1871.
Samstag den 9. September.
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Oberhessischer Anzeiger.
5 igel. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. —
Friedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag
totht.
deoiagtgeng dete Erscheinen
Für den Monat, September kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags-Expedition mit 10 kr., bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden.
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orlage machen.
Amtlicher Theil.
Zetreffend: Die Ausführung des Reglements über das bei Wildschadensklagen einzuhaltende Verfahren.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Wir sehen Ihren sofortigen Berichten entgegen, ob seit den von Ihnen in Folge unserer Versügung vom 5. November 1868,
Friedberg am 6. September 1871.
133 7 g g Anzeiger für 1 Nr. 132, erstatteten Berichten keine Aenderungen bel den angestellten Tarxatoren und Ersatzmännern weiter ein⸗ 18 15 n Sterbefall, Wegzug oder auf sonstige Weise Abgänge erfolgt, dann werden Sie sofort nach Maßgabe des Regle⸗ 5 vom 14. Juli 1854 und unserem Aus schreiben vom 20. August 1854, Intelligenzblatt Nr. 67, Ernennung Neuer eintreten lassen und
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is Böttner. f 8 4 Deutsches Reich.
gel Darmstadt Dae Großherzogliche Regie-
— ungsblatt Nr. 29 enthält:
Nocrts dei der 1. G n 5 N
: Gesetz, die Zusammenlegung der Grundstücke, Theil⸗
3 larkeit der Parcellen und Feldwege⸗Anlagen betr.
. Ul. Bekanntmachung Gr. Ministeriums des Junern,
en 1 Vergütung der Kriegsleistungen, insbesondere der ge⸗
5 eserxten Fourage beireffend. Dieselbe lautet: Die nach
3. 6 des Gesetzes über die Kriegsleistungen und deren
d Ae. 1 bergütung vom 11. Mai 1871 staltgehable Ermittelung
aenfer. N der Durchschnittspreise der Fourage hat folgendes Ergev⸗ a ziß geliefert: 5
aernagel& 0 ein Cenmer Hafer... 4 fl. 36 kr.,
„% kate: 1 N 1 eee K 47 kr.,
ü u a 5„ SI fl. 22 kr.
*(8 sind bier nach diese Preise bei der Liquidation der den
Albindts. Cemeiden für an die Truppen im Kriege von 1870 und
chdretn 271 gelüferie Fourage zu gewährenden Vegütungen zu Erund zu legen.
III. Bekanntmachung des Landwirihschastlichen Instituts
ber Universität Gießen. Die Verl-sungen des Winter—
Imesters beginnen am 1. November. Der unterzeichnete
9 1 Lirectot sendet guf Wunsch speziclle Vorlesungsverzeichnisse,
theilt nähere Auskunft und nimmt Inscriptionen an jtt das Institui.
1 IV. Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der
Arden der 5 f Großterzog haben am 29. Juli dem Bürgermeister der
ürgermeisterei Groß⸗Linden, Georg Menges, das silberne
2 1 E52 des Pyilipps⸗Ordens Allergnädigst zu verleihen ge—
f Itht.
. V. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen
ties fremden Ordens. Seine àönigliche Hoheit der
Croßherzog haben allergnädigst gerubt: am 18. Juli dem
Feroßb. Major à la suite Grafen ron Enzenberg die Er.
wächtigung zur Annahme und zum Tragen des ihm von
Seiner Majestät dem Könige von Belgien verliehenen
5 F toßofficierskreuz des Leopoldordeuns, am 9. August dem
it Freisrath Knorr zu Bensheim die Erlaubniß zur Annahme
und zum Tragen des ihm von Sr. Majestät dem Kaiser
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een Rußland verliehenen St. Slanislaus⸗Ordens 2 Classe, 1 11. Aug. dem Großb. Major à la suite Grafen von
„ ie Lnzenberg die Erlaubuß zur Annahme und zum Tragen 14 3 63 dis ihm von Sr. Majestät dem König der Niederlande „ichen Commanbeurkreuz des Ordens des Niederländi—
1 cen Löwen, am 12. Aug. dem Hofmünzmedailltur Pro⸗ scsor Christian Schnitzspahn bie Exlaubniß zur Annahme 6 und zum Tragen des ihm von Sr. Majestät dem Kaiser un Rußland verlichenen St. Annen ⸗Ordens 3. Classe und am 16. Aug. cem Gutsbesitzer Ferdinand Scipio in Mannheim die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen is ihm von Sr. K. Hoh. dem Großherzog von Baden Arlichenen Ritterkreuzes 1. Classe des Ordens vom Zihringer Löwen zu ertheilen. VI. Bekanntmachung, die Vertheilung der Preise im bpülologischen Seminar zu Gießen betreffend. Folgenden Uigliedern des phllologischen Seminars auf ber Landecs— Uiversität zu Gießen sind für ihre Leistungen während des Winlrsemesters 1870/1 und des Sommersemesters 71 Preise zuerkannt worden: 1) der erste Preis dem bidiosus philol. Ernst Rettig aus König, 2) ber zweite Weis dem Studiosus philol. Heinrich Stöpler aus Gleßen. VII. Ertbeilung eines Erfindungepatentes. Seine umb FConigliche Pohelt der Großberzog haben alleranädigst ge⸗ 1 iht: am 17. Aug. dem Konrad Luft in Offenbach auf en Nachsuchen ein Erfindungepatent auf die eucch Juster näher(rläuterte Consttuction eines Verschlusses 1 Por teseuillewagren, unter dem ausorücklichen Vorbe— inte jet och, caß durch das verliehene Patent Niemand in
Toeile der Erfindung gehindert werden soll, wäbrend der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Großherzogtbums zu ertbeilen. Schluß folgt.)
— S. K. H. der Großherzog hat den Peofessor Dr. Streng zum Rector de Landes-Universität für die Zeit von Michaelis 1871 bis dahin 1872 und den Maler August Zehsuß aus Darmstadt zum Assistenten bei den Kunstsammlungen des Museume ernannt.
— Der Landgerichtsassessor zu Lorsch Wil⸗ belm Hallwachs wurde zum Landgerichtsassessor in Zwingenberg ernannt.
— Der bier erscheinenden„Allgemeinen Mili⸗ tärzeitung“ wird über die Einsübrung von neuen oder doch die Umänderung der bestebenden Hand- feuerwaffen in der deutschen Armee geschrieben: Was erstere angeht, so ist hier noch gar nichts derart sestgesetzt worden; es werden allerdings zur Zeit eben so wie stets auch schon vor dem Kriege von dazu besonders berufenen Commissionen un- unterbrochen Prüfungen auf diesem Gebiete vor- genemmen, doch hat noch keine derselben ein Resultat ergeben, durch welches sich der absolute Vortheil icgend eines Gewehrs über das Zünd⸗ nadelgewehr besonders herausgestellt hätte. Man ist an entschtidender Stelle gerne bereit, eine bessere Waffe einzuführen, so bald man nämlich eine solche haben wird; vor der Hand jedoch ist unser westlicher Nachbar noch lange nicht ruhig genug, um jetzt gerade unsere Armee in das Stadium einer Neubewaffnung treten zu lassen. Für das Chassepotgewehr erheben sich fast gar keine Stimmen; mehr neigen sich solche einem dem Werdergewehr nahekommenden Modell zu; auch ein von einem Engländer angebotenes Modell ist in den Bereich der Prüfungen hineingezogen worden. Dennoch scheint uns die einfache Umänderung unseres Zündnadelgewehrs noch am ehesten in Ausführung kommen zu sollen, und auch das ab- wartende Verhalten der k. Gewehrfabriken zu Danzig ꝛc. gibt diesem Vermuthen bereits vor- läufige Bestätigung. Die Einführung einer Metall- patrone hingegen, von der bisher angewendeten lediglich durch ihre anders gearbeitete Umhüllung anderen Materials unterschieden, ist dem Ver— nehmen nach schon jetzt für die Gewehre, wenn auch wohl noch nicht für alle Handfeuerwaffen, in der ganzen Armee des Reiches beschlossen worden.
— Die Mittheilung, daß die hiesigen Banken und die hessische Ludwigsbahn der großh. Regie rung auf eine gewisse Zeit die Summe von 13,800 fl. jährlich als Vermehrung der Dotation der polytechnischen Schule zur Versügung gestellt bätten, ist— vorerst wenigstens— nicht begründet.
der Anwendung bereits früher schon bekannt gewesener! daß die bezeichneten Institute, wie die Stadt
Darmstadt selbst, nöthigenfalls für die Auftecht⸗ haltung der polytechnischen Schule Opfer zu bringen geneigt sein werden, so sehlt doch zur Zeit An- regung wie Anlaß dazu. So lauge die Mög- lichkeit besteht, daß der— dem Bestande des Polytechnikums ungünstige— Beschluß der zweiten Kammer in Folge eines dissentirenden Votums der ersten Kammer durch nochmalige Berathung modi⸗ ficirt werden könne, ist ein derartiger Schritt Scitens der Stadt und der Bank- und Eisen⸗ bahn⸗Gesellschaften gewiß nicht zu erwarten.
— Der König von Bayern hat den Prin- zessinnen Carl und Ludwig von Hessen sowie der Prinzessin von Battenberg das Verdienstkreuz für die Jahre 1870/71 am großen Bande verliehen.
Berlin. Die„Provinzial-Correspondenz“ schreibt bezüglich der beverstehenden Zusammen⸗ kunft des Kaisers Wilhelm und des Kaisers von Oesterreich:„Man darf mit Zuversicht erwarten, daß die wiederholten Begegnungen der beiden Herrscher und der leitenden Staatsmänner zur Befestigung des guten Einvernehmens zwischen Deutschland und Oesterreich dienen werden.“
— Die„N. P. Zig.“ stellt dem spätestens am 25. October und zwar böchst wahrscheinlich schon in dem neuen Parlamentsgebäude zu eröff— nenden deutschen Reichstag eine Sitzungsdauer von etwa sechs Wochen in Aussicht, so daß der Schluß längstens bis zum 1. Dezember erfolgen dürfte. Der preußische Landtag werde also in den ersten Tagen des Dezember zusammentreten können und sofort das preußische Budget vorge— legt erhalten.
— Herr von Möller, der, wie verlautet, am 1. October seine Functionen in Elsaß-Lothringen antreten wird, soll den Titel„Kaiserlicher Statt⸗ halter“ führen und in dieser Eigenschaft seine Instructionen direct vom Reichskanzler entgegen- nehmen. Thatsächlich wird Herr v. Möller einer eben solchen Selbstständigkeit in der Verwaltung des neuen Reichslandes sich erfreuen, wie er sie in der Provinz Hessen-Nassau zu dehaupten wußte. Seine Ansichten und Wünsche werden überall maßgebend sein und Elsaß-Lothringen factisch als eine preußische Provinz verwaltet werden, wie denn auch drei Viertheile der Beamten und Soldaten in den neuen Landestheilen dem preußischen Staate angehören.
— In Frankfurt a. M und in der Provinz Hannover haben in der letzten Zeit eine Reihe socialdemokratischer Versammlungen staͤttgefunden, welche keinen Zweifel darüber zulassen, daß die
„Internationle“ dort bereits bedeutend Terrain
Wenn auch kein Grund bestebt, zu bezweifeln, gewonnen hat und in kürzester Frist noch weiter
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