Ausgabe 
23.12.1871
 
Einzelbild herunterladen

. ˖

³

Süddeutschen Guldenwährung rechnenden Gebiets- theilen, einschließlich des Großherzogthums Baden, dessen Postwesen vom 1. Januar k. J. von der deutschen Reichspostverwaltung mit übernommen wird: Freimarken zu 1, 2, 3, 7 und 18 Kreuzern. Franco Couverts zu 3 Kreuzern und gestempelte Streifbänder zu 1 Kreuzer. In den Farben stimmen die neuen Postwerthzeichen mit den bis⸗ berigen überein. Dienstsreimarken werden vom 1. Januar 1872 ab nicht mehr ausgegeben. Die neuen Deutschen Freimarken werden von den Postanstalten zu dem Nennwerthe des Stempels an das Publicum abgelassen. Für Franco⸗Couverts ist außer dem Nennwerthe des Stempels(1 Gr. bez. 3 Kr.) eine Herstellungsgebühr, und zwar, bei den Couverts zu 1 Ge. von 1 Pfennig pro Stück, bei den Couverts zu 3 kr. von 1 kr. für je 3 Stück zu entrichten. Gestempelte Streifbänder kommen nur bei größeren Postaustalten, in Partien zu 100 Stück zum Verkauf. 100 Streifbänder 4 ½¼½ Gr. kosten 1 Tolr. 6 Gr. 10 Pfennige, 100 Streifbänder à 1 Kr. 1 fl. 53 Kr. Der Verkauf der neuen Postwerthzeichen wird bei den Postanstalten in Elsaß⸗Lotbringen und im Großherzogtbum Baden in den letzten Tagen d., bei allen übtigen Deutschen Reichspostanstalten schon Mitte Dezember d. J. beginnen. Verwend⸗ bar werden die neuen Postwerthzeichen aber über- all erst mit dem 1. Januar 1872. Die am 1. Januar 1872 in den Händen des Publicums verbleibenden Freimarken, Franco-Couverts und gestempelten Streifbänder der bisberigen Art können bis einschließlich 15. Februar 1872 bei den Post⸗ annahmestellen gegen neue Postwerthzeichen gleichen Werthes umgetauscht werden. Vom 16. Febr. 1872 ab werden die bisherigen Postwerthzeichen zum Umtausch nicht mehr angenommen, und verlieren ihren Werth.

Berlin, 20. Dez. Abgeordnetenhaus. Inter- pellation der Abgg. Vogtherr und Kugler betreffs der Anlage einer Pulverfabrik in unmittelbarer Nähe Frankfurts. Der Kriegs minister erklärt: Die Absicht, eine Pulverfabrik anzulegen, lag und liegt vor. Die Anlage entspricht einem noth- wendigen Bedürfaisse der Armee. Die Auswahl unter den geeigneten Plätzen war nicht groß. Der Ort muß vor feindlicher Berührung möglichst ge⸗ schützt, auf dem rechten Rheinufer, auf einer Schifffahrtslinie und in der Nähe einer großen Garnison gelegen sein. Alle diese Erfordernisse treffen bei Frankfurt jusammen, weßhalb das er⸗ wähnte Project in Erwägung gezogen wurde. Das Gebäude würde 4000 Schritte von den letzten Häusern der Stadt gelegen, seine Nähe also nicht sonderlich gefahrdrohend sein, wie über haupt die Gefährlichkeit der Pulverfabrikation meist überschätzt wird, da di⸗ daselbst aufbewahrten Pulvervorrätze grundsätzlich möglichst klein und die Gebäude nur aus Fachwerk aufgeführt sind. Die Coblenzer Explosion erfolgte nicht in der Fabrik, sondern im Laboratorium. Das Project sei von der Ausführung noch weit entfernt und bedürfe erst der Zustimaung der Minister des Handels und des Innern. Diese würden jeden⸗ falls zuvor bei der Stadt Rückfrage halten, deren Vertreter alsdann Grlegenheit haben würden, sich zu äußern. Der Ankauf des betreffenden Ter⸗ rains sei bisher nicht möglich gewesen und er⸗ scheine es fraglich, ob die Exprepriation in diesem Falle zulässig sei. Das Haus tritt in die D⸗⸗ battt über die Interpellation ein. Vogtherr spricht gegen die Anlage einer Pulverfabrik, welche die Ausdehnung Frankfurts verhindere und die Ent⸗ werthung des Baugrundes herbeiführe.

Der Kaiser hat dem bisherigen österreichi schen Botschafter, Graf Wimpfen, eine Abschieds⸗ audienz ertheilt. Der neue Botschafter, Graf Karle pi, trifft Freitag hierselbst ein.

5 u den Berliner Abgeordnetenkreisen er⸗ zählt man sich, wie derBeegl. Zeitung zu eninehmen, mit großer Bestimmtheit, Fürst Bis⸗ marck habe jetzt die russische Politik durch Allianzen so weit zu binden gewußt, daß auch bei einer Thronfolge in Petersburg jene Linie der Friedens- politil eingeschlagen werden muß, welche ihr heute die drei nordischen Mächte geben.

ein russisch⸗österreichischer Krieg eben so unmöglich geworden, als sich Frankreich in einen Zustand

Ausland. Frankreich. Versailles, 20

der Isolirung versetzt siebt, welche den Revanche⸗ krieg zu einer bloßen Phantasie macht.

Errichtung vonArbeits- Aemtern eingebracht, denen die Aufgabe obliegen soll, über alle die Arbeits verhältnisse betreffenden Angelegenheiten in den einzelnen Provinzen an maßgebender Stelle Bericht zu erstatten. i

angeordnet sein wird, können monatlich deren 2,220,000 Stück geprägt werden und zwar von den preußischen Münzstätten zu Berlin 1 Million Stück, Hannover 300,000 Stück, Frankfurt a. M. 350,000 Stück, von Bayern 200,000 Stück, Sachsen 180,000 Stück, Wärtemberg 100.000 Stück, Baden 50,000 Stück, Hessen 40,000 Stück.

nach welchen im nächsten Februar eine Anzahl deutscher Fürsten, darunter auch der König von Bayern hierher kommen werden und daß dann eine Reihe von Hoffesten stattfinden soll. Diese Gerüchte treten neuerdings mit größerer Bestimmt- beit auf und man knüpft daran die Mittheilung, daß nach den erwähnten Besuchen auch noch der⸗ jenige des Kaisers Franz Joseph zu erwarten sei.

mit dem Beginn des neuen Jahres festgeordnete Verwaltungs Einrichtungen in's Leben treten. Nachdem der jetzige Ober Präsident von Möller sich durch allseitige pertönliche Wahrnehmung eine nähere Kenntniß und Ueberzeugung von den Ver- hältnissen und Bedürfnissen des seiner Pflege an⸗ vertrauten Landes verschafft hat, ist der Entwurf der Verwaltungs ⸗Organisation auf Grund seiner Anträge zunächst im Reichskanzler Amte, sodann im Bundesrathe festgestellt worden, und wird nunmehr unverzüglich publizirt und zur Ausfüh⸗ rung gebracht werden.

geschlossene Nachtrags- Convention zum deutsch⸗ französischen Friedensvertrag hat nunmehr auch die Lücke ausgefüllt, welche durch die im Haupt- vertrage vereinbarte Aufbebung der preutzisch-fran⸗ zösischen Literarconvention entstanden war. An die Stelle des letzteren soll der bayerisch ⸗französische Vertrag vom 24. März 1865 treten, zu bedauern bleibt nur, daß diese Bestimmung noch das Votum des Reichstages bedarf, ehe dirselbe zur Aus⸗ führung gelangen kann.

und Quartierliste Marine pro 187071 im Ganzen 11,970 Offi⸗ ziere, Aerzte und Beamte. Davon kamen a. auf die Linie 8853, und zwar 7 Großkreuze, 659 Kreuze erster Classe und 8187 zweiter Classe, am weißen Bande. b. Landwehr 3101, worunter 9 Kreuze erster Classe und 3092 zweiter Classe, incl. 562 am weißen Bande. c. Marine 16, und zwar 1 erster Classe und 2 am weißen Bande.

geordnetenkemmer mit, daß sein Antrag, wonach die Uebertrelungen des Strafgesetzbuchartikels, be⸗ treffend den Mißbrauch der Kanzel, den Schwur⸗ gerichten, überwiesen betreffenden Ausschüssen beider stimmung, der Regierung angenommen sei.

den Gesetzentwurf, Steuern bis Ende Febtuar, men angenommen.

Ztg., daß die Gründung einer neuen Universität in Straßburg Stadt die kaiserliche Genehmigung erhalten habe, berichtet man demNiederrh. Kur. ferner, daß diese Erweiterung ohne Zögern in Angriff ge- nommen und der neue Stadttheil nur mit einer einfachen Enceinte umgeben werden solle. Ernennung von Universttäts-Professoren mit einem Gehalt bis Dadurch sei Herr v.

Beim Reichskanzleramte ist ein Antrag auf

Sobald die Ausprägung der Goldmünzen

Seit einiger Zeit eirculiren hier Gerüchte,

Im Reichslande Elsaß⸗Lothringen werden

Die in Frankfurt a. M. vor Kurzem ab⸗

Das eiserne Kreuz besitzen nach der Nang der preußischen Armee und

incl. 853

15 zweiter Classe, incl.

München. Referent Kurz theilt in der Ab-

werden sollen, von den

Kammern mit Zu-

Stuttgart. Die Abgeordnetenkammer hat

betreffend die Fortechebung der mit 70 gegen 4 Stim-

Straßburg. Zu der Nachricht derStraßb.

zugleich mit der Erweiterung der

Zur

zu 2500 Thlr. soll der künftige Curator,

Dezember. Nationalversammlung. seine Interpellntion und fragt den Justizminister, wer die Verantwortlichkeit für die Nichterhebung einer Anklage gegen Rant trage. Der Minister legt dar, daß die Regierung hierfür keine Ver⸗ antwortung treffe. Die Versetzung in Anklage⸗ zustand vor die Kriegsgerichte sei allein Sache des Commandanten der ersten Militärdiviston. Die Regierung werde fortfahren, sich jeder Ein- mischung in diese Angelegenheiten zu enthalten. Die Versammlung nimmt hierauf mit großer Majorität folgende, auch von der Regierung ge⸗ billigte Tagesordnung an: Die Nationalversamm⸗ lung geht, nachdem sie von den Erklärungen der Minister des Kriegs und der Justiz Kenntniß ge⸗ nommen und auf eine strenge Beobachtung des Rechts rechnet, zur Tagesordnung über.

Versailles. Nationalversammlung. Die Prinzen von Orleans wohnen der Sitzung bei, dieselken sitzen im rechten Centrum. Plessensé bringt einen Antrag ein, welcher verlangt, daß alle wegen Theilnahme an der Insurrection ge- richtlich verfolgten Individuen, die den Rang eines Unterofsifiers nicht überschritten und nicht gemeine Vergehen oder Verbrechen begangen hätten, in Freibeit gesetzt würden. Raoul Duval wünscht den Justizminister über die Haltung zu interpelliren, welche er hinsichtlich mehrerer Communemitglieder, namentlich gegenüber Rane beobachte. Der Minister schlägt vor, die Interpellation auf den 20. d. anzuberaumen. Die Kammer stimmt dem Vor- schlage zu.

Die Commission für die Ueberprüfung der in der Armee verliehenen Grade hat, wie der Avenir militaire meldet, bereits 26 Regimenter Infanterie, 19 Jägerbataillone und 24 Regimenter Cavallerie durchgegangen. Im Generalstab allein hat sie von 7 Obersten nur einen bestätigt; 5 wurden zu Escadronschefs und 1 zum Oberst- lieutenant retrogradirt. Von 5 Obristlieutenants wurden 3 in ihrem Grade erhalten und 2 zu Escadronschefs herabgesetzt; von 101 Bataillons⸗ chefs endlich wurden 46 bestätigt und 55 zu Hauptleuten retrogradirt.

Belgien. Brüssel. Man schreibt der Independance b. aus Vexsailles: Thiers und seine Parteifreunde seien entzückt über den Aus- gang der orleanistischen Frage, die Reaction hin⸗ gegen sei bestürzt über die Widerstandskraft der Republik. Picard verzögert seine Rückkehr nach Brüssel.

Spanien. Madrid. Dem Vernehmen nach hat der König dem Ministerium den Rath ertheilt, die Cortes zu berufen. Das Ministerium hat seine Entlassung eingereicht. Man hält dis Bildung, eines Cabinets Zorilla für wahrscheinlich, in welchem Falle dann die Cortes einberufen würden. Das neue Ministerium ist endgiltig fol gendermaßen zusammensetzt: Sagasta, Präsidium und Inneres, Malcampo, Marine, de Blas, Aus⸗ wärtiges, Candan, öffentliche Arbeiten, Topete, Colonien, Angelo, Finanzen, Goizard, Justiz, Gaminde, Krieg. Die Cortes werden am 8. Januar wieder zusammentreten.

Rußland. Im Kaukasus sollen Unruhen mit religionsfanatischem Charakter ausgebrochen, aber ohne ernste Bedeutung sein.

Asien. DerTimes of India zusolge wüthet die Hungersnoth in Persien noch immer fort und wird ihre wirkliche Ausdehnung niemals bekannt werden. Eigenthümlich ist es, daß man nichts von einem organisirten Vorgehen der Re⸗ gierung zur Milderung der Noth hört. Die dungernden Leute sind sich selbst überlassen. Die⸗ jenigen, welche im Stande sind, außer Landes zu gehen, thun dies; die Anderen müssen sterben, wenn nicht von irgend einer unerwarteten Seite Hülfe kommt.

Friedberg. um Mittwoch Abend, zwischen 5 und 6 Uhr, brach in der Hofraithe des Gastwirths Neuß zum goldnen Fäßchen dabier Feuer aus und alsbald standen Scheuer und Stallungen in hellen Flammen, welche sofort auch die Oeconomiegebäude des Nachbars,

Roggenbach, bereits ermächtigt stin.

Bocksteinfabrikanten Ulrich, ergriffen und die anstoßenden Woynhäuser aufs Ernsllichste bebrohten. Nur der ange⸗

Raoul Duval enkwick lt

Fedmlelelt

sonel. dus Bern hoͤren ke

it 1305 Einwobn

Aus ola M b schless Olerbes Dabu en Vetliebs

Dar

des Hof

3190 sind u Fried Theil zu 7 fuͤhler lich rathe * ganz Spri Umge keit

84334 K 0*

äç