Ausgabe 
11.2.1871
 
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Schurkenstreich hat begreiflicher Weise die allgemeinste Entruüstung hier hervorgerufen und veranlaßte sofort in mehreren Kreisen Sammlungen für den Betrogenen, welche das erfreuliche Resultat hatten, daß man ihm den dreifachen Betrag nach Rastatt nachsenden konnte. Der Beschenkte hat in einem Schreiben beiläufig gesagt, einem kalligraphischen Meisterstück für die glänzende, ihm gewordene Entschadigung mit Warme und Rührung gedankt. Hoffentlich wird es noch gelingen, den Uebelthaͤter, welcher an dem franzoͤsischen Kriegsge⸗ fangenen dieses Gaunerstück ausgeführt, herauszubringen und zur gerechten Strafe zu ziehen.

Seminardirector Curtman. Nachruf.

In einer Zeit, wo halb Europa vom Getöse der Waffen widerhallt, ist fast unbemerkt die Flamme eines Lebens erloschen, das viele Jahre hindurch dem rriedlichen Gedeihen der Menschheit gewidmet war.

Wilbelm Curtman, vormaliger Director

stadt, 1826 Gymnasiallehrer zu Gießen, 1830 Director des Gymnasiums zu Worms, 1833 in gleicher Stellung an die neugegründete Realschule in Offenbach versetzt und im März 1841 zum Seminardirector in Friedberg ernannt.

Drei und zwanzig Jahre des kräftigen, ge reisten Mannesalters hat er dieser Anstalt und dem Volksschulwesen überhaupt ge widmet; die größere Hälfte der hessischen Lehrer hat zu seinen Füßen gesessen und aus seinem Munde Lehren und Weisungen empfangen, die als die Frucht angestrengter Arbeit, scharfen Denkens und

reicher Lebenserfahrung in seinem hochgebildeten

Geiste gezeitigt waren. Allein die Thätigkeit Curtmans beschränkte sich keineswegs auf seinen nächstvorgezeichneten Beruf; vielmehr erschienen in den vierziger Jahren die Haupterzeugnisse seines schriftstellerischen Wirkens: Die gekrönte Preisschrift Die Schule und das Leben und sein(an Schwarz anknüpfendes)Lehrbuch der Er ziehung und des Unterrichts. Eine An- zahl kleinerer Schriften, Bearbeitungen fremder Werke, Lehrbücher(das Vaterland 1846) folg- ten nach bis zu Anfang der 60er Jahre.

Daß ihm auch der Lehrstuhl der Pädagogik am evangelischen Predigerseminar übertragen war, hielt Curtman nicht allein in steter Verbindung

Geschichte), sondern gab ihm auch Gelegenheit in den Herzen der jungen Geistlichen eine pädago gische Saat niederzulegen, die vielfältig Früchte getragen hat.

Soll ich nun die Summe dieses reichen Lebens dahin ziehen, daß ich den Ruhm seines Geistes und seiner gelehrten Bildung verkünde, daß ich der Ebrenbezeugungen gedenke, die ihm die Mäch tigen dieser Erde zu Theil werden ließen? Es wäre nicht im Geiste des Mannes gehandelt, der den äußeren Glanz wenig geachtet und nach des Tages Arbeit im Gespräch mit dem einfachen Bürger mehr Befriedigung gefühlt hat, als im vornehmen Cirkel. Wenn aber noch nach Jahren in den stillen Thälern des Vogelsberges die Kinder in der Schule ihrenCurtman(Lese⸗ buch für die Stufe der Anschauung) aufschlagen, und der Lehrer, dadurch an vergangene Zeiten erinnert, den vergilbten Stahlstich sinnend betrachtet, der die ernsten Züge seines Direktors wiedergibt, und wenn beim abendlichen Lampenschein der fünfjährige Knabe dem Großvater ein Büchlein bringt und ihn bittet, ihm von den schönenGe⸗ schichtchen für Kinder, die noch nicht lesen eee zu erzählen, dann wird dem heim gegangenen Freunde der Kinder und der Lehrer in deren Herzen ein Denkmal ersteben,

anden, wurde später Vorsteber der damalz im mit den Vorgängen auf kirchlichem Boden(vergl. wie er es in seinem Sinne sich gewünscht hat.

Werden begriffenen(Privat-) Realschule in Michel- scine SchriftenSpiegel der Christenbeit,biblische

Friede seiner Asche!

8 des evangelischen Schullehrer Seminars zu Fried- *. berg, ist am 6. Februar 1871 zu Gießen, wo er r. den Abend seines Lebens im Rrbestand zubrachte, N verschieden. Am 3. März 1802 in Alsfeld ge- * 2 boren erwählte er schon im frühen Jünglingsalter Pate mes den Lehrstand und bat im Laufe der Jahre fast e Die alle Zweige pädagsgischer Wirksamkeit durchlaufen. 22 Zu Anfang der zwanziger Jahre ging er als Hos⸗ 1 5 neister bei einer adligen Familie nach den Nieder. e nen at Aterfüllt a des e Sela 7 l Holzversteigerung W im Fürstl. Dornthal bei Wölfersheim. 314 In obigem Distrikte kommen Donnerstag den meln 16. d. M., Morgens präcis 9 Ubr, dergetrtttaen 287 Stück Eichen⸗ und 10 Fichten⸗ Stämme, gleich * Orfangent 6456 Cub iksuß, darunter 10 Stück von 150 Cubik⸗ d ien fuß, sowie f t 29 Stück Eschen⸗Stangen, gleich 92 Cubikfuß. 1 Ferner Freitag den 17. d. M. edendaselbst: ar lan ein; 11 Siecken Eichen- ꝛc. Prügel, ge unn, 29 gewöhnliche urd 159 Stecken gemischte nergebracht Niederwaldflöcke, 3 168Eichen⸗Oberholz Kartei, 375 Schichten gemischte Schlagreiser i ea, usa öffentlichen Verkauf. 8 Arntranlhtit; ungen den 9. Februar 1871. Zürftliches Rentamt. f* N Dem me. Die Ne- gent, Faseloch s Verkauf r ettatb. 15 Mittwoch den 15 d. M., Nachmittags um 1 UÜbr, tretblich* oll auf dem hiesigen Bürgermeisterei⸗Büreau ein ge⸗ 22 uc inheitlicher Faselochs versteigert werden. den affen. Ober⸗Mörlen am 9. Februar 1871. f t Kenstriß Groß berzogliche Bürgermeisterel Ober Mörlen. Benden 9 ae eit. 1 ende 4 Bekanntmachung. nett. Sie 316 Die am Heutigen im biesigen Gemeindewalde ad: n tech der gebaltene Polzversteigerung hat die Genetmigung er⸗ in 4 ggf balten und ift der ersse Abfahrtag auf Mittwoch den e ee 15. d. M. sesigesetzt worden. 5 nt Zahrtage sind: Montags, Mittwochs und Freitags, n dee von 8 dis 12 Uhr, dis zum 20. März l. 3. Viele ba Bei Thauwetlter darf nicht gefahren werden. 40 ehre Ober- Mörlen am 9. Februar 1871. a 22 10 Großherzogliche Bürgermeisteret Ober-Mörlen. ·. CA 8 1 Patres o 7* a 7 1 LTürkische! . und Ausben Bamberger Zwetschen till. 12 in ganz vorzüglicher Waart bei g in t Wilh. Fertsch * del 5 N 5 E 8 * SSS S222 8 888 25 28 2 5885 1 1 10 8E 8 8 2882 5 SS * 33382 2 5 2 5 0 23 3 1. S3 85 * 388 8 8 4 2 8 800 95 82 2 2 88 5522 22. 83324 ee Die Administration der Felsenquellen. g.

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