Ausgabe 
11.11.1871
 
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1871. M 133.

SBamstag den 11. November.

Oberhessischer Anzeiger.

elgerz.

2 fl. 90% 5

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Antelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Semstag i a 3* K Amtlicher Theil. 5 1 N des 8 Betreffend: Die Lehrerconferenz im Kreise Friedberg. Friedberg den 7. November 1871. 9 anz u 1 f 5 75 7 b i t Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. 9

Nacho der Gemeinden für 1871 zur Unterhaltung der Lehrerbibliothek des Kreises in die Kasse der Lehrereonferenz zu veranlassen. 0 s bursjährg Trap v. 0 Fete Serre N g f J 90 t Frtunde n Betreffend: be die Untersuchung der als Beschäler zu benutzenden Hengste von Pisvat Friedberg den 8. November 1871. 0 werden. 0 3 1 1

nierdaltung 1

Serst ant

Bezugnehmend auf unser Ausschreiben vom 20. O? in Nr. 133 des Oberhessischen Anzeigers von 1870 weisen wir Sie an,

Das Großherzogliche Kreisamt

Sie werden bis zu Ende d. Mts, berichten, ob und wel

tober 1869 in Nr. 124 des Oberhessischen Anzeigers und vom 8. November 1870 die Gemeindeeinnehmer zur sofortigen Bezahlung der Zuschüsse

Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

und der angeordnet werdenden Untersuchung unterwerfen wollen. Bei Denjenigen, die bis dahin nicht berichten, nehmen wir an, daß solche nicht vorhanden sind.

che Privatpersonen Hengste zum Bedecken von Stuten für 1872 verwenden

Major und Bataillons-Commandeur von Hessert im 3. Infanterie-Regiment in Genehmigung seines

der mecklenburgische Bevollmächtigte, v. Bülow, schen Druckes bedarf, um zu einern gedeihlichen

erklärt, über Verhandlungen der mecklenburgischen

im. Trapp. 1 Deutsches Reich. Einführung einer Volksvertretung in allen Bundes- Bestreben der mecklenburgischen Regierung und ven ber Darmstadt. Unterm 31. v. M. wurde der staaten. Nach längerer Debatte, in deren Verlauf Stände darauf vertrauen, daß es keines morali⸗

elsheim.

Abschiedsgesuchs mit Pension zur Disposition ge- stellt und demselben die Exlaubniß ertheilt, die. Uniform der actiren Offiziere mit dem Abzeichen für Pensionäte zu tragen, sodann am 3. d. M. der Stabsquartiermeister Kressel im 4. Infanterie⸗ Regiment auf Nachsuchen mit Pension verab⸗ schiedet und demselben die Exlaubniß zum Tragen feiner seitherigen Uniform mit dem Abzeichen für Pensionäre ertheilt.

Darmstadt. Die neueslen, Mittheilungen unserer Centralstelle für die Landesstatistik ent halten auch eine Uebersicht über die Einwanderung und Auswanderung im Großherzogthum Hessen im Jahre 1869, aus welcher sich, unter ver⸗ gleichender Gegenüberstellung früherer Daten, ent- nehmen läßt, daß das im Jahre 1866 eingetretene größere Mißverhäliniß zwischen den Zu⸗ und Wegzügen in den Jahren 1867 1869 eine wesentliche Besserung erfahren hat. Während im Jahre 1866 mit Erwerbung resp. Aufgebung des Indigenats 1047 Personen ein- und 2432 Per⸗ sonen auswanderten, stellten sich diese Zahlen in 1869 auf 712 resp. 1380 Personen. Der durch den Ueberschuß der Wegzüge über die Zuzüge be⸗ wirkte Verlust an Einwohnern betrug daher in 1866 noch 1385 Personen, in 1869 dagegen nur 668 Personen. Eine Zusammenstellung der Ein⸗ und Auswond erung im Großherzogthum in der Periode 1863/69 ergibt für erstere in Starken⸗ burg 2394, in Oberhessen 2179, in Rheinhessen 2082, im Ganzen 6655 Personen, für letztere in Starkenburg 4300, in Oberhessen 5643, in Rhein⸗ hessen 3613, im Ganzen 13,556 Personen. Durch

den Ueberschuß der Aus- über die Einwanderung

gingen mithin verloren in Starkenburg 1906, in Oberhessen 3464, in Rheinhessen 1531, im Ganzen 6901 Menschen. Stellt man der Auswanderung von 1863/69 diejenige anderer Staaten gegen über, so zeigt sich, daß in derseiben Periode in Preußen(alle Provinzen) 176.659, in Würtem⸗ berg 40,393, in Bayern 34,535, in Mecklenburg⸗ Schwerin 26,992 und in Baden 16,946 Per- sonen auswanderten. Das Großzherzogthum nimmt biernach mit 13,556 Auswanderern eine nicht gerade ungünstige Stellung ein, die Zahlen find indeß zu einer eingehenden Vergleichung nicht völlig brauchbar, de bei ihrer Ermittelung nicht nach gleichmäßigen Grundsätzen verfahren wird. Berlin, 8 Nov. Reichstag. Dritte Be⸗ rathung über den Antrag Büsing's, betreffend die

Regierung mit der Ritterschaft keine Mittheilungen machen zu können, wird der Antrag mit großer Majorjtät angenommen. Die Petition der Ael

testen der Berliner Kaufmannschaft, es möge dem

Bundes rathe empfohlen werden, Schritte zu thun, daß künftig jede Außerccurssetzung von auf den

Inhaber lautenden Papferen im Wege der Reichs-

gesetzgebung für ungültig erklärt werde, wird nach längerer Debatte dem Reichskanzler mit dem Er- suchen überwiesen, dem Reichstage eine Gesetzes- vorlage zu machen, worin für die Außercourssetzung von Inhaberpapieren einheitliche Bestimmungen getroffen werden. treffend die Form der Zählung bei der Abstimmung durch Verlassen des Saales statt der namentlichen Abstimmung, wird der Geschäftsordnungscommission zugewiesen. Es folgt die Berathung des Antrages Crämer auf Rückgewährung der für die Unter stützung der Familien von Landwehrmännern und Reservisten von den Communalverbänden gemachten Aufwendungen. Grumbrecht beantragt hierzu auch die Vergütung sonstiger auf einem Gesetz beru⸗ hender Kriegsleistungen. Staatsminister Delbrück

acceptirt den Antrag Crämer's, erklärt sich jedoch

aus finanziellen Rücksichten gegen den Antrag Grumbrecht's. Der Antrag Crämer wird gleich-

wohl mit dem Zusatz Grumbrecht's angenommen.

9 Nov. Reichstag. Die Gesetzentwürfe, betreffend die Einführung der Gewerbeordnung in Wäctemberg und Baden und die Uebersicht über die Ausgaben und Einnahmen des Jahres 1870, werden nach dritter Berathung ohne Debatte an-

genommen. Erste Berathung des Antrags Laskers

und Gen., betreffend die Abänderung des Art. 4 der Reichs verfaͤssung, dahingehend: die Competenz des Relches weide auf die gemeinsame Gesetz⸗ gebung über das gesammie bürgerliche Recht, Strafrecht und Gerichtsverfahren ausgedehnt. Miquel begründet den Antrag. Für denselben sprechen Friedenthal, Schwarze, Heiz(Bagern). Letzterer betont die Nothwendigkeit des Antrags insbesondere für Bayern und bofft auf diesem Wege die obligatorische Civilehe durchzuführen. Dagegen sprechen Reichensperger(Crefeld), Schütt⸗ linger. Erste Berathung geschlossen. Der Antrag wird in zweiter Berathung mit sehr großer Majori- tät angenommen.

DieProvinzial-Correspondenz hebt in einem Artikel, überschrieben:Mecklenburg und Reich hervor: Man dürfe bei dem aufrichtigen

Der Antrag von Unruh, be⸗

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Ziele zu gelangen und den inneren Frieden wieder herzustellen. ö DerReichsanzeiger meldet: Der Kaiser verlieh der Königin und der Königin⸗Wittwe von Würtemberg das Verdienstkreuz für Frauen und Jungfrauen. 1 Wie versichert wird, soll der Erlaß einer Amnestie für gefangene Franzosen nach der nun erfolgten Ratisication der Verträge nicht länger auf sich warten lassen. Als formale Bedingung scheint diesseits das directe Verlangen der fran zösischen Regierung nach dem Amnestie-Acte ge⸗ wünscht worden zu sein. Dem sei in einer Note des Herrn Thiers entsprochen worden. 1 Das auswärtige Amt(früher preußisches Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten) bat die amtliche BezeichnungAuswärtiges Amt des deutschen Reiches angenommen. 1 In Abgeordnetenkreisen will man wissen, der Reichstag werde seine Berathungen erst nach dem Zusammentritt des preußischen Landtags beenden. General Stiehle, bisher Chef der zweiken Abtheilung des großen Generalstabs, wird Director des allgemeinen Kriegsdepartements. in Der Handelsminister hat die Direetionen der Staats ⸗Eisenbahnen ermächtigt, des Kindern der untergeordneten Beamten zum Zweck des Schulbesuchs freie Fahrt zu gewähren. Mülbausen. Dieser Tage wurde einem jungen Mülhäuser, welcher seine Militärpflicht im

deulschen Reichsheer als einjäbrig Freiwilliger abe

leisten will, auf dem Polizeibureaur zu Mülbausen das zu diesem Zwecke nöthige Unbescholtenheits⸗ zeugniß ausgestellt. Der junge Mann ist der erste Freiwillige aus Mülhausen, den das deutsche Heer in seine Reihen aufnimmt.

Camberg. Sechsbundert und zweiMänner von Camberg haben an den Bischof von Lim⸗ burg eine Adresse gerichtet, worin sie ihm ihren Dank für seine Versheidigung der Jesuiten aus- sprechen.

Ausland.

Oesterreich. Wien. Alle Kreise beschäf⸗ tigen sich mit der Thatsache der Demissionirung des Grafen Beust. Graf Andrassy soll noch schwanken, das Portefeuille Beust's zu übernehmen. Für den Fall seiner Ablehnung wird v. Lonvay als defignirt genannt.

Außer der Entlassung des Reichskanzlers sollen noch andere Personalveränderungen bevor⸗