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In Darmstadt hat sich eineGesellschaft für Ver⸗ größerung der Stadt Darmstadt gebildet. Dieselbe be⸗ absichtigt, vor dem Mainthor, und zwar zwischen der Frankfurter Straße und den Eisenbahnen, einen neuen Stadttheil anzulegen. Das in dem Winkel der Eisenbahnen

und Promenadenstraße liegende Gelände ist haupfsächlich

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für industrielle und mereantile Anlagen und das nach

der Frankfurter Straße gelegene zur Erbauung von Wohn⸗

visorisch Herrn H. Blumenthal übertragen.

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vertheilt.

häusern bestimmt. Das Project erfreut sich der Billigung des Großherzogs und ist die Ausführung desselben pro⸗ Das einschlägige Gelände ist bereits vollständig erworben.

Worms. Beim Ausbruch des letzten Kcieges hatte Herr Regierungsratb Pfannebecker 100 fl. und die Ge⸗ meinde Pfiffligheim 50 fl. zu dem Zwecke deponirt, daß nach Beendigung dieses Feldzuges diese Beträge an den, resp. die tapfersten Soldaten des ersten Gr. Hess. In⸗ fanterieregiments vertheilt werden sollen. Nach Mittheilung derWorms. Zig werden diese Beträge nun dieser Tage vom Commando des Ge. ersten Infanterieregiments an die Sergeanten Keller von der 6. und Englert von der S., und an die Gardisten Hildebrandt von der 2. und Eidmann von der 3. Compagnie zu vier gleichen Theilen Dieselben sind nach genauerer Prüfung in Folge ihres überaus tapferen und muthigen Benehmens in den Schlachten von Mars la Tour und Gravelotte als die Würdigsten dieses Regiments erkannt worden.

Aus Baden. DerStatthalter von Schopfheim

erzählt:In Stockach, der Geburtsstadt des berühm⸗

len Narren Hans Kuoni, ist folgender Streich passirt. Bei der Friedensfeier wurde nämlich dort, wie in vielen Orten, auch eine prächtige Frtedenslinde gesetzt, und mit

Wohlgefallen bemerkte man, wie sie keimte und wuchs.

Aber o, Entsetzen, als der herrliche Baum seine Blätter entpuppte, war es eine Maulbeerstaude.

Kaiserslautern. Auf dem Bahnhof Neunkirchen soll wie dieKaisersl. Ztg. hort, ein bedauerlicher Un⸗ glücksfall, und zwar durch Verschulden eines Bahnbeamten vorgekommen sein. Ein Soldat war auf einen sich eben in Bewegung setzenden Zug noch hinaufgesprungen und hatte bereits fest Posto gefaßt, wurde aber von einem Bahnbeamten von hinten wieder heruntergerissen; der Un⸗ glückliche fiel in Folge dessen zwischen den Zug, so daß ihm beide Beine abgefahren wurden.

In Schmiedefeld bei Suhl hat am 11. August eine Feuersbrunst 76 Wohnhäuser nebst Post, Pfarrhaus, Schule, Oberförsterei ꝛc. und 40 Nebengebäude eingeäschert.

Ingolstadt. Im hiesigen Bahnhof stleß ein von Nürnberg kommender Bahnzug'auf einen mit Mastschweinen und einigen Kälbern beladenen Transportwagen, so daß letzterer in Trümmer ging; gegen 20 Schweine wurden in Folge dessen getödtet oder in Stücke zerrissen und so⸗ gleich zum Verkauf ausgeboten, woraus ein Erlös von 272 fl. erzielt wurde, während der Ankaufspreis derselben vom Viehhändler auf 987 fl. angegeben war.

Hamburg. Am 18. d. brach in den Localiläten der Firma G. F. Dencker ein heftiges Feuer aus. Der Spescher, worin Sprit und Wein lagerte, ist zusammen⸗ gestürzt. Vier Spritzenleute sind verunglückt, davon zwei lodt. Der Nachbarspeicher von Woermann und der Nach- barspeicher von Boye haben nur Wasserschaden.

Aus der Schweiz. Von der Rigibahn bringt das

Coursblatt von Rud. Kaufmann in Basel folgende neuere und genauere Beiriebsergebnisse: 23. bis 31. Mai 2057 Personen, 1234 Ceniner Güter, 8620 Fr. Einnahmen; 1. bis 30. Juni: 4123 Personen, 8662 Centner Güter, 22695 Fr. Einnahmen; 1. bis 31. Juli: 14,364 Per⸗ sonen, 5854 Ceniner Güter, 59,538 Fr. Einnahmen.

Nordamerika. Fast dreihundert Damen sind an der Michigan⸗Universität immatxiculirt und werden im nächsten Semester ihre Studien daselbst machen. Von dreißig, welche im letzten Jahre daselbst studirten, ist nicht eine einzige bei der Prüfung durchgefallen.

La- Friedberg hat am verflossenen Freitag ein schönes Fest gefeiert. Der 18. August war der Jahrestag der sehr blutigen, aber auch sehr erfolgreichen Schlacht bei Gravelolte. Diese Schlacht bildet den Schlußakt der gewaltigen Kämpfe bei Metz vom 14. 18. August. Infolge derselben wurde die französische Armee unter Bazaine in der Festung eingeschlossen, und mit dadurch konnte es schon 14 Tage später gelingen, die andere Armee unter Mac⸗Mahon bei Sedan zu schlagen und sammt dem Kaiser Napoleon gefangen zu nehmen. Die hessische Diviston, welche am 18. August im Centrum stand neben den preußi⸗ schen Garden, hat an den blutigen Lorbeeren ruhmwürdigen Antheil.

Zum Andenken an die in der Schlacht ge fallenen Tapferen war von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoge ein militärischer Trauer gottesdienst angeordnet worden. Die Stadt Fried⸗ berg hat dem Tage eine dreifache Bedeutung geben wollen: neben die Trauer um die geliebten Todten hat sie ihte aus dem Felde heimgekebrten Söhne dankbar ehren und ein Zeichen der Freude über die schönste Frucht des Krieges, die Wiederher- sellung des deutschen Reiches aufstellen wollen

durch Pflanzung einerKaiser-Eiche. Wie sehr

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sie damit den Intentionen unseres Fürsten ent⸗ sprochen, das hat Seine Königliche Hoheit durch eine hochherzige Gabe von 100 Gulden zur Unter- stützung der patriotischen Feier bewiesen.

Am Morgen kündeten Böllerschüsse den fest- lichen Tag an, den die Stadt in reichem Fahnen schmucke begrüßte. Nachmittags, von zwei Uhr an, bewegte fich ein großer Festzug vom Mainzer Thore aus durch die Stadt und Burg, zusammen gesetzt aus sämmtlichen Behörden, Vereinen, höheren und niederen Schulen, den heimgekehrten Kriegern und Veteranen sowie dem hiesigen Militärcom⸗ mando, Damen, welche die Eiche geleiteten, und hiesigen und auswärtigen Festgenossen.

Anhaltendes Regenwetter beeinträchtigte nicht nur den Eindruck des Zuges sehr wesentlich, son⸗ dern es mußte auch die ganze Festordnung dahin abgeändert werden, daß der Gottesdienst anstatt auf der Seewiese nun in der Stadtkirche abge halten, die feierliche Einweihung der Eiche aber verschoben wurde.

In überfüllter Kirche hielt nach Absingung des Liedes:Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut Herr Director Schwabe die Festpredigt. Auf Grund der Schriftstelle Jes. 25, 8. 9. ward dieselbe zuerst der Trauer um die Tausende der im Kriege Gefallenen, Verstorbenen und Verwun⸗ deten gerecht, tröstete sodann aber, indem sie die Gedanken von der blutigen Aussaat weg zu der herrlichen Ernte lenkte, und ließ in dieser letzten wunderbaren Führung des deutschen Volkes die Hand des Allmächtigen erkennen, der dies Volk seit seinem ersten Auftreten in der Geschichte durch Kriege mit Rom und den Romanen geführt, nun endlich im Siege geeinigt zu einem Reiche deutscher Nation, frei und unabhängig von Rom.

Später fand im Trapp'schen Saale ein Fest⸗ essen statt. Die aus dem Kriege glücklich heim⸗ gekehrten Söhne unseter Stadt sowie die Veteranen nahmen ols Ehrengäste Theil, und die beiden Flügeladjutanten Seiner Königlichen Hoheit be ehrten die Festlichkeit mit ihrer Anwesenheit. Das erste Hoch, ausgebracht von dem Festpräsidenten, Herrn Seminarlehrer Wahl, galt Seiner Königl. Hoheit dem Großherzoge, der sich wie durch seine treue Bundesgenossenschaft im Kriege, so auch durch seine Opferwilligkeit zum Besten des im Kaiserreiche geeinten großen Vaterlandes den wärmsten Dank seines Volkes verdient und erworben hat. Dit Festlichkeit verlief nach dieser Einleitung in wür digster Weise. Von der der doppelten Bedeutung des Festes entsprechenden ernstfreudigen und ge hobenen Stimmung legten auch die darauf folgen- den weiteren Ansprachen Zeugniß ab. Herr Buch- händler Scriba begrüßte im Namen des Stadt- vorstandes die Ehrengäste der Stadt, ihre tapferen Söhne, worauf für seine Kameraden Herr Studiosus Schwabe Dankesworte sprach, die in ergreifen der Weise des freudigen Todes der auf dem Felde der Ehre gebliebenen Waffenbrüder, die wohl betrauert, aber nicht beklagt sein wollen, wie der im Felde genossenen Unterstützung von Seiten des weiteren und engeren Vaterlandes und der Vater stadt gedachten. Auf den theilweise bereits er- rungenen, aber auch noch weiter zu erhoffenden und erstrebenden Segen, der aus den Strömen des vergossenen edlen Blutes kommen muß, wies Herr Professor Köhler hin und betonte nament- lich die religiössittliche Veredelung des ganzen Volkes und Volkslebens gegenüber von den das Volkswohl untergrabenden Bestrebungen des Ma- terialismus als die köstlichste Frucht, die Deutsch⸗ land aus dem großen Kriege erblühen könne und für deren Gedeihen die Herrschaft des Hauses Hohenzollern schöne Hoffnungsberechtigung gewähre. Die Rede schleß mit einem Hoch auf den Kaiser, in das die Versammlung freudig einstimmte. Dem um die Anordnung und das Gelingen der ganzen Feier hochverdienten Festpräsidenten, Herrn Seminarlehrer Wahl, zollte die Versammlung durch din Mund des Herrn Director Matthias warmen Dank.

Am Abend vereinigte im Simon'schen Saale das Festbankett eine zahlreiche Gesellschaft. Die nachträgliche Einweibung der Kaiser-Eiche fand am Sonntag, dem 20. August auf dem bis

herigen Drei⸗Eichenplatze statt. Ein Männerchor sang das Weihelied:Brüder, weihet Herz und Hand freudig gern dem Vaterland, und darnach sprach Herr Director Schwabe über den neu⸗ gepflanzten Baum Worte der Weihe: daß er, das Symbol der Kraft, uns vor allem stets ein Bild des in Einheit mächtigen Vaterlandes und mit seinem aufstrebenden Wachsen eine stete Mahnung bleiben möge, auch stark und groß zu werden in Eintracht, auch zum Himmel aufzustreben zum Gedeihen des Einzelnen wie des Ganzen. Nach Absingung des Liedes:Ich hab mich ergeben schloß der Festpräsident die Einweihungsfeier der Kaiser Eiche mit einem Hoch auf Kaiser und Reich. Abends verlieh eine freie Vereinigung von Damen und Herren im Simon'schen Lokale der ganzen Festfeier harmonischen Abschluß.

Es ist eine schöne Constellation der Gedanken, welche die vier Schwestern aus dem deutschen Walde auf unserem nunmehrigenVier ⸗Eichen⸗ Platzt symbolisiren: die kaiserliche inmilten der hessischen Verfassungseiche, der Luthereiche und der Leipziger Eiche. An uns wird es sein, die Bäume und die Güter, für deren Gewinnung sie Erinne rungszeichen sind, in treuer Hut zu halten. Gott aber möge das Gedeihen geben!

Ein gesaundt.

Aus Starkenburg. Herrn Schmitt hat es be⸗ liebt, die als Beilage zu Nr. 70 Ihres Blattes erschienenen Aphorismen v. Curtman abzudrucken, um sie demnächst gegnerisch zu behandeln oder behandeln zu lassen. Indem ich dies vorläufig ganz seinem Ermessen anheim gebe, möchte ich ihn doch auf Eins oder das Andere ausmerksam machen.

Warum thut Herr Sch. gleich so bärbeißig, wenn ein Kraut erscheint, das nicht hinter seinem Zaun gewachsen ist? Warum sollte der Aufsatz gerade gegen die Oppen⸗ heimer Beschlüsse gerichtet sein? Sind diese etwa alsbald der ganzen Welt zugänglich geworden, oder hat Jedermann sich für dieselben interessirr? Im gegenwärtigen Fall ist er ganz im Irrihum, denn der Aussatz wurde in entgegen⸗ kommender Weise schon am 7. Mai angekündigt und die Oppenbeimer Versammlung war erst am 31. Auch Herr Sch. wußte zum Voraus von dem Erscheinen; was soll man denn nun zu feiner Aeußerung sagen? Liegt derselben Eiielkeit oder sonst Etwas zu Grunde? Herr C. hat selbst um Berichtigung gebeten, falls man dazu Veranlassung hätte, und er wird mir bezeugen, daß es geschehen ist. Er hälte eine Entgegnung auch von anderer Seite ange- nommen, aber doch war er wahrscheinlich nicht auf eine Entgegnung gefaßt, die unter kriegerischen Zeichen ange⸗ meldet wied. Was will Herr Sch. mit der Aufforderung: Freiwillige vor! Weiß er nicht, wie er dadurch seinen Collegen zu nahe tritt? Hat er sich nicht gesagt, welche Glossen man dazu machen wird?

So viele treffliche Lehrer mögen sich nicht an Sch. und seine Bestrebungen anschließen, weil sie sich nicht in sein Gebaren finden können. Sie erinnern sich mit Grausen an so manche Zänkerei, z. B. mit Menges und denjenigen Collegen, die für M. ein Wort zu sagen wagten; sie denken an Sch.'s Auftreten gegen die Langer Conferenz, von andern Sachen, die denjenigen Lehrern, welche etwas von Achtung, von Pietät gegen ihre Seminarlehrer em⸗ pfinden, auch zu nahe gingen, zu schweigen. Sie durften hoffen, Fiedlers Worte möchten nicht ganz in den Wind gesprochen sein. Doch!... Es ist schlimm, wenn man eben seinen Kopf für einen Normalkopf und sein Wort für ein Orakel hält. Ach, die Welt erkennt diese selbst⸗ gefälligen Meinungen nicht an, besonders, wenn sie sieht, daß man streitet, um zu streiten.Aber mein Verdienst um den Lehrerstand! Zugegeben; aber man drängt sich auch oft auf, und dann vermindert sich das Verdienst. Wenn z. B. Einer obne mein Wissen und Wollen mich öffentlich vertreten will, oder wenn ein Ob⸗ mann einer Corporation gegenüber so verfährt, wenn er in ihrem Namen Eingaben macht, ohne sie befragt zu haben, so behandelt er sie als ihr Vormund, während er doch nur ihr Sprecher sein sollte. Wer weiß, ob nicht der Kritzler'sche Antrag durchgedrungen wäre, wenn Herr Sch. sich zurückgehalten bätte! Aber freilich das Verdienst! das Verdienst!

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