Ausgabe 
14.10.1871
 
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versunkenen DampferBrüning gestoßen sei.

isoliren. Nahezu 100,000 Menschen sollen obdachlos

und 12,000 Gebäude niedergebrannt sein. Der Verlust wird auf mehr als 500 Millionen Dollars geschätzt. Mehrere Städte sandten große Vorräthe an Lebensmitteln und Kleidungsstücken. Unter den Trümmern wurden bereits 190 Leichen gefunden; 40 Personen, welche zu plündern versuchten, wurden aufgehängt.

Frankfurt. Der zweite Pferdemarklitag brachte in Arbeitspferden keinen so belang reichen Umsatz, als man erwartet batte, doch ist derselbe immer noch nennenswerth, schwere Arbeitspferde, welche theilweise begehrt waren, fanden sich nur wenige am Platz, und dieser Rarität entsprechend waren die Preise außerordentlich hoch gestellt. Das Hauptgeschaͤft bestand in Chaisenpferden mittleren Schlages, die dei diesem Herbsimarkte ganz ausgezeichnete Qualität aufweisen. Die Straßen der Stadt waren trotz der vorgerückten Jahreszeit in Folge des Marktes sehr belebt und der Verkehr dedeuiend.

Darmstadt. Vor einigen Tagen hat im Forstwald bei Dieburg ein 16jähriger Bursche aus Groß-Zimmern eine vom Streubolen heimkehrende Frau fahrlässigerweise durch einen Schrotschuß auf der Stelle getödtet. Der junge Mann, welcher über die entsetzlichen Folgen der Verzweiflung nahe sein soll, war nämlich im Begriff, vom Wagen herabzusteigen, als sich das Gewehr, dessen Hahn bei dieser Gelegenheit wahrscheinlich aufgezogen wurde und wieder zufuhr, auf die so verhängnißvolle Weise entlud.

Mainz. Wie dem Rh. K. aus gut unterrichteten Kreisen mitgetheilt wird, steht die Uebecbrückung des Mains bei der Gustavsburg durch eine Eisenbahnbrücke in sicherer Aussicht.

Niederingelheim. An dem ersten Uebergange oberhalb der hiesigen Station fand am 9. d. ein 10jähriges Mädchen seinen Tod. Hinter der Barriere, die von einem enfernt stationirten Bahnwärter zugedreht wird, batte das⸗ selbe einen aufwärts gegangenen Güterzug passiren lassen, war darauf unbefangen hinter dem letzten Wagen unter der Barriere hindurchgeschlüpft und sofort auch von der Maschine des von der entgegengesetzten Seite heranbrau senden Courierzuges erfaßt und, noch einige 20 Schritte weit geschleift worden. In der Nähe der Unglücksstätte arbeitete die Mutter dieses Kindes.

Fulda. Auf der Strecke Fulda-Großlüder der Ober⸗ hessischen Eisendahn entgleiste der Tender eines Materiol⸗ zuges. Des bereits von hier abgefahrene Personenzug mußte in den Bahnhof zurückkehren und konnte erst nach 2½stündigem Warten expedirt werden. Verletzungen des Zugpersonals oder der Streckenarbeiter sind bei dem Un⸗ falle nicht vorgekommen.

Kassel. Am Morgen des 9. d. ist auf der Station Guntershausen ein langsam einfahrender Personenzug durch falsche Weichenstellung gegen einen daselbst halten⸗ den Güterzug geleitet worden, wodurch die Maschinen defect wurden und die Züge eine Verspätung erfuhren. Ein weiteres Unglück har dieser Zusammeustoß nicht zur Folge gehabt.

Luzern. DieTagespost meldet, daß man endlich nach vielen Bemühungen auf den im Vierwaldstätter See Man hat wahrgenommen, daß derselde ganz schief mit dem Hinter⸗ tbeile Fuß über dem Verdecke im Schlamme liegt. Es gelang noch nicht, die Leichen aus der ersten Kajüte zu bringen.

In New ⸗Nork fand eine Ausstellung ganz beson⸗ derer Art vom 13. bis 16. Januar d. J. statt. Es war eine Ausstellung aller möglichen alten Kleidungsstücke, die gehörig ausgeflickt und ausgebessert waren. Veraulaßt

wurde diese Ausstellung durch einen Preis, welchen die derren Orange Judd und Comp, die bekannten Heraus⸗ geber desAmerican Agriculturist undHeart and Home, für das am künstlichsten zusammengeflickte oder ausgebesserte alte Kleidungsstück irgend einer Art aus⸗ geschrieben hatten. Dabei war gleichzeitig die Bedingung gestellt, daß die Arbeit nur von Frauen oder Mädchen ausgeführt und die eingesendeten Kleidungsstücke zur Ver⸗ theilung unter die Armen bestimmt sein sollten. Es wurden 1300 solcher Kleidungsstücke von 45 Einsenderin⸗ nen aus 28 verschiedenen Staaten ausgestellt. Darunter befand sich ein Paar langer Strümpfe, welches nicht weniger als 100 wohl gestopfter Löcher aufwies. Den ersten Preis, 15 Dollars, erhielt ein Kindermantel, welcher aus 4 Paar alten Hosen, einer alten Weste und dem Futter von 2 alten Röcken gemacht und aus 68 Stücken zusammengesetzt war. Derselbe war von einem Kind durch drei Winter beim Schulbesuch getragen worden und von der sorgsamen Verfertigerin desselben derart aufgefrischt und renovirt worden, daß, wie sie glaubt, derselbe einem armen Kinde auf weitere 3 Jahre gute Dienste leisten werde. Dieses Meisterwerk der Flickkunst kam aus Washington, Indiang. Der Zweck der Aus⸗ stellung war: häuslichen Fleiß und Sparsamkeit auf einem bereiis in Vergessenheit gerathenen Felde anzuspornen und gleichzeitig während des harten Winters schützende Kleider für Arme zu erhalien.

Landwirthschaftliches.

Mitgetheilt von der höheren landwirthschaftlichen Lehr⸗ anstalt in Worms.

Stand, Ansichten und Aussichten. Durch das seit 8 Tagen geherrscht habende Regenwetter sind die Kornsaaten in einzelnen Gegenden stark benachtheiligt worden; ebenso hat die Einheimsung des Herbst⸗Dürr⸗ futters Noth gelitten, auch ist es kaum anders denkbar, als daß die Kartoffeln in Folge des verbreiteten Regens in ihrer Neigung zur Fäule noch verstärkt worden sind. Etwa Mitte September schöpfte man für einen reichen und guten Kartoffelertrag neue Hoffnung, indem von allen Seiten her berichtet wurde, daß die gefürchtete Fäule einen Stillstand zeige. Jetzt hingegen werden die Klagen wieder lauter und lauter und dazu kommt noch, daß die Kartoffeln in gar manchen Gegenden keineswegs so reich⸗ lich ausfallen, als es gehofft worden war. Der hobe Preis, den dieselben jetzt schon haben, wirkt mit Recht beängstigend, zumal durch die Andauer des Regenwetters die Hoffnungen eher sinken als steigen. Die jetzt mehr und mehr bekannt werdenden Erdruschresultate sind in einzelnen Gegenden auch nicht so rosig, wie es geglaubt worden war. So wird aus den nordwestpreußischen Pro vinzen berichtet, daß die Schüttung des Roggens im All⸗ gemeinen nicht übermittel ausfalle und auch am Rheine werden Stimmen laut, die ihre Täuschung be kennen. Die seitherige Steigerung der Preise maß man dem Umstande zu, daß durch die geringe Ergiebigkeit der Körnerfrucht in fremden Ländern die großen Ausfuhr⸗ schleußen geöffnet seien; kommt jetzt noch die Thalsache hinzu, daß auch bei uns in Deulschland die Körnung den erwarteten reichen Ertrag nicht liefere, was soll dann werden? Jetzt schon werden die Früchte durch hohe Ge⸗ vote feil gemacht und es ist nur zu bekannt, daß, wenn sich der Handel einmal in diesem Geleise bewegt, die Zähigkeit der Producenten wächst. Nimmt man hinzu, daß Schlachtvieh sozusagen gar keines feil ist, nur durch enorme Preise feil gemacht wird, so kann man nicht ohne Besorgniß dem nächsten Winter entgegensehen.

Die Fälschung von Dungmitteln hal in der Gegenwart wieder in einer Weise um sich gegriffen, doß

es bringend geboten erscheint, öffentlich dagegen aufzu⸗ treten; sie wird fast noch stärker betrieben, als es zu Anfang der Sechsziger Jahre ber Fall war. Damals erachteten es die landwirthschaftlichen Vereine als eine Hauptaufgabe, auf ein Mittel zu sinnen, die es ermög⸗ lichten, die Landwirthe vor grobem Belruge zu schützen. Man verfiel auf die Einrichtung der sogenannten Dünger⸗ controlen, wie sie jetzt noch verschiedentlich in der Einrichtung bestehen, daß in den Hauptbezugsperioden beauftragte Mitglieder der landwirthschaftlichen Vereine unangemeldet die der Controle unterstellten Düngerlager besuchten und dort die für die chemische Untersuchung be⸗ stimmten Proben zogen. Wo dieses Verfahren stramm gehandhabt worden ist, hat es sich als recht gut erwiesen! dennFurcht muß den Wald hüten? und die Fälschung der Dungmittel wird weit häufiger in den Lagern der Unterhändler als in den Fabriken geübt. In der neuesten Zeit ist es jenem Verfahren gegenüber in Gebrauch gekommen, einen allgemeinen Düngermarkt und zwar in der Art einzuführen, daß die Düngerfabriken in den Haupiverbrauchsperioden ihre Waare an die chemischen Stationen senden, die sie dann untersuchen und den Be fund fortlaufend in den Vereins⸗Zeilschriften oder in sum⸗ marischen Tabellen veröffentlichen. Bei einigem Nach⸗ denken wird es leicht kinleuchtend fein, daß dieses Verfahren, volle Ehrlichkeit der Fabrikanten und volle Correctheit der untersuchenden Chemiker vorausgesetzt, dem Publikum gegenüber das volle Vertrauen nicht haben kann und namentlich dann nicht hat, wenn es, wie verschiedentlich gebräuchlich, der Fall ist, daß die Düngerfabriken zur Unter⸗ haltung derartiger Untersuchungsstationen baare Zuschüsse leisten. Solche Stationen schaden dann weit mehr, als sie nützen, indem sie die Düngerhändler unter dem Deckmantel der Controle vor Ueberrumpelung schützen und die Consu⸗ menten in den Dusel einwiegen, als habe alles seine Richtigkeit. So hat die landwirthschaftliche Lehranstalt in Worms eine Reihe von Fälschungen von Dungmitteln nachgewiesen, welche sämmiich mit einem 10 14pto⸗ centigen Gehalte an löslicher Phosphorsäure bezeichnet waren und nur 3 4 Procente enthielten. Letztere An- stalt warnt daher die Landwirthe dringend vor blindem Vertrauen und empfiehlt ihnen den Düngerbezug im Großen und auf dem Wege der Bildung von Dünger consumvereinen.

Verloosung.

Madrider 100 Fres⸗Loose. Verloosung vom 2. October 1871. Hauptgewinne: Nr. 337,236 zu Fr. 25,000, Nr. 225,373 zu Fr. 2000, Nr. 387,093 zu Fr. 2000, Nr. 219,282 zu Fr. 1000.

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Eingesandt. Gesellschaftliches.

Es ist unzweifelhaft mit dem Abzug der Garnison in den geselsschaftlichen Kreisen unserer Stadt ein starker Ausfall geschehen. Diesen weniger fühlbar zu machen, gibt ees nur ein Winel: engeren Anschluß der geselligen Factoren, die bisher weit auseinander gingen, Einigung in einen festen Centralpunkt. Wir glauben, daß diese Einigung sich am leichtesten imCasino vollziehen könnte, in welchem die schönsten Räumlichkeiten und die üblichen Unter haltungsmittel geboten und vorhanden sind. Was bei diesem Namen sehr häufig donExclusivität gesagt wird, ist im höchsten Grad irrthümlich, indem die Be dingungen der Aufnahme liberaler als irgendwo sonst gestellt sind, und es den vorhandenen Mitgliedern nur angenehm sein kann, wenn sich unsere Einwohnerschaft recht zahlreich betheiligt.

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