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geilage.
Deutsches Reich. Offenbach. Am 8. d. haben die Arbeiter Ammtlicher Portefeuille Fabriken die Arbeit ein- estellt, nachdem bisher nur die von 5 Fabriken estriket hatten. Mainz. Die 21. Generalversammlung der antholischen Vereine Deutschlands ist am 10. d. ahier zusammengetreten. Domcapituler Dr. Mou ang bielt die Eröffnungsrede, in welcher er ine Ait Parteiprogramm entwickelte. Nach ihm krachte ein Landrichter Horn Grüße aus der pfalz, Baron Hafenbrädl solche aus Altbayern; Herr Falk(Metzgermeister aus Mainz) hieß die Zersammlung willkommen; ein Arzt, Namens Schröder aus Alsfeld, brachte ein Hoch auf en Papst aus. Etwa 100 Theilnehmer waren um ersten Verbandlungstage eingetroffen, deren Jahl am 11. auf 1500 gestiegen war.
Berlin. An den Generalfeldmarschall Prinzen Friedrich Carl bat der Kaiser an den Jahres- agen der Schlachten bei Mars-la⸗Tour und Gravelotte nachstehende Beglückwünschungstele⸗ gramme gerichtet:„Gastein, 16. August 1871. Dem Priazen Friedrich Carl in Pots dam. Glück⸗
wunsch zum blutigen Ehrentage unseres lieben dritten Armeecorps. Wilhelm.“—„Gastein,
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18. August 1871. Dem Prinzen Friedrich Carl don Preußen in Potsdam. Deines heutigen Ehren- ages gedenke ich in voller Dankbarkeit. Wilhelm.“
— Unter den Vorlagen für die nächste Session des deutschen Reichstages wird sich der„Karlsr. Ztg.“ zufolge auch der Entwurf eines Preßgesetzes befinden. Die Ausarbeitung desselben ist jetzt im
Bange.
— Die Formation dee 500 Mann starken 1
Eisenbahn⸗ Bataillons in Berlin erfolgt zum 1. Oct. und es soll nach einer Verfügung des Kriegs- ministeriums denjenigen jungen Leuten, welche sich dem Maschinen- oder dem Eisenbahn- Ingenieur- ache gewidmet haben und sonst die Qualification zum einjährigen freiwilligen Dienst besitzen, ge— stattet sein, am 1. Oct. jeden Jahres als Ein— jährig- Freiwillige in dieses Eisenbahn- Bataillon rinzutteten.— Der Finanzminister hat die Be⸗ fimmungen über die den Militärinvaliden bewilligten
Verwundungs- und Verstümmelungezulagen dahin interpretirt, daß dergleichen Zulagen den Empfängern auch bei Versorgung in Invalideninstituten, sowie bei Anstellungen im Civildienst neben den sonst zuständigen Competenzen an Gehalt, Pension ꝛc wer bleiben sollen.
1— Nachdem der Bundesrath vor etwa vier Monalen sich mit dem Antrage Italiens auf Ab- scchluß eines Auslieferungsvertrages zwischen Deutsch⸗ land und Italien einverstanden erklärt und den 1 Reichskanzler zur Einleitung der erforderlichen Schritte ermächtigt hatte, hat letzterer unter Be⸗ rücksichtigung der von den einzelnen deutschen Bundesslaaten kundgegebenen Wünsche einen Ver⸗ nagsentwurf aufgestellt, welcher sich, wie verlautet, der Zustimmung des italienischen Unterhändlers erfreut. Der Vertrag soll nach dem Entwurfe 0 auf 5 Jahre, vom 1. Januar 1872 ab, abge⸗ schlossen werden und so lange immer auf weitere flünf Jahre verlängert gelten, als er nicht 6 Mo nate vor Ablauf der stipulirten Frist gekündigt wird. Die gegenseitige Verbindlichkeit zur Aus ⸗ lieferung erstreckt sich auf gemeine Verbrecher zu Wasser wie zu Lande und wird genau definirt. Auf politische Vergeben und Verbrechen hat der Vertrag keine Anwendung.
— Wie in dem„Correspondent für Deutsch⸗ lands Buchdrucker und Schriftgießer“ nach dem Brlese eines bereits seit 16 Jahren in Paris conditionirenden Maschinenmeisters mitgetheilt wird, ist in einer Generalversammlung der allgemeinen Buchdruckergesellschaft beschlossen worden, daß inner.
halb 24 Stunden alle Deutschen aus den Pariser Buchdruckereien ausgewiesen werden sollten; im Falle sich die Buchdruckereibestzer dem widersetzten, ollen sämmtliche Franzosen die Arbeit ein-
Oberhelst
cher Anzeiger.
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stellen.— Dieser Beschluß sei denn auch trotz der Vorstellungen der Faktore und Prinzipale durch- geführt worden.
— 11. Sept. Ueber die Dotations Ange- legenheit ist es jetzt ganz still geworden, doch hört man, daß dieselbe bald nach der Rückkehr des Kaisers erledigt werden soll. Endgültige Be⸗ schlüsse über die vollständige Reihe der dabei zu betheiligenden Personen sind, wie man der„K. Z.“ versichert, noch immer nich: gefaßt. Indessen werden nach übertinstimmenden Angaben als sicher genannt: die Generale v. Blumenthal, v. Voigts- Rhetz, v. Stiehle, v. Göben, v. Werder; der Feldmarschall Graf Moltke, der Feldmarschall Prinz Friedrich Karl, die drei süddeutschen Kriegs. Minister und neben Delbrück der badische Staate Minister Jolly. Ob diese Angaben vollt Bestäti. gung finden werden, bleibt abzuwarten.
— Wahrscheinlich werden noch in diesem Jahre die Verhandlungen mit Oesterreich über einen neuen Pestvertrag beginnen. Ein Gleiches gilt hinsichtlich Luxemburgs. Dagegen sind neue Postverträge mit Bayern und Würtemberg nicht nöthig, da im Bundesrath die Verabredungen ge: troffen werden können, welche zwischen Gliedern des deutschen Reiches vollständig ausreichen.
— Nach einer von dem Cultus minister nug⸗
mehr genehmigten, von einer zu diesem Zweck zusammengetretenen Commission ausgearbeiteten In- struction zur Ertheilung des Unterrichts in den nordschleswig'schen Schulen, wird vom 1. Oct. d. J. ab in sämmtlichen Schulen Nordschleswigs, wo dieses bisher noch nicht geschehen, Unterricht in der deutschen Sprache ertheilt. — Der„Hann. Cour.“ meldet: Die zur Vollendung des Hermann- Denkmals noch fehlen- den 10,000 Thaler sind jetzt definitiv auf die Reichsmittel übernommen, wie ein Schreiben aus dem Reichskanzleramt dem Comité in Hannover anzeigt.
Frankfurt. Nach der„Fr. Pr.“ werden von der 22. Diviston, welche auf dem Rückmarsch in die Heimath begriffen ist, die ersten Truppen Ende dieser Woche Frankfurt passiren, und vor— erst in zwei Zügen täglich. Einer derselben wird gegen 1 Ubr Mittags, der andere Abd. 11 Uhr über die Verbindungsbahn gehen. Der erstere Zug trifft bereits um 9 Uhr hier ein und wird an der Verpflegungsstelle mit warmer Kost, der andere mit Kaffee verpflegt. Die Truppen be— stehen aus den Infanterie Regimentern Nr. 32, 94 und 95, dem Thüring'schen Ulanen-Regiment Nr. 6 und einem Theil des 11. Artillerie-Regi⸗ ments. Der Bestimmungsort dieser Truppen sind die thüring'schen Garnisonsstädte.
— Die sehr verbreitete Annahme, daß der Sitz der Frankfurter Conferenz definitiv nach Ver- sailles verlegt worden sei, ist unrichtig; die franzö⸗ sischen Bevollmächtigten und die deutschen Diplo ⸗ maten, welche bisher dem Grafen Arnim assistirten, werden vielmehr ihre Arbeiten in den nächsten Tagen in Frankfurt wieder aufnehmen, nachdem die Schwierigkeiten, welche sich dem raschen Fort— gange der Frankfurter Verhandlungen und nament— lich der Lösung einiger Prineipienfragen entgegen- stellten, beseitigt sind.
Wiesbaden. Der Wiesbadener Kursaal ist mit sämmtlichem Grundeigenthum, den Anlagen ꝛc. für hunderttausend Thaler in den Besitz der Stadt übergegangen.
München. Der oberste Gerichtshof hat fol- genden die Freiheit der Presse schwer beeinträchti⸗ genden Grundsatz ausgesprochen:„Redacteure sind strafrechtlich für die von ihnen veröffentlichten Preß⸗ erzeugnisse haftbar, wenn sie auch nicht die rechts- widrige Absicht des Verfassers haben, und wenn auch letzterer bekannt ist und selbsiständig bestraft wurde,
— Der Kronprinz des deutschen Reichs hal dieser Tage jeder der drei Ehrenjungfrauen, welche bei dem hlesigen Truppeneinzug demselben den
Lorbeerkranz überreichten, ein Medaillon zustellen lassen, auf dessen Vorderseite die mit Brillanten und Rubinen verschlungenen Buchstaben F. W. angebracht sind, während sich im Innern des Medaillons das Photographie-Porträt des Kron— prinzen befindet.
— Einer Mittheilung des„Nbg. Korr.“ zu⸗ folge wird die 2. bayerische Division, welche dem— nächst die Umgegend von Paris verläßt, das Departement Aisne(nordöstlich von Paris) oteu⸗ piren; der Divisionsstab wird in Laon(also nicht Sedan, wie es zuerst hieß), die 3. Brigade in und um St. Quentin, die 4. Brigade in und um Soissons Quartiere beziehen.
— Kaiser Wilhelm wurde auf seiner Reise durch Bayern überall mit größter Begeisterung empfangen. Die bayerischen Zeitungen bringen von allen Seiten her ausführliche Berichte über festlichen Empfang des Kaisers.
Nürnberg. Um eine etwaige Wiederholung von Excessen zu verhüten, sind die nöthigen mili⸗ tärischen Vorkehrungsmaßregeln getroffen. Während der Nacht durchziehen Militärpatrouillen die Stadt.
Straßburg. Die Normalschule in Metz wird im October als Lehrerseminar wieder er— öffnet. Die Unterrichtssprache ist die französische. — Nachdem bis gestern 6,100,000 Fr. an Kriegs⸗ entschädigung hier bezahlt waren, zeigt der Maire hiesiger Stadt soeben seinen Mitbürgern an, daß abermals ein Betrag von 19 Millionen Franken für die Opfer der Beschießung zur Verfügung ge— stellt worden sei und daß in Folge dessen nun⸗ mehr zur Zahlung weiterer 40 pCt. an den von der Generalcommission sowohl für Mobiliar- wie für Immobiliarschäden festgesetzten Bedingungen werde geschritten werden.
Ausland.
Oesterteich. Pest. Wie die„Reform“ mittheilt, wurde Bischof Jekelfalussy von Stuhl- weißenburg nach Pest berufen, weil er das Un— fehlbarkeits-Dogma ohne königliche Erlaubniß verkündigt hat und Graf Andrassy für diese Ge— legenheit mit der Vertretung des Königs betraut. Vor den versammelten Ministen wurde nun dem Bischof am 11. d. ein königliches Händschreiben verlesen, welches das Verhalten des Bischofes hin— sichtlich der Verkündigung des Infallibilitäts⸗Dog— mas mißbilligt und rügt. Der Bischof erklärte, sich der königlichen Gewalt zu unterwerfen.
Frankreich. Paris. General Manteuffel ist in Versailles eingetroffen, um den Präsidenten der Republik zu benachrichtigen, daß die Räumung der Paris zunächst liegenden vier Departements begonnen habe. Abends wohnte der General einem Diner bei Thiers bei, zu welchem zahlreiche Deputirte, darunter die Generale Duerot und Chanzy, geladen waren.
— Das Urtheil des Kriegsgerichts gegen Rossel hat sehr überrascht. Rossel war von allen Mitgliedern der Commune der ritterlichste. Sein Brief an die Communemitglieder, in welchem er für sich eine Zelle im Gefängniß Mazas verlangt, wird von den alles Sublime bewundernden Franzosen niemals vergessen werden. Sein Ver— theidiger, Albert Jolly, wies in einem beredten Vortrage auch auf die Verdienste Rossels in Metz hin, ohne das Kriegsgericht zu einem milderen Urtheil bewegen zu können. Wie man übrigens hört, soll Thiers nicht gewillt sein, ein einziges der gefällten Todesurtheile vollziehen zu lassen.
— Die Räumung der Pariser Forts hat be— gonnen. Fort Romainville ist am 8. d. geräumt worden.
— Am 9. d. traf General Manteuffel zu gleicher Zeit mit dem Grafen v. Arnim und dem Fürsten Lynar in Versailles ein. Der General kam, um sich von Thiers zu verabschieden, da er nächsten Donnerstag sich von Compiöôgne nach Nancy begibt, wohin er sein Hauptquartier ver legt. Er wird jedoch nicht lange dort verweilen,
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