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Session erfolgen werden. Hierauf folgten Wahl“ prüfungen.
— Die liberale Reichspartei hat beschlossen, durch den Grafen Luxburg eine Interpellation wegen der Lage der Industriellen des Elsaß ein ⸗ zubringen. Dieselben haben große Waarenmassen aufgestapelt, welche sie weder nach Frankreich noch nach Deutschland absetzen können, da auf beiden Seiten Zolllinien gezogen sind. Die Interpellation geht dahin, was der Bundesrath gegenüber dieser singulären Lage zu thun gedenke, um den indu⸗ striellen Interessen des Elsaß wie des Zollvereins, die vor einer Ueberschwemmung mit jenen Waaren⸗ massen ebenfalls zu schützen seien, gleichmäßig gerecht zu werden.
— Wie die„N. A. Z.“ hört, ist der Ver⸗ band der Südarmee aufgelöst worden und das 2. und 3. Corps unter das Obercommando der 2. Armee getreten, welches der General der Ca— valerie Freiherr v. Manteuffel übernimmt. Generalmajor v. Stiele und der Oberst Wright sind in ihren Stellungen als Chef des General⸗ stabes, resp. Oberquartiermeister, verblieben.— Nach der„Volksztg.“ hat das Gardecorps Befehl zum Rückmarsche nach der Heimath erhalten.
— Die„Kreuzztg.“ erklärt gegenüber ver- schiedenen Gerüchten bezüglich der Abtretung Weißenburgs an Bayern, daß dieses Projekt in früheren Stadien erörtert sein mag, gegenwärtig aber nicht mehr auf der Tagesordnung steht. Dasselbe Blatt schreibt: Dem Vernehmen nach sind die Generale Herwarth von Bittenfeld und von Steinmetz zu Feldmarschällen à la suite der Armee ernannt.
— 15. April. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ und die„Kreuzzeitung“ bestätigen übereinstimmend, nach wie vor bestünde in maßgebenden Kreisen die Hoffnung, daß der Einzug der Truppen in Berlin im Mai oder spätestens Juni stattfinden könne,
— Eine bemerkenswerthe Mittheilung bringt der wohlunterrichtete Berliner Correspondent der „Karlsr. Ztg.“:„Von Seiten der Pariser Com- mune sind in dem für neutral erklärten Gebiete zwischen der Enceinte von Paris und dem Forts St. Denis Requisitionen vorgenommen worden. In Folge dessen hat das Obercommando der deutschen Truppen in Paris anzeigen lassen, daß bei einer etwaigen Wiederholung solcher Vertrags— widrigkeiten ungesäumt die Eröffnung der Feind⸗ seligkeiten stattfinden werde.“
Kassel. Einer Ordre zufolge sind die Ge— fangenenzüge nach Frankreich„einstweilen“ wieder gänzlich eingestellt worden.
München. Vom General v. d. Tann, dem Befehlshaber des 1. bayerischen Armeecorps, ist in letzter Zeit ein Schreiben hierher gelangt, worin er erzählt, daß die aufständische Regierung in Paris an ihn allen Ernstes das Ansinnen gestellt habe, er möge das von Bayern besetzte Fort Charenton in ihre Hände spielen, wofür er 2 Mill. Francs bekommen sollte, für sich nämlich, nicht etwa für die Kriegskasse. Es wirft das ein grelles Schlag- licht auf die sittliche Fäulniß der Pariser Be— völkerung. Wie sie alle ihre Niederlagen nur immer dem Verrath und der Bestechung ihrer Führer zuschrieben, so glauben sie auch, daß An- deren alles käuflich sei.
— Der Rücktransport der noch in Bayern befindlichen 36,000 französischen Kriegsgefangenen wird am 15. d. beginnen und soll in etwa 24 Tagen beendet sein. Die Mannschaften werden bis nach Vesoul gebracht und dort von einer französischen Regierungskommission übernommen werden.
Aus München wird mitgetheilt, die deut- schen Truppen in Frankreich wären jetzt in der Weise dislocirt, daß, wenn es nothwendig erscheinen sollte, 200,000 Mann innerhalb 24 Stunden unmittelbar vor Paris vereinigt sein können.
Kissingen. Der Kaiser von Rußland wird Mitte Mai zum Kurgebrauch hier eintreffen; auf der Herreise wird derselbe am Berliner Hofe einen mehrtägigen Besuch abstatten.
71 eine Denkmünze erhalten. Man spricht davon, daß für Diejenigen, welche an den Kämpfen vor Belfort Theil genommen, noch ein besonderes Denkzeichen gestiftet werden soll.
Ausland.
Oesterreich Wien. Der berühmte Arzt Professor Oppolzer ist gestorben.— Die„Wiener Zeitung“ veröffentlicht ein Handschreiben des Kaisers aus Meran vom 11. April, durch welches Grocholski zum Minister ernannt wird.
Schweiz Zürich. Das Kriegsgericht in der Untersuchungssache gegen die wegen der Excesse gelegentlich der deutschen Friedensfeier ver— hafteten französischen Offiziere hat die Angeklagten Didier, Raimond, Poirel und Peyou zu drei Monaten Gefängniß, Tragung der Kosten sowie zur Entschädigung des verwundeten Riedel mit 3000, der Tonhalle mit 700 und des Wirth— schafts-Eigenthümers mit 100 Fr. verurtheilt. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen.
Frankreich. Paris. Der„Soir“ mel— det, daß am 10. d. Abends vier Generalstabs— offiziere der Commune nach St. Denis gekommen sind, um die Ermächtigung zu verlangen, die preußischen Linien umgehen zu können. Zugleich baten sie, das Fort Aubervilliers zeitweilig besetzen zu dürfen. Der preußische General empfing sie sehr schroff, warf ihnen vor, daß sie mit Waffen erschienen seien, drohte ihnen mit Verhaftung und beschränkte sich schließlich darauf, sie entwaffnen zu lassen. Ihrem Gesuche wurde selbstverständlich nicht entsprochen.
— Die Truppen von Versailles werden hier beschuldigt, explosive Gewehrkugeln gebraucht zu haben. Die Preußen haben ihre Positionen von St. Denis mit 5000 Mann verstärkt und ihre Vorposten stehen jetzt ganz nahe bei den Festungs- werken der Hauptstadt. Die Zahl der Verhaftungen ist im Zunehmen begriffen. Den Bürgern, welche sich dem Militärdienste entziehen, werden harte Strafen angedroht, und Diejenigen, welche Paris bereits verlassen haben, sind in schwere Geldbußen verurtheilt worden. Die Placate der republika nischen Liga, welche zur Versöhnung mahnen, sind abgerissen worden.
— 12. April, Abends. Der Kampf währte gestern Abend zwischen Neuilly und Clichy noch mit Hartnäckigkeit fort. Die angebliche Nieder lage der Versailler Truppen wird bezweifelt. Die Föderirten haben Kanonen auf dem Trocadero gegen die südwestlichen Batterien des Mont Valerien aufgepflanzt.— Die englische Gesandt— schaft warnt die Ausländer, in Paris zu bleiben.
— 13. April. General Dombrowski machte den Versuch, von Asnieres der Paris-Havre-Bahn entlang, vorzurücken. Er gelangte über Courbevoie hinaus; indeß wurden seine Tirailleurs bei Nanterre durch die Kanonen des Mon Valerien zum Rück— zug genöthigt. Asnieres wurde behauptet.
— Oberst Heury meldet der Commune:„Ich erhalte von Dombrowski ausgezeichnete Nachrichten. Wir besitzen Neuilly zu drei Vierteln und führen eine regelrechte Belagerung aus. Die Gärten fallen einer nach dem andern in unsere Gewalt. Diesen Abend werden wir an der Brücke von Neuilly sein.“ Der„Cri du peuple“ meldet: „Die Versailler sind vollständig aus Neuilly ver- trieben. Die Brücke ist von den Förderirten besetzt. Der Feind flieht auf Courbevoie. Gestern Abend war Issy der Gegenstand eines neuen An- griffes, welcher zurückgeschlagen wuede. Die Kanonade wa nur schwach, desto lebhafter das Gewehrfeuer.“— Die Versailler haben die Orleans Eisenbahn unterbrochen.
— Die Journale der Commune melden, daß die Jusel Grande Jatte von den Föderirten ein— geschlossen sei. Der Mont Valerien feuert ohne Unterlaß. Geschosse fallen in den Champs Elysees nieder. Zwischen den Forts Vauores, Issy, Montrouge und den Versaillern dauert die Ka— nonade mit Unterbrechungen fort. Der Erfolg der Delegirten der republikanischen Ligue wird als ein negativer bezeichnet.
Karlsruhe. Die badischen Truppen haben zur Erinnerung an den Feldzug von 1870 und
— 13. April, Abends. Diesen Morgen ent— spann sich ein heftiges Gefecht in der Nähe von
Asnieres. Die Versailler Truppen schienen durch eine Umgehungsbewegung nach Asnieres gelangen zu wollen, um das auf der Insel Grande Jatte eingeschlossene Detachement zu befreien. Die Bat⸗ terien von Courbevoie sollten den Angriff der Pariser auf die Verschanzungen bei der Avenue verhindern. Andere Batterien feuerten auf Le⸗ vallois. Bei Neuilly kam gestern die beiderseitige Infanterie ins Gefecht. An allen Ausgängen des Dorfes wurde gekämpft. Batterien der Pariser waren auf dem Kirchhof von Levallois, der Eisen- bahnbrücke von Asnieres, der Porte des Ternes und Porte Maillot aufgestellt und unterstützten die Pariser Infanterie kräftig. Gegen 11 Uhr sollen die Nationalgarden an verschiedenen Punkten gewichen sein und Dombrowski Verstärkungen und Munition verlangt haben. Die heute Abend er—
schienenen Blätter der Commune dagegen sagen,
die Truppen der Ver sailler seien zurückgeschlagen.
— 13. April, 10 Uhr Abends. Mit Aus⸗ nahme seltener Schüsse hat die Kanonade diesen Abend aufgehört. Einer Proklamation der Com- mune zufolge wurden das 1., 5., 11., 12., 13., 14. und 171. Bataillon der Nationalgarde ihrer gegen die Commune feindseligen Haltung halber aufgelöst. Dieselben sollen sofort reorganisirt werden. Alle Diejenigen, welche sich weigern, in der Nationalgarde Dienste zu thun, werden ent⸗ waffnet und wenn nöthig verhaftet. Die Auf- pflanzung jeder andern als der rothen Fahne wurde verboten. Eine Veröffentlichung Cluseret's erklärt, daß die Soldaten, welche der Commune nicht dienen wollen, bei den Arbeiten zur Repa⸗ ratur der Enceinte verwandt werden. Die Eisen— bahn nach Lyon ist unterbrochen.
— Wie das Blatt„Commune“ meldet, hat Thiers den Delegirten der Versöhnungsliga ent— gegnet:„Wir wollen lieber vor den Thoren von Paris sterben, als gleich Polizeidienern und Mouchards zurückkehren.“
— 14. April. Während der vergangenen Nacht, sowie diesen Morgen dauerte der Kampf zu Neuilly und Asnieres fort, ohne daß sich die Lage der kämpfenden Parteien wesentlich geändert hätte. Gestern Abend hielten die Versailler den in der Nähe der Brücke befindlichen Theil von Neuilly noch besetzt. Auf der Insel Grande Jatte, gegenüber Villiers, hatten sie ebenfalls Streit⸗ kräfte aufgestellt. Die Pariser suchen die Ver⸗ sailler Truppen zu nöthigen, auf das linke Seine ufer zurückzukehren. Im Bois de Boulogne haben die Pariser Tirailleure vertheilt. Die Truppen der Versailler auf dee Grande Jatte werden durch einige Bataillone der Nationalgarde im Schach gehalten. Auf der Seite der Südforts batte sich heute Nichts ereignet. Die Föderirten sind des Angriffs der Versailler gewärtig und häufen be⸗ deutende Truppenmassen an, um Widerstand zu leisten.— Bei einer heute erfolgten Durchsuchung des Hotel Thiers wurden verschiedene Papiere mit Beschlag belegt und das Silberzeug zur Münze geschickt. Das Hotel wird von Nationalgarden besetzt gehalten. Auf Befehl der Commune faaden heute verschiedene Durchsuchungen in Pariser Kirchen statt, in mehreren Fällen wurde das Silberzeug zur Münze geschickt.
— Abends. Der Tag verlief verhältnißmäßig ruhig. Bei Asnieres und Levallois dauerte der Kampf fort. Die Vorstädte Passy und Auteuil,
die von den Batterien der Versailler beschossen werden, sind von ihren Bewohnern verlassen. Neue Kämpfe werden erwartet; von Versöhnung ist keine Rede mehr. Das Hotel des Herrn Thiers ist von der Commune besetzt worden. Ebenso sind die Häuser Jules Fadre's und des Marquis de Gallifet unter Siegel gelegt. Die Verhaftungen von Journalisten dauern sort.
— 15. April, 8 Uhr Morgens. Ein An- schlagzettel Cluseret's meldet:„Die Versailler griffen um Mitternacht das Fort Vanvres au, wurden jedoch abgewiesen. Um 1 Uhr war Alles ruhig. Diesen Morgen hat die Kanonade an der Porte Maillot und in Neuilly wieder begonnen.“
— 15. April. Das„Journal officiel“ ver- öffentlicht folgende Depesche:„Eudes vom 15.
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