Ausgabe 
21.1.1871
 
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Samstag den 21. Januar.

1871.

N 9.

Oberhessischer Anzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

FSritdberger Intelligenzblalt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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Nr. 2. den Provinzen Starkenburg und Rheinbessen beir. sub 3.

sub 1.

Friedberg am 18. Januer 1871.

Aus dem Großberzoglichen Regierungsblatte sind zu publieiren: Edict, die Miglleder des Staatsraths für 1871 betr. sub 2. Bekanntmachung, die Ausführung der Gewerbeordnung vom 21. Juni 1869 Bekanntmachung, die Vergütung für die in 1871 in Geld zu derichtigenden Besoldungs- und Penfions⸗

Groß herzogliches Kreisamt Friedberg Trapp.

b betr. sub 4. Bekanntmachung, die Freihertlich von Wepherische Eleonoren Stiftung betreffend.

Auch die feindliche Batterie in Villancourt ist nun zum Schweigen gebracht und unsere Vorposten auf Repli sind glücklich, jetzt die nächtliche Ruht pflegen zu können, ohne das plötzliche Einschlagen der Granaten aus den Forts besorgen zu müssen. Weiter wird Londoner Zeitungen unterm 16. d. telegraphirt, daß Fort Issy bereits fast ganz zer stört ist. Bei Montrouge ist eine solche Bresche in die Wälle gelegt, daß die Enceinte sichtbar geworden. Eine Brücke über die Seine soll von den Bomben erreicht und zerstört worden sein, als eben viele Personen dieselbe passirten. Die Einwohner von Paris hoffen zwar noch immer, sich länger halten können. Aber außer dem Bom- bardement scheint jetzt auch der Mangel an Lebensmitteln den baldigen Fall von Paris vot zubereiten; denn obwohl Trochu noch immer in seinen Proklamationen vom Kampf bis auf's Messer spricht, obwohl er einen neuen Credit von 20 Millionen sich eröffnen ließ, als bequemes Mittel, die Nationalgarden mit dem nöthigen Traktament zu versehen, so sah er sich doch bereits gezwungen, die tägliche Fleischration um neue 20 Grammes herabzusetzeu.

DerKreuzztg. wird aus Versailles, den 13. Jan., geschrieben, daß die sämmtlichen Belagerungsgeschütze noch gar nicht heran siud, die vor Mezieres so gute Dienste gethan haben und zu Eisenbahn bis zu den Einschließungs⸗ truppen im Norden gebracht werden und daß auch die noch in Reserve stehenden 72 Pfünder noch nicht in Batterie gebracht worden. Der für das Obercommando der Artillerie während der Belagerung von Paris hergerichtete Observations punkt liegt zwar hoch genug, um das ganze aus- gedehnte Schußfeld zu übersehen, und doch tief in der Erde. Auch das stärkste Wurfgeschoß schlägt die auf starken Balkenlagen ruhenden Erd- und Rasendecken nicht durch. Der Raum ist nicht groß, aber durch einen kleinen Ofen so comfortable gemacht, daß er den EhrentitelCasino erhalten hat. In den Seitenwänden gewähren schmale, schartenartige Einschnitte Aussicht in's Freie und werden durch die Stärke der Erdschicht, g welche sie durchschneiden, zu Fernröbren ohne

v. Podbielsky. Gläser. Von hier aus beddachden die beiden

Versallles, 18. Jan. Die Armee des General-Inspekteure der Artillerie, v. Hindersin, Henerals Bourbaki ist nach dem durch und der Ingenieure und Pioniere, v. Kameke, e dreitägigen siegreichen Kämpfe des den Gang des Angriffs gegen die Riesen-Festung. enerals v. Werder vereitelten Ent- Ist der Aufenthalt in dissemCasino selbst sagversuche von Belfort in vollem gefahrlos, so ist es der Zugang zu deuselben, Rückzuge. v. Podbielsky. und gar das frei stehende Observatorium desto

Kriegsnachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Brevillers, 17. Jan. In der Nacht zum 17. besetzte General Keller Frahier, überfiel

henebiers(beide Orte westlich bei Belfort), zahm Bagage und machte etwa 7 Offiziere, 400 J 15 zu Gefangenen. Am Morgen gegen 8 Uhr

iff der Feind wiederholt, aber vergeblich, Chagey

und Mittags Betboncourt heftig an. Bei Mont⸗ kliard und westlich Lure lebhafte Kanonade. im 4 Uhr Nachmittags griff der Feind den Ge⸗ ral Keller mit bedeutend überlegenen Kräften in. Derselbe hielt jedoch die feste Stellung bei Frahier. Diesseitiger Verlust in den letzten Tagen dqwa 1200 Mann todt und verwundet. v. Werder.

Karlsruhe. DieKarlsr. Ztg. veröffent-

cht folgendes Telegramm an den Kriegsminister Beper:Brevillers, 18. Jan., 3 Uhr 52 Min.

Nachm.: Am 17. Januar wurden die Angriffe us Feindes auf der ganzen Linie siegreich ab- yschlagen. Unser rechter Flügel General Keller var am mtisten engagirt. Heute Feind in Abzug.

Herluste ziemlich bedeutend. Details fehlen noch. 4 v. Glümer.

Hamburg. DieHamb. Nachr. enthalten ein Telegramm aus Alengon vom 18. Januat, vonach die Armee des Großherzogs von Mecklen⸗ burg über Mayenne nach Rennes marschirt. Versailles, 18. Jan. Der Kaiserin- Königin Augusta in Berlin. Bourbaki hat nach neitägiger Schlacht sich vor dem Werder'schen heldenmüthigen Widerstande zurückgezogen. Werder gebührt die höchste Anerkennung und seinen tapferen Truppen. Wilhelm.

Versailles, 18. Jan. Am 17. erneuter Bersuch Bourbaki's gegen den General Werder, der seine verschanzte und mit schwerem Geschütz erstärkte Position siegreich behauptete und alle Angriffe abwies. Diesseitige Verluste in den zreitägigen Kämpfen werden auf etwa 1200 Mann geschätzt. Vor Paris Fortsetzung der Beschießung mit guter Wirkung. Diesseitiger Verlust 2 Offi⸗ tere, 1 Mann todt, 1 Offizier, 6 Mann verwundet.

1* weniger, und es gehört die ganze Liebe zu dem

Versailles, 18. Jan., 12 Uhr Mittags.edeln Handwerk dazu, um den damit verbun- Tilegramm des Großherzogs von Baden an den denen Gefahren zu trotzen, welche ja auch Ursache Staatsminister Jolly. Die Kaiserproklamirung des strengen Verbotes sind, irgend Jemanden in iudet so eben in feierlicher Weise in dem großen die Batterien eintreten oder in der Nähe derselben Saale des Schlosses statt. verwellen zu lassen. Es wurden die Forts vor

Wie aus Versailles derKöln. Ztg. zugsweise, hin und wieder auch die Stadt be geschrieben wird, ist seit dem 13. Januar das schossen, und Personen, die mit der Oertlichkeit ö nze schwere Belagerungegeschütz aus den Forts in Parts wohl bekannt sind, bezeichneten die Gegend 15 Vanvres unp Monkrouge herausgezogen und der Kirche St. Jacques, in der Nähe des Palais

Aware commanbirt worden. Fällt hier und du Luxembourg, als von unseren Geschossen er

noch ein Schuß aus den nahezu durchsiebten reicht. Für diese Schüsse waren noch keinesweges Forte, so kommt er, wie man deutlich zu unter-(dit höchsten Elevalionen angewendet worden. Sie helden vermag, nur noch aus leichten Feldstücken. geben aber den Sachverständigen den Anhalt

dafür, was sich mit Anwendung weiterer Hülfs⸗ mittel an verstärkter Ladung und allenfalls Ein- graben der Rohre für die Entfernung noch er⸗ reichen lassen wird.

L Am 15. sandte General Trochu einen Parlamentär mit einem Briefe an Graf Moltke, um gegen die Zerstörungen, die das Bombarde- ment an Schulen und Hospitälern anrichtet, zu protestiren. Graf Moltke antwortete, daß nur der Nebel und die große Entfernung schuld seien, wenn solche Gebäude getroffen würden; sobald die Batterien näher gerückt sein würden, könnten die Kanoniere ihr Ziel genau anterscheiden.

Man erwartet in naher Zeit eine weitere Ausdehnung unseres artilleristischen Angriffs auf Paris. Es sollen dazu schon sehr umfassende Vorbereitungen im Gange sein. Dann dürfte namentlich auch das rechte Seine-Ufer mehr in den Bereich des deutschen Feuers gezogen werden. Die Angaben englischer Blätter über die mehr und mehr hervortretenden Wirkungen des Bom- bardements auf die Bevölkerung der franzoͤsischen Hauptstadt werden auf Grund anderseitiger Wahr- nehmungen vollkommen bestätigt.

Die Westarmee Chanzy's ist in immer schnellerer Rückzugsbewegung begrissen. Die deut- schen Truppen sind dicht hinter ihr, in Alengon, bei Laval fanden hestige Verfolgung sgefechte statt, die die Zahl der Gefangenen noch immer erhöhen. In Tours fürchtet man den baldigen Anmarsch der Preußen und andererseits sieht man in Bor- deaux einer concentrischen Bewegung der einzelnen Armeccorps Friedrich Karls auf Rennes entgegen, gegen welche Stadt auf der Straße über Laval das 10. Armeccorps vorgeht, während der Groß herzog von Mecklenburg mit dem 13. Corps über Alengon-Mayenne die Verbindungen zwischen Rennes und Cherbourg abschneidet.

Aus Le Vert⸗ galant, 14. Jan., wird gemeldet: Ueber den gestrigen Ausfall gegen die preußischen Garden liegen bis jetzt nur unvoll⸗ sändige Nachrichten vor. Er richtete sich im Wesentlichen gegen le Bourget und betraf gleich zeitig Dugnyp und Blanc Mesnil. Trotzdem er zu dreien Malen wiederholt, wurde, hatte er keinerlei Erfolg. Feldgeschütz und Kanonade unter- stützten ihn. Einzelne Bataillone der vorderen sächsischen Linie waren alarmirt, kamen aber nicht zum Eingreifen. Das Feuern halte um 10 Uhr begonnen, war um 11 Uhr am heftigsten und starb etwa um Mltternacht ab.

Nach einer Correspondenz derNat. Ztg. aus Versailles, 13. Jan., glaubt man in den artilleristischen Kreisen undan einer einflußreichen Stelle mit Sicherheit annehmen zu dürfen, daß Paris im Verlauf von 14 Tagen zur Capitulation genöthigt sein werde.Ich kann bezeugen, fahrt der Correspondent sort, daß diese Ausicht von zwei Drittheilen unserer Armee getheilt wird, während meine Meinung bleibt, daß der vielleicht in 4 6 Wochen eintretende Mangel an Lebeus mitteln der Hauptfaktor sein wird, der Paris zwingen wird, seine Thore uns zu össnen. Aller- dings wird die Beschießung der Forts und even- tuell der Stadt selbst die Uebergabe etwas be schleunigen, aber keineswegs darf man einen so