Ausgabe 
18.11.1871
 
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N dera 0 * 1871. Samstag den 18. November. M 136.

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Uten a J 7 4 1 1 5. U 6 1 N cim 6 in⸗Bia Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Antelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag ö Hertlein 3, berd Amtlicher Theil. ö 2 Betreffend: Die Aufnahme des Viehstandes im Jahre 1871. Friedberg am 15. November 1871. 9

Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und den Polizeicommissär zu Wickstadt. 9 I Unter Bezugnahme auf unser Amtsblatt Nr. 5 von 1863 lassen jede Abweichung gegen voriges Jahr sowohl in Ansehung der Stück 0 1 wir Ihnen zu der am 3. Dezember d. J. von Ihnen aufzunehmenden zahl als der Viehpreise, auf der Tabelle selbst vollständig zu erläutern. 9

Vlehstandstavelle das erforderliche Formularpapier hierbei zugehen. Bis zum 15. Dezember erwarten wir die Vorlage unfehlbar. 0

kümmich. Wir erwarten pünktliche Aufnahme und tragen Ihnen weiter auf, e 1 ͤchfleich Deutsches Reich. züglich der würdigen Vertretung des neuen Reiches. zu bören, durch welche auf publieisischen und ö d. Del. Darmstadt. Unterm 11. Nov. wurde dem Die Vertretung des deutschen Reiches müsse einen parlamentarischem Wege versucht worden ist, 9 Regierungs-Commissär bei der Hessischen Ludwigs⸗ bedeutenden Eindruck machen, was inebtsonderef das berechtigte Vertrauen der katholischen Unter⸗ 4

thanen zur Regierung zu erschüttern. Dann heißt es weiter: Ew. ꝛc. wissen, daß in dieser(der 50 preußischen) Gesetzgebung, welche sich bisher der

bei den weniger civilisirten Nationen von Wich tigkeit sei. Bezüglich der Frage, ob der Gesandte bei dem Papste erhalten bleiben wird, sagt der

Heldan Cisenbahn⸗Gesellschaft, Oberbauratb Dr. Georg f Breidert, der Charakter alsGeheimer Ober S gell Baurath und dem Oberingenieur bei der Hessi

schen Ludwigs Eisenbahn- Gesellschaft Baurath Justus Kramer der Cbarakter alsGeheimer Baurath verliehen. 5

Am 15. sind die Rekruten des Jahr- gangs 1872 bei ihren Regimentern eingetreten.

Mit Bezug auf die gebrachte Mittheilung von der Ernennung des Grafen Enzenberg zum Gesandten des deutschen Reiches in Mexiko ist zu bemerken, daß der Genannte bis zum Ausbruch des Kriegs groß herzoglich bessischer Gesandter in Paris war und nicht in Wien, wie irrthümlich ange⸗ geben wurde.

Die bessischen Offiziere wurden aufgefordert, sich darüber auszusprechen, ob sie in den preußi⸗ schen Militärverband eintreten oder Pensionirung beanspruchen wollten. Die Erklärung muß bis zum 19. November in Berlin eingetroffen sein.

Mainz. Die Hessische Ludwigsbahn hat vor mehreren Wochen um die Genehmigung des k. preußischen Handelsministeriums nachgesucht, Vorarbeiten für eine Bahn von Wiesbaden über Langenschwalback durch das Aarthal nach Diez und noch dem Westerwald zum Anschluß an die Ruhr ⸗Siegbahn ausführen lassen zu dürfen, wo⸗ rauf eine Entschließung bis jetzt noch aussteht. Neuerdings ist die genannte Bahn nun auch um Gestattung von Vermessungsarbeiten behufs des speciellen Studiums einer Bahnlinie von Frank- furt, resp. von Hattersheim oder Höchst über Id⸗ stein nach Limburg(ein Theil des bekannten Projettes Hattersheim- Au) bei der preußischen Regierung eingekommen.

Berlin, 15. Nov. Reichstag. Harkort motivirt seinen Antrag auf Revision des Handels- und Schifffahrts⸗Vertrags mit Poctugal und Er⸗ nennung eines Consuls in Quillimance. Der Bundesbevollmächtigte erklärt, die Regicrung sei unablässig in Lifabon bemüht, eine Aenderung des Vertrags herbeizuführen. Das Haupthinderniß liege in der anti ⸗freihändlerischen Stimmung der portugiesischen Bevölkerung und in den häufigen Ministerwechseln. Die Erledigung der Angelegen- beit sei noch ungewiß. Die Ernennung eines Consuls in Quillimance sei zwecklos. Das Haus geht hierauf zur Tagesordnung über. Der Aus- lieferungs Vertrag mit Italien wird in dritter Berathung genehmigt.

16. Nov. Reichstag. Fortsetzung der zweiten Etatsberathung. Bundesrath v. Bülow erläutert den Etat des auswärtigen Amtes, indem er die Nothwendigkeit der Erhöhung der Ge: sandtengehälter hervorhebt. Reichskanzler Fürst Bismarck betont gleichfalls die Nothwendigkeit, die Gesandtengehälter zu erhöben, insbesondere Alt Rücksicht auf die gesteigerten Ansprüche be⸗

Reichskanzler, daß in der Budgetdebatte nicht der Platz sei, diese Frage zu beantworten. Der Ge⸗ sandte bei dem Könige von Italien werde zugleich mit diesem nach Rom überstedeln. Der Antrag Löwe's, die Aversionalsumme von 30,000 Thlrn., welche die preußische Regierung für die Besorgung der preußischen Angelegenheiten an das Reich zahlt, zu streichen, wird abgelehnt, nachdem Fürst Bis- marck die Erhaltung dieser für die speciell preu ßischen Angelegenheiten gezahlten Summen für unbedingt nothwendig erklärt bat. Sämmtliche Positionen des Etats des auswärtigen Ministe⸗ riums werden schließlich angenommen. Folgt die Berathung über Petitionen.

Der König von Spanien hat, wie der Kreuzztg. aus Madrid geschrieben wird, dem deutschen Kaiser Wilhelm das Groß-Kreuz des Militär-Ordens von San Fernando verliehen. Dieser Orden wurde von den General-Cortes von Spanien 1811 für Auszeichnung im Kampfe gegen Frankreich gestiftet.

In der von den katholischen Bischöfen Preußens an den Kaiser Wilhelm gerichteten mehrerwähnten Adresse weisen die Bischöfe auf die perfiden Machinationen des Liberalismus hin, welche den Geist des Coneils der großen kirchlichen Versammlung, als einen humanitäts- und staatsfeindlichen darzustellen und durch Erre gung von Mißtrauen gegen die Kirche die Staats- behörden zu feindseligen Maßregeln gegen dieselbe zu veranlassen, beflissen gewesen. Die Infalli bilität habe niemals zu Conflikten mit dem Staate geführt. Leider hätten die Hetzereien des Libera⸗ liemus Mißverständnisse und tiefer gehenden Arg⸗ wohn auch in solchen Regionen hervorgerufen, welche durch ihre Stellung über die unreifen Tageserzeugnisse leidenschaftlichen Parteigetriebes erhaben zu sein pflegten. Vor Allem erweise sich das Einschreiten des Cultusministers in der Brauns- berger Gymnasialfrage als offener Eingriff in das innere Gebiet des Glaubens und der Kirche. Es sei damit ein unverholener Gewissenszwang aus- geübt, gegen den wie gegen alle anderen Eingriffe in das innere Glaubens- und Rechtsgebiet der Kirche die Bischöfe von dem Kaiser Recht und Abfhilfe erbitten und weil sie das Vertrauen hegten, daß auch jetzt noch eine Beseitigung des entbrannten Conflikts unschwer herbeizuführen sei, fügten sie ein Promemoria über die katholischen Anschau⸗ ungen und Grundsätze in Betreff dieses Gegen standes bei. Die auf diese Adresse ertheilte Antwort des Kaisers ist an den Erzbischof von Köln gerichtet. Dieselbe läßt im Eingang ein Wort der Verwunderung darüber laut werden, von preußischen BischösenAnkläge an die Sprache

Anerkennung des katholischen Episcopats erfreut hatte, eine Aenderung nicht Statt gefunden hat; ein Gesetz aber, welches von Meiner Regierung nicht beachtet wäre, ist in Ew. ꝛc. Eingabe nicht angeführt worden. Weun dagegen innerhalb der katholischen Kirche Vorgänge Statt gefunden haben, in Folge deren die bisher in Preußen so befrie digenden Beziehungen derselben zum Staate that⸗ sächlich mit einer Störung bedroht erscheinen, so liegt es Mir fern, Mich zu einem auf Würdigung dogmatischer Fragen eingehenden Urtheile über diese Erscheinung berufen zu finden; es wird viel⸗ mehr die Aufgabe Meiner Regierung sein, im Wege der Gesetzgebung dahin zu wirken, daß die neuerlich vorgekommenen Conflikte zwischen welt⸗ lichen und geistlichen Behörden, so weit sie nicht ver⸗ hütet werden können, ihre gesetzliche Lösung finden. Bis dies auf verfassungsmäßigem Wege ersolgt sein wird, liegt mir ob, die bestehenden Gesetze aufrecht zu erhalten und nach Maßgabe derselben jeden Preußen in seinen Rechten zu schützen. Eine eingehende Würdigung der Vorwürfe gegen Meine Regierung, welche Ew. ic. an Mich gerichtet haben, überlasse ich Meiner Regierung. Ich hatte gehofft, daß die gewichtigen Elemente innerhalb der katholischen Kirche, welche sich früher der nationalen Bewegung unter preußischer Leitung abgeneigt zeigten, nunmehr nach verfassungsmäßiger Neugestaltung des deutschen Reiches der friedlichen Entwickelung desselben im Interesse staatlicher Ord⸗ nung ihre freiwillige Unterstützung widmen würden. Die wohlwollenden Kundgebungen, mit denen Se. Heiligkeit der Papst Mich bei Herstellung des Reiches in eigenhändigem Schreiben begrüßte, ließen es Mich hoffen. Aber auch, wenn diese Hoffnung sich nicht verwirllicht, so wird keine Enttäuschung auf diesem Gebiete Mich jemals ab- halten, auch in Zukunft eben so wie bisher da⸗ rauf zu halten, daß in Meinen Staaten jedem Glaubensbekenntniß das volle Maß der Freiheit, welches mit Rechten Anderer und mit der Gleich- heit Aller vor dem Gesetze verträglich ist, ge⸗ wahrt bleibe.

DieProv. Corr., indem sie den Rück- tritt des Grafen Beust bespricht, hebt hervor, daß die auswärtigen Beziehungen Oesterreichs dadurch nicht berührt, namentlich die freundnachbarlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich keine Beeinträchtigung erfahren werden. Es bürge dafür auch die Persönlichkeit des neuen Ministers Grafen Andrassy, welcher sowohl durch seine Stel- lung während der vorjährigen Ereignisse, sowit durch seine Betheiligung an den neueren diploma tischen Besprechungen bekundet habe, daß er nicht minder als Graf Beust von der Angemessenheit

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