Ausgabe 
28.2.1871
 
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Beilage.

Oberhessischer Anzeiger.

Seilen.

333 Nachdem die Intesfaterben des am 15. Dezember v. J. dahter verstordenen Bürgermeisters Johann Peter Menger dessen Erbschaft nur mit der Rechtswohltbat

des Inventars angetreten haben, werden sämmtliche

SGläudiger des gedachten Nachlasses aufgefordert, ihre Forderungen dei Meidung der Nichtaufnahme in das

Inventar im Termin den 10. März d. J., Vormittags

11 Ubr, Contum. Zeit, dabier anzumelden.

Gleichzeitig wird, da eine Ueberschuldung des Nach lasses wahrscheinlich gemacht ist, der obige Termin zum Güteversuche behufs Abwendung des förmlichen Concurses, sowle eventuell zur Wahl eines Curatore unter dem Rechtsnachtdeil bestimmt, daß die im Termin aus bleibenden Cbirographat- Gläubiger als dem Mehrhetis Beschlusse beitretend werden erachtet werden.

Windecken am 8. Februar 1871.

Königliches Amtsgericht. Schwarzenderg.

Edictal ladung.

399 Die Anna Marte Meier, ledige Tochter des Johann Wilhelm Conrad Meier von Bruchenbrücken ist wegen Geisteskrankbeit unter Curatel gestellt, was unter dem Anfügen bekannt gemacht wird, daß sie obne Zuftiimmung ibres Curators, des Oeconomen Philipp Best II. zu Brucheabrücken, sich nicht weiter rechtlich verpflichten kann.

Etwaige noch nicht angemeldete Forderungen oder sonstige Auspruche sind del Meidung der Nichtberück⸗ lichtigung binnen 4 Wochen dahter anzuzeigen.

Zriedderg den 11. gebruar 1871. Großberzogüches Landgericht Friedberg.

Relt, Steinberger, Landrichter. Landgerichts Assessor.

Bekanntmachung.

400 Forderungen und sonstige Ansprüche an den Nach-

baß der Philtpp Roß Witiwe von Ober⸗Rosbach

und ihres vorber verstorbenen Ehegatten sind binnen

Arist von 14 Tagen dahier oder bei dem Großberzogl.

Ortsgerichts⸗Vorsseher Blecher in Oder Rosbach so

gewiß spec sicirt anzumelden, als sonst sie bel der Regu⸗

lirung des Nachlasses obne Berückfichtigung bleiben. Friedberg deu 13. Febtuar 1871.

Groß berzogliches Landgericht Friedberg. Reitz, Steinberger,

Land richter. Landgerichts⸗Assessor.

Arbeits⸗Versteigerung. 419 Die zur Herflellung eines Kanals an der Staats Jraße in Ilbenstadt erforderlichen Arbeiten und Waterlallieferungen, als: fl. kr.

1) Maurerarbeltslohn, veranschlagt zu 80 43 2) Pflasterarbeitslohn 30 55 3) Steinhauerardeit 17 20 4) Schlosserarbelt 19

Materialten lieferung.

1) 46 Cub ilmeter Mauetsteine,

2) 1130 Stück Russensteine,

3) 18 Bütten Bonftädter Kalk,

4) 37 5 Cubikmeter Sand,

5) 115 Cubikmeter behauene Pflasterfteine, ollen Samstag den 4. März J. J., Mittags 2 Uhr, n Gastbaus zu den dret Hagsen zu Ildenstadt an die Benigstnehmenden vergeben werden.

Friedberg den 23. Februar 1871.

Groß herzogliches Kreiebauamt Friedberg. Re u 9

Güter- Versteigerung. 425 Freitag den 3. März d. J., Vormittags 11 Uhr, spllen im biesigen Rathhause die zum Nachlasse der Johann Jon Künzenbach's Eheltule gehörenden Guüterstücke: Gemarkung Friedberg.

Zlur. Nr. Kaftr 3. 72 41. Grabgarten am Ellernpfuhl, * 11. 352. Acker an der Warte,

auf freiwilligen Antrag der E ben nochmals öffentlich melstbietend versteigert und bei annehmbaren Geboten den Letztbietenden die Genehmigung alsbald ertheilt nerden. Zriedberg am 23. Februar 1871. a Großherzogliche Ortsgericht Friedberg. Zouc ar.

Bekanntmachung. Die Offenlegung des Grundbuchs der Gemarfung Oder⸗ Mörlen betr. 7 Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, dle in der Bekanntmachung vom 27. August v. J. immte Zrist von sechs Monaten auf Anlrag Groß Vrzoglichen Ortsgerichts Ober-Mörlen bis zum I Mal. J. unerstrecklich ausgedebut worden ist.

Bad- Nauheim am 24. gebruar 1871. Großberzogliches Landgericht Bad Nauheim. Ulrich, Schnittspabn, Landrschler. Landgerichts- Aßsessor.

Zur Reichstagswahl.

476 Schon vor Wochen hatten einzelne Mitglieder der früheren Parteien im Austausch ihrer Ideen in Bezug auf die bevorstehenden Reichstagswahlen für wünschenswerth gehalten, daß, nachdem nun ein seinem Ende nahender blutiger Krieg die Einheit des Vaterlandes be gründet hat, das Parteigetriebe von der letzten Wahl vermieden werde. Von diesen Motiven geleitet, glaubte die Fortschrittspartem einen winder schroffen Gegner zur Regierung als Candidat aufstellen zu mussen und war freudig überrascht, als der freiconservativen Richtung angehörige Personen sich übereinstimmend mit der Candidatur des Herrn v. Wedekind einverstanden erllarten. Der Vorgänger in der Vertretung der Stadt Friedberg bei dem Landtage Herr Dr. Stockhausen, der in Folge seines hochachtbaren Charakters bei der Regierung in hohem Ansehen stand und von seinen Wählern geschätzt und geachtet wurde, war es, welcher bei seiner durch Krankheitsumstände erfolgten Mandatsniederlegung Herrn v. Wedekind als seinen Nachfolger empfahl. Der versöhnliche Charakter des Herrn v. Wedekind ist von seinen Wählern und von anderer Seite während seiner Thätigkeit im Landtage und seither nicht im Entferntesten angezweifelt worden und sind wir gespannt, ob die Gegenpartei Etwas in dieser Beziehung und über seine Candidatur zu bemängeln hat. Wir sehen hierbei ab von der Beantwortung der aus der Feder des für Friedberg und Nauheim so bekannten Advokaten gestellten Anfrage in der letzten Nummer des Oberhess. Anzeigers, da Herr v. Wedekind seinem Collegen selbst dienen wird. Wir glauben hierbei aber die Bemerkung unterlaufen müssen zu lassen, daß Herr Buff vielleicht eher seinen Platz am Hof gericht ausfüllen konnte, als seine geheime Vorstellungen in Liebe und Wahrheit bei seinen Reisen zu geben.

Wenn wir weiter oben gesagt, daß wir durch die Ausstellung eines Candidaten ver soͤhnlichen Charakters und minder schroffen Gegners zur Regierung hätten glauben können, die Gegenpartei sei in diesem Sinne zu Concesstonen bereit, so wissen wir, daß wir hierin uns getäuscht haben. Herr Buff soll bleiben, nur die alten Schlagwörter der Partei, die sich als erlogen bewiesen haben:Sie wollen Euch den Glauben nehmen und Sie wollen Euch zu Bettelpreußen machen soll, wie wir mit Freuden constatiren, unterbleiben. Herr Buff aber soll bleiben, obwohl der frühere Ausspruch seiner Fürsprecher, daß er die Brücke hinter sich mit der Regierung abgebrochen, sich als eine Lüge erwiesen hat. Herr Buff soll bleiben und wenn, wie zugestandes, sein Sitz bei den Freiconservativen zunächst von Blankenburg ist und seine Musestunden in der Restauration Müller zugebracht werden. Herr Buff soll bleiben, weil man ihn nicht für den Regierungs-Candidaten anzusehen berechtigt und weil ser ja nach oben unabhängig ist 7 und er soll bleiben, wenn uns seineerprobten liberalen Anschauungen mittelst eines Trüchters und von der Kanzel herab in dem System à la Jörg in Bapern beigebracht werden müssen. Wer bezweifelt im ganzen Bezirk noch, daß seine Candidatur von regierungsfreundlicher Seite betrieben wird, nachdem die Aufforderung zu seinem Wahl aufruf bekannt ist? Wie viele ehrenwerthe Männer zieht man zu den Unterschriften heran, um sie in eine schiefe Stellung mit ihren Mitbürgern zu bringen und sie zu Handlangern der Regierung zu machen! Was soll es aber werden, wenn man die Präfekten-Wirthschaft die officiellen Candidaturen von Frankreich zu importiren und nachzumachen sucht? Bemühen sich doch in unserm glücklichen Ländchen 3 Kreisräthe, 1 Ministerialrath, 2 Standesherrn und 1 Hofgerichtsrath ic. um Candidaturen. Gehen diese Herren durch, dann hat in Berlin unser heißgeliebtes Vaterländchen neben der Vertretung im Bundesrath auch im Reichstag, der doch ein Volkshaus sein soll eine doppelte Vertretung der Regierungsinteressen und keine des Volkes.

Was aber eine gefügige Volksvertretung, die also in ihrer Mehr⸗ heit aus Anhängern der Regierung besteht, vermag, hat der letzte Krieg mit Frankreich bewiesen. Würde Napoleon aus dieser Vertretung oppo⸗ nirt und die Geldmittel versagt worden sein, Frankreich hätte den für sich unglücklichen Krieg nicht geführt. Herr Buff soll bleiben trotz seiner Abstimmungen im Reichstage die sast alle nichts weniger als liberal warenz er soll bleiben ein ehrenhafter Charakter, ohne daß wir die Mittel und Wege, die zu seiner Wahl führen, gut heißen, er soll bleiben wenn er es gut heißt, daß man das Licht mehr den Armen als den Reichen das Petroleum besteuert, wenn er auch dafür ist, daß die Abgeordneten in Berlin keine Diäten beziehen, damit nur Leute von seinem Schlag, Standesherrn und Grafen die Möglichkeit gegeben ist, als Reichstags vertreter aufzutreten. Wer aus Allem Diesem nicht erkennt, was er zu thun hat, der wird es nie lernen.

Die geheime Abstimmung sollte am 3 Marz auch die Männer zur Wahlurne treiben, die abhängig nach der einen oder andern Seite sind und sie veranlassen, wahrheitsgetreu ihrer Ueberzeugung zu folgen. Wähler des zweiten Wahlbezirks, wählt am 3. Maͤrz, wenn ihr einen Vertreter aus und für das Volk wollt den Herrn Landtags- ab geordneten Georg von Wedekind in Darmstadt. Rückschritts. und Dunkel⸗ männer und Leute, die nicht zu überzeugen sind, moͤgen Buff wählen?

Beherziget das Wahre!

Zum Anzünden von Freudenfeuern

auf hochgelegenen Punkten erlaubt man sich die Bewohner der umliegenden Orte für die bevorstebende Friedensfeier aufzufordern.

Gestricke Aawischler. Johnen, Erbsen, Linsen,

296 bet Konrad Heß 1 389 guikochende, bei Georg Groß.

gegerüber dem Ralbhause. 447 Meinen in Dorn Assenheimer Gemarkung

Zeltel- N Einschlaggarn gelegenen Acker, Nr. So des Steuer-Catastere,

228[(J] Kiftr., will ich verkaufen. Kaufliebhaber 396 von bekonnber Qualität bet

wollen sich an mich wenden. Nathan Hirschhorn, Usagasse.

Gießen, im Februar 1871.

Flach.