Ausgabe 
12.8.1871
 
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Andlung

Cigarren.

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folget.

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werden den Hinterbliebenen derselben

Auffassung der man Veranlassung genommen, die betreffenden Be hörden darauf hinzuweisen.

Sumstag den 12. August.

M94.

berhessischer Anzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Iriedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Aus Anlaß eines von dem Abg. Backe gestellten Antrags, die nach Hause zu entlassenden deutschen Soldaten, resp. Verwundeten, mit entsprechenden Reisemitteln zu versehen, hat das Kriegsministerium geantwortet, daß dieser Gegenstand als erledigt zu betrachten sei. Aus den deßfallsigen Ausführungen geht hervor, daß hinreichende Mittel gewährt werden, welche den

marschfähigen Mannschaften die Benutzung der

Eisenbahnen in dem in diesem Falle ermäßigten Fahrpreis von 1 Sgr. pro Meile ermöglichen, und daß dauernd Marschunfähige auf Kosten des Staates in ihre Heimath befördert werden. In letzterem Falle übernimmt der Staa: die Kosten der Post, Eisenbahn und sonstigen Transportmittel und gewährt neben denselben für jeden wirklichen Ruhetag die chargenmäßigen Taggelder, welche betragen: für Sergeanten, Corporale 1 fl. 10 ke., für Gefreite und Soldaten 52½ kr. Sollten

(so berichtet das Kriegsministerium weiter) ein. zelne Soldaten die gesetzlichen Marschgelder nicht

erhalten haben, so beruhe dies auf einer falschen bestehenden Normen, weßhalb

Der Großherzog hat dem Hofzahnarzte Dr. H. Rottenstein zu Frankfurt, in Anerkennung seiner vorzüglichen Leistungen, iasbesondere wegen

seiner Aufopferung für verwundete Soldaten, das

Ritterkreuz erster Classe des Verdienstordens

Philipps des Großmüthigen verliehen.

Berlin. Die Ermittelungen nach dem Ver- bleibe der Angehörigen der deutschen Armeen, die in Kriegsgefangenschaft und noch nicht zurückge⸗

kehrt sind, sind mit großen Schwierigkeiten ver-

knüpft. In einem kürzlich hier eingegangenen Schreiben der französischen Regicrung wird mit⸗ getheilt, daß einstweilen keine Auskunft über solche mehr ertheilt werden könne, da unter der Dietatur Gambetta's die Nachweisungen über die Ge fangenen theils mangelhaft geführt, theils ver loren worden seien. Die Nachlaßmassen der in diesseitiger Gefangenschaft verstorbenen Franzosen kostenfrei übersendet.

Der Kaiser wird an der österreichischen Grenze von den Generalen Grafen Bellegarde und Freih. v. Gablenz begrüßt werden.

Seitens des hiesigen Artillerie Depots wurden an die Kriegsschulen zu Potsdam, Erfurt, Neiße, Engers, Hannover, Kassel und Anclam je eine Mitrailleuse abgesandt, um dort zu Lehr⸗ zwecken benutzt zu werden.

Wie verlautet, hat die deutsche Regierung darein gewilligt, daß Frankreich die Kaussumme für die Eisenbahnen in Elsaß und Lothringen in der

Höhe von 325 Millionen Frcs. von der zweiten

soll, so muß man annehmen,

und dritten halben Milliarde in Abrechnung bringe; es bedarf demnach nur noch einer Zahlung von 175 Millionen, um die Räumung der Pariser Forts und der vier Departements herbeizuführen. Da nach französischen Meldungen der Abmarsch der deutschen Truppen bereits am 15. d. beginnen daß bis dahin die entsprechenden Zahlungen erfolgt sein werden. Daß die deutsche Regierung genelgt sei, an Stelle der territorialen Garantie nach Zahlung von 2 Milliarden eine finanzielle für die drei letzten Milliarden anzunehmen, wird diesseits in Abrede

gestellt.

DieProvinzial-Correspondenz spricht von den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich. Sie betont dabei den Wunsch Deutsch. lands, mit seinem westlichen Nachbar in Frieden zu leben, wiederholt aber zugleich in sehr eindringlicher Weise die Hoffnung, daß Frankreich erkennen möge, wie großen Werth es auf die friedliche Gesinnung Deutschlands zu legen habe. Aus dem Tone des halb officiellen Artikels und der ganzen Aus⸗ führung ist ersichtlich, daß man in hiesigen poli- tischen Kreisen empfindlich ist über die Erregung der Gemüther in Frankreich, die nicht nur in der Presse, sondern selbst in Kundgebungen der Regie- rung Ausdruck findet.

DieB. B. Ztg. meldet:Unser Corre- spondent in Rom schreibt uns, daß Fürst Bis- marck der römischen Curie die Erklärung habe zugehen lassen, Preußen werde die Wahl eines neuen Papstes nicht anerkennen, falls dieselbe nicht nach den alten Vorschrifen der Kirche erfolge. Die betreffende Note soll dem Cardinal Antonelli am 29. v. M. überreicht sein, wie auch die in Rom erscheinendeCapitale bestätigt.

Frankfurt. Der ständige Aus schuß des Deutschen Schützenbundes wird zu Ende der Woche in unserer Stadt zu einer Conferenz zu sammentreten, auf welcher neben anderen Vereins- angelegenheiten auch die Frage erledigt werden soll, ob, wann und wo ein allgemeines Bundes- schießen(Schützenfest) stattfinden soll. Sämmt. liche Mitglieder des Ausschusses haben bereits ihre Theilnahme zugesagt. Der gegenwärtige Vorort Wien dirigirt die Verhandlungen.

Der Kaiser traf auf der Reise nach Ischl, wo am 12. d. die Zusammenkunft mit dem Kai- ser von Oesterreich stattfindet, am 10. d. Mor- gens 8 Uhr 10 Min. von Homburg hier ein und setzte die Reise auf der Verbindungsbahn sogleich fort.

Homburg v. d. H. Die Abreise des Kaisers erfolgte Donnerstag Morgens Uhr über Frankfurt, Nürnberg und Regensburg, woselbst Nachtquartier. Freitag erfolgt die Weiterreise über Passau mittelst Extrazuges nach Wels und Gmunden, von dort aus mit Dampfboot nach Ebensee und mit der Post nach Iscchl. Sonnabend Nachmittag 4 Uhr reist der Kaiser von dort nach Salzburg und Sonntag Morgens nach Gastein, wo derselbe um 5 Uhr Nachmittags eintrifft.

Saarbrücken. Am 6. d. wurde dahier der Grundstein zu einem Denkmal für die Ge fallenen des 39. Infanterieregiments gelegt auf der höchsten Stufe des Spicherer Berges. Am Nachmittag wurde ein Denkmal zu Ehren der vielen in den Lazarethen von St. Johann ihren Wunden Erlegenen auf dem Friedhofe eingeweiht, und am Abend war eine erhebende Feier bei der errichteten schönen Denksäule, auf dem vordersten Hügel des Kampfberges, zu Ebren der Todten des tapferen 74. hannöv. Infanterieregiments, die da in großen Gräbern gebettet liegen. Von beiden Regimentern waren Deputationen der be⸗ treffenden Offiziercorps, welche die Denkmäler aus ihren Mitteln gründeten, erschienen. Reden und Gesänge begleiteten die Feier.

München. König Ludwig ist am 10. d. über Regensburg nach Schwandorf abgereist, wo derselbe mit dem Kaiser Wilhelm zusammentreffen wird. Der König wurde um 11 Uhr Abends zurückerwartet.

In gut unterrichteten Kreisen wird ver-

sichert, daß Graf Hegnenberg-Dux das Ministerium

Passende

des Auswärtigen übernommen habe und seine Er nennung unmittelbar bevorstehe. Straßburg. Am Jahrestage der Schlacht bei Wörtb fand auf dem Schlachtfelde die feier⸗ liche Einweihung des Denkmales statt, welches das Ossiziercorps des 47.(niederschles.) Regimentes seinen gefallenen Kameraden an der Stelle setzte, wo der Oberst fiel. Das gesammte Offizier⸗Corps des 47. Regiments sowie Deputationen anderer Regimenter waren aus Straßburg und Weißen⸗ burg herübergekommen. Auch der General-Gouver- neur von Elsaß Graf Biswarck- Bohlen war an- wesend. Die Landleute aus allen Dörfern der Umgebung waren zahlreich herbeigeströmt. Der Pfälzer Turnbund rückte mit Trommelmarsch in's Städtchen. Es war eine Feier ernst und einfach. Der evangelische und der katholische Geistliche von Wörth, sowie der Regimentsoberst hielten Reden und empfahlen das Denkmal dem Schutze der Gemeinde. Die politische Seite wurde in den Reden kaum gestreift; die Bevölkerung verhielt sich ruhig beobachtend; nur die Schuljugend demonstrirte durch französische Tricoloren und Cocarden.

In Straßburg hatte am Tage der Schlacht bei Wörth oder Fröschweiler ein großer Theil der Bevölkerung das Andenken der damals ge fallenen Krieger äußerlich dadurch kund gegeben, daß man sich Immortellensträußchen ins Knopfloch oder auf den Hut steckte und ja nicht versäumte, die französischen Farben beizufügen. Gegen Abend entstand Scandal in mehreren Wirthschaftslocali⸗ täten, so daß Verhaftungen vorgenommen und die Locale geschlossen werden mußten.

die Feier der Gründung der Bibliothek, in Verbindung mit der Goethefeier, ist in be friedigender Weise verlaufen. Zahlreiche deutsche Städte hatten Vertreter geschickt, auch Seitens der Elsässer zeigte sich eine große Theilnahme. Mehrere elsässische Redner drückten der Versamm⸗ lung ihren Dank aus und versprachen ihre Mit- wirkung.

Ausland.

Oesterreich. Der Kaiser von Deutschland trifft Freitags Mittags von Regensburg über Passau in Wels ein, wo ihn der Kaiser von Oesterreich empfangen wird. Die beiden Kaiser fahren von dort nach Ischl, von wo Kaiser Wilhelm Nachts über Wolfdang und St. Gilgen nach Salzburg kommt, hier Nachtquartier nimmt, und anderen Tags nach Gastein fährt.

Schweiz. Bern. Frankreich, welches be⸗ reits an den Kosten für die Internirung 5 Millionen abbezahlt hat, wird vom 15. d. Mts. an bis zur Tilgung alle 14 Tage eine neut Million senden, wogegen alles Kriegsmaterial an Frankreich ausgeliefert wird.

Frankreich. Paris. Bedauerliche Vor⸗ fälle ereigneten sich am 5. d. in Poligne(Jura- Departement). DerTemps berichtet darüber: Ein preußischer Soldat wurde vorgestern Abends in der Nähe des Bahnhofs aufgehenkt aufgefunden. Als deßhalb Nachts Cavalerie- Patrouillen die Stadt durchzogen, wurde auf dieselben gefeuert, wobei ein Cavalerist schwer verwundet wurde. Hierauf erschollen Allarmsignale Seitens der Mili tär-Autorität; die Soldaten schonten Keinen, dem sie begegneten; zwanzig Mann wurden auf Seiten des Volkes verwundet, darunter acht schwer. Die Aufregung ist groß. 800 Mann Executionstruppen wurden vom Dijoner Militärchef dahin entsendet.