Ausgabe 
28.11.1871
 
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sei aller Grund vorhanden, zu glauben, daß auch im Uebrigen der öffentlichen Meinung Genüge ge schehen werde.

Großbritannien. London. Ein Tele- gramm derDaily Telegraph aus Algier meldet: Eine Barke mit 75 Mecca-Wallfaͤhrern ist in Hafen untergegangen. Alle ertranken.

Italien. Rom. Der Papst bat Bischöfe für 19 Diöcesen ernannt, worunter 14 italienische sich befinden.

Alle bei der italienischen Regierung ae creditirten Gesandten werden der Eröffnung bei wohnen.

Amerika. Newyork. Die zur Aus- gleichung der Alabama- Forderungen niedergesetzte internationale schiedsrichterliche Commission wird am 12. December in Genf ihre Sitzungen be ginnen. Da bereits an 500 Reclamationen vor- liegen, dürften die Sitzungen sich über den ganzen Winter erstrecken.

Rio de Janeiro. In der Nacht vom 16. Oktober wurden 7 Deutsche, von denen 5 Unterossiziere der deutschen CorvetteNymphe waren, von einem angetrunkenen Individuum, welches ohne allen Grund das fröhliche Lachen der Devtschen gegen sich gerichtet glaubte, erst beleidigt und sodann thätlich angegriffen. Hier- aus entwickelte sich ein Kampf, an dem nach und nach 30 bis 40 Angreifer Theil nahmen. Zabl: reiche Verhaftungen sind vorgenommen worden.

Mexico. Die Revolution in Nuevo Leon hält an. Die Insurgenten des Staates Zacatecas sind in den Staat San Luis Potosi eingedrungen. Eine große Anzahl von Banden durchzieht plün; dernd die Staaten von Hidalgo und Mexico.

Stb. Friedberg, 24. November. Man wicd sich des Ostpreußlschen Nolhstandes im Winter 1867/68 erinnern, zu dessen Linderung damals auch aus Friedberg und der Umgegend so reichliche Beiträge geflossen sind. Gegen wärtig liegt uns ein Bericht vor, der an eine mit jener traurigen Zeit zusammenhängende Thatsache erinnert, welche in weiteren Kreisen bekannt zu werden verdient.

In Folge der durch den nassen Sommer von 1867 veranlaßten. Mißerndte und Theuerung war im darauf folgenden Winter in mebreren Disieklen Ostpreußens der Fleckeniyphus in erschreckender Weise ausgebrochen. In den beiden Regierungsb zuken Königsberg und Gumbun⸗ nen erkrankten daran 7980 Personen, von welchen 1038 starben. Im Frübjahr 1863 fanden sich über 2000 Kin⸗ der in diesen beiden Regierungsbezirken, denen entweder beide Ellern, oder doch der Vater gestorben war. Das Loos dieser armen Waisenkinder wäre ein geradezu erx⸗ schreckliches gewesen, wenn sich ihrer nicht der in Berlin bestehendeHülfs-Verein für Ostpreußen, an welchen seiner Zeit auch die hierorts gesammelten Beiträge abge geben worden sind, hülfreich angenommen bätte. Dieser Verein wandte seinen ganzen bei seiner Auflösung ihm

verbliebenen Kassevorrath von 250 000 Toalern dem Zweck der Verpflezung und Erziehung der Typhus⸗Waisen zuz und zwar erfolgte die Versorgung derselben nicht auf einem und demselben, sondern auf mehrfachem Weg. Zunächst ließ man einen Theil der Kinder bei ihren Müttern und machte es diesen durch eine dem Bedürfnisse eniprechende Unterstützung möglich, die Kinder zu nähren und zu erziehen. Einen weileren Theil derselben brachte

man in geeigneten ech gegen ein entsprechendes Pfleggeld unter. Noch andere Kinder übergab man schon bestehenden Kinder-Verpflegungsanstalten gegen einen ver einbarten Jahresbeitrag; so z. B. in Wartenburg, Brauns⸗ berg, Heilsderg. Gerdauen, Lyck, Oletzko, Saalfeld, Ostexode, Stallupönen Ragnit, Gumbinnen, Justerburg, Pillkalleu, Heydekrug, Königsberg, Tilsik, Preußisch-Eplau u. s. w. Endlich aber errichtete man ein besonderes Waisenhaus, und zwar zu Lötzen, zu welchem am 3. August 1868 der Grundstein gelegt und welches nach seiner Vollendung am 29. September 1869 feierlich eingeweiht und bezogen wurde. Dasselde ist für 60 Waisenknaben eingerichtet, und die Leitung ist unter Mͤüwürkung und Aussicht eines Lok il vorstandes Diakonen aus der Diakonen-Anstalt zu Duis⸗ burg übertragen, deren segensreiches Wirken sich wäbrend der beiden letzten Jahre der allgemeinsten Anerkennung in der dortigen Gegend zu erfreuen gehabt hat,

Dieses Waisenhaus wird fortdauern, auch wenn alle Typhuswaisen aus dem traurigen Winter 1867/68 ere zogen sind, und so wiedecholt sich denn auch hier die schon oft gemachte Erfahrung, daß aus großen Noibstän den nicht selten Anstalten und Einrichtungen hervor gehen, deren segenreiche Wirksamkeit sich weit über das augenblickliche Bedürsniz hinaus erstreckt, das sie ins Leben gerufen bat.

Gießen. DemFr. J. wird unterm 23. d. von bier geschrleben; Gestern wurde dahier unter ungemeiner Theilnahme von nah und sern das 50jährige Amtejubiläum des Superintendenten der Provinz Oderhessen, Dr. theol. Simon, gefeiert, zu welchem wohl an 250 Geistliche der Provinz, aber auch Prälat Zimmermann, Consistorialralh Göring aus Darmstadt, der Superintendent der Provinz Rheinhessen Dr. Schmitt, Deputationen aus Kassel, Mar burg, Wetzlar u. s. w. erschienen waren, so daß die Stadtkirche bei der Tyeilnahme aus der näheren Um gegend wie aus der Stadt selbst, die Besucher kaum faßte Wir übergehen die Deputationen, Gratulatjonen, Geschenke der Verehrung und Liebe(darunter ein Album fämmt⸗ licher Geistlichen der Provinz) das Festessen(250 Cou- verts) u. s. w., um nur der Wahrheit Auedruck zu geben, daß wahres kirchliches Verdtenst, trotz der so großen Ver schiedenheit der Ausichten über krchliche Fragen, immer die gebührende Anerkennung findet. br. Simon war aber nie ein Hierarch, sondern, wie Prälat Zimmermann sagte, ein rechter Oberhirt der Gemeinden und ein väter licher Freund seiner Geistlichen.

Frankfurt. Der Bäckerbursche aus Bayern, welcher den ganzen Krieg miigemacht, zweimal bei der Einnahme von Orleans in Achon war, ist dieser Tage an dem ihm von einem Tambour beigebrachten Sädelhieb über den Kopf genorben.

Dieburg. DieH. V. melden: Ein Soldat aus Oberseemen in Oberhessen, der ein Opfer des letzten Krieges geworden, hat letztwillig mit Ausschluß seiner Mutter den im Felde arbeitsunfähig gewordenen Soldaten seiner Compagnie seine Einstandssumme vermacht. Drei Auibeile biervon kommen auf die Umgegend Dieburgs.

In Freiburg sind die drei Kanonen für das Sieges, Dentm ai eingetroffen, deren Verabfolgung aus dem Ar tilletie-Depot Straßburg der Kaiser genehmigt hat.

Eingesandt. Zur Oetroifrage der Stadt Friedberg.

Für die Einwohnerschaft der Stadt Friedberg dürste es von größtem Interesse sein zu erfabten, daß der Ge⸗ meinderath in den nächsten Tagen über die Frage der Beibehaltung oder Abschaffung des einzigen noch bestehenden Octrois zu enischeiden haben wird. Im Anfange dieses Jabrbunderts wurde nämlich behufs Tilgung einer großen Schuld der Stadt gesetzlich verordnet, daß von den in Friedberg elnzuführenden Mehlquanlitäten eine Octroi⸗ gebühr von 5 bezwse. 8 kr., je nachdem ein Bäcker oder Händler sie bezog, und von den auezufübrenden Frucht quantiiäten jeder Art 4 kr.(nur von Hafer 2 kr.) zu

entrichten sei. Man kann den jährlichen Ertrag dieser Octroigebühren, trotz des bedeutenden Umsatzes von Mebl und Frucht durch unsere Händler, höchstens auf 1650 fl. veranschlagen, und dürfte sich damit die Frage auswerfen, ob Angesichts dieses geringen Ertrags die ungerechte, lästige und anerkannt gemeinschädliche Maßregel des Octrots noch beizubehalten sei. Es ist eine bekannte Sache, daß die Wissenschaft der Volkswirthschaft jedes Octroi, in so weit kes auf nothwendige Lebensbedürfnisse gelegt ist, schon läugst als eine durchaus verkehrte und unverständige Belästigung des Verkebrs verurtheilt hat, und daß viele Städte, in der Absicht der Hebung des Handels und Verkehrs, das Octroi selbst mit den groͤßten Opfern abgeschafft baben. Es reicht aber der schärfsle Verstand nicht aus, um es zu rechtfertigen, daß die Stadt Friedberg lediglich von dem einzuführenden Mehl und der auszuführenden Frucht Octroi bezieht. Warum sollen die Bäcker und Fruchthändler von ihrem Geschäfte eine be deutend böhere Steuer zahlen, warum sollen sie zu den Lasten der Stadt einen ungleich höheren Beitrag leisten, als die Metzger. Wirthe, Holz- und Kohlenbändler? Würde, wie z. B. in Gießen, von allen jenen Objecten eine Octroigebübr erhoben, so würden die Bäcker und Fruchthändler nur einen verschwindend keinen Theil des bisherigen Octrois zu zuhlen baben. So aber ist jene Ungleichbeit in keiner Weise zu entschuldtgen, denn der Art wie in Friedberg so ungerechtfertigt ist das Octroc in keiner Stadt in Deuischlind. In anderen Städten werden für alle aus der Stadt wieder verkauften Waaren die Octroi gebühren zurückvbergütet und nur von den in der Stadt consumirten oder im Detail verkauften Gegenständen wird das Octroi erboben. Ein Ausfuhrgeld von Frucht wird soweit uns bekennt in keiner Stadt in Deutschland erhoben, im Gegentheil wurde dasselbe in der angrenzenden Sladt Butzbach ohne Anregung freiwillig zur Hebung des Handels aufgehoben. Wenn es bei dem bisherigen Octroi verbleiben sollie, so wird Friedberg in seinen Verkehrsver hälinissen nicht voran- sondern zurückgehen. Bedenkt man, daß es bei der ungeheuer gest igerten Concurrenz im Frucht⸗ und Mehlbandel heuliger Zeit schon als ein nicht unbe⸗ deutender Ver ienst angeseben wird, wenn von dem Malter Mebl à 140 Pfund ein Gewinn von 8 kr. erzielt wird, so ist der Friedverger Händler durch das auferlegte Octroi um diesen Gewinn gebracht. Er kann mit keinem Händler der benga balen Städte concurriten, er ist in aller und jeder Beziehung im Nachtbeil und es kommt vor, daß sogar hiesige Mehlhändler auswärts Lager nehmen mußzen, so z. B. in Bad Nauheim, Hanau und Bockenheim. Die Folge davon ist, daß nicht nur k ine Händler ange zogen werden ibren Woynsitz in Friedberg zu nehmen, sondern daß sich jeder Händler aus unserer Stadt wegzu⸗ zieben sucht. Die wellere Folge ist die Eutwerthung der bisder benützten Lagerräume, der Wohnungen und Häuser; Arbeitekeäfse werden überflässig und verziehen sich und es leiden darunter alle Geschäftsleute, sie mögen Namen haben, wie sie wollen. Wabrlich eine Stadt, die in ihren Erwerboverhältuissen durch Verlust ihrer Garnison, durch die unseligen Eisenbabhnverhältnisse und durch die Ein mündung der Oberhessischen Eisenbabnen in Gießen so seht beeinträchtigt worden ist wie Friedberg, bat alle Ussache nach neuen Erwerbsquellen zu forschen, und kann nicht so tböricht sein, die bisherigen ungercchtfertigten Beschränkuangen des Verkehrs noch weiterhin auftecht zu erbalten.

Für Chicago

ist ferner eingegongen von: Ungenannt 30 kr., N. E. 1 fl., Landrichter Reitz I fl. 45 ke., Frau v. Helmolt fl. 45 ke., hierzu von voriger Liste 18 fl. 19 kr., Gefammibetrag 23 fl. 15 ke.

Wir buten um weitere gefällige Gaben mit dem Be merken, daß wir unsere Sammlung am 1. Dec. schtießen und die eingegangenen Vetäge absenden werden.

Die Expedition des Oberhessischen Anzeigers.

Mobiliar- Versteigerung. 2919 Donnerstag den 30. November d. J., Vormittags 10 Ubr, sollen in biesigem Rathbause die zum Nachlasse der verstorbenen Katharina Franz von Gunzenau gebörenden Mobilien, bestehend in Commoden, Tischen. Stühsen, Schränken, Betistellen, Bettweik, Kleidern, Weißzeug, Küchengeräthschaften und sonstigen Daus baltungsgegenftäuden öffentlich meistbietend gegen Baar zahlung versteigert werden.

Friedberg den 21. November 1871.

Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Foucar.

Bekanntmachung.

Mitwoch den 29. d. M., Mittags um 12 Ubr, dem Bürgemeisterel- Büreau dahler ein der meistbletend

2921 soll auf Gemeinde gehöriger Faselochse öffentlich versteigert werden. Ober⸗Mölen am 23. November 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober⸗Mörlen. e eee

Ein grübler Schuhmachergeselle 2930 kann dauernde Beschäfugung erhalten bei

Schuhmacher Löwenstein in Friedberg, wohnhaft bei Herrn Schäfer vis-A- vis der Post.

Einen großen Keller 2020 bat zu vermletben Bäcker Rumpf.

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