Ausgabe 
9.11.1871
 
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Kübecker und Hamb. Courant-Rechnung, 3 Thlr. 2¼4 Grote Gold Bremer Rechnung; das 20-Mark- stück zum Werthe von 6 Thlr. 20 Sgr. oder 11 fl. 40 kr. S. W., 6 Thlr 32 Sch. mecklen⸗ burger, 16 Mark 10⅜ Sch. Lübecker und Ham⸗ burger Courant Rechnung, 6 Thlr. 1½⅛ Grote Gold Bremer Rechnung; das 30-Markstück zum Werthe von 10 Thlr. oder 17 fl. 30 kr. S. W., 25 Mark Lübecker und Hamb. Courant⸗Rechnung, 9 Thlr. 21%. Grote Gold Bremer Rechnung. F. 10. Die Reichsgoldmünzen werden, wenn dieselben in Folge längerer Circulation und Ab nutzung am Gewicht soviel eingebüßt haben, daß ste das Passir⸗Gewicht nicht mehr erreichen, für Rechnung desjenigen Staates, welcher die Münzen hat prägen lassen, zum Einschmelzen eingezogen. Auch werden dergleichen abgenutzte Goldmünzen bei den Kassen dieses Staates stets voll zu dem⸗ jenigen Werthe, zu welchem sie ausgegeben sind, angenommen werden.§. 14. Im Gebiet des Königreichs Bayern kann im Bedürfnißfalle eine Untertheilung des Pfennigs in 2 Halb- Pfennige stattfinden.

DieNordd. Allg. Ztg. weist auf die zunehmende Cooperation der Ultramontanen und Communisten, der schwarzen und rothen Jesuiten, hin und bemerkt, daß gerade in Belgien beide Todfeinde Deutschlands und des modernen Staates einen Sammelplatz haben. Belgien wird als ein Land bezeichnet, welches seit 1864 Alles dem un- eigennützigen, aufopfernden Schutze Deutschlands verdanke. Die belgische freie Presse habe keine richtigere Aufgabe als die Bekämpfung der schwarzen und der zethen Internationalen, deren Zusammen wirken die Zukunft Deutschlands fortwährend bedrohe.

Wie derKöln. Ztg. geschrieben wird, soll die Anlage einer Mosel⸗Eisenbahn in Angriff genommen werden, für welche durch den Anschluß Lothringens die Bedürfnißfrage dringender ge worden und die strategischen Zwecke durch den Krieg einleuchtender erschienen sind. Vom Stand punkte des Handele- und Gewerbestandes war sit längst als eine Nothwendigkeit erkannt worden.

Ausland.

Oesterreich. Wien. DieNeue freie Presse meldet in Uebereinstimmung mit der Presse, daß Graf Beust, seinen erschütterten Gesundheitszustand vorschützend, vom Kaiser seine Entlassung erbeten habe. DieNeue freie Presse will wissen, Graf Beust habe seine Demission nicht aus eigenem Antriebe gegeben, sondern die selbe erst erbeten, nachdem ihm der Wunsch nahe gelegt worden war. Demselben Blatte zufolge soll Graf Andrassy zum Reichsminister des Aeußern ausersehen und der gegenwärtige Reichsfinanz⸗ minister Graf Lonyay zum ungarischen Minister präsidenten bestimmt sein.

Das Gerücht, daß Graf Beust seine Ent lassung gefordert und erhalten habe, wird unter- richteterseits bestätigt, mit dem Hinzufügen, daß Graf Andrassy denselben ersetzen werde.

Schweiz. Bern. Der Nationalrath und der Ständerath sind eröffnet worden. Beide Präsidialreden heben die Wichtigkeit der Bundes- revision hervor.

Im Canton Zürich ist nunmehr die Tren nung von Kirche und Schule vollständig durchge- führt. Der Religionsunterricht aller Confessionen ist durch das neue Schulgesetz von dem Lehrplan der Primär- und Mittelschulen ausgeschlossen. Es ist den Einzelnen überlassen, wie sie für die religiöse Unterweisung ihrer Kinder sorgen wollen.

Frankreich. Paris. DieGazetta des Tribunaux theilt mit, daß Vietor Hugo wiede rum eine Unterredung mit Thiers wegen Um- wandlung der gegen Rochefort erkannten Strafe gebabt habe. Thiers soll bei seiner Erklärung verblieben sein, daß er eine Zusage irgend welcher Art nicht ertheilen könne, da diese Frage lediglich eine Angelegenheit der Begnadigungscommission sei. DasJournal officiel erklärt das Ge rücht von einem in Tarbes angeblich stattgehabten Conflict zwischen Bevölkerung und Militär für

unwahr. Die Urheber und Verbreiter dieses Ge⸗ rüchtes sollen strafrechtlich verfolgt werben.

Finanzminister Pouyer-⸗Quertier, heißt es, ist zum künftigen Botschafter in Berlin ausersehen, woselbst er persona grata ist. In seiner Ernen⸗ nung wäre indessen vor Allem die Absicht der französischen Regierung zu erkennen, mit Preußen keine weiteren als finanzielle Unterhandlungen pflegen zu wollen, zu deren glücklicher Erledigung der heutige Finanzminister besonders berufen ist. In einigen Tagen sollen über 100,000 Flaschen feiner Weine der Ex⸗Civilliste versteigert werden. Somit hätte dieCommune nicht Alles aus- getrunken.

DerRappel berichtet in folgender Weise die Art, in welcher Jules Vallés aus Frankreich entkommen sei. Er habe vier Monate hindurch in einem der Hospitäler von Paris gelebt und dort den Dienst der Todtenwächter verrichtet. Niemand babe geglaubt, daß der geschickte und pünktliche Leichendiener, der die Verstorbenen so trefflich in den Sarg zu zwängen vermochte, der Chefredacteur desEri du Peuple gewesen sei. Nach langen Tagen des Zuwarlens sei es ihm endlich gelungen, im Costüm eines Geistlichen das Ausland zu erreichen. i

Bourbacki meldet: In Lyon ist die Ruhe ungestört; aber es herrscht ein fieberhafter Zu stand. Die Internationale hat die Bewegung angeschürt. Die Kammerberufung noch im November ist wahrscheinlich.

Die Räumung der sechs benachbarten Departements ist vollständig beendigt.

Italien. Rom. Der internationale Tele- graphen-Congreß wird am 1. December unter großen Festlichkeiten bier eröffnet werden. Vertreter Eu; ropas, Amerikas und Asiens, sowie Delegirte großer Eisenbahn- und industrieller Gesellschaften werden an demselben theilnehmen. Den Vorsttz wird der italienische Minister des Aeußern führen. Die Dauer des Congresses ist auf 14 Tage festgesetzt.

Oberursel. Am 5. d. wurde von den hiesigen Altkatholiken eine Versammlung abgehalten, welche von mehr als 200 Männern besucht war. Die Versammlung beschloß sodann die Bildung eines allkatholischen Vereins und wählte einen aus 7 Mitgliedern bestehenden Vorstand.

Frankfurt. Ein Schiffer stand am Montag am Fischerthor mitten im Geleise der Verbindungsbahn und starrie unbeweglich in den Main hinein. Ein Zug, an dieser Stelle noch sehr schnell fahrend, brauste daher. Der Zugführer gab Signal auf Signal, der Schiffer wich nicht. Mit aller, Kraft wurden die Bremsen gedreht; der Zug fuhr langsamer, gab indeß dem Träumer noch einen ge⸗ walligen Stoß. Aber dieser, anstatt hinzufallen oder zur Seite geschleudert zu werden, hielt sich an dem vorn an der Locomolive befindlichen Haken blitzschnell fest und ließ sich noch eine Strecke weit, bis der Zug zum Stehen kam, schleisen, ohne irgend eine Verletzung davon zu tragen.

Darmstadt. Kürzlich war der Vorstand des hess. Apothekervereins dahier versammelt. Gegenstand der Be rathung war die Erhöhung der Medicinaltaxe, welche in Folge der in den letzten Jahren bei uns statigefundenen wirthschaftlichen Umwälzung nöthig geworden sei.

Mainz. Die Nachbarschaft des Herdes der Pulver⸗ Explosion von 1857 sah dieser Tage eine kleinere Auflage dieses Ereignisses. Beim Transporte von blinden und scharfen Patronen für die Schießübungen der preußischen Infanterie entzündete sich, wayrscheinlich in Folge eines Stoßes, ein Faß mit scharfen Patronen und schleuderte die Geschosse weit umher. Ein Mann der Begleitung wurde gefährlich, ein anderer minder erheblich verletzt.

Von der Mosel schreibt ein Weinbesitzer:Der diesjährige Weln hat einen Namen erhalten, der die Qualität genügend kennzeichnet: Turko soll er nämlich heißen, weil er so roh und wild schmeckt.

Berlin. Wie umfangreich die erforderlichen Druck arbeiten für die am 1. Dezbr. stalfindende Volkszählung sind, mag aus Folgendem hervorgehen. Es handelte sich bei dem ganzen Material um Herstellung von 30 Millionen Zählkarten, 6 Millionen Verzeichnisse der Anwesenden, 6 Millionen Verzeichnisse der Abwesenden, 6 Millionen Anleitungen zur Ausfüllung der Zählkarten und 6 Millionen Couverts mit 14 Zeilen Druck auf der Adresse. Diese gesammten Arbeiten mußten in Format, Stoff und Druck⸗ proben, welche von dem königlich statistischen Büreau vor⸗ geschrieben waren, genau übereinstimmen, so daß sogar das Gewicht jeder einzelnen Karle genau festgesetzt war. Das Gesammtigewicht des Papiers zu diesen 54 Millionen Drucksachen belief sich auf 3120 Centner und da ein Ballen des zu verwendenden Papieres Centner wiegen mußte, so sind insgesammt 416 Ballen Papier zur Her⸗ stellung dieser Kärtchen u. s. w. nothwendig gewesen.

Berlin. Es existirt, Dr. Hirth'sAnnalen zufolge, gegenwärtig in Deutschland, mit Einschluß der neuen würtembergischen Anleihe vom Juli d. J., überhaupt 54,139,029 Thlr. Staatspapiergeld, pro Kopf der Be⸗

völkerung 1,38 Thlr. U eberhaupt kein Staatspapiergeld baben Lauenburg, Meckle nburg⸗Schwerin, Lippe, Lübeck, Bremen, Hamburg und(Elsaß Lothringen. Die übrigen Bundessiaaten haben pro Kopf ihrer(staatsangehörigen Bevölkerung: Preußen 0, 76, Bayern 1,80, Sachsen 5,15, Würtemberg 1,96, Baden 1.23, 292 3,13, Sachsen⸗ Weimar 2,25, Mecklenburg-Snelitz 5,32, Oldenburg 6,74, Braunschweig 2,17, Sach sen-Meiningen 3,55, Sachsen⸗ Altenburg 3,68, Sachsen⸗Cloburg⸗Gotha 3,82, Anhalt 5,43,

Schwarzburg⸗Sondersbaus en 2,36, Schwarzburg⸗Rudol⸗

stabt 2.85, Waldeck 3,79, Reuß ältere Linie 3,20, Reuß

jüngere Linie 3,97 und Scchaumburg-Lippe 12,38 Thlr.

Papiergeld.

Petersburg. Eine wichtige Mittheilung über das Wesen der Wasserscheu bringt der ruffischeReg.⸗An.:Mit Hülfe des Mikroskops ergab sich nämlich, daß die Haupl⸗ ursache der Tollwuth die anatomische Veränderung der Nieren durch eine parenchymatöse Entzündung derselben ist. Diese letztere unterscheidet sich von anderen Formen derselben Entzündung dadurch, daß das ganze Nieren⸗ Gpitelium gleichzeitig krank ist und daß sie leicht degenerirt, indem die Nierenröhrchen sich gleichmäßig mit einer emul⸗ siven Fettsubstanz ansüllen, wodurch eben der beständig lödtliche Ausgang der Tollwuth berbeigesührt wird. Da so die Ursachen der Krankheit gefunden worden sind, läßt sich mit Sicherhett annehmen, daß auch Mittel zu ihrer Heilung entdeckt werden können.

Newyork. Stalisiischen Ausweisen zufolge leben gegenwärtig 1,690,533 Deutsche in den Vereinigten Staaten, die sich auf die einzelnen Staaten wie folgt vertheilen: Alabama 2,482; Arkansas 1,563; Californien 29,101; Connecticut 12,443; Delaware 1,142; Florida 597; Georgia 2,761; Illinois 203,758; Indiana 78000; Jowa 66,162; Kansas 12775; Kentucky 30,318; Louisiana 18.933; Maine 508; Maryland 47,045; Massachusetis 13,072; Michigan 64.443; Minnefota 4,364; Mississippi 2960; Missourt 113.618; Nebraska 10,954; Newada 2,181; New⸗Hampshire 436; New⸗Jersey 54,000; New⸗ York 316,902; Nord⸗Carolina 904; Ohio 182.897; Oregon 1,875; Pennsylvanien 160,146; Rhode ⸗Island 1,202; Süd⸗Carolina 2,751; Tennessee 4,5393 Texas 23,985; Vermont 370; Virginien 4050; West⸗Virginien 6,232; Wisconsin 162,314; Arizona 3793 Colorado 1,456; Dakotha 563; Distrikt Columbia 4,920; Idaho 388; Montana 1,233; New⸗Mexiko 582; Utah 358: Washing⸗ ton 615; und im Wyoming Territorium 652.

Berloosu ng e n.

Anleihe der Stadt Florenz vom Jahre 1868. Bei der am 2. November statigehabten 15. Ziehung wurden folgende Gewinne gezogen: Nr. 102386 60,000 Francs, Nr. 33071 und 74908 je 2000 Frs., Nr. 24629 50720 355554 115995 je 1000 Frs., Nr. 24561 43270 47232 8 68597 88594 95737 98180 102299 104078 je 900 Frs.

Eingesandt.

Die folgende dahier eingetroffene telegraphische Depesche glaubt man hiermit zur öffentlichen Kennt- niß bringen zu sollen:

Leipzig, 3. November 1871. Erfrischungs⸗ Comite Friedberg, Hessen bei Frankfurt a. M.

Für Speis' und Trank Herzlichsten Dank 2. Bat. schlesischen Füs.⸗Regts. Nr. 28.

Die neueste Nummer(Nr. 1 vom October)

der Frankfurter Latern

von Friedrich Stoltze, Preis 6 kr.,

ist vorräthig bei N Bindernagel& Schimpff,

Personen-Posten.

Abgang und Ankunft.

Friedberg: Nach Homburg 885 V., in Homburg 1018 V., qus Homburg 4 N., in Friedberg 6 N.

Nach Lauterbach 82 V., in Lauterbach 848 N., aus

Lauterbach 625 V., in Friedberg 415 N. Nach Hungen 745 N., in Hungen 10 N., aus Hungen 515 V., in Friedberg 740 V. N Nach Ortenberg 735 N., in Ortenberg 1040 N., aus Ortenberg 435 V., in Friedberg 740 V. 0 Nach Scholten 740 N., in Schotten 1250 N., aus Schotten 4 V., in Friedberg 9 V.

Bad⸗ Nauheim:

Nach Usingen 930 V., in Usingen 1145 B., aus Usingen 45 N., in Bad-Nauheim 60 N.

Nieder⸗Wöllstadt: Nach Altenstadt 110 V., 716 N., in Altenstabt 1255 V., 9 N., Haus Altenstadt 101 V., 30 N., in Nieder-Wöllstadt 12 V., 5 N. Nach Hanau 6 N., in Hanau 885 N., aus Hanau 7 V. in Nieder-Wöllstadt 965 B.

Beltslel 2 Krau geschlrt mehrer citta 1 Vort lelten schasle zahlur

B

gegen 1