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1871.
Dienstag den 10. Januar.
M 4.
berhessischer Anzeiger.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Nr. 61.
Nr. 63. Theilen des Großherzogthums detr. Friedberg am 8. Januar 1871.
der Staats- und Prop inztalstraßen für das Jahr 1871 detr.— aub 4.
Amtlicher Theil.
Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publieiren: Nr. 60. sub 1. Bekanntmachung die Elchungestellen betr.— enb 3 Bekanntmachung, den Ausschlag der directen Steuern und der Beiträge zu den Kosten Bekanntmachung, Termine zur Einzahlung von Stellvertretungssommen zur Elnflandekasse betr. sub 1. Bekanntmachung, den Abschluß einer Uebereinkunst zwischen Pessen und Preußen wegen Ausdebnung der debuss Verhütung und Bestrafung der Forst⸗, Jagd., Feld, Fischeret⸗ ꝛc. Frevel getroffenen Vereinbarung vom 8. October und 7. Dezember 1861 auf das gesammte gegenseitige Staatsgebiet betr. Nr. 62. Bekanntmachung, die Versassung des deutschen Bundes und die darauf bezüglichen Anträge betr f Bekanntmachung, im Norddeulschen Bunde ergangene Gesetze als Gesetze des deutschen Bundes in den nicht zum Norddeutschen Bunde gebörigen
Großberzogliches Kreisamt Friedberg Trapp.
Kriegs nachrichten. Offteielle militärische Nachrichten.
Bersailles, 5. Jan. Die gegen die Südfronte von Paris errichteten Batterien, deren Armirung vom Feinde nicht gestört worden, be⸗ schossen im Laufe des heutigen Tages die Forts Issp, Vanvres und Montrouge, die Verschanzungen von Villejuif, den Point du jour und Kanonen boote. Gleichzeitig wurde die Beschießung der Nord- und Ostfront kräftig sortgesetzt, zum Theil aus neu errichteten Batterien. Erfolg sehr günstig trotz ziemlich starkem Nebel. Diesseitiger Berlust
4 Mann todt, 4 Offiziere, 11 Mann verwundet.
General v. Bentheim hat am 4, früh von Rouen aus die feindlichen Truppen auf dem linken Seine- Ufer unter General Rope überfallen, zer⸗ sprengt und ihnen theils gestern, theils bei der heute fortgesetzten Verfolgung 4 Geschütze, 3 Fabnen und gegen 600 Gefangene genommen. Die bei Bapaume zurückgeschlagene Nordarmee unter Faid⸗ herbe befindet sich im Rückzuge auf Arras und Douai.. v. Podbielskp.
Amiens, 5. Jan. Die Verfolgung des am linken Seine-Ufer geschlagenen Corps des Generals Rope wurde gestern noch durch ein kleines ge ⸗ mischtes Detachement unter Major Preinitzer über Bourgachard fortgesetzt; er übersiel den Felnd von Neuem, zersprengte ihn, nahm ihm noch fernere 2 Geschutze, 1 Munitionswagen und Gefangene ab und trieb ihn in die Flucht.
Graf v. Wartensleben.
Charleville, 15 Jan. Handstreich auf Rocrop gelungen, oeben capitulirt die Festung, zwei Compagnten besetzen noch heute die Thore. v. Senden.
München. Telegramm an das Kriegs- Ministerium: Chatenap, 5. Jan., Mittags. Heute hat die Beschießung der Südforts von Paris im Stellungsbereiche des zweiten bayetischen und an- schlicßenden preußischen Corps begonnen.
Karlsruhe. Die„Karlst. Zig.“ veröffent⸗ licht folgendes Telegramm: Vesoul, 5. Januar. Der Feind steht, 40,000 Mann stark, bei Rioz (an der Straße von Vesoul nach Besangon). Bis Vellefaux(nördlich von Rioz) vorgeschobene Recognoscirungs-Abtheilungen des Feindes wurden mit 1½ Brigaden, 2 Battersen und 1 Escadron siegreich zurückgeworfen. Verlust des Feindes un- bekannt, 1 Ossizier, 34 unverwundete Gefangene in unseren Händen. Diesseitiger Verlust unbedeu— tend. v. Glümer.
München. Folgendes Telegramm ist an das Krieasministerium gelangt: Chatenay, 6. Jan,, Mittags. Die Beschießung der Südfront mit Erfolg sortgesetzt; bie Forts Issop und Vanvres bereits zum Schweigen gebracht.
Aus einem Telegramm Sr. Maj. des Königs an Ihre Maj. die Königin.„Ver sallles, 6. Jan.
Gestern von 9 Grad Kälte auf 1 Grad Wärme 500 Geschosse auf jedes Geschütz für einen Zeit⸗ gestiegen; heute völliges Thauwetter, 7 Grad raum von 6 bis 7 Tagen ausreichen, nach deren
Wärme und schöner Sonnenschein. Die Beschießung Verlauf die
in Reserve stehenden Munitions⸗
hat bereits Fort Issp zum Schweigen gebracht. Colonnen sofort die Geschütze mit neuer Munition
Ueberall scheinbar gute Wirkung. 3 blessirte Offiziere und 10 Mann, 4 Todte. Wilhelm.“
Bersailles, 6. Jan. Vor Paris lebhaftes Feuer der Belagerungs-Artillerie gegen die Süd-, Ost- und Nordfront mit guter Wirkung fortgesetzt.
Unser Verlust versehen werden. Bombardements wird man der
Beim ernstlichen Beginn des Artillerie starke Bedeckung von Infanterie beigeben, welche die vom Feinde zu erwartenden Ausfälle zurückzu⸗ schlagen die Aufgabe haben wird.
Aus Versailles wird dem„Schw. M.“
— Beim General v. Werder fanden südlich Besoul geschrieben: Großes Ausseden erregt unter der
verschiedene Vorpostengefechte statt, in welchen der— selbe 200 Gefangene gemacht hat. v. Podbielsky.
Mezieres, 6. Jan. Rocrop ist heute besetzt worden. Es sind 300 Gefangene gemacht, 72 Geschütze, 1 Fahne und viele Waffen erbeutet, sehr bedeutende Vorräthe an Munition und Lebens- mitteln vorgefunden worden. In Rocrop sind 8 deutsche Gefangene befreit worden, darunter zwei als Spione festgehaltene Preußen. Der Hand- streich wurde gemacht mit 5 Bataillonen Infanterie, 2 Escadrons Husaren, 6 Feldbatterien und einer Pionniercompagnie. v. Senden.
Versailles, 7. Jan. Der Königin Augusta in Berlin. Gestern ist Prinz Friedrich Karl der sich vorbewegenden Armee des Generals Chanzy über Vendome entgegen gegangen und hat die angetroffenen Vortruppen siegreich zurückgeschlagen und verfolgt sie.
Hier geht die Beschießung günstig fort. Ver— lust gering. Völliges Tbauwetter. Wilhelm.
Versailles, 7. Jan. Am 6. gingen die gegen die Armee des Generals Chanzy aufgestellten Divisionen über Vendome vor und stießen hierbei auf 2 im Anrücken befindliche feindliche Armeecorps. Selbige wurden nach heftigem Gefechte über den Abschnitt von Azap zurückgeworfen und demnächst auch diese Position, sowie gleichzeitig Montolre genommen. Diesseitiger Verlust nicht unbedeutend.
Vor Paris im Laufe des 7. das Feuer der Belagerungs⸗ Artillerie gegen die Fortisicationen im Süden, Osten und Norden lebhaft und mit guter Wirkung fortgesetzt. Forts Issp und nebenliegende Batterien, sowie Forts Vanvres schweigen zeit- weise. Diesseitiger Verlust heute wie der gestrige etwa 20 Mann. v. Podbielskp.
Versailles, 2. Jan. In der vergangenen Nacht sind aus Billa Coublap gegen 80 Geschetze abgeholt worden, um nach Meudon eingefahren zu werden, wo die Artillerie mit der Beschießung des Forts Issy ihre Thätigkeit beginnen soll. Der General-Inspekteur der Artillerie, General v. Hindersen, bat eine Ordre erlassen, nach welcher für jedes Geschütz 500 Geschosse disponibel und die Bepienungsmannschaften auf mindestens 12 Tage mit Proviant versehen sein müssen. Man
berechnet, daß bei einer regelrechten Beschießung
hiesigen Bevölkerung die Verhaftung des Maires Rameau nebst 3 Gemeinderäthen, welche sich ge⸗ weigert hatten, den verschiedenen Mahnungen des Präfekten v. Brauchitsch gemäß Magazine berzu⸗ richten, in denen die nothwendigsten Lebensmittel aufgespeichert werden sollten. Da die Mairie die für diese Weigerung der Stadt Versailles auf⸗ erlegten 50,000 Fr. Contribution nicht zahlen wollte, sah sich Brauchitsch genöthigt, den Maire mit drei Adjuncten einsperren zu lassen— Der hiesige„Moniteur officiel“ veröffentlicht ein Dekret des französischen Kriegsministers aus Tours den 13. November und unterzeichnet von dem Oberst⸗ lieutenant Jerald und dem Hauptmann Tissier, Generalstabechef vom 17. Corps. Das Schrift⸗ stück verspricht allen französischen Offizieren ohne Ausnahme, welche in Deutschland internirt sind und mit Erfolg ihre Flucht dewirken, eine Prämie von 750 Fr.!— In St. Cor hat man bei der Sichtung der kaiserlichen Bibliothek Pläne der Festung Rastatt gefunden, die im Jahre 1867 aufgenommen und in die kleinsten Details aus- geführt sind.
— Unter welch schwierigen Umständen die Vorbereitungen zum Beginn des artilleristischen Angriffs des Mont Avron getroffen wurden, erzaͤhlt ein Berscht der„Prov.-Corresp.“ in spannender Weise. Wir entnehmen demselben das Folgende: „Seit 14 Tagen war der Bau unserer Batterien in Angriff genommen; doch lagen die Posttionen so unmittelbar unter dem Feuer der ungeheuren Schiffskanonen des Mont Avron, daß haufige Unterbrechungen die Arbeiten verzögerten. Trotz⸗ dem von den Forts auf zwei Punkte der Straße hingesehen werden konnte, und sowohl die Balken, Faschinen und Schanzkörbe am Tage von vielen hundert französischen Zwangsfuhren, wie auch Nachts die schweren Kanonen an die Orte ibrer Bestimmung geschafft werden mußten, daben wir durch den Feind nur höchst unerhebliche Belästigungen erfahren, und es ist gelungen, ihn über die eigent- lichen Orte, wo unsere Geschützstände errschtet wurden, in Unklarheit zu erhalten. Der waldige Charakter der Umgegend von Paris gestattete unsern Pionnieren allerdings, an Stellen zu arbeiten, welche durch Gehölz verdeckt waren. Am 26. spät wurden die Walsdstücke, hinter welchen unsere Batterien angelegt waren, Baum für Baum angesägt und am 27. Morgens um 4 Ubr sind


