Ausgabe 
25.3.1871
 
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Phil ippi's Felsenkeller.

Eröffnung Sonntag den 26. März. Friedensseier in Assenheim.

Künftigen Sonntag den 26. März, Nachmittags 2 Uhr, 743 soll dahier zum Andenken an den Frieden eine Eiche gepflanzt werden, zu welcher Feier man mit dem Bemerken einladet, daß darauf im Lortz' schen Gasthause eine gesellige Ver einigung bei Harmonie-Musik stattfindet Das Comité.

Aut oder naut.

728 Die Einwobnerschaft Friedbergs erfährt aus einer Veröffentlichung des zu dlesem Zwecke zusammen⸗ getretenen Comités, daßunserem dem nächst heimkehrenden Garde⸗ Jäger-Bataillon ein ihren Tbaten und großen Verdtensten um's Vaterland entsprechender würdiger Empfang be⸗ reitet werden soll.

Aus vollem Herzen einverstanden mit der Idee eines solchen patrlotischen Vor⸗ schlages, können wir jedoch dem»Beschlusse, wie man einen solchen würdigen Empfang in Ausführung zu bringen gedenkt, keineswegs zustimmen. Das Comits erklärt nämlich, es habebeschlossen, die beim⸗ kehrende Mannschaft als Ebrengäste der Stadt zu betrachten und dieselben bei den biesigen Einwohnern festlich zu bewirthen, weil es an entsprechenden Räumlichkeiten zu einem allge⸗ meinen Banket feblen soll.

Den Mangel eines Locals zur Aufnahme des ganzen Bataillons zugestanden, so find doch jedenfalls ausreichende Räumlichkelten vorhanden, um eine compagnieweise Bewirthung veranstalten zu können. Um so weniger haben wir ein Verständniß dafür, wie das betreffende Comité zu seinemBeschlusse⸗ gekommen und wie es ihm möglich werden soll, den Wortlaut desselben,»die Mannschaften bei den hiesigen Einwohnern fefilich zu bewirthen, in Ausführung zu bringen. Wir wollen uns indeß mit weiteren Betrachtungen über diesen absonderlichen Beschluß nicht aufhalten, sondern wir zählen einfach auf, welche Räumlichkeiten in unserer Stadt etwa verwendet werden könnten, um, wenn auch nicht ein gemeinschaftliches Banket für das ganze Bataillon, so doch eine in Compagnien vertbeilte Bewirthung oder Speisung unserer heimkebren⸗ den tapferen Söhne zu ermöglichen. Zunächst nennen wir die zur Aufnahme von einet, höͤchstens 250 Mann starken, Compagnie ausreichenden Wirthschaftslocalitäten, das find die deiden Pötels: Trapp und Drei Schwerter, die beiden Felsenkeller von Windecker und Philippi, dann darf wohl angenommen werden, daß bis dahin die beiden Baraken der Klosterkaserne geräumt sein weiden, wir haben außerdem die großen Säle der städtischen Schulhäuser, des Schullehrer-Seminars, des Prediger-Seminars, die Räume des Stadthauses, in jeder dieser Localitäten kann eine Compagnie untergebracht und gespeist werden; dem Bedürfniß genügend aber find schon vier der genannten Räume.

Durch eine solche compagnieweise gemeinschaftliche Bewirthung, welcher als Vertreter der Stadt und Einwohnerschaft Mitglieder des Stadtrathes und des Comités beizuwohnen hätten, würde unstreitig die Feier zu einer angemesseneren und der heimkehrenden tapferen Streiter, sowie der Stadt Friedberg selbst würdigeren fich gestalten, als durch diebeschlossene Art der vereinzelten Bewirthung bei den Einwohnern der Stadt und es würde zugleich die unvermeidliche, je nach den Verhälinissen des Quartiergeber sehr verschieden ausfallende Bewirthung der Soldaten und die bierdurch eintretende, wenngleich gar nicht beabsichtigte, den Anschein einer Bevorzugung oder Zurücksetzung nur zu leicht annehmende Ungleichheit beseitigt sein. Nach einer in der hier vorgeschlagenen Weise ausgeführten gemeinschaftlichen und gleichmäßigen Bewirthung muß es ja ohnedies im Uebrigen jedem Quartierträger überlassen bleiben, die bei ihm elnquartterten Leute nach seinen Verhält nissen zu bewirthen und zu ehren, wie es ihm sein Patriotismus und seine wohlwollende Gesinnung eingibt.

Wir machen aus den dargelegten Gründen die vorstehenden Vorschläge und wollen damit der Sache selbst dienen, indem wir zugleich die Anficht Vieler ausgesprochen haben, welche sich mit demgefaßten Beschlusse des betreffenden Comité's nicht befreunden lönnen.

Um die Stadtkasse hierbei nicht allzusehr zu belasten, beginne man doch sofort mit einer Sammlung frei⸗ williger Beiträge zu dem angeregten Zwecke und wir dürfen wohl überzeugt sein, die Einwohnerschaft Friedbergs wird durch reiche Spenden auch hierbei den bisher so vielfach bewährten Patriotiemus aufs Neue bekunden, wo es gilt unseren eigenen Kindern und Lanveskindern den Tribut wohlverdienten Dankes zu zollen für die ihrer⸗ seits bewährte Ausdauer und den freudigen Muth bei Kampf und Sieg im heil'gen Krieg!

Eine größere Anzahl hiesiger Einwohner.

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744 Meinen geehrten Kunden und allen an Augen: schwäche Leidenden die ergebene Anzeige, daß sich mein Aufenthalt in Darmstadt verlängert hat und ich erst Dienßag den 28. Marz nach Friedberg kommen werde. Vorhergehende Bestellungen bitte ich meinem Gastwirth Herrn Schott gefälligst abgeben lassen zu

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Todes- Anzeige. 742 Verwandten, Freunden und Bekannten widme ich die schmerzliche Anzeige, daß der Herr über Leben und Tod heute meine theure Frau Julie, geb. Bechtold,

zu sich berufen hat. Sie starb in Folge eines Wochenbettes an ihrem 34. Geburtstage. Um ftille Theilnahme bittet

Friedberg den 24. März 1871. Karl Söllner, posmetzgermeister.

Die Beerdigung findet Samstag den 25. d., Nach⸗ mittags 5 Ühr, statt.

Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. Sonntag Judica.

Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Köhler. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Candidat Suppes. Nachmittags: Herr Pfarrer Baur. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags: Herr Seminarlehrer Stamm. Nachmittags: Herr Candidat Uhrig.

Katholische Gemeinde. Samstag um 4 Uhr Nachmittags Beichte. Passionssonntag.

Vormittags: 10 Uhr Hochamt und Predigt. Nachmittags: ½2 Uhr Christenlehre und Andacht.

Beginn des Gottesdienstes an den Wochentagen Morgens Uhr.

Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Vindernagel& Schimpff.

(Hierzu Unterhaltungs Blatt Nr. 12 und zwei Beilagen.]