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gusta in Berlin.
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1871. f
Dienstag den 17. Januar.
N 7.
Oberhessischer Anzeiger.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intclligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
betreffend: Varante Kraukenwärterflellen in det Großherzoglichen Landes⸗Irrenanstalt.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Auf Ersuchen der Großherzoglichen Direction der Landesirren⸗ anstalt zu Heppenheim benachrichtigen wir Sie, daß daselbst mehrere trledigte Krankenwärterstellen zu besetzen sind, worauf Sie Reslectanten bit dem Anfügen gufmerksam machen wollen, daß ein Krankenwärter geben freier Station und sonstigen kleinen Emolumenten einen Jahres- lehn von 150 fl. erhalten, unverheiathete kräftige Männer von 23
bis 35 Jahren, die stelluges
durch befriedigen
Benehmen,
Amtlicher Theil.
Friedberg den 12. Januar 1871.
Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
sich durch ein manierliches und an⸗ durch ein gefälliges Aeußere, de Keuntnisse im Lesen, Rechnen und
Schreiben und durch sittliches Betragen auszeichnen, vorzugsweise berücksichtigt werden und Annahmegesuche mit Zeugnissen schriftlich bei genannter Direction einzureichen sind.
Trapp.
Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten.
Bersailles, 12. Jan. Der Königin Au- Den 10. und 11. siegreiche Jesechte um Le Mans. Viele Gefangene, Mi⸗ lailleusen und Kanonen genommen. Berlusle näßig beim 3., 9. und 13. Corpe. Details schlen noch. Französische Telegramme räumen (ost zum ersten Male ein, geschlagen zu sein.— Bei Villersexel hatte am 9. General v. Werder ein glückliches Gefecht und nahm 2 Adler, 2 Geschützt, 800 Gefangene.
Hier geht die Beschießung wegen Nebels seit brei Tagen nur langsam vorwärts, obgleich gestern und heute viel geschossen wird; namentlich aus der Stadt-Enceinte wird das Feuer immer heftiger.
brute Sonnen- Wintertag mit 2 Grad Kälte,
dennoch leine Fern ssicht.
Versallles, 13. Jan. Der Königin Au- Pen in Berlin. Gestern Nachmittags nahm das und 10. Corps Le Mans und das 9. und 18. ging siegreich bei St. Corneille vor. Große Vorräthe genommen; andere Details seblen noch.
Wilhelm.
Schwerin, 13. Januar. Telegramm des Großherzogs an die Großherzogin. Montfort, 12. Jan. Heute nach heftigen Gefechten bei St. Cerneille bis an den Bach bei Savigne l'Eveque gelangt mit sehr geringen Verlusten. 1000 Ge⸗ sungene. Mein Hauptquartier im Schloß Montfort.
Versailles, 13. Jan. General-Feldmarschall Finz Friedrich Karl, dessen Corps seit dem 8. unter fortwährend siegreichen Kämpfen die Armer des Generals Chanzy aus der Gegend von Lendomk bis auf Le Mans zurückgedrängt, nahm an 12. Nachmittags diese Stadt und warf den Gegner
eichzeitig aus seinen nordöstlich daran befindlichen lellungen bei Corneille. Große Vorräthe wurden n Le Mans erobert. Die feindliche Armee ist in Rückzug. Vor Paris Fortsetzung der Be- scleßung mit gutem Erfolg und unter diesseitigen unbedeutenden Verlusten. v. Podbielskp.
Versallles, 13. Jan. Vor Paris wurde bil anhaltendem Nebel ein ruhiges Feuer von unseren Batterien gegen die Werke und die Stadt mterhalten. Der Feind antwortete nur matt. Diesseltiger Verlust an Todten und Verwundeten 2 Offiere, 9 Mann.— Feldmarschall Prinz Frledrich Karl meldet aus Le Mans: Der Feind licht sich theils auf Alengon, theils auf Laval
d, verfolgt von den diesseitigen Colonnen.
der Armee des Generale Chanzp fielen in n ununterbrochenen Kämpfen vom 6. bie zum (2. allein über 16,000 unverwundete Gefangene in die Hände der 2. Armer. Außerdem wurden 2 Geschüge resp. Mitrailleusen ihr abgenommen. Lokomotiven und 200 Wagen wurden erbeutet. 1 v. Podbiels kp.
Wilhelm.
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Schwerin, 14. Januar. Telegramm des Großherzogs an die Großherzogin. Le Mans, 13. Jan., Nachts 12 Uhr. Gestern Abend Le Mans vom Feinde verlassen, vonk 3. und 10. Corps besetzt. Biele Gefangene und Kriegsmaterial. Mein Corps im gestrigen Gefechte 4000 Gefangene gemacht. Heute oberhalb Le Mans ohne Gefecht an Sarthe gerückt und mit Avantgarde überschritten.
Versailles, 14. Jan. In der Nacht vom 13. zum 14. erfolgten heftige Ausfälle aus Paris gegen die Positionen der Garde bei le Bourget und Drancy, des 11. Coips bei Meudon und des 2. bayerischen Corps bei Clamart, welche überall siegreich zurück— geschlagen wurden. Rückzug des Feindes an einzelnen Stellen fluchtartig.
v. Podbielsky.
Hdanburg. Offzielle Depesche des General Manstein, datirt Le Mans, 13. Jan., 11 Uhr 30 Min. Vormittags. Am 11. nahm das 9. Armeecorps die Höhen von Champagne, den Schlüsselpunkt der feindlichen Stellung, mit stür ⸗ mender Hand. Das Regiment Nr. 11 nahm hierbei 3 Mitrailleusen, das Regiment Nr. 85 3 Geschütze im Feuer. Am 12. griff General von Blumenthal in das Gefecht der 17. Diviston bei St. Corneille durch einen Flankenangriff entschei⸗ dend ein. Das Füsilier⸗Bataillon des Regiments Nr. 84 nahm in diesem Gefecht die Höhe von Hpre durch einen Bajonnctangriff, ohne elnen Schuß zu thun, und machte viele Gefangene.
Bersailles, 12. Jan. Eine Depesche der Londoner Times meldet: Das Bombardement war von 2 Uhr Nachts bis heute Nachmittag 2 Uhr ungemein heftig. Ein Regen von Granaten siel auf Paris, wo verschiedene kleine und große Feuersbrünste stattfanden. Einige Positionen von Clamart und Meudon wurden von den Preußen besetzt. Die Franzosen machen kleine Ausfälle und überraschten gestern ein baperisches Piket in tiner Redoute bet Clamart, wurden aber zurück- geworfen. Sie haben unmaskirte neue Batterien. Die Böschungen der Forts, ebenso die Schieß— scharteu haben stark gelitten, aber die Replies feuern noch ununterbrechen. Vor dem Valerien sind große Truppenmassen aufgestellt. Das deutscht Feuer wird immer stärker und wirksamer.
Vor Paris. Eine Strecke von 3000 Schritten Entfernung in gerader Linie von der Enceinte der Stadt Paris, 6000 Schritten von den deutschen Batterten haben nach der Angabe des„Staatsangeigers“ die deutschen Kugeln bis zum Luxembourg zurückzulegen. Was in neueren Telegrammen vorsiegt, erweitert noch den Kreis der Beschießungslinice. Namentlich wird die Kirche St. Sulpiee als beschossen aufgeführt, die etwas
nördlich vom Luxembourg liegt und noch nörd⸗ licher(in gerader Linie) in der Nähe des linken Seine-Ufers ist die Rue de Baci zu suchen, wo ebenfalls Bomben einschlugen. Oestlich von Luxembourg wird die Rue Gag Lussac und die Kirche Val de Grace genannt, und westlich bei den Invaliden die breite Rue de Babglone mitten im Faubourg St. Germain. Andere Details über die Topographie der beschossenen Stadttheile gidt der„St.⸗Anz.“:„Die Rue Madame ist eine schmale Straße, welche etwa 200 Schritte westlich des Luxembourg-Gartens, den Laugseiten desselben parallel, von Süden nach Norden léuft; ferner die Rue St. Jacques, eine schöne breite Straße, welche östlich des Palais du Luxembourg von Südwest nach Nordost zur Seine führt. Die Rue Vanncau liegt mitten zwischen Luxembourg und Invalidendom, die Rue Sufflot ist die breite Verbindungsstraße zwischen ersterem und dem Pantheon. Der Boulevard du Port Nepal führt vom Stand bilde Nep's im Luxembourg- Garten südostwärts zum Boulevard St. Mattel; die Avenue de Bretuil, eine der breitesten von Paris, verbindet den gleichnamigen Platz mit der den Invalidendome füdlich unmittelbar vorliegenden Place Vauban; sie hat eine ungefähre Lange von 1000 Schritten bei etwa 60 Schritten Breite.“
— Privatnachrichten der„Aschaff. Zig.“ zu- folge sind die Annaͤherungs arbeiten gegen das Fort Issyp bereits bis auf 800 Schritte nab⸗ gerückt. Die Franzosen haben schon, wie es scheint, ihr schweres Geschütz aus einzelnen Süd- sorts entfernt, denn sie schießen nunmehr nur mit kleinem Kaliber. Im Walde von Meudon stehen 3 Batterien, welche die Aufgabe haben, die Stadt zu beschießen und zwar Nachts mit Brand- Granaten; darunter sind gezogene Mörser, die Gischosse von 170 Pfund schleudern. Bis jetzt bemerkte man an sechs Stellen heftige Brände, einen in der Nähe des Invalidenhotelo. Ein vor dem Fort Issy aufgeworfenes Erdwerk wurde von den Franzosen verlassen und von den Deutschen besetzt. — Auch die Taubenpost hat unter der un— geheuren Kälte stark gelitten. Wie aus Bordeaux gemeldet wird, ist von den vielen Depeschen der Regierungsdelegation an ihre Pariser Collegen vom 15. Dezember dis zum Neujahrstage auch keine einzige an ihrem Bestimmungsorte eingetroffen, und doch werden die Tauben nicht in Bordeaux selbst, sondern in Le Mans, oder an einem anderen näher bei Paris gelegenen Orte, aufgelassen. Am 2. Januar erst trafen wieder Tauben in Paris ein, und daß dieselben sich auf dem Triumphbogen ia den Champs Elpsees niederließen, ehe sie in ihren Schlag zurückkehrten, wurde von den Parisern. als ein gutes Omen angeseten.
Champignv. Wie der„Schw. M.“ er- fahrt, gelang es am 8. d. den Viadukt von Auteuil zu zerstören, welcher die Eisenbahn⸗


