Ausgabe 
13.4.1871
 
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Getödteten und Verwundeten ist beträchtlich. Diesen Morgen sind 250 Meter diesseits des Triumph- bogens Bomben niedergefallen. Die National- garden haben die Champs Elysees in der Nähe des Are de Triomphe geräumt und die anliegen- den Straßen besetzt.

10. April. Die Versailler sind in voll ständigem Besitz von Neuilly, haben Sablonville (Boie de Boulogne) und Longchamp besetzt und concentriren sich zum Angriff auf die Porte Maillot; es scheint jedoch, daß sie so wenig wie möglich Leute dabei opfern wollen und daß sie die Bewohner der betreffenden Quartiere zu schonen wünschen; aus diesem letzteren Grunde nur läßt sich das langsame Feuern des Mont Valerien erklären.Mot d'ordre gibt die Verluste der Pariser in den gestrigen Gefechten auf 225 Todte, 435 Verwundete an.

10. April, Abends. Starke Barrikaden sind in der Rue royale, der Rue Rivoli, auf den Buttes Montmartre, in Chaumont und auf der Place de Clichy errichtet; dieselben sind mit Kanonen armirt. Die Kanonade hat heute be deutend nachgelassen. Die Menge bewegt sich auf den Champs Elypsees bis zum Triumph bogen. Die Brücke an der Porte Maillot wurde beute Morgen von der Versailler Artillerie zusammen geschossen. Die Commune läßt in der Avenue de la grande Armee, in den Champs Elysees und auf der Place de la Concorde Barrikaden errichten. Man hält den Angriff der Versailler Armee an verschicdenen Puneten für nahe bevorstehend.

10. April, Nachts. Die Beschießung der Enceinte bei der Porte Maillot ist eingestellt. Die Regierungstruppen sind nicht im Stande, ihre Positionen länger zu behaupten und mußten sich aus der Avenue Neuilly zurückziehen. Die Nationalgarden befestigen Bourg la Reine im Süden. Deutscherseits ist die Garnison von St. Denis um 5000 Mann Garde verstärkt worden. Thiers ließ durch Abgesandte an die Ligue für Vertheidigung der Rechte von Paris erklären, er sei bereit, auf der Basis ihres Mani festes zu unterhandeln, worauf heute, am Oster montag, Schölcher, Bouvalet, Lafont und Desonnaz nach Versailles reisten, um dort vorläufig einen Waffenstillstand, sowie die Festsetzung der Wahl von Delegirten beider Parteien zu erwirken.

Versailles. Eine offeielle Depesche vom 5. d. Abends sagt: Vor Paris ist das ganze

Plateau von Chatillon besetzt. Die Regierung, in der Sorge, der Armee Blutvergießen zu er- sparen, wollte den Befehl zum Angriff auf Issy und Vanvres nicht ertheilen. Das Schicksal dieser Forts ist mit Paris verknüpft, sie werden mit der Hauptstadt fallen, wenn der Augenblick gekommen ist. Die Insurgenten sind bestürzt und ächten sich gegenseitig.

6. April. Heute vertrieben unsere Truppen die Aufrührer aus ihren Stellungen an der Brücke von Neuilly, welche dieselben seit Montag wieder eingenommen hatten. Auf der Seite von Chatillon werden die Bataillone der Nationalgarde von den Truppen verfolgt. Die Kanonade von den Forts Vanvres und Issy dauert fort. In Versailles traf heute eine Deputaion der Pariser Handels kammer ein; dieselbe hatte eine lange Unterredung

und heute Morgen fortdauernde Kanonade zwischen

mit Thiers über die Mittel, in Paris die Ruhe wieder herzustellen.

7. April. Die Schiffbrücke bei Neuilly ist durch das Feuer des Mont Valerien zerstörl. Die Forts von Isso, Vanvres, Montrouge, Bicetre sind von den Aufständischen mit schwerem und Marine-Geschütz armirt, desgleichen die Süd und Westfront der Enceinte. Die Aufständischen besitzen nur wenig Munitionsvorräthe.

7. April, Abends. Neuilly ist heute von den regulären Regierungskruppen mit großer Bra vour genommen worden. General Besson ist ge fallen. Die Aufständischen schlossen sich auf dieser Seite in Paris ein. Gestern nahm ein Gendarmerie Regiment und die Brigade Besson Kaserne und Dorf Courbevoie. Heute, Freitag, nahm die Diviston Montadon, geschickt energisch von ihrem Chef geführt, von den Genietruppen in vollkommener Weise unterstützt, die Brücke von Neuilly, die durch ein sehr starkes Werk vertheidigt wurde. Der Ungestüm der Truppen war außerordentlich. General Montadon ist leicht, General Peschot schwer verwundet. Die Insurgenten erlitten un geheuere Verluste. Dieser Tag wird wegen der Wichtigkeit der Posttion, die man zu erobern hatte, entscheidend sein. Eine Cifeulardepesche des Ministers des Innern an die Präfecten bestätigt officiell die Erstürmung der Brücke von Neuilly, sowie der jenseits der Brücke errichteten Barrikade.

7. April. Die biesigen Gesandten der auswärtigen Mächte empfingen eine Depesche d. d. 5. April, gezeichnet Paschal Grousset, worin Letz terer die Constituirung der Commune anzeigt und die Hoffnung auf Herstellung freundschaftlicher Beziehungen zu. den resp Regierungen der Ge⸗ sandten ausspricht. f

Ein Telegramm aus Limoges läßt die baldige Wieverherstellung der auch in dieser Stadt gestörten Ordnung erwarten. Ein anderes Tele gramm von Marseille zeigt an, daß daselbst voll ständige Ruhe eingetreten sei. Die Präfectur ist wieder eingerichtet. General Espinet telegraphirte von dort, er habe einen triumphirenden Einzug

mit allen seinen Truppen in Marseille gehalten.

8. April. Die Verluste der Regierungs-

truppen in der Affaire von Neuilly sind nicht un-

bedeutend, der Geist und die Haltung derselben auch nach vertraulichen Nachrichten gut. In Paris dauert die Anarchie fort. Summarische Exécutionen und Confiskationen öffentlichen und Privateigenthums sind an der Tagesordnung. Die Verluste der Nationalgarden in den letzten Kämpfen sind nicht bekannt, doch werden 7000

Verwundete angegeben.

8. April. Das hiesigeJournal officiel veröffentlicht einen Beschluß der Regierung, durch welchen der Marschall Mae Mahon zum General en chef der Versailler Truppen ernannt wird.

9. April. General Pechot(Brigade⸗ General im früheren 6. Canrobert'schen Armee corps) ist seinen Wunden erlegen. Gestern den Batterien der Regierung an der Brücke von Neuilly und denen der Pariser an der Porte Maillot. Granaten fallen bis in die Champs Elysées und das Faubourg Montmartre. Der Mont Valerien nahm heute Morgen am Artillerie-

kampfe Theil.

Jules Favre erhielt von deutscher Seite die Erlaubniß, die Garnison von Paris(d. h. die angreifende Armee) auf 150,000 Mann zu erhöhen.

Havre, 9. April. Kanonenbodte fahren die Seine aufwärts, um gegen die Insurgenten zu operiren.

Marseille, 10. April. Die Stadt ist vollständig ruhig. Die Ruhestörer sind bestürzt und niedergeschlagen. Die Verhaftungen dauern fort. Die Entwaffnung nimmt ihren Verlauf. Die Poli- zei ist mit Uebernahme der Kriegswaffen betraut.

Belgien. Brüssel, 6. April. Eine Nonne, welche in aller Elle aus Paris geflohen ist, bringt demJournal de Bruxelles Nachrichten über schreckliche gegen die Geistlichkeit gerichtete Excesse. Die Kirchen sind geplündert und die Pfarrer festgenommen worden. Gewisse Pfarrer wurden schmählich mißhandelt, der Großvicar wurde auch gefangen genommen. Die Verhaftung des Erzbischofs bestätigt sich. Die Klöster wurden durchwühlt und die Rectoren gefangen sortgeführt. Wie es heißt, wären zwanzig Jesuiten erschossen worden

Großbritannien. London. DieTimes melden aus Paris, 5. April: Die Garden der Commune haben die Madeleine Kirche und die Himmelfahrts-Kirche geplündert.

Ein Pariser Telegramm schildert die poli⸗ tische Situation als höchst bedenklich. Die Zahl der Verhafteten wächst stündlich. Eine Schreckens⸗ herrschaft steht bevor. Das gesammte Jesuiten⸗ collegium wurde verhaftet.

Italien. Zwei italienische Kriegsschiffe baben die Ordre empfangen, sich zur sofortigen Abfahrt bereit zu halten, um den König und die Königin von Spanien, deren Stellung immer haltloser wird, eintretenden Falles abzuholen.

Donaufürstenthümer. Bukarest. Der deutsche Generalconsul v. Radowitz wurde zweimal in seinem Wagen auf der Straße angefallen.

10. April. Es herrscht hier vollkommene Ruhe. Die Aussicht auf eine vollständige Unter⸗ drückung der Unruhen gewinnt durch das energische Vorgehen des Ministeriums, welches der radi⸗ calen Partei den Boden entzieht, an Bestand.

Amerika. Newyork. Die hiesigen Deutschen begingen am 10. April ein großes Fest zur Feier der deutschen Siege, des abgeschlossenen Friedens und der Herstellung der Einigkeit Deutschlands. Ein fünfstundenlanger imposanter Zug bewegte sich durch die Straßen, in welchem die Häuser der Deutschen festlich geflaggt waren. Gouverneur Hoffmann und Major Hull ließen den Zug Revue passiren. Am Abend fand ein zahlreich besuchtes Meeling statt.

Frankfurt. Eine traurige Begrüßung ward einem aus dem Felde heimkehrenden Landwehrmann zu Theil. Derselbe hatte sich beim Ausbruch des Krieges verheirathet und trat nun nach längerer schwerer Trennung voll Freude und Hoffnung auf ein glückliches Wiedersehen die Heim⸗ reise an. Als er in die Nähe seiner Wohnung kam, sah er dieselbe von schwarzgekleideten Männern umstellt; de⸗ klommen tritt er über die Schwelle und erblickt hier in dem Hausgang einen Sarg, und in diesem zu seinem un⸗ beschreiblichen Schmerz die junge Frau, welche er vor 9 Jahren in blühender Gesundheik verlassen. Briefe, welche ihn von deren Erkrankung benachrichtigen sollten, halten ihn nicht ereilt, und so kraf der Beklagenswerthe unvorbereitet oͤurch eine traurige Fügung gerade zu dem Begräbniß seiner Gattin ein.

Oeffentliche Aufforderung.

544 Nachdem Chirlstlan Seng von Wisselsheim mit seinen gerichtsbekaunten Gläubigern zum Zwecke der Abwendung pes formellen Concursprozesses ein Arrange⸗ ment abgeschfossen hat, dessen Einsicht in der Landgerichis⸗ Registratur zu nehmen fret fleht, ergeht an efwalge gerichtsunbekannte Gläubiger die Aufforderung, binnen sechs Wochen ihre forderungen anzumelden und be⸗ ztehungsweise ihre Einwendungen gegen ihren Beitritt zum Arrangement vorzubringen, widrigenfalls dasselbe bestätigt werden wird. 1 Bad Nauheim am 3. März 1871.. Großherzogliches Landgerscht Bad-Nauheim. Ulrich, Schnittspahn, Landrschter. Landgerschts Assessor.

Ein Taglöhner

586 wird zu dauernder Arbeit gesucht von 5 Th. Gauterin.

10 N U Holzversteigerung. 832 Montag den 17. d. M., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Freiberrlich v. Died'schen Kirchwalt dahier: 200 Stecken Buchen⸗Scheit. und Prügelbolz, 10090 Wellen von verschtedenen harten Holzarten öffentlich an Ort und Stelle, oder bet Regenwetter auf dem Fruüchtspelcher versteigert werden. Zlegenberg den 4. April 1871. rech e.

Enmser Paslillen,

147 aus den Salzen der König-Withelms-Felsen quellen bereitet, ärztlich empfohlen gegen Magen- beschwerden, als Catarrhe, Verschleimung, Säurebildung, Aufftoßen und Verdauungsschwäche, Preis der plom- birten Schachtel 30 kr. Nur allein ächt auf Lager in Friedberg bel Hof-Apotheker C. Görtz.

Die Administration der Felsenquellen.

Holz ⸗Verstei gerung. 883 Montag den 17. d. M., von Morgens 9 Uhr ab, werden in biesigem Stadtwal e, Distrikt Lichtenberg:

J Stecken Buchen, Obstbaum- und Weid n⸗Prügel⸗ holz

8750 Wellen Eichen-Reioholz,

100 Buchen⸗

40 Läste Allerleiholz, 3 Eichen Stämmchen und

33 Stangen

öffentlich an den Meistbietenden verstelgert.

Bad- Nauheim am 11. April 1871.

Großherzogliche Bürgermetsseret Bad⸗Nauhelm. Schutt.

577 Mein füt dle diedjährige Saison woblassortirtes Tapeten⸗Lager

bringe in empfehlende Exingerung.

Georg Groß.