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Jules Favre wegen der Veröffentlichung ven di⸗ plomatischen Actenstücken, welche Staatseigenthum seien, ibren Tadel aus. Der Minister des Innern machte Mittheilungen über den Stand der Ent- waffnung der Nationalgarden, woraus hervorging, daß nur noch wenig Departements zu entwaffnen sind.

Als Antwort auf die imReichsanzeiger veröffentlichten Decumente soll ein neues Werk Benedetti's druckbertit liegen und sofort nach Eintreffen der Autorisation Napoleons erscheinen.

Durch Regierungsdecret wurden die Be rathungen des Arrondissementsraths von Nismes annullirt.Journal officiel dementirt, daß die Regierung am St. Eugenie-Tag das Abhalten von Messen untersagt habe. Die Geistlichkeit habe aus eigenem Antriebe gehandel:, indem sie meinte, eine religiöse Cercmonie dürfe nicht zum Vorwand für politische Kundgebungen dienen.

Asien. In Mecca wurde jüngst ein Auf⸗ stand gegen die türkische Regierung vereitelt. Zwei der Anführer wurden enthauptet, die Uebrigen, 50 an Zahl, zu mehrjähriger Einsperrung verurtheilt.

Frankfurt. Am 15. d. bielten im Saale des Hotel Union Fabrikanen aus Darmstadt, Mainz, Offenbach, Köln, Worms, Mannheim,

Ludwigs⸗

Hoftheater, als feuergesährliche Realität, die Brandsteuer

hafen, Aschaffenburg, Hanau, Würzburg, Kassel, Zell, Nürnberg, Castel und Wiesbaden eine Zusammenkunft ab, deren Zweck die Gründung eines mitteldeutschen Ar⸗ beitgeber-Verbandes war. Nach eingehenden Verhandlungen wurde der Zweck erreicht und verpflichteten sich die Mir⸗ glieder des Verbandes, keinen Arbeiter einzustellen, der nicht aus seiner vorhergehenden Stelle einen ordnungs- mäßigen Entlassungsschein habe.

Darmstadt. Die Einschätzungscommission für den Brandschaden, welchen das Hoftheater erlitt, hat auf Aus⸗ zahlung von achtzehn Neunzehntel der in der Landes⸗ brandkasse versicherten Nettosumme von 500,000 fl. er⸗ kannt. Schon seit geraumer Zeit bezahlte übrigens das

von der Nominalsumme von 750,000 fl.

In Kassel verstarb am 12. d. M. der kurhessische Hauptmann a. D. Dörr. Derselbe hat in den Verfassungs kämpfen seines engeren Vaterlandes 1850 eine hervor⸗ ragende Rolle gespielt; in weiteren Kreisen ist sein Name durch den Conflikt bekannt geworden, in den er durch seine BroschüreStaatsdiener und Staatsschwächen im Jahre 1862 mit General von Haynau gerietb. Bekanntlich stellte sich damals das gesammte kurhess. Offtzierkorps auf seine Seite, so daß sich der Kurfürst genöthigt sab, den General von seiner Stellung als Divistonär der kurhess. Truppen zu entheben. Der Streit nahm ein tragisches Ende, in⸗ dem General v. Haynau am 24. Januar 1863 mittelst eines Terzerolschusses sich selbst entleibte.

Die Theuerung

mehr als 100 Arbeiter er⸗ scheinen, um an langen, sauber gedeckten Tafeln ein Mittagsmahl, bestehend in Suppe und einem Stück Fleisch und Gemüse, einzunehmen. Diese Mahlzeit ist der Art, daß sie einen Mann, der nicht etwa mit einem ganz besonderen Appetit gesegnet ist, vollständig zu sättigen vermag. Eine solche Mahlzeit kostet 13 Kreuzer. Straßburg. Hiesige Blätter erzählen Folgendes: Ein reicher Straßburger Kaufmann verheirathete seine Tochter vor etwa drei Jahren, und anläßlich dieses Familienfestes schenkte er drei wohlthätigen Anstalten je eine Eisenbahnactie. Nun hat vor einkgen Tagen eine Verloosung stattgefunden; eine der Actien ist herausge⸗ kommen und die Waisenanstalt, der diese Actie geschenkt worden war, gewinnt mit einem Schlage die hübsche Summe von 200.000 Fr. Einer Waisenanstalt fällt das große Loos zu! Der Zufall bat selten eine glücklichere Hand gehabt, und der Kaufmann als erste Ursache dieses Glückjalles, muß sich freuen, baß er so gut inspirirt war.

geberei, in welcher täglich

Verloosungen.

Bei der am 15. November vorgenommenen 30. Serten⸗ ziehung des Ansbach-Gunzen hausener Eisen⸗ bahn⸗Anlehens sind die Serien-Nummern: 48 247 296 536 553 557 612 631 729 1135 1327 1564 1639 2020 2044 2199 2364 2586 2607 2711 2927 2971 3010 3149 3162 3260 3381 3622 3707 3827 3832 3999 4053 4074 4103 4156 4160 4223 4310 4677 4697 4718 4942

Aus Stuttgart wird berichtet:

Frankfurt, 09 Lebensmittel hat hier zur Errichtung eines ungemein

wohlseilen Kosttisches gefübrt. Es besteht hier eine Kost⸗

4972 erschienen, welche an der am 15. December d. J. stattfindenden Gewinnstziehung theilzunehmen haben.

Versteigerung von Pappelholz. 2850 Donnerstag den 23. d. M., des Morgens 10 Uhr, sollen auf der Staatsstraße vor Ziegenberg circa 77 Pappelfsämme und das Relserbolz von denselben öffentlich an die Meisbietenden verfleigert werden.

Friedberg den 16. November 1871.

Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Re u 6.

Bekanntmachung.

Betreffend: Offenlegung des Grundbuchs und der Parzellenkarten der Gemarkung Ober und Nieder⸗Rosbach, Kreis Friedberg

2861 Es wird biermit zur öffentlichen Kenntniß ge⸗ bracht, daß das neu errichtete Grundbuch der Gemarkung Ober⸗ und Nieder⸗ Rosbach nebst den dazu gebörigen Parzellenkarten auf dem Büreau des Großberzoglichen Ortsgerichtsvorstehers zu Ober Rosbach offen gelegt worden ist.

Die Betdetligten find befugt, dasselbe wäbrend der Zeit det Offenlegung in diesem Locale einzuseben, auch gegen Entrichtung der vorschriftsmäßigen Gebühren von dem genannten Ortsgerichtsvorsteher Grundbuchs⸗ auszüge zu verlangen. Auch werden sie von dem⸗ selben auf die von den Feldgeschworenen entdeckt wer⸗ denden, sie betreffenden ZJehler aufmerksam gemacht werden.

Allen Denjensgen, welche sich dei den Angaben des Grundbuchs rückfichtlich des Besitzstandes und der Größen- angaben für beschwert erachten, stebt es frei, binnen einer unerstrecklichen Frist von 6 Monaten ihre Anßände entweder auf gütlichem Wege bel dem Großberzoglichen Ortsgerichtsvorsteher zu Ober Rosbach, vor welchen sie ihren etwaigen Gegner vorladen lassen können, zu be⸗ seitigen oder, insofern dieses nicht don Erfolg ist, ihre Ansprüche bet dem für Vesitzstreitigkeiten zuständigen Gerichte geltend zu machen. Ist dieses Gericht ein anderes als das unterzeichnete, so haben sie davon, daß Letzteres geschehen, innerbalb der obigen Frist die Anzeige zu machen. Dieselbe Anzeige liegt ihnen innerhalb der selben Frist alsdann ob, wenn sie bereits vor Offen⸗ legung des Grundbuchs gegen den daselbst eingetragenen Befitzer eine Befitzklage angestellt haben.

Nach Ablauf dieser Frist wird der Befitz, wie ihn das Grundbuch angibt, in Bezug auf die Personen der Besitzer und die Größeaangaben in allen denjenigen Fällen für richtig angenommen, in welchen weder eine gütliche Beseitigung bei dem genannten Ortsgertchtsvor sieher zu Protokoll gegeben, noch eine gerichtliche Klage deßbalb erhoben und erforderlichen galls bei dem unter⸗ zeichneten Gerichte zur Anzeige gebracht worden ist.

Zugleich werden alle Olejenigen, welche die in Gemäß heit dee Art. 30 des Gesetzes vom 21. Februar 1852, betr. die Erwerbung des Grundeigenthums ꝛc. ꝛc., beigefügten Erwerbtitel eingetragen oder berichtigt zu seben wünschen, aufgefordert, die erforderlichen Anträge binnen der festgesetzten Frtst von 6 Monaten bei dem zuftändigen Gerichte zu stellen uud, wenn dleses ein anderes als das unterzeichnete sst, bei diesem die Anzeige zu machen. g

Ote unersireckliche Frist von 6 Monaten geht mit dem 31. Mai 1872 zu Ende. 1

grtedberg den 10 November 1871.

Großberzogliches Landgericht Friedberg. Reitz, Langermann, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor.

Mecpten Nordhäuf. Kornbrauntwein,

Arge de Batavia, Rum de Jamaiea,

Ananas⸗Arge⸗Punschessenz, Orange⸗ Num Punschessenz

2853 bel Christian Werner.

Versteigerung der Requisiten des vormaligen

Reserve⸗Lazareths zu Butzbach.

2859 Montag den 27. und Dtenstag den 28. d. M., Morgens von 9 Uhr und Nachmittags von 2 Uhr an⸗ jangend, werden in der Reiter-Caserne dabhier sämmt⸗ liche, dem vormaligen Reservelazareth gehörige Requi⸗ siten, bestehend in 241 Hemden, 151 Zwilchröcken, 142 Zwilchbosen, 479 Paar untauglichen Socken, 147 Paar ledernen Pantoffeln, 15 Krankeuröcken, 32 Strohsäcken, 38 Strobpolstern, 16 Tuchmänteln, 12 Bettteppichen, 10 Vorhängen, 9 Nachtftüblen von Holz, 82 Spuck⸗ kässchen, 4 neuen Beitschirmen, 6 Schemelstüblen, 15 neuen wollenen Unterjacken, 88 Kaffeetassen, 83 Löffeln. 83 Gabeln, 1 großen Laterne, 6 Wandlaternen 3 veuchtern, 1 großen neuen Kaffeckessel von Glech, 68 Tellern von Steingut, 17 steinernen Nachttöpfen, 130 Schiefertafeln, 1 Waschleine ꝛc. ꝛc. gegen gleich baare Zahlung an den Meistbietenden versteigert.

Butzbach den 17. November 1871.

Großherzogliche Garnison-Lazareth⸗Commission. Frhr. v. Wedekind. Dr. Melchtor.

Bekanntmachung. 2860 Olenstag den 28. d. M., Mittags 1 Uhr, werden auf dem Großherzoglichen Rentamtodürean eine alte Dandfeuetrspritze und verschiedene abgängitze Fruchtmaße und Speichergeräthschaften öffentlich an den Melst⸗ bietenden versteigert.

Friedberg den 19. November 1871.

Großherzogliches Rentamt Friedberg.

2 Lin ded.

Fischereiverpachtung in der Obersörsterei Bingenheim. 2868 Montag den 4. Dezember, Vormittags 10 Ubr, sollen in der Wolf' schen Wiürthschaft zu Echzell nach stehende, mit Ende d. J. leihfällig werdende figcaltsche Fischeresen:

1) die Horloffbach in den Gemarkungen Bingenheim

und Gettenau, 2) dieselbe in der Gemarkung Echzell, 3) dieselbe in den Gemarkungen Berstadt, Grund- Schwalheim und Unter-Widdersheim, 4) der sogenannte kleine und neue Mühlbach in der Gemarkung Rosheim auf anderwettige 10 Jahre meistbietend verpachtet werden. Es können nur bekanute rechtliche Leute als Pachter zu. gelassen werden, von welchen eine ordnungsmäßige Aus- übung des Fisch- und Krebosanges zu erwarten fleht; keine Forfl⸗, Jagd- und Fischereifrevler oder Leute ohne Ver mögen oder solche, die durch Ausübung des Fisch- und Krebsfanges ihre Gewerbe vernachlässigen und in ihrem Nahrungöstande zurückkommen würden.

Personen, deren Qualification zu solchen Pachtungen hiernach nicht notorisch ist, haben bierüber ein Zeug⸗ nih des Großherzoglichen Kreisamts und Großherzog, lichen Forstamts beizubringen. Nachgebote werden nicht angenommen.

Bingen heimer ßorsibaus am 16. November 1871.

Großherzogliche Oberförsteret Bingenheim. v. Grolman.

Hofraithe-Versteigerung. 2866 Montag den 27. November d. J., Vormittags 11 Uhr, wird auf freiwilligen Antrag des Julius Boller dahier nachstehend beschriebene Hofraithe, nemllch:

Gemarkung Friedberg. Flur. Nr.[O] Klstr. 2. 370. 12,3. Hofsraithe in der Stadt, in biesigem Rathbause öffentlich meifibietend versteigert.

Friedberg den 18. November 1871. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.

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58 G 5 83 Daheim. 5 8 . 2 5 2 885 Die soeben erschienene Nr. 8 enthält: 33

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Componist des Faust. Von Otto Gumprecht.(Schluß.) Eine kühlte Blonde. Mit Originalzeichnung von H. Lüders. Der Sturz des Meisters. Vaterländ. Roman von Georg Hiltl.(Fortsetzung.) Aus dem Leben det Paus⸗ und Wandekratte. Von Karl Müller aus Alsfeld. Mit Originalzeichnung von F. Specht. Am Familientische: Auch eine noble Passion. Zu dem Bilde von C. Beckmann: Der Dorspoet und sein Opfer. Der Kriegarꝛann am Bilderladen. Gedicht von Karl Gerok. Kleine Zeitung der Liebhabereien und Kurio fliäten. Mit 8 Illuftrationen. Zu Besellungen empfehlen fich Bindernagel& Schimpff in Friedberg.

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