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Dienstag den 23. Mai.
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Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblatl.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag,.
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Deutsches Reich.
Darmstadt, 19. Mai. Wie den„Hess. Volksbl.“ aus guter Quelle mitgetheilt wird, ist die Rückkehr unserer hessischen Division in drei, höchstens vier Wochen zu erwarten. Das Haupt- quartier der Division befindet sich seit dem 12. Mai in Epinal, wo auch das 2. Bataillon des 4. Inf. Rebiments Standquartiere bezogen hat. Die Division verließ am 5.(der Divisionsstab am 6.) Mai die früheren Cantonnements im Departement Haute-⸗Marne und marschirte beim schönsten Wetter über Neuf- Chateau, Mirecourt und Dombire nach Epinal, in dessen Umgebung sie nun Standquar⸗ tiere, auf hoffentlich nur kurze Zeit, bezogen hat.
— 20. Mai. Durch Allerhöchste Decrete vom 13. l. M. wurden ernannt: der Großh. Land- richter Justizrath Carl Faustmann zu Alten- stadt zum Landrichter in Lorsch und der Großh. Landgerichtsassessor Wilhelm Mittler zum Landrichter in Altenstadt.
* Friedberg, 22. Mai. Heute Vormittag 10 Uhr traf S. K. H. der Großherzog in unserer Stadt ein, um, wie verlautet, für längere Zeit seinen Aufenthalt im hiesigen Schlosse zu nehmen. S. K. H. begleiteten die Flügeladjutanten Major v. Küchler und Major v. Herff.
H. Friedberg. Die„H. V.“ bringen folgende Mittheilung: Die von dem„Frankfurter Journal“ gebrachte und auch in diesen Blättern reproducirte Nachricht über die Reorganisation der bessischen Division haben wir in mehrfacher Hin— sicht als eine irrige zu bezeichnen. Die Verhand— lungen über die Neuformation unserer Truppen sind zum Abschluß noch keineswegs gelangt, und ebenso ist die Frage der künftigen Garnisonen, deren endliche Erledigung sich übrigens nicht in Berlin, sondern in Hessen vollziehen wird, noch eine offene. Die Städte Offenbach, Butzbach und Babenhausen, welche nach der betreffenden Corre⸗ spondenz die Garnison verlieren würden, mögen sich daher einstweilen nicht beunruhigen und Darm— stadt seine Freude über die ihm zugedachten zwei Reiterregimenter ꝛc. noch zurückhalten. Auch Friedberg, das möglicherweise aufhören könnte, Garnisonssladt zu verbleiben, mag den schon im „Wetterauer Boten“ zum Ausdruck gekommenen Schmerz noch zurückhalten, da ihm als eventueller Ersatz ein ständiges Commando von so beträcht⸗- licher Stärke zugedacht sein soll, daß die Zahl der Garnison, wie sie in den 50er Jahren ge— wöhnlich bestand, mehr ale erreicht wird.— Nach den vocstehenden Mittheilungen des ge— wöhnlich gut unterrichteten Blattes möchte es scheinen, as wenn Friedberg in der That seine Garnison verlieren und nur mit einem wenig Ersatz bietenden Commando bedacht werden sollte. Wir wissen nicht, ob nach dem Vorbilde anderer Städte auch von Seiten der Vertreter Friedbergs Schritte für fernere Erhaltung der Garntson ge— schehen sind und ob an entscheidender Stelle aus⸗ gesprochen worden ist, daß man im Interesse vieler Geschäftsleute unserer Stadt und aus mancherlei sonstigen Gründen Werth legt auf die Beibehal⸗ tung einer Garnison. Die Anwesenheit S. K. H. des Großherzogs in unserer Stadt möchte die ge eignetste Gelegenheit bieten, das etwa Versäumte nachzuholen oder die bereits ausgesprochene Bitte nochmals zu erneuern, ehe es zu spät und die definitive Entscheidung getroffen ist.
Berlin, 19. Mai. Reichstag. Der Präsi⸗ dent theilt ein Schreiben des Reichskanzlers mit,
worin derselbe den Reichstag ersucht, den Straf— antrag gegen die„Hannöversche Landeszeitung“ wegen Beleidigung des Reichstags zu genehmigen. Der Antrag wird der Geschäftsordnungscommission zugewiesen. Es folgt die Prüfung der Sonne— mann'schen Wahl. Die Abtheilung beantragt, die Wahl ungültig zu erklären. Das Haus nimmt nach längerer Debatte mit großer Majorität den Antrag Stauffenberg's auf Gültigkeitserklärung an. Der Additionalartikel zu dem Postvertrag mit den Vereinigten Staaten für die Verbesserung des Postdienstes, sowie zu dem Additionalvertrag vom 17., resp. 23. April 1870 wird in erster und zweiter Berathung angenommen. Es folgt hierauf die zweite Berathung des Nachtrags zum Postetat auf Grund des Berichts der Budgetcom— mission. Sämmtliche Positionen werden bewilligt. Hierauf folgt die dritte Berathung des Gesetz— entwurfes, betreffend die Inhaberpapiere mit Prämien.§. 1 wird ohne Debatte, die§§.2—6 werden mit einigen, vorwiegend redactionellen Ab- änderungen angenommen. Die wichtigsten dieser Abänderungen sind, daß der Ertrag der Ab- stempelungsgebühr zur Reichscasse fließt, und daß bei§. 6 der Passus, wonach die nicht beizu⸗ treibende Geldstrafe in eine, ein Jahr nicht über- steigende Gefängnißstrafe umzuwandeln ist, ge— strichen wird. Am Schluß der Sitzung ergreift Fürst Bismarck das Wort. Der Bundeskanzler zeigt die Ratification des Friedensvertrages durch die französische Nationalversammlung an, sowie, daß er sich heute Abend nach Frankfurt begeben werde, um den Austausch der Ratification zu voll- ziehen und diejenigen Besprechungen mit den fran— zösischen Ministern einzuleiten, die unsere jetzigen Verhältnisse in Frankreich und die Ausführung der einzelnen Paragraphen des Friedens vertrages noch bedingten.
— 20. Mai. Reichstag. Der Präsident theilt ein aus dem nordamerikanischen Staate Illinois ihm zugegangenes Schreiben mit, worin das Haus von der daselbst von den Deutschen veranstalteten Friedensfeier in Kenntniß gesetzt wird.— Es folgt die zweite Berathung des Gesetzentwurfes betreffend die Vereinigung Elsaß— Lothringens mit dem deutschen Reiche. Staats- minister v. Delbrück erklärt, daß die Regierung keineswegs beabsichtige, mit den bestehenden Insti— tutionen Elsaß⸗Lothringens tabula rasa zu machen. Im übrigen wolle er nur zwei Punkte berühren; es würde allerdings sehr einfach und bequem ge— wesen sein, aus Elsaß einen selbstständigen Staat zu machen oder es an einen anderen Staat zu annectiren, es habe jedoch an einem Staate, welcher die Annexion für sich gewünscht hätte, gefehlt. Was die Bildung eines selbstständigen Bundesstaates anbetreffe, so sei er der Ansicht, daß die Einfügung Elsaß Lothringens in das deutsche Reich geschehen könne, ohne eine Bresche in die Reichs verfassung zu legen oder die berech— tigten Ansprüche Elsaß Lothringens zu schädigen. Die Reicheverfassung lasse es sehr gut zu, daß Reichsorgane für Elsaß Lothringen das Gesetz— gebungsrecht ausübten. Die Stellung des Bundes— rathes werde dadurch nicht alterirt, ebenso wenig sei die Stellung des Kaisers gegenüber den neuen Provinzen eine solche, welche der Reichs verfassung widerspriche. Krueger(Hadersleben) verliest eine Rede, welche auf der Tribüne unverständlich bleibt. Dieselbe scheint gegen den Anschluß Elsaß-Loth— ringens zu protestiren, durch welchen das Selbst— bestimmungsrecht der Bewohner jener Landestheile
verletzt werde. Niegolewski erklärt Namens der Polen, dieselben würden sich der Abstimmung ent— halten, was er mit der nationalen Stellung der Polen motivirte. Hierauf wird die Diseussion geschlossen und§. 1 nach der Regierungsvorlage angenommen. Dagegen stimmsen Sonnemann und Schraps. Vor der Abstimmung entfernten sich die Polen und Krüger.
— Sämmtliche Soldaten, welche den Krieg gegen Frankreich mitgemacht haben, werden zur Erinnerung eine Denkmünze erhalten, mit deren Prägung in nächster Zeit vorgegangen werden wird. Sie soll ungefähr die Größe der Denk⸗ münze für den dänischen Krieg erhalten. Auf dem äußeren Rande wird sie die Worte tragen: „Aus eroberten Geschützen“, auf der einen Seite der Münze soll ein gothisches W. mit der Kaiser⸗ krone stehen und ringsum die Worte:„Gott war mit uns, ihm sei die Ehre“, auf der anderen Seite das eiserne Kreuz mit den Jahreszahlen 1870, 1871.
— Die Kaiserin von Rußland ist am 20. Mai Abends hier eingetroffen und vom Könige, sowie den Prinzen am Bahnhof empfangen worden. Dieselbe wird wahrscheinlich nächsten Dienstag nach Ems weiterreisen.
Frankfurt, 20. Mai. Fürst Bismarck traf heute Morgen 8½ Uhr auf der Ostbahn von Berlin mit diplomatischer Begleitung hier ein. Auch die Herren Jules Favre und Pouyer— Quertier in Begleitung ihrer Attachés langten heute Vormittag kurz nach 11½ Uhr auf der Main⸗Neckar⸗Bahn an, so daß der Friedens- Congreß nun wieder vollständig hier versammelt ist. Sie stiegen im„Russischen Hof“ ab, während Fürst Bismarck wieder im„Schwan-Hotel“ wohnt. Um 3¼ Uhr fuhr Jules Favre mit Pouyer⸗ Quertier, nachdem sie durch die Ordonnanz des Fürsten Bismarck benachrichtigt worden, daß er zu ihrem Empfang bereit sei, zur Auswechslung des Friedens-Instruments in den„Schwan“. Um 5 Uhr fuhr Jules Favre mit zwei Begleitern wieder nach seinem Hotel zurück.
— Das„Fr. J.“ meldet: Die Truppenzüge aus Frankreich, die am 25. Mai beginnen und am 16. Juni endigen sollten, sind in Folge höherer Weisung wieder abbestellt worden.
Straßburg. Der„Niederrh. Kurier“ meldet mit gesperrten Lettern: Zufolge einer tele graphischen Mittheilung des gegenwärtig in Berlin anwesenden Herrn Maire⸗Adjunkten Klein erhält die hiesige Stadt zum Wiederaufbau der zerstörten Gebäude vorläufig 10 Millionen Frances, welche Summe bereits unterwegs ist.“
Ars an der Mosel. Die beiden Gemeinden Ars und Joug⸗aux-Arches haben bis gestern in einer Gefahr geschwebt, deren Größe Niemand ahnte. Durch den Polizeicommissär Allipi wurde in der jene beiden Orte verbindenden neuen Moselbrücke das Vorhandensein zweier geladenen Minen constatirt. Dieselben wurden von den aus Metz beorderten Pionieren entladen und das Pul⸗ ver in die Mosel gestürzt. Die beiden Minen, von denen die eine sich im zweiten Pfeiler vom rechten Moselufer befindet, enthielten in sieben Tonnen über sieben Centner Pulver. An dem- selben Tage, an dem die Minen entdeckt wurden, sellten die der englischen Gesellschaft gehörigen, zur Unterstützung der armen Landleute bestimmten Dampflüge die Brücke passiren; doch wurde diese gefährliche Passage noch rechtzeitig verhindert.


