Ausgabe 
12.1.1871
 
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1871.

Donnerstag den 12. Januar.

5.

Oberhessischer Anzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Jnultlligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Amtlicher Theil.

* Betreffend: Die Ableistung des Verfassungseldes vom 4. Quartal 1870.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die

Donnerstag den 19. Januar d. J., Vormittags 11 Uhr, findet die Ausschwörung des Verfassungseides auf dem Rathhause dahier durch die neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie diejenigen, welche sich verheirathet haben ohne Ortsbürger zu werden, statt.

Luden Sie dieselben hierzu vor und senden Sie bis zum 16. d. M. Bescheinigung hierüber oder Bericht, daß Niemand vorhanden, der den Verfassungseld abzuleisten hat, an uns ein.

Diejenigen, welche den Termin nicht einhalten, erhalten Wart⸗ boten zur Abholung zugesendet.

Die nachstehend verzeichneten noch im Rückstande Besindlichen sind bei 1 Rihlr. Strafe vorzuladen. 1 e. p.

Friedberg am 10. Januar 1871. Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Zum nächsten Termin sind zu laden: Friedrich Jacob Lichtenfels von Butzbach, Ernst Windecker von Friedberg, Reinhard Wilhelm Gros von Friedberg, Heinrich Bausch III. von Nieder- Wöllstadt, Joseph Fedler I. von Oben⸗Mörlen, Jobannes Heil XVI. ven Ober-Mörlen, Heinrich Brauburger III. von Ober⸗Wöllstadt, Georg Margraf von Ockstadt, Heinrich Walther von Assenheim, Johannes Klein von Gambach, Kaspar Naumann von Hausen, Konrad Hofmann von Wölfersheim, Wilhelm Dorsch von Wölfersheim, Konrad Christian Wolf von Wohnbach.

irt ans n Betreffend: Die Reichstagswahlen.

Aus Anlaß der bevorstehenden Wahlen zum deutschen Reichs⸗ lag verfügen wir hiermit das Nachstehende:

1) Jede Bürgermeisterei des Kreises mit Ausnahme von Friedberg bildet einen Wahlbezirk; die selbstständige Gemarkung Wickstadt ist für die Reichstagswahl der Bärgermeisterei Assenheim, Oes der Bürgermeisterei Hausen, Bainhards der Bürgermeisterei Ober⸗ Rosbach, Straßheim der Bürgermeisterei Ockstadt und Hasselheck der Bürgermeisterei Ober⸗Moͤrlen angeschlossen worden.

2) Als Wablvorsteher haben die Großherzogl. Bürgermeister, als Stell⸗ vertreter derselben die Großherzoglichen Beigeordneten zu fungiren.

3) Friedberg: wird in zwei Wahlbezirke getheilt:

Der erste Wahlbezirk umfaßt die Hausnummern vou 1 bis 270 und der

zweite Bezirk: die Hausnummern 271 bis 568.

Fein

Für den ersten Wahlbezirk ist der Großherzogliche Bürgermeister Joucar als Wahlvorsteber und als dessen Stellvertreter der erste Großherzogliche Beigeordnete Steinhäußer bestellt und für den zweiten Bezirk als Wahlvorsteher der Großherzogliche zweite Beigeordnete Grödel und als dessen Stellvertreter Gemeinderathsmitglied Adam Rausch ernannt.

Die Wahl für den I. Bezirk ist auf dem Rathhause und die fur den II Bezirk im neuen städtischen Schulhause vorzunehmen. 4) In allen anderen Gemeinden des Kreises findet die Wahl in dem Ge⸗

meindehause bzw. in dem dessen Stelle vertretenden Gedäude statt.

Irledberg den 10. Januar 1871.

Großherzogliches Kreisamt Friedberg Tra v p.

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Betressend Die Reichstagswahlen.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Unter Bezugnahme auf unsre vorstehende Bekanntmachung gleichen Betreffs, beauftragen wir Sie, die Bestimmungen derselben sofort nach Empfang dieser Nummer des Oberhessischen Anzeigers ortsüblich

öffentlich bekannt machen zu lassen und, wie geschehen, bis zum 15. d. M. ö

Morgens 8 Uhr, nöthigenfalls durch expresse Beten, berichtlich an juzeigen. Ferner benachrichtigen wir Sie, daß mit der Auslegung der Wählerlisten unfehlbar Donnerstag den 19. Januar l. J. zu beginnen ist. Diese Auslegung hat zu Jedermanns Einsicht auf tem Gemeindehause stattzufinden und bis zum Donnerstag den 26. Januar, Abends, zu dauern. Zu diesem Behufe werden Sie Montag den 16., sowie Mittwoch den 18. Januar in orteüblicher Weise bekannt machen lassen, daß die Wahllisten, wie oben erwähnt, vom 19. bis zum 26. Januar auf dem Gemeinde hause zu Jedermanns Einsicht ausgelegt und daß Einsprachen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Listen innerhalb 8 Tagen von

Beginn der Auslegung bei Ihnen bei Vermeidung des Aus schlusses

ͤ.

Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

damit vorzubringen sind. Der Befolg ist bis zum 19. d. M., Vormittags 8 Uhr, nöthigenfalls durch expresse Boten, anzuzeigen.

Wenn die vorgebrachten Erinnerungen nicht sofort von Ihnen für begründet erachtet werden, baben Sie die desfalls aufzunehmen⸗ den Protokolle mit die Verhältnisse eingehend erläuterndem, gutächtlichen Bericht sofort, längstens bis zum 27. d. M. zur Entscheidung an uns ein⸗ zusenden. Wird in Folge dieser Entscheidung eine Berichtigung der Wählerliste noͤthig, so sind die Streichungen und Nachtragungen am Rande der Liste unter Angabe des Datums von Ihnen kurz zu vermerken.

Wir versehen uns von Ihnen, daß Sie unsere vorstehende Verfügung auf das Genaueste befolgen und insbesondere die zu den verschiedenen Bekanntmachungen und Befolgsanzeigen vorbestimmten Fristen und Termine exact einhalten, wobei wir bemerken, daß in der ersten Stunde nach Ablauf der für Einsendung Idrer Berichte bestimmten Fristen an die Säumigen Wartboten abgehen werden.

Trapp.

Friedberg den 10. Januar 18717

fönigs an Ihre Majessät die Königin.

Kriegsnachrichten.

Officielle militärische Nachrichten.

Aus einem Telegramm Seiner Majestät des Ver- saillee, 8. Jan. Prinz Friedrich Karl noch immer siegreich vorgehend gegen Le Mans. Im Norden Ruhe seit dem 3. Hier geht die Be schicßung günstig weiter. Im Fort Vanvres ist tint Kaserne in Brand geschossen. Wilhelm.

Versailles, 8. Jan., Nachts. Die gegen

den General Chanzy vordringenden diesseitigen Jolonnen erreichten am 7. unter theilweise sehr heftigen Gefechten Nogent le Rotrou, Sarge, Savigny und La Chartre. Das Feuer vor Paris wurde am 8. lebhaft und mit Erfolg fortgesetzt. Die Kasernen des Jorts Montrouge geriethen dabei in Brand.

Nach französischen Berichten betrug der Verlust

der Nordarmee in den Gefechten am 2. und 3. d. M. gegen General Göben etwa 4000 Mann, der unsrigt wird dabei auf 9000 Mann angegeben. Dem gegenüber constatiren die heute bier ein- gegangenen Berichte der 1. Armee unseren Verlust in den erwähnten Gefechten auf 11 Offiziere 117 Mann todt; 35 Ossitere 667 Mann verwundet und 236 Mann vermißt. v. Podbielsky.

Bourogne, bei Belfort, 7. Januar. Die Karler. Zig. bringt nachstehende Depesche: Batterien Föhrenbach und Mohl seit heute Morgen im Feuer gegen die Perche.

gez. v. Tresckow.

Bourogne, 8. Jan. In der Nacht vom 7. zum 8. Daujoutin südlich Belsort gestürmt. Bataillon Schneidemühl unter Hauptmann Mann- stein besonders ausgezeichnet. 2 Stabsoffiziere, 16 Ofsflziere, über 700 unverwundete Gefangene

gemacht, außerdem bedeutender Verlust. Unserer⸗ seits 1 Offizier, 13 Mann todt, 65 verwundet. v. Tres ckow.

Weimar. Telegramm des Großherzogs an die Großherzogin. Am 6. Jan. hatte die 24. Brigade bei La Fourchée heftige Gesechte. Das 94. Regiment erstürmte das Dorf und nahm 3 Kanonen. 2 Ossiziere, 9 Mann geblieben. 2 Offiziere, 1 Viceseldwebel, 35 Mann verwundet. Am 8. Januar besetzte das 94. Regiment Nogent le Rotrou.

Versailles, 9. Jan. Im Laufe der Nacht wurde die Stadt Paris von den diesseitigen Bat terien stärker beschossen. Der Brand der Kaserne im Fort Montrouge währte bis zum Morgen. Am 9. wurde wegen dichten Nebels das Feuer langsam unterhalten. Der Feind erwiderte das- selbe nur an vereinzelten Stellen. Diesseitiger