehren und Einrichtungen zurückzukehren und die Vereinigung der auf diese Weise reformirten katholischen Kirche mit der griechisch-orthodoxen Kirche zu erstreben.

Asien. Aus China und Japan brachte

logie set früher polemischer Natur gewesen; sie musse jetzt irenisch(vermittelnd) sein. Die Thea⸗

der in San Francisco eingetroffene Post⸗

wo seit 1857 eiue evangelische Gemeinde bestehn, erzä aus seinem Amteleben: j landeten zu Alex end ieh. waren sie auf dein Meere gefahren und hatten an kein m Ort, wo sie einmal vorsibergehend landeren, einen deulschen evangelischen Pfarrer gefunden. orten, sie finden eine evangeclische kamen 60 Mattosen dieser beiden Sch ffe Finnländer und

Schuluteister in einer Peison, obgleich über die hier vertretenen Anschauungen bezüglich der äußeren Stellung desSchulmeisters in der Gemeinde der gesunde billig denkende Sinn des Volkes bereits zur Ta gesorduung übergegangen ist. l 3 a

Mittheilungen 5 aus dem Prreine det Gustap-Adols- Stistung. 4

Von Herrn Prälat Dr. Zimmermann ist unter dem TiielNeymel euch der Heiligen Notbhdurf an! ei lleines Hefichen erschienen, in welchem die Wirktam⸗ kein, die Nolhwendigkeit unseres Vereins durch einzelne Beipiele erläutert werden soll. Es sind meist kleine Er⸗ zäblungen, wu klich zu getragener Ereignisse, die Jedermann gerne lesen wird. Wir wollen ausdrücklich an diisem Ort arauf aufmerksam machen und um deren Ver brertung bin. Das pesichen kostet nur 6 kr. und kann durch die Buchhandlung von Binder nagel& Schimpff

jederzeit bezogen werden.

Als ein einzelnes Beispiel erwähnen wir dareus fol⸗ gendes kleine Geschichtchen; Pastor Sior in ae

t wel große russische Krlegsschiffe Seit länger als einem Jahte

Sie kamen nach Al xan⸗ Gemeinde, und sofort

dampferChina bis zum 23. Oct. reichende

Lievländer und baten um Gottesdienst und Abendmahl. Mit tiefgerührtem Herzen enisprach Sior diesem Verlangen.

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