Ausgabe 
20.7.1871
 
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Oberhessischer Anzeiger.

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1871.

Donnerstag den 20. Juli. N 84.

Inthält die amtlichen Exlasse für den Kreis Friedberg.

Itiedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Das großherzogl. Regierungs- att Nr. 24 enthält: Das Gesetz, die Aus⸗ hrung des Reichsgesetzes über den Unterstützungswohnsitz betreffend.

Darmstadt. Die Regierung hat den Ständen ne Vorlage unterbreitet, welche für das hiesige olytechnikum einen weiteren Nachtrageredit jon 13,500 fl. beansprucht. Diese Summe soll lazu dienen, um die bereits theilweise eingeleiteten berhandlungen wegen Berufung neuer Lehrer, penigstens in der Hauptsache, zu Ende zu führen ind außerdem der Schule die nöthigen Lehrmittel 11 sichern. Insbesondere ist eine Ergänzung des lehrkörpers bezüglich der allgemeinen Schule in Tussicht genommen. Da der in Rede stehende Begenstand seiner Natur nach sehr dringlich ist, dird der Finanzausschuß in den nächsten Tagen lierüber in Berathung treten.

Ein Theil der hessischen Feldgendarmen, delche seither noch in den occupirten Landes- heilen Frankreichs verwendet waren, sind nun tuch hierher zurückgekehrt. Die Leute sahen sehr tut aus und trugen die preuß. Uniform. Der i Frankreich zum Ober-Gendarmen beförderte Gendarm Dietz hat das eiserne Kreuz erhalten.

Ueber die künftige Uniformirung unserer Truppen ist zur Richtschnur bei neuen Anschaffungen wrläufig kundgegeben worden, daß die Uniformen

lach preußischem Muster zu schneiden und die

Köcke aller Regimenter rothe Krägen und branden- turgische Ausschläge erhalten werden. Die Achsel⸗ happen, welche seither von rother Farbe waren, sollen die seitherigen, an den Krägen angebrachten Regimentsfarben tragen, und überdies die letzteren tuch an den Aermelaufschlögen in Patten vor⸗ kanden seien. Nur das 1. Inf. Regiment als Garde⸗Regiment behält die mit Litzen versehenen Frägen. Artillerie und Train werden sich nur lisofern von den preußischen Truppen gleicher Gattung unterscheiden, als sie den hessischen Wappenlöwen und die Landescocarde tragen,

Der Großherzog ist von Pillnitz hier pieder eingetroffen. Die Ankunft der russischen Faiserfamilie wird am 19. d. in Jugenheim erwartet.

Prinz Ludwig von Hessen ist nach Ems zereist, um sich bei dem deutschen Kaiser als In- haber des 81. Regiments zu melden.

Gießen. Wie die Universität Leipzig, so

hat auch der hiesige akademische Senat beschlossen, as Gedächtniß der in dem Kriege mit Frankreich gefallenen Angehörigen der Universität durch ein Denkmal zu ehren. Mainz. Der Bundesrath hat die Beschluß⸗ rahme über die vom Reichstage dem Reichskanzler zr Erwägung überwiesene Petition der Stadt Mainz wegen Bewilligung eines Zuschusses zu ten Kosten der Stadterweiterung auf den Antrag tes Bevollmächtigten für Hessen bis zur Herbst⸗ session ausgesetzt.

Berlin. DieNordd. Allg. Ztg. besprich! u einem Leitartikel die Haltung des deutschen Episcopats bei dem Concil und erwähnt, das Episcopat wisse, daß es durch die schroffe An- pendung des neuen Dogmas die Regierungen in enen Conflict hineintreibe. Der Staat solle nicht 1 das Glaubensgeblet übergreifen, andererseits müsse aber die Kirche die Grenzlinie respectiren, pelche sie vom Staate trennt. Die Uebergriffe ia die Staatsgewalt, welche das Unfehlbarkeits togma veranlaßt, müssen von der Staatsgewalt surückgewiesen werden So entstehe der Conflict,

aber es sei keine Rede von einer Verfolgung der] München je gesehen. Kein Haus ist unbeleuchtet. Kirche, im Gegentheil sei der Staat durch das Um 10½ Uhr durchfuhr der Hof mit dem Kron- Dogma bedrängt und zur Abwehr gezwungen. prinzen und dessen Begleitung die Stadt. Hier⸗ Der General-Postdirector Stephan ist in bei, wie überhaupt, rief das Erscheinen des Begleitung des Postraths Günther am Donnerstag Kronprinzen die allgemeinste Theilnahme des Abend nach Bremen abgereist. Dem Vernehmen überaus zahlreichen, aus allen Landestheilen zu⸗ nach hat die Reise den Zweck, die Einleitungen sammengeströmten Publikums hervor. zur Vereinbarung mit dem norddeutschen Lloyd In der Ansprache, die der Bürgermeister zu treffen, welche die Ermäßigung des Briefportos Erhardt an den Kronprinzen am Siegesthor hielt, nach Amerika zur Folge haben soll, wie solche in] drückte derselbe seine Freude aus, den Kronprinzen der letzten Reichstagssession gestellt wurde. bei dem erhebendsten Feste, das München je ge⸗ Die französischen Internirten der Armee feiert, begrüßen zu können, erinnerte an des Kron- Bourbaki's im Februar etwa 85,400 Mann prinzen Aufenthalt in München bei Beginn des und 10,000 Pferde waren in der Schweiz, Krieges, hob hervor, wie glänzend sich der Kron⸗ nach jetzt im dortigen Bundesrathe vorgelegter prinz im Vertrauen auf die gerechte Sache Deutsch⸗ amtlicher Zusammenstellung in 186 Depots ver- lands bewährt habe, und erwähnte, daß außer theilt, von denen 3 mehr als 2000, 17 von der militärischen auch die politische Einigung erzielt 1000 2000, 30 von 500 1000, 45 von 300 und das deutsche Reich neu erstanden sei. Die 500 und 91 unter 300 Mann faßten. Die Ansprache schloß folgendermaßen: Ew. kgl. Hoheit Summe der behandelten Kranken betrug über haben sich die Liebe der süddeutschen Soldaten 12,000; von diesen starben 1650, darunter 872 erobert, aber auch unsere Herzen schlagen Ihnen an typhösen Krankheiten, 363 an solchen der warm und begeistert entgegen und es soll kein Athmungsorgane, 137 an Blattern u. s. w. Die Zwiespalt mehr sein zwischen Nord und Süd. Kriegsgerichte batten 21 Urtheile zu fällen, 120 Möge Ew. kgl. Hoheit als ein Zeichen der Dank⸗ über Fälle von Diebstahl. barkeit für die dem gemeinsamen Vaterlande ge Gumbinnen. Amtlich wird bekannt ge leisteten Dienste und als Beweis unserer festen macht, daß die Cholera in Wikowsczki(russisch Hoffnungen für die Gestaltung der Zukunft Deutsch⸗ Polen, Gouvernement Angostowo) ausgebrochen lands aus den Händen dieser Jungfrauen den ist und in wenigen Tagen 34 Opfer forderte. Lorbeerkranz entgegennehmen. Der Kronprinz In Wilna herrscht die Krankbeit bereits über vier erwiderte mit Gruß und Dank an München für Wochen, in welchen täglich 10 Todesfälle vorkamen. den überreichten Lorbeerkranz, dankte für den Ems. Nach demFr. J. wird der Kron- freundlichen Empfang der tapferen Truppen und prinz Friedrich Wilhelm auf seiner Rück eise von drückte die Hoffnung aus, daß die im Felde be⸗ München Ems berühren und zur Begrüßung seines gonnene Waffenbrüderschaft der deutschen Stämme Vaters, des Kaisers Wilhelm, Dienstag, 18. l. M., im Frieden würde weiter ausgebaut werden. Der Abends daselbst eintreffen. Mittwoch, 19. Juli, Kronprinz dankte den Frauen und Jungfrauen für wird der Kronprinz hier und in Coblenz zubringen. Das, was sie an den Soldaten-Waisen und Ver- Seit Mittwoch weilt auch ein ägyptischer Prinz wundeten gethan, und empfahl schließlich die ge- in Ems: Halim Pascha, der Oheim des Khedive. storbenen Helden dem ehrenden Andenken des In der Begleitung des Letzteren befindet sich auch Vaterlandes. 5 eine ägyptische Prinzessin, die Tochter Halim's, Dem am 17. d. von der Stadt München und außerdem ein Gefolge von 10 bis 12 Personen. im Glaspalaste gegebenen Festbankette wohnten der Dresden. Der Kronprinz von Sachsen Kronprinz des deutschen Reichs, der Prinz Luitpold erhielt von dem Kaiser von Rußland ein Tele⸗ mit seinen Söhnen, der Prinz Adalbert, sowie gramm, in welchem ihn der Kaiser zum russischen etwa 2500 Gäste bei. Der Glaspalast war Feldmarschall ernennt. feenhaft geschmückt und beleuchtet. Bürgermeister München. Nach einer auf dem Oberwiesen⸗ Erhardt trank auf das Wohl des Königs Ludwig. feld stattgehabten Parade ist unter Kanonendonner Bürgermeister Wiedemaher auf das des Kaisers und Glockengeläute der Truppeneinzug beim schönsten und des Kronprinzen. Letzterer antwortete, er Wetter und unter dem unbeschreiblichen Jubel der habe schon wiederholt hervorgehoben, wie hoch er Bevölkerung programmgemaß erfolgt. Nach der die bayerische Tapferkeit und Waffenbrüderschaft vom Könige abgenommenen Parade überreichte der schätze und welch' großes Vertrauen der Kaiser Kronprinz von Preußen an einen Hauptmann der bayerischen Armee entgegengebracht habe. Die (v. d. Tann) und fünf Unteroffiziere Namens des bayerische Armee habe dieses Vertrauen glänzend Kaisers das eiserne Kreuz erster Klasse. Am gerechtfertigt. Sie habe im Kriege ihre Schuldig⸗ Siegesthor hielt der Bürgermeister Erhardt an keit gethan, möge sie nun die im Felde an den den König und den Kronprinzen Ansprachen. Nach Tag gelegten militärischen Tugenden, welche sie Beendigung des Einzugs fand in der Residenzs zum raschen Sieg über den Feind geführt haben, Militärbanket statt. Der Toast des Königs auf lim Frievben weiter üben und pflegen. Das Ver⸗ die siegreiche Armee und deren Führer wurde vom trauen, welches die Armee dem Kaiser und ihm Kronprinzen in längerer, mit allgemeiner Be-(dem Kronprinzen) entgegengebracht, werde, wie geisterung aufgenommener Rede mit einem Toast er hiermit zugleich im Namen des Kaisers wieder- auf den König von Bayern erwidert. In der hole, gerechtfertigt werden. Er bringe auf seine Theatervorstellung kam es zu wiederholten stür- Waffengenossen, die bayerische Armee, sein, Hoch. mischen Ovationen für den König und den Kron- Dies Hoch, in das die ganze Versammlung jubelnd prinzen. Bei der Hinweisung des Prologs ale e wollte kein Ende nehmen und wurde

die Hoffnungen, welche das Reich auf König die Rede des Kronpeinzen mehrfach von Jubel Ludwig und Kronprinz Friedrich Wilhelm setze, und Hochrufen unterbrochen. Gegen halb zwölf reichte der König stehend und Angesichts des Uhr verließ der Kronprinz das Fest, das erst Publikums dem Kronprinzen die Rechte und nicht[gegen Tagesanbruch endete. Der König erschien enden wollender Jubel erfüllte das Haue. Die nicht auf dem Feste, derselbe kehrte Nachts nach Illumination der Stadt ist die glänzendste, die! Schloß Berg zurück.