Ausgabe 
27.6.1871
 
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Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

1871.

Oberhessischer!

Friedberger Intelligenzblatt.

Dienstag den 27. Juni.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

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1 Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Abonnement auf denOberhessischen Anzeiger, welcher auch ferner wöchentlich dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. ... Das Abonnement beträgt bei der jährlich 47 kr., mit Bringerlohn. a Der Anzeiger kann nach auswärts auch durch Privatboten direct von uns bezogen werden. Bestellungen beliebe man baldigsst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unter. brechung eintritt. N 5 für das zweite Halbjabr zusenden, wenn nicht

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Die Expedition.

Amtlicher Theil.

Be

Betreffend: Rinderpest.

Erhaltener Mittheilung zu Folge ist am 16. d. Mis. die Rinderpest zu

constatirt worden. Friedberg den 24. Juni 1871.

nnen Niedermendig im Kreise Mayen, Reg.-Bez. Coblenz,

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. RN Haas, Kreis, Assessor.

Deutsches Reich. 5 Darmstadt, 24. Juni. Das Großherzog⸗ liche Regierungsblatt Nr. 21 enthält folgende Cabinetsordre betr. die freiwillige Hülfsthätigkeit im Großberzogthum Hessen.

Ludwig III. von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein ꝛc. ꝛc. Nach jetzt er⸗ folgter Wiederkebr des Friedens gereicht es Uns zu hoher Genugthuung, der freiwilligen Opfer zu gedenken, welche die Bevölkerung des Groß berzogthums ohne Unterschied des Standes und Geschlechts, während des Ktieges, erfüllt von patriotischer Begeisterung und reinster Menschen⸗ liebe, für die Pflege der verwundeten uud kranken Soldaten, in so rühmlicher Weise gebracht hat.

Schon bei dem Beginn des jetzt beendeten Krieges hatten der unter dem überall fördernden Protettorate Ihrer Großherzoglich Königlichen Hoheiten des Prinzen und der Prinzessin Carl von Hessen stehende Hülfsverein für die Kranken- pflege und Unterstützung der Soldaten im Felde und in enger Verbindung mit diesem der von Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Ludwig von Hessen selbstehätig präsidirte Alice-Frauenver ein ihre zweckmäßig organisirte Wirksamkeit, unter Beihülfe von Zweigvereinen, welche sich in vielen Orten bildeten, im ganzen Lande ins Leben treten lassen. Berufs⸗Pflegerinnen, geistlichen wie weit lichen Standes, und freiwillige Pflegerinnen boten alsbald ihre Dienste an und widmeten sich der Pflege der verwundeten und kranken Krieger mit bewundernswerther Ausdauer und Aufopferung. Sanitätscorps, in verschiedenen Städten des Lan- des gebildet, zogen nach dem Kriegsschauplatze aue und leisteten dort, mit Bestehung großer Be⸗ schwerden und Gefahren, die ersprießlichsten Dienste. Andere, Männer und Frauen, machten sich die

wieder gegeben, sondern auch den Vaterlandsver- theidigern die tröstliche Ueberzeugung gewährt,

Opfer scheuten, um für ihr

dieses Bewußtsein sicher mit dazu beigetragen, den freudigen Muth der tapferen Armee zu Ni

in dem nun siegreich beendigten Kriege zu verleihen.

tischen Wirkens fühlen Wir Uns gedrungen, Allen, welche sich hierbei in der einen oder anderen Weise betheiligt haben, Unsern Dank hierfür öffentlich auszudrücken. Darmstadt, den 22. Juni 1871. Ludwig. Gutem Vernehmen Kammer der Stände am 29. d. und die zweite Kammer bereits am 28. d. wieder zusammentreten. Die unterm 13. Juni l. J. zwischen dem Bevollmächtigten Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Hessen und denen Seiner Majestät des deutschen Kaisers und Königs von Preußen abgeschlossene Militärconvention, sowie das Schluß⸗ prototoll zu derselben sind den Ständen des Groß- herzogthums mit dem Ersuchen um Ertheilung der verfassungsmäßigen Zustimmung vorgelegt worden. Friedberg, 25. Juni. Die in der Gar nisonsangelegenheit an S. K. H. den Großherzog committirte Deputation hat heute in einer zu diesem Zwecke zusammenberufenen, sehr zahlreich besuchten Versammlung im Saale zu. den. drei Schwertern ihren Bericht erstattet, der im Interesse der Sache hiermit zum Abdruck gebracht wird. Dieser Bericht lautet: Meine Herren! Die von der Einwohnerschaft Friedbergs wegen der Garnisonsangelegenheit an d. K. H. den Großherzog committirte Deputation

Labung und Stärkung sowohl der zum Kampfe ausziehenden als der davon verwundet oder kran! zurückkehrenden Soldaten, die Ueberbringung von Liebesgaben an die in Feindesland stehenden Trup⸗ pen, die Anfertigung der nöthigen Gegenstände für die Lazarethe, die Sorge für die Familien der im Felde stehenden Soldaten persönlich zur Aufgabe, während freiwillige Gaben für alle diese edlen Zwecke in reichem Maße von allen Seiten, selbst aus dem fernen Auslande, gespendet wurden. Diese großartige Hülfe bat nicht allein vielen braven Kriegern das Leben erhalten und die Gesundheit

hat die Verpflichtung über die Art und Weise, wie sie dem ihr gewordenen Auftrag nachdekommen ist, und über den Erfolg ihrer Misston Rechen- schaft abzulegen. Damit dies so vollständig und so genau wie möglich geschieht, hat sie diese Rechenschaftsablage in die Form einer schriftlichen Berichterstattung einkleiden zu müssen geglaubt und erlaube ich mir, Ihnen diesen Bericht hier⸗ mit vorzutragen. 8

Am 21. d. M. wandte sich die Deputation an die Flügeladjutantur Sr. K. H. mit dem

daß auch die in der Heimath Zurückgebliebenen keine mittags Wohl mitzuwirken Zeit wurd und für ihre Angehörigen zu sorgen, und hat die wohlwollend auf, sprach sich über alle hier ein⸗ schlagenden Verhältnisse auf das Eingehendste aus und zu beleben und ihr die Kraft zur Ausdauer und äußerte sich dahin: Er beklage die Calamität,

Ersuchen, sie zu einer Audienz aumelden zu wollen

und sckon am 22. traf die Antwort ein, daß S. K. H. die Deputation den 23. d. M. Vor⸗

9 Uhr empfangen wolle. Zur bestimmten die Audienz gewährt. S. K. H. nahm

Adresse, deren Inhalt Ihnen bekannt ist, sehr

welche Friedberg betroffen, don Herzen und dies

In voller Anerkennung dieses edlen und patrio- um so mehr, als er eine ganz besondere Vorliebe

für unsere Stadt hege und als er sehr wohl wisse, welche ganz enormen Nachtheile deren Gesammt- einwohnerschaft durch den Verlust der Garnison erleiden müsse; daß Friedberg die Garnison ver⸗ loren, beruhe auf einer Entschließung, die nicht

nach wird die erste von ihm, sondern von der jetzt maßgebenden und

allein entscheidenden Gewalt Sr. Majestät dem deutschen Kaiser ausgegangen sei; könne er in Militärangelegenheiten noch gebieten, wie früher, dann wäre es zu dieser Maßregel nimmermehr gekommen oder er würde doch sofort bestimmen,

daß Friedberg eine andere Garnison erhalte, so

aber, wie die Dinge jetzt lägen, denen er selbst sich fügen müsse und im Interesse unseres Gesammt⸗ vaterlandes und in Achtung abgeschlossener Ver⸗ träge sich ohne Rückhalt füge, könne er für sich in der Sache nichts machen, er werde aber die Be⸗ mühungen der Stadt Friedberg, wieder in den Besitz einer Garnison zu gelangen, nach Kräften unterstützen, er rathe dringend, es an energischen Bemühungen nicht fehlen zu lassen und er empfehle der Deputation, sofort bei dem Divisionär der hessischen Truppen, Sr. Gr. H., dem Prinzen Ludwig, um eine Audienz nachzusuchen, demselben die Lage und Wünsche Friedbergs vorzustellen und hierbei hervorzuheben, daß Höchsterselbst der Deputation anempfohlen habe, sich an ihn, den Prinzen, zu wenden. Unter den wiederholten Versicherungen seines Wohlwollens für Friedberg wurde bierauf die Deputation entlassen.

Die Deputation begab sich nunmehr sofort in das Palais Sr. Gr. H. des Prinzen Ludwig und ließ sich zu einer Audienz anmelden. Die⸗ selbe wurde augenblicklich gewährt und empfingen S. Gr. H. die Deputation auf das Freundlichste. Nachdem S. Gr. H. die Wünsche der Deputation entgegengenommen, erklärten Dieselben, die Ver⸗ legung der Garnison sei aus militärischen Gründen erfolgt, könne nicht mehr rückgängig gemacht